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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2026

Intelligente und reiche Frau – chancenlos in der Liebe?

Herzklopfen to go
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Dies ist der dritte Roman rund um die Kinder des steinreichen Firmenimperium-Inhabers Aaron Stone, der ihnen überraschend alles vererbt hat. Das Buch kann unabhängig von den Vorgängern gelesen werden, ...

Dies ist der dritte Roman rund um die Kinder des steinreichen Firmenimperium-Inhabers Aaron Stone, der ihnen überraschend alles vererbt hat. Das Buch kann unabhängig von den Vorgängern gelesen werden, mehr Spaß macht es jedoch, wenn man die Vorgeschichte kennt.
In diesem Band steht nun Alexandrea, genannt Alex, im Mittelpunkt. Die Geschwister führen Stone Enterprises weiter, wobei die Hauptlast bei Alex bleibt. Sie gönnt sich kaum Ruhe. Dann gibt es auch noch eine Bombendrohung. Es wird klar, dass Stone Enterprises nicht ausreichend geschützt ist, eine Sicherheitsfirma wird beauftragt, die mit einem Team anrückt. Teamleiter Hawk und Alex fühlen sich zueinander hingezogen, aber es wäre unprofessionell sich aufeinander einzulassen. Zudem trägt Hawk noch ein altes Trauma mit sich herum.

Bei dieser Geschichte tat ich mich anfangs schwer und sie braucht ein wenig Zeit, bis sie an Tempo gewinnt. Nach dem ersten Drittel steigt die Spannungskurve. Die Liebesgeschichte zwischen Hawk und Alex berührt und fesselt, denn für eine taffe Geschäftsfrau, noch dazu eine Millionenerbin, ist es bestimmt nicht leicht, einem Mann zu vertrauen. Aber auch die sich zuspitzende Krimihandlung hält in Atem. Aaron Stone hatte mehrere Häuser auf der Welt und überraschend finden sie in jedem der Häuser ein Safe mit Massen an Gold und Bargeld. Offenbar war er in illegale Aktivitäten verstrickt. Dieses Detail war für mich nicht ganz schlüssig, vor allem, wer wie bestochen wurde, damit man Firmen aufkaufen kann, sie absichtlich in den Konkurs stürzt und wieder abstößt, dennoch war es mitreißend zu lesen. Für mich punktet die Story rund um die drei Geschwister vor allem durch den unglaublichen Zusammenhalt der drei und dass sie miteinander durch dick und dünn gehen. Das ist herzerwärmend und wunderschön zu lesen. Auch der Schreibstil der Autorin überzeugt, flüssig und angenehm lesbar, gute Übersetzung.
Wer die anderen beiden Bände gelesen hat, für den ist dieser Abschlussband ein absolutes Must Read, unter dem Strich ist der Autorin hier eine großartige Trilogie gelungen, der Abschluss ist würdig und befriedigend.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Wenn Kunst dein Leben ist und niemand hinter dir steht

Bound by Hopes
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Tess hat es schwer. Sie studiert Kunst und hat kaum Rückhalt in der Familie. Ihre Eltern versuchen fast täglich sie zu überzeugen, einen anderen Beruf zu ergreifen, und ihre weit verstreute Familie mit ...

Tess hat es schwer. Sie studiert Kunst und hat kaum Rückhalt in der Familie. Ihre Eltern versuchen fast täglich sie zu überzeugen, einen anderen Beruf zu ergreifen, und ihre weit verstreute Familie mit Tanten, Cousinen und sonstigen, quälen sie förmlich bei jedem Familientreffen, weil sie weder Freund noch (in ihren Augen) Zukunftsperspektive habe. Nur ihr Bruder Travis, mit dem zusammen wohnt, steht halbwegs hinter ihr, ist aber mit Frauengeschichten und eigenem Studium zu sehr beschäftigt, um auf Tess einzugehen. Zumindest hat sie Brit, eine gute Freundin. Ein Skandal aus ihrer Collegezeit wird genüsslich immer wieder aufgewärmt. Als auch noch ihr Jugendfeind Ryker, für den sie damals heimlich geschwärmt hat, in den Ort zurückkehrt, verzweifelt sie fast.

Die Autorin hat einen fröhlich flotten Schreibstil und das ließ mich sofort in die Handlung eintauchen. Es ist aus der Sicht von Tess in Ich-Form geschrieben, daher habe ich mit ihr mitgelitten und gehofft, dass sich das Blatt bald wendet. Tess muss viele schmerzhafte Momente durchmachen, ihre gesamte Verwandtschaft hätte ich davonjagen können. Auch ihre Eltern sind anfangs wenig sympathisch, weil sie bei jedem Gespräch sofort auf Tess‹ angeblich so schreckliche Berufswahl kommen. Besonders ihre Cousine Orla und die Tanten hacken auf Tess in einer gehässigen Weise herum, dass es mir fast zu viel wurde. Mit dem Eintreffen von Ryker scheint sich Tess‹ Situation sogar noch zu verschlimmern, doch auch er hat einige Päckchen zu tragen. Der Spannungsbogen ist hoch und das Buch hat mir einige Adrenalinschübe verpasst. Unter dem Strich hätte ich gern ein paar wenige geöffnete Fässer gehabt und dafür manches ein wenig vertieft. Vor allem einigen Charakteren, