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Veröffentlicht am 14.09.2025

Wegbegleiter mit Herz

Piet findet einen neuen Freund
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Piet findet einen neuen Freund ist ein ganz besonderes Kinderbuch – liebevoll erzählt, warmherzig illustriert und mit einer Botschaft, die sowohl kleine als auch große Leser:innen anspricht. Schon beim ...

Piet findet einen neuen Freund ist ein ganz besonderes Kinderbuch – liebevoll erzählt, warmherzig illustriert und mit einer Botschaft, die sowohl kleine als auch große Leser:innen anspricht. Schon beim Aufschlagen hatte ich das Gefühl, dass mich hier eine ruhige, aber tiefgründige Geschichte erwartet. Und genau das habe ich bekommen.

Im Mittelpunkt steht Piet, der – wie so viele – mit einem Verlust umgehen muss. Wie er dabei dem „Weg“ begegnet und gemeinsam mit ihm Schritt für Schritt wieder neuen Mut fasst, ist klug, einfühlsam und kindgerecht erzählt. Ich mochte die bildhafte Sprache sehr, die trotzdem nicht kitschig oder überzogen wirkt. Vieles bleibt angedeutet, was gerade in einem Buch über Trauer und Veränderung sehr passend ist.

Der Erzählton ist leise, aber stark. Es geht nicht darum, schwere Themen zu vermeiden, sondern darum, ihnen Raum zu geben – ohne zu überfordern. Besonders berührend fand ich, wie natürlich der Text über Einsamkeit, Freundschaft und Hoffnung spricht.

Die Illustrationen passen wunderbar zur Stimmung der Geschichte: farblich zurückhaltend, aber detailreich und stimmungsvoll. Nur eines hat mich persönlich ein wenig gestört: Die Darstellung des „Weges“ wirkte für mich teilweise etwas zu menschlich. Das hat meine Vorstellung ein kleines bisschen gebrochen – aber wahrscheinlich ist das Geschmackssache.

Trotzdem bleibt mein Gesamteindruck sehr positiv. Piet findet einen neuen Freund ist ein stilles, tröstliches Buch über Abschied, Neuanfang und darüber, dass man nie ganz allein ist – auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Ein besonderes Buch, das lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Liebe mit Risiko

Never Trust Your Fake Husband
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Never Trust Your Fake Husband war genau die richtige Mischung aus Humor, Spannung und Romantik, die ich mir erhofft hatte. Die Idee mit der Scheinehe klingt im ersten Moment nach einem bekannten Tropen-Setup ...

Never Trust Your Fake Husband war genau die richtige Mischung aus Humor, Spannung und Romantik, die ich mir erhofft hatte. Die Idee mit der Scheinehe klingt im ersten Moment nach einem bekannten Tropen-Setup – aber Ally Carter schafft es, dem Ganzen einen frischen, unterhaltsamen Dreh zu geben.

Die Hauptfigur ist stark, schlagfertig und hat eine Vergangenheit, die Stück für Stück enthüllt wird – was sie für mich sehr greifbar gemacht hat. Auch der "Fake Husband" war mehr als nur der charmante Love Interest. Ich mochte, wie sich ihre Dynamik langsam entwickelt – mit vielen witzigen, aber auch ehrlichen Momenten. Gerade die Kombination aus gegenseitigem Misstrauen und gleichzeitig wachsender Nähe hat mich richtig gut unterhalten.

Der Schreibstil ist locker und schnell zu lesen, mit genau dem richtigen Maß an Spannung. Es gibt actionreiche Szenen, kleine Wendungen und ein paar überraschende Enthüllungen, die dem Ganzen Tempo geben. Gleichzeitig kommen aber auch die emotionalen Zwischentöne nicht zu kurz – besonders in den Momenten, in denen deutlich wird, was hinter der Fassade der Figuren steckt.

Ein paar Elemente waren vielleicht ein bisschen vorhersehbar, und an manchen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe oder längere Entwicklungen gewünscht. Aber das hat den Lesespaß für mich nicht wirklich geschmälert.

Never Trust Your Fake Husband ist ein moderner, spannender RomCom-Roman mit Herz, Humor und einer ordentlichen Prise Geheimniskrämerei. Für alle, die Fake-Dating-Geschichten lieben – aber gern auch ein bisschen mehr Action und Charakterentwicklung wollen – definitiv eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Timing ist alles

Say You’ll Remember Me
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Say You’ll Remember Me war für mich eine dieser Geschichten, die sich leicht lesen lassen, aber trotzdem viel Gefühl mitbringen. Abby Jimenez schafft es immer wieder, ernste Themen mit Humor und Herz zu ...

Say You’ll Remember Me war für mich eine dieser Geschichten, die sich leicht lesen lassen, aber trotzdem viel Gefühl mitbringen. Abby Jimenez schafft es immer wieder, ernste Themen mit Humor und Herz zu verbinden – und genau das ist ihr auch hier wieder gelungen.

Die beiden Hauptfiguren mochte ich auf Anhieb. Sie haben Ecken und Kanten, eine Vergangenheit, die mitschwingt, und Träume, die nicht so einfach umzusetzen sind. Besonders gut gefallen hat mir, wie natürlich ihre Verbindung gewirkt hat – ohne übertriebene Dramatik, aber mit echter Tiefe. Man spürt von Anfang an, dass sie füreinander bestimmt sein könnten … wenn da nicht das Timing wäre.

