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Veröffentlicht am 04.12.2025

Nah am Herzen

fühl ich.
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fühl ich. hat mich genau da abgeholt, wo Worte oft zu laut und Gedanken zu voll sind. Carina Fiby schreibt in kurzen, klaren Sätzen, die sich wie kleine Atemzüge anfühlen: nichts Verkünsteltes, kein großer ...

fühl ich. hat mich genau da abgeholt, wo Worte oft zu laut und Gedanken zu voll sind. Carina Fiby schreibt in kurzen, klaren Sätzen, die sich wie kleine Atemzüge anfühlen: nichts Verkünsteltes, kein großer Pose—nur dieses ehrliche „Da bin ich“. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, neben jemandem zu sitzen, der nicht erklärt, sondern zeigt. Viele Zeilen habe ich zweimal gelesen, weil sie im ersten Moment leise und im zweiten plötzlich sehr groß waren.

Besonders mochte ich die Balance aus Zartheit und Klarheit. Da ist Raum für Unsicherheit, für Widerspruch, für „heute so, morgen anders“—und genau das macht die Texte für mich so nahbar. Ich habe mich in einzelnen Bildern sofort wiedergefunden: Müdigkeit, die nicht nur Schlaf meint; Nähe, die tröstet und eng macht; das kleine Aufrichten zwischendurch. Das Buch ist kein Ratgeber und will es auch nicht sein, eher ein Begleiter, der sagt: „Ich kenne das.“

An ein, zwei Stellen hätte ich mir noch mehr Variation in der Form gewünscht—ein anderes Tempo, ein ungewohntes Bild, ein Bruch. Manchmal fließen die Stücke sehr ähnlich, was die Wirkung zwar sanft hält, aber gelegentlich etwas gleichförmig macht.

Unterm Strich ist fühl ich. ein warmes, tröstliches Buch zum Mitnehmen, Nachspüren, Weiterblättern. Eines, das nicht lauter wird als nötig—und trotzdem lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Leise und schön

Der Flügelschlag des Paarfalters
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Der Flügelschlag des Paarfalters hat mich auf eine Art erwischt, die ich nicht kommen sah: erst leise, dann immer näher, bis ich mich plötzlich mitten in den feinen Rissen wiederfand, die zwischen Menschen ...

Der Flügelschlag des Paarfalters hat mich auf eine Art erwischt, die ich nicht kommen sah: erst leise, dann immer näher, bis ich mich plötzlich mitten in den feinen Rissen wiederfand, die zwischen Menschen entstehen – und heilen. Schon der Titel hat etwas Zartes und zugleich Unruhiges, und genauso liest sich das Buch: als würde jemand sehr behutsam die Hand über eine Oberfläche legen und zeigen, wo etwas schwingt.

Ich mochte, wie Andreas Rainer kleine Momente groß werden lässt. Kein großes Donnern, sondern kurze Blicke, verpasste Anrufe, Sätze, die einen Takt zu spät fallen – und genau daraus wachsen Entscheidungen mit Folgen. Es fühlt sich an wie ein stilles Experiment über Nähe und Distanz: Was passiert, wenn man einmal anders abbiegt? Wer bleibt, wenn es schwierig wird? Und was hält eine Beziehung wirklich zusammen – Gewohnheit, Mut, oder etwas Drittes, das keinen Namen braucht?

Die Figuren wirkten für mich nahbar, mit all ihren Scharten und Schönheiten. Besonders mochte ich, dass niemand zum Symbol gemacht wird. Sie handeln manchmal ungeschickt, manchmal messerscharf klar – beides ist wahr. An mehreren Stellen musste ich kurz absetzen, weil ein Satz so genau traf, dass er nachhallen durfte.

Rainers Sprache ist unaufgeregt, präzise, mit diesen stillen Bildern, die sich festsetzen: Licht auf einem Küchentisch, der Rhythmus einer Stadt, ein Falter, der kurz im Fensterrahmen zittert. Daraus entsteht eine Atmosphäre, die nicht drückt, aber trägt.

Wenn ich etwas anmerken würde, dann, dass die Mitte für mich einen Hauch länger atmet als nötig. Nicht langweilig – eher ein zusätzliches Innehalten. Am Ende zahlt es sich aus, weil der Schluss nicht auf Effekt setzt, sondern auf Resonanz. Ich bin weicher aus dem Buch gekommen, als ich hineingegangen bin.

Unterm Strich: eine zarte, kluge Geschichte über Kippen und Fangen, über das, was wir einander antun – und schenken. Ein Buch, das leise bleibt und gerade deshalb lange wirkt.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Spielend lernen

Il segreto di Roma
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Il segreto di Roma – Escape Italienisch A2 hat mir genau das gegeben, was ich mir von einem Lernkrimi wünsche: Motivation durch Story statt stumpfes Pauken. Die Kapitel sind kurz, die Rätsel klar strukturiert, ...

Il segreto di Roma – Escape Italienisch A2 hat mir genau das gegeben, was ich mir von einem Lernkrimi wünsche: Motivation durch Story statt stumpfes Pauken. Die Kapitel sind kurz, die Rätsel klar strukturiert, und jedes Mini-Geheimnis zwingt mich, das Gelesene wirklich zu verstehen – nicht nur Wörter anzustreichen. Mir hat gefallen, wie Wortschatz und Grammatik unauffällig eingebettet sind: kleine Vokabelboxen, verständliche Erklärungen, dann sofort Anwendung im Text und in Aufgaben.

