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Veröffentlicht am 16.11.2025

Götterfunken

Halbgott / Halbgott 1
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Halbgott 1 hat mich sofort abgeholt. Ich mag Geschichten, in denen Mythos und Gegenwart aufeinanderprallen – und genau das gelingt hier: alte Kräfte in moderner Kulisse, Prophezeiungen, die sich leise ...

Halbgott 1 hat mich sofort abgeholt. Ich mag Geschichten, in denen Mythos und Gegenwart aufeinanderprallen – und genau das gelingt hier: alte Kräfte in moderner Kulisse, Prophezeiungen, die sich leise anbahnen, und eine Atmosphäre, die dicht bleibt, ohne zu überladen. Die Hauptfigur wirkt nahbar und glaubwürdig. Nicht unfehlbar, sondern suchend – und gerade dieses Ringen um Identität, Loyalität und Verantwortung gibt der Handlung Tiefe.

Die Welt fühlt sich lebendig an: verlassene Orte, städtische Schatten, kleine Details, die Bilder im Kopf entstehen lassen. Magie wird nicht zerredet, sie ist spürbar – mal unterschwellig, mal drängend. Das Tempo pendelt angenehm zwischen Spannung, ruhigen Atempausen und Dialogen, die natürlich klingen und ab und zu mit feinem Witz blitzen. Romantische Untertöne, soweit vorhanden, bleiben dezent und fügen sich stimmig ein.

Ein paar Passagen wirken etwas erklärbetont, und manche Nebenfiguren bleiben eher skizziert – beides passt aber zum Auftaktcharakter und lässt Raum für spätere Entwicklungen. Insgesamt überwiegt für mich der Eindruck einer sorgfältig angelegten Welt, die neugierig macht, wohin die Fäden führen.

Unterm Strich ist Halbgott 1 ein überzeugender Start: atmosphärisch, zugänglich, mit einer greifbaren Hauptfigur und genug Geheimnissen, um weiterzulesen. Ein Buch, das mich gut unterhalten und an den richtigen Stellen berührt hat – und das die Tür weit aufstößt für alles, was im nächsten Band noch aufflammen könnte.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Scherben und Licht

Der Scherbenpalast
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Der Scherbenpalast hat mich gleich zu Beginn mit seiner Stimmung eingefangen: dieses feine Knistern von Geheimnissen, die zwischen Zeilen und Blicken lauern. Ich mag Bücher, die mich nicht anschreien, ...

Der Scherbenpalast hat mich gleich zu Beginn mit seiner Stimmung eingefangen: dieses feine Knistern von Geheimnissen, die zwischen Zeilen und Blicken lauern. Ich mag Bücher, die mich nicht anschreien, sondern heranwinken – und genau so fühlte es sich an. Die Welt ist nicht laut, aber fragil, und ich hatte oft das Bedürfnis, ganz langsam zu lesen, um nichts zu übersehen.

Die Hauptfigur habe ich schnell ins Herz geschlossen. Sie wirkt nicht makellos, sondern suchend, manchmal widersprüchlich – und gerade das ließ mich nah an sie heran. Viele kleine Beobachtungen sind so treffend, dass ich mich ertappt fühlte: dieser Moment, in dem man merkt, dass man länger geschwiegen hat, als gut ist; das Zögern, bevor man eine Wahrheit ausspricht, die alles verändern könnte. Mierswa findet dafür klare, unaufgeregte Sätze, die trotzdem nachhallen.

Was mir besonders gefallen hat, ist das Motiv der Scherben: wie aus Bruchstücken ein Bild entsteht, das nie ganz glatt wird, aber ehrlicher wirkt als eine polierte Oberfläche. Diese Metapher trägt das Buch – nicht aufdringlich, sondern leise, konsequent.

Trotzdem war nicht alles perfekt für mich. In der Mitte verlor die Geschichte stellenweise an Zug, als würden einzelne Szenen ein Echo auf vorherige sein. Manche Nebenfiguren bleiben etwas schemenhaft; ich hätte mir da mehr Kanten gewünscht, um ihre Entscheidungen besser greifen zu können. Und ja, ein, zwei Wendungen habe ich früh geahnt – das nimmt etwas vom Sog, auch wenn der Ton die Spannung oft rettet.