Und genau das macht einen großen Reiz der Geschichte aus. Es geht nicht nur darum, jemanden zu treffen, der perfekt für einen ist – sondern auch darum, wann man sich begegnet. Wie viel man bereit ist zu geben, zu warten, sich selbst dabei nicht zu verlieren.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, mit vielen Dialogen, die zum Schmunzeln bringen, aber auch mit Szenen, die unter die Haut gehen. Das Buch hat mich stellenweise sehr berührt – nicht laut oder tränenreich, sondern eher durch die stillen Momente, die lange nachhallen.

Ein paar Entwicklungen waren ein bisschen vorhersehbar, aber das hat mich nicht gestört. Ich wollte trotzdem wissen, wie es weitergeht – und vor allem, wie es ausgeht.

Say You’ll Remember Me ist eine romantische, ehrliche Geschichte über Timing, zweite Chancen und darüber, was passiert, wenn das Herz längst entschieden hat – auch wenn das Leben noch nicht so weit ist.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Wohlfühlzeit mit Apfelduft

Apfelzeit am Deich
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Apfelzeit am Deich ist genau das richtige Buch für gemütliche Lesestunden mit Tee, Kuscheldecke und einem leichten Lächeln auf den Lippen. Die Geschichte hat mich direkt in ihren Bann gezogen – nicht durch ...

Apfelzeit am Deich ist genau das richtige Buch für gemütliche Lesestunden mit Tee, Kuscheldecke und einem leichten Lächeln auf den Lippen. Die Geschichte hat mich direkt in ihren Bann gezogen – nicht durch große Dramen, sondern durch die ruhige, lebensnahe Atmosphäre und die charmanten Figuren, die man schnell ins Herz schließt.

Im Mittelpunkt steht nicht nur eine Frau, die sich neu sortieren muss, sondern auch ein ganzes Dorf, das mitsamt Deich, Apfelbäumen und kleinen Eigenheiten zum Wohlfühlort wird. Ich mochte besonders, dass es nicht nur um Romantik geht, sondern auch um Freundschaft, Familie, alte Wunden und den Mut, nochmal neu anzufangen – egal in welchem Alter.

Frieda Lamberti hat einen angenehm flüssigen, unaufgeregten Schreibstil, der trotzdem nicht oberflächlich bleibt. Es gibt immer wieder nachdenkliche Momente, die dem Buch Tiefe geben, ohne es schwer zu machen. Die Dialoge sind authentisch, der Humor ist leise und liebevoll – kein Klamauk, sondern ehrliches Schmunzeln.

Ein paar Wendungen waren zwar vorhersehbar, aber das hat mich nicht gestört. Im Gegenteil: Gerade weil man ahnt, wie sich gewisse Dinge entwickeln könnten, fühlt man sich umso wohler in der Geschichte. Man liest nicht wegen der Spannung, sondern wegen des Gefühls, das sie auslöst.

Apfelzeit am Deich ist ein echtes Wohlfühlbuch – warmherzig, bodenständig und mit ganz viel Apfelduft. Wer Geschichten über Neuanfänge, zwischenmenschliche Nähe und das Wiederentdecken von Lebensfreude liebt, wird hier genau richtig sein. Ein Buch, das einem zeigt, dass manchmal schon ein neuer Blickwinkel reicht, um wieder durchzuatmen.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Ein Fall mit Fragezeichen

Bodenfrost
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Bodenfrost war mein erster Krimi von Andreas Föhr – und ich war gespannt, weil ich viel Gutes über seine anderen Reihen gehört hatte. Der Einstieg war auch vielversprechend: schwarzer Humor, eine skurrile ...

Bodenfrost war mein erster Krimi von Andreas Föhr – und ich war gespannt, weil ich viel Gutes über seine anderen Reihen gehört hatte. Der Einstieg war auch vielversprechend: schwarzer Humor, eine skurrile Hauptfigur, und der Handlungsort hat direkt eine besondere Stimmung erzeugt. Man merkt, dass Föhr das Genre beherrscht und mit Tempo und Timing umgehen kann.

Trotzdem konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Was mich persönlich gestört hat, war die stellenweise doch sehr derbe Sprache. Klar, sie passt vielleicht zur Figur und zur Atmosphäre – aber an einigen Stellen war es mir einfach zu viel, eher platt als pointiert.

Auch die Auflösung ließ mich ein bisschen enttäuscht zurück. Die Idee mit der Zwillingsschwester als Täterin fand ich leider ziemlich vorhersehbar – das hatte ich in ähnlicher Form schon häufiger gelesen. Mir hat da einfach die Raffinesse gefehlt, das Überraschungsmoment.

Und dann bleiben noch ein paar Logikfragen offen, die mich gestört haben. Ohne zu spoilern: Einige Verhaltensweisen und Entwicklungen haben für mich rückblickend nicht ganz zusammengepasst. Ich hätte mir hier mehr Konsequenz in der Handlung und Auflösung gewünscht.

Trotzdem: Der Krimi hat seine starken Momente. Der Stil ist temporeich, die Dialoge oft witzig, und wer eine eher schräge Ermittlerfigur mag, kommt auf seine Kosten.

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