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Veröffentlicht am 16.11.2025

Herz auf Pfoten

Streuner - von der Straße direkt ins Herz
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Streuner – von der Straße direkt ins Herz hat mich genau da getroffen, wo es am meisten wirkt: mitten ins Herz. Schon nach den ersten Seiten hatte ich dieses vertraute Ziehen im Bauch, dieses Gefühl von ...

Streuner – von der Straße direkt ins Herz hat mich genau da getroffen, wo es am meisten wirkt: mitten ins Herz. Schon nach den ersten Seiten hatte ich dieses vertraute Ziehen im Bauch, dieses Gefühl von „ich kenne das“ – die zarte Mischung aus Hoffnung, Angst und dem vorsichtigen Glauben, dass Liebe tatsächlich heilen kann. Vanessa Magalhaes erzählt nicht einfach eine Hundegeschichte; sie erzählt eine Begegnung, die zwei Leben verändert.

Was mich besonders berührt hat, ist die Ehrlichkeit. Kein Zuckerguss, keine „und dann war plötzlich alles perfekt“-Momente. Stattdessen kleine Schritte: ein vorsichtiger Blick, ein erster Kontakt, Rückschläge, neu gewonnene Zuversicht. Dieses Tempo fühlt sich so wahr an. Vertrauen wächst eben nicht in einem Kapitel, sondern in vielen winzigen Momenten, die man fast überliest – bis man merkt, wie groß sie eigentlich sind.

Ich mochte, wie präsent die Straße bleibt: als Vergangenheit, die Spuren hinterlässt, aber nicht mehr die ganze Geschichte ist. Man spürt in jeder Szene, wie viel Geduld und Konsequenz es braucht, einem traumatisierten Tier Sicherheit zu geben – und wie sehr wir dabei auch über uns selbst lernen. An manchen Stellen musste ich kurz das Buch zur Seite legen, tief durchatmen, eine Träne wischen und dann weiterlesen. Es ist sanft geschrieben, aber emotional kompromisslos.

Sprachlich ist das Buch warm und klar, mit vielen kleinen Bildern, die sich festsetzen: das Geräusch von Pfoten auf Parkett, das Gewicht eines Kopfes auf dem Knie, ein Atemzug, der ruhiger wird. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, mit auf dem Wohnzimmerboden zu sitzen, die Hand ausgestreckt, wartend, ob sie genommen wird.

Am Ende blieb dieses leuchtende Nachgefühl: Dass zweite Chancen möglich sind. Dass Geduld ein anderes Wort für Liebe ist. Und dass ein Hund aus der Vergangenheit kommen kann – und dennoch Zukunft schenkt. Ein Buch wie eine Umarmung, lange und ehrlich.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Magie und Masken

Heir of Illusion
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Heir of Illusion war für mich eine dieser Geschichten, bei denen man denkt, man weiß, worauf man sich einlässt – und dann wird alles doch ganz anders. Vielschichtiger. Düsterer. Und ehrlicherweise auch ...

Heir of Illusion war für mich eine dieser Geschichten, bei denen man denkt, man weiß, worauf man sich einlässt – und dann wird alles doch ganz anders. Vielschichtiger. Düsterer. Und ehrlicherweise auch besser, als ich erwartet hätte.

Die Welt, die Madeline Taylor hier aufbaut, ist faszinierend und gleichzeitig ein bisschen bedrohlich. Überall lauern Täuschung, Machtspiele und Illusionen – und genau das macht das Lesen so spannend. Ich hatte ständig das Gefühl, dass unter der Oberfläche noch etwas brodelt, etwas, das man erst nach und nach versteht. Das hat mich total reingezogen.

Die Protagonistin mochte ich sofort. Sie ist stark, willensstark und gleichzeitig voller Zweifel. Ihre Entscheidungen waren nicht immer perfekt, aber genau das macht sie für mich so greifbar. Ich fand es auch richtig gut, wie sie nicht nur in ihrer Rolle wächst, sondern auch in ihrer Wahrnehmung von sich selbst und den Menschen um sie herum.

Was ich besonders geliebt habe, war die Atmosphäre: ein bisschen wie ein Maskenball, bei dem man nie genau weiß, wer hinter welcher Maske steckt. Und die Magie? Bildgewaltig, wunderschön – aber auch gefährlich und unberechenbar. Ich hatte beim Lesen dauernd Bilder im Kopf, was ich sehr liebe.

Einziger Mini-Kritikpunkt: Ich musste mich kurz sortieren, weil es viele Namen, Fraktionen und Intrigen gab – aber sobald ich drin war, war es umso spannender. Beim Re-Read würde ich sicher noch mehr entdecken.

Insgesamt war Heir of Illusion für mich ein richtig starkes Fantasy-Erlebnis mit einer tollen Hauptfigur, vielschichtiger Handlung und einer Portion Magie, die man beim Lesen fast selbst spüren kann. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Wuchtig und wunderbar

Velvet-Dilogie 1: Velvet Falls, but the Gods forgot to die
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“Velvet Falls” hat mich schlichtweg umgehauen. Ich wusste, dass Julia Dippel schreiben kann – aber was sie hier geschaffen hat, ist nochmal ein ganz anderes Level. Schon die ersten Seiten haben mich in ...

“Velvet Falls” hat mich schlichtweg umgehauen. Ich wusste, dass Julia Dippel schreiben kann – aber was sie hier geschaffen hat, ist nochmal ein ganz anderes Level. Schon die ersten Seiten haben mich in eine düstere, kraftvolle und unglaublich dichte Welt gezogen, aus der ich bis zum Schluss nicht mehr auftauchen wollte.