Am Ende überwiegt für mich das Gefühl, eine ehrliche, zarte Geschichte gelesen zu haben, die nicht mit Effekten arbeitet, sondern mit Nähe. Der Scherbenpalast ist kein lautes Spektakel, sondern ein leises Innehalten: über Brüche, die bleiben, und darüber, wie man mit ihnen weiterlebt. Ein Buch, das nicht alles heilt – aber zeigt, wo das Licht durch die Risse fällt.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Kürbis und Knistern

Spookily Yours
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Spookily Yours – Eine Pumpkin-Lovestory war für mich ein typisches Herbst-Komfortbuch: Ich habe mir eine Tasse Zimttee gemacht, die Kerzen angezündet und mich in diese kleinstädtische Welt fallen lassen, ...

Spookily Yours – Eine Pumpkin-Lovestory war für mich ein typisches Herbst-Komfortbuch: Ich habe mir eine Tasse Zimttee gemacht, die Kerzen angezündet und mich in diese kleinstädtische Welt fallen lassen, in der Kürbisse auf den Veranden leuchten und jeder zweite Satz nach Zuckerguss schmeckt. Genau dafür greife ich zu solchen Geschichten – für das Gefühl von Wärme und ein leises Lächeln zwischen zwei Kapiteln.

Die Liebesgeschichte hat mich schnell abgeholt. Die Chemie ist spürbar, nicht als großes Feuerwerk, sondern als sanftes, stetiges Knistern. Ich mochte besonders die kleinen Gesten: ein Insiderwitz, eine zufällig verlängerte Berührung, dieses vorsichtige Sich-Öffnen, das mehr sagt als jedes große Geständnis. Der Humor sitzt oft in den Details – in Dialogfetzen, Blicken, den kleinen Pannen rund um Kürbisfelder, Kostüme und herbstliche Feste. Das alles erzeugt eine Atmosphäre, die man riechen und schmecken kann: Kürbisbrot, kalte Luft, warme Lichter.

Gleichzeitig hatte ich an ein paar Stellen das Gefühl, zu wissen, wohin die Reise geht. Manche Wendungen sind sehr vorhersehbar, ein Konflikt löst sich ziemlich flott, und zwei Nebenfiguren bleiben eher Staffage als echte Menschen. Das ist nicht schlimm – Cozy Romance lebt ja von vertrauten Mustern –, aber an zwei, drei Punkten hätte ich mir mehr Reibung oder Tiefe gewünscht. Auch das Tempo schwankt: Ein wunderschön ausgebautes, langsames Mittelstück trifft auf ein Ende, das ein wenig zu schnell um die Ecke biegt.

Trotzdem: Ich habe mich wohlgefühlt. Die herbstliche Stimmung ist on point, die Dialoge haben Charme, und die romantischen Momente treffen eher leise als laut – genau mein Ding, wenn ich einfach mal runterkommen möchte. Spookily Yours ist für mich ein Buch für Regentage, dicke Socken und die gute Couchdecke: süß, gemütlich, ein bisschen kitschig – und gerade deshalb tröstlich. Ein kleiner Herbstfilm im Kopf, der noch nach dem Zuschlagen kurz weiterflimmert.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Pfoten im Schnee

Schneeflöckchen, Weißpfötchen
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Schneeflöckchen, Weißpfötchen war für mich genau das Buch, zu dem ich mir eine heiße Schokolade mache, die Decke hochziehe und das Handy weit weglege. Petra Schier schafft es, diese sofortige Winterwärme ...

Schneeflöckchen, Weißpfötchen war für mich genau das Buch, zu dem ich mir eine heiße Schokolade mache, die Decke hochziehe und das Handy weit weglege. Petra Schier schafft es, diese sofortige Winterwärme zu erzeugen: Lichterketten, Plätzchenduft, leises Schneeknirschen – und mittendrin ein tierischer Begleiter, der Herzen öffnet und Menschen zusammenbringt. Ich habe mehr als einmal vor mich hingeschmunzelt, weil diese kleinen, unscheinbaren Momente so liebevoll eingefangen sind.