Das Niveau passt: fordernd genug, um dranzubleiben, ohne zu frustrieren. Besonders hilfreich fand ich die Wiederholungsimpulse – genau dann, wenn ich dachte „hab ich kapiert“, kam eine Aufgabe, die es prüft. Lösungen und Hinweise sind fair, nicht zu verräterisch. Schön auch das Rom-Feeling: Schauplätze, Dialoge, kleine kulturelle Details – gerade so viel, dass die Atmosphäre trägt.

Mini-Wunsch: Ein bis zwei Übersichten „auf einen Blick“ (Zeiten, Redemittel) direkt am Kapitelende wären perfekt. Insgesamt aber ein sehr motivierender A2-Begleiter, der Lernen leichtfüßig macht.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Für jeden was dabei

Tierisch viel los!
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Tierisch viel los! hat mich sofort abgeholt, weil es genau die Mischung liefert, die ich mir von einem Ratgeber wünsche: warmherzig im Ton, klar in der Struktur und durchgehend alltagstauglich. Schon nach ...

Tierisch viel los! hat mich sofort abgeholt, weil es genau die Mischung liefert, die ich mir von einem Ratgeber wünsche: warmherzig im Ton, klar in der Struktur und durchgehend alltagstauglich. Schon nach den ersten Seiten hatte ich Lust, Dinge auszuprobieren – nicht, weil mir „Muss“-Listen gemacht werden, sondern weil die Autorin ermutigt, klein anzufangen und konsequent dranzubleiben.

Besonders mochte ich, wie praxisnah alles aufbereitet ist. Kurze Kapitel, übersichtliche Schritte, Merkkästen und kleine „Mach’s-einfach“-Impulse, die wirklich in den Tag passen. Dazu viele Beispiele, die nicht geschönt sind: Was tun, wenn die Motivation plötzlich weg ist? Wie gehe ich mit Rückschritten um? Welche Rahmenbedingungen brauche ich, damit Routinen halten? Genau diese Ehrlichkeit hat mir das Gefühl gegeben, an die Hand genommen zu werden, ohne belehrt zu werden.

Sehr hilfreich fand ich auch die Reflexionsfragen am Ende mancher Abschnitte. Sie bringen einen sanft dazu, den eigenen Alltag anzuschauen: Was klappt gut, was blockiert, wo kann ich die Stellschraube nur einen Millimeter drehen, um spürbar mehr Ruhe reinzubekommen? Die Tipps sind bodenständig und verlangen keine große Ausrüstung – eher Aufmerksamkeit, Struktur und liebevolle Konsequenz.

Die Sprache ist angenehm klar, nie verkopft, und die Beispiele sind so gewählt, dass ich mich sofort wiedergefunden habe. Man merkt, dass hier Erfahrung dahintersteckt und kein theoretisches Wunschdenken. Schön auch: der ressourcenorientierte Blick. Statt Probleme zu dramatisieren, wird geschaut, was schon funktioniert und wie man darauf aufbaut.

Unterm Strich: ein herzlicher, kluger Ratgeber, der Mut macht, sofort loszulegen – in kleinen Schritten, mit spürbarer Wirkung. Ich habe beim Lesen mehrfach genickt, einiges direkt umgesetzt und mich insgesamt sehr gesehen gefühlt.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Flammen und Fragen

Das Feuer der Magie
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Das Feuer der Magie hat mich direkt mit dem ersten Funken gepackt. Ich liebe Geschichten, in denen sich eine verborgene Kraft langsam zeigt – nicht als großes Spektakel, sondern als etwas, das im Inneren ...

Das Feuer der Magie hat mich direkt mit dem ersten Funken gepackt. Ich liebe Geschichten, in denen sich eine verborgene Kraft langsam zeigt – nicht als großes Spektakel, sondern als etwas, das im Inneren knistert, bis es nicht mehr zu überhören ist. Genau so fühlt sich dieser Auftakt an: leise beginnend, dann immer drängender, bis man plötzlich ganz tief in dieser Welt steht.

Die Hauptfigur war für mich der Anker. Sie ist nicht makellos, sondern tastend, manchmal widersprüchlich – und gerade das macht sie nahbar. Ich mochte, wie sie lernen muss, ihrer Intuition zu trauen, während drumherum Regeln, Traditionen und Erwartungen lodern. Besonders gelungen fand ich die stillen Momente: kurze Atempausen zwischen Training, Prüfungen und Geheimnissen, in denen man spürt, wofür das alles eigentlich brennt.

Die Welt wirkt stimmig und greifbar. Magie ist nicht nur Effekt, sondern hat Konsequenzen – für Körper, Beziehungen, Gesellschaft. Die Beschreibungen sind bildhaft, ohne sich zu verlieren; ich hatte oft klare Szenen im Kopf: Glut über Stein, Funkenregen in der Dämmerung, Stimmen im Halbdunkel. Auch die Nebenfiguren setzen feine Akzente, einige mit Ecken, die ich gern noch schärfer kennengelernt hätte.

Ganz ohne Reibung war es für mich nicht. Im Mittelteil gab es Passagen, die sich etwas erklärbetont anfühlten, und zwei, drei Wendungen habe ich recht früh geahnt. Das hat den Lesefluss nicht gestoppt, ließ mich aber gelegentlich wünschen, einzelne Entwicklungen wären etwas straffer oder überraschender erzählt worden. Gleichzeitig passt dieses Tempo zu einem Reihenbeginn, der Grundlagen legt und Fäden auslegt.

Was bleibt, ist ein warmes Gefühl von „Da ist mehr“: mehr Geschichte, mehr Tiefe, mehr Glut unter der Oberfläche. Das Feuer der Magie hat mich gut unterhalten, an den richtigen Stellen berührt und mir Lust auf die nächsten Kapitel dieser Welt gemacht. Ich klappe das Buch zu – und spüre, wie die letzten Funken noch nachglimmen.

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