Die Atmosphäre ist einfach nur wow: düster, gefährlich, und gleichzeitig so voller Gefühl, dass es mir zwischendurch richtig unter die Haut ging. Alles fühlt sich groß an – die Welt, die Bedrohung, die Emotionen. Und doch verliert sich die Geschichte nicht in Pathos, sondern bleibt bei ihren Figuren. Und die sind ein echtes Highlight.

Die Protagonistin ist mutig, zerrissen, stark – aber nicht perfekt. Ich habe jede ihrer Entscheidungen gefühlt, auch wenn ich nicht immer mit ihr mitgegangen bin. Die Dynamiken zwischen den Charakteren sind intensiv, manchmal zum Zerreißen gespannt, und durchzogen von diesem knisternden Etwas, das Julia Dippel so gut beherrscht.

Auch sprachlich ist das Buch ein echtes Erlebnis. Bildhaft, aber nie überladen, emotional, ohne ins Kitschige zu kippen. Es gibt so viele Sätze, bei denen ich kurz innehalten musste, weil sie mich mitten ins Herz getroffen haben.

Wenn ich überhaupt etwas kritisieren müsste, dann nur, dass ich am Ende nicht bereit war, loszulassen. Ich brauche dringend mehr. Velvet Falls ist für mich ein Fantasy-Highlight, das lange nachwirkt – intensiv, mutig, emotional. Und definitiv eins dieser Bücher, das man nach dem Zuschlagen erstmal umarmen möchte.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Gefangen im Fluch

House of the Beast
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House of the Beast hat mich vom ersten Kapitel an in seinen Bann gezogen. Die düstere Stimmung, das geheimnisvolle Anwesen, das fast selbst eine Figur ist – ich liebe es, wenn ein Buch so viel Atmosphäre ...

House of the Beast hat mich vom ersten Kapitel an in seinen Bann gezogen. Die düstere Stimmung, das geheimnisvolle Anwesen, das fast selbst eine Figur ist – ich liebe es, wenn ein Buch so viel Atmosphäre aufbauen kann. Michelle Wong hat einen ganz besonderen Stil: ruhig, eindringlich und mit einer leisen Spannung, die sich Seite für Seite aufbaut.

Die Hauptfigur fand ich sofort interessant – nicht perfekt, nicht makellos, sondern mit Ecken und inneren Konflikten, die sie lebendig wirken lassen. Ich mochte ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte, wie sie sich dem Unbekannten stellt, obwohl sie selbst nicht genau weiß, was in ihr steckt – oder wem sie überhaupt trauen kann.

Auch die Dynamik zwischen den Figuren war spannend – geheimnisvoll, manchmal gefährlich, aber nie platt. Gerade die Beziehung zur „Bestie“ war vielschichtig und nie so eindeutig, wie man es auf den ersten Blick erwarten würde. Es hat sich langsam entfaltet, immer mit einem gewissen Knistern – ohne kitschig zu wirken.

Was mir besonders gefallen hat, war die Art, wie das Übernatürliche eingebunden wurde: nicht mit dem Holzhammer, sondern fast schon poetisch. Manche Passagen waren so bildhaft, dass ich sie zweimal gelesen habe.

Ein kleiner Kritikpunkt auf hohem Niveau: An wenigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht – vor allem im letzten Drittel. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht losgelassen.

House of the Beast ist ein atmosphärisch dichter, emotionaler und stellenweise sehr intensiver Roman mit Dark-Fantasy-Vibes, der lange nachwirkt. Ich freue mich schon jetzt auf alles, was von Michelle Wong noch kommt.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Düster schön

Das Dreizehnte Kind
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Ich wusste schon nach wenigen Seiten, dass Das dreizehnte Kind genau diese Art von Geschichte ist, die sich langsam unter die Haut schleicht – unheimlich, atmosphärisch und mit genau der richtigen Prise ...

Ich wusste schon nach wenigen Seiten, dass Das dreizehnte Kind genau diese Art von Geschichte ist, die sich langsam unter die Haut schleicht – unheimlich, atmosphärisch und mit genau der richtigen Prise Magie und Gänsehaut. Erin A. Craig hat einen Schreibstil, der fast schon hypnotisch wirkt: ruhig, bildhaft, aber mit einer ständigen Bedrohung im Hintergrund, die sich immer weiter aufbaut.

Die Geschichte beginnt eher leise, aber man spürt sofort, dass etwas nicht stimmt. Diese subtile Unruhe hat mich komplett eingesogen. Ich mochte, wie sich alles Schritt für Schritt entfaltet hat – keine hastigen Enthüllungen, sondern ein langsames Abtauchen in eine düstere Welt voller Geheimnisse, alten Flüchen und einer Heldin, die selbst nicht weiß, was Realität und was Einbildung ist.

Die Hauptfigur hat mir sehr gut gefallen: Sie ist nicht perfekt, sie zweifelt, stellt Fragen, will verstehen – und genau das macht sie so nahbar. Auch die Nebenfiguren hatten Tiefe, und ich mochte, wie zwischen den Zeilen immer wieder kleine Hinweise gestreut wurden, die erst später richtig Sinn ergeben.

Einziger kleiner Kritikpunkt: In der Mitte hätte die Geschichte für meinen Geschmack etwas gestraffter sein können – ein paar Szenen wirkten etwas zu ausgedehnt. Aber das hat der düsteren Gesamtstimmung keinen Abbruch getan.

Das dreizehnte Kind ist ein unheimlich atmosphärischer Jugendroman mit Gothic-Vibes, dunkler Romantik und einer unterschwelligen Spannung, die bis zur letzten Seite bleibt. Für mich ein echtes Lesehighlight – und definitiv nichts für schwache Nerven.

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