Besonders mochte ich die unaufgeregte Art, mit der Nähe entsteht: nicht durch große Gesten, sondern durch Alltagsdinge – ein kurzer Blick, eine Geste, ein „Komm gut an“. Das fühlt sich echt an und hat mich sanft mitziehen lassen. Der „Weihnachtszauber“ ist spürbar, ohne zu schwer zu werden, und die Kapitel fließen angenehm, sodass ich immer „nur noch eins“ lesen wollte.

Gleichzeitig war es für mich stellenweise einen Tick zu süß. Einige Entwicklungen sah ich früh kommen, und manche Konflikte lösen sich sehr schnell – fast so, als ob die Geschichte niemandem wehtun möchte. Das kann gemütlich sein (genau dafür greife ich ja zu solchen Büchern), aber ich hätte mir an zwei, drei Stellen etwas mehr Tiefe oder Reibung gewünscht. Auch ein paar Dialoge wirkten für meinen Geschmack einen Hauch zu kitschig.

Der tierische Faden ist dafür ein echtes Highlight: warm, witzig, manchmal frech – genau die Art von Perspektive, die dem Ganzen Leichtigkeit gibt, ohne ins Alberne zu kippen. Nebenfiguren sorgen für Atmosphäre und Dorffeeling; nicht jede bleibt lange im Gedächtnis, aber zusammen ergibt das ein stimmiges, weihnachtliches Gesamtbild.

Unterm Strich: Ein sanftes, herzwarmes Winterbuch, das nach Zimt und Hoffnung schmeckt. Perfekt, wenn ich einfach ankommen, durchatmen und mich ein bisschen verzaubern lassen möchte – mit viel Gefühl, einem Augenzwinkern und ganz viel Schneeglitzern.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Glitzer und Aliens

Earthventure in Las Vegas
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Schon nach den ersten Seiten von Earthventure in Las Vegas war ich wieder voll im „Earthventure-Modus“: dieses wunderbar schräg-liebenswürdige Gefühl, wenn außerirdische Logik auf menschliches Chaos trifft. ...

Schon nach den ersten Seiten von Earthventure in Las Vegas war ich wieder voll im „Earthventure-Modus“: dieses wunderbar schräg-liebenswürdige Gefühl, wenn außerirdische Logik auf menschliches Chaos trifft. Las Vegas ist dafür natürlich die perfekte Bühne – grell, laut, überdreht. Ich hatte ständig das Bild vor Augen, wie die Angrodaner mit großen Augen vor den Slotmaschinen stehen und versuchen, die Regeln des Glücks (und der Menschen) zu verstehen, während draußen die Wüste ganz still bleibt.

Was mir besonders gefallen hat: der Blick von außen. Die Figuren schauen auf uns und unsere Rituale – vom Casino-Aberglauben bis zu glitzernden Hochzeitstempeln – mit einer Mischung aus Neugier, Ratlosigkeit und echter Zuneigung. Das ist witzig, manchmal herrlich absurd, aber immer warmherzig. Ich habe mehrmals laut gelacht, dann wieder innegehalten, weil hinter dem Klamauk kleine, kluge Beobachtungen über Gier, Zufall, Freundschaft und Identität stecken. Diese leise Melancholie zwischen Neonlicht und Staub mochte ich sehr.

Die Dynamik im Team funktioniert für mich: viel Schlagabtausch, kleine Sticheleien, aber am Ende dieses Gefühl von „Wir gegen den Wahnsinn da draußen“. Der Ton bleibt locker, dialoggetrieben und flott, genau richtig für einen Lesesnack, der trotzdem ein bisschen Herz mitbringt. Besonders die Szenen, in denen außerirdische Höflichkeit auf menschliche Geschäftstüchtigkeit prallt, sind Gold wert.

Wenn ich etwas anmerken darf: Zwischendurch hätte ich mir eine Spur mehr Tiefe in einzelnen Nebenfiguren gewünscht – hier und da bleibt eine Pointe wichtiger als die Konsequenz. Und an ein, zwei Stellen dreht sich der Humor minimal im Kreis. Aber das sind kleine Wackler in einem insgesamt sehr runden Leseerlebnis.

Earthventure in Las Vegas ist für mich perfektes Feierabendfutter: leicht, clever, herzlich – mit genau der richtigen Portion Sci-Fi-Charme und Gesellschaftssatire. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und freue mich schon auf das nächste Abenteuer mit der Crew. Neon an, Gehirn auf Spaßmodus – los geht’s.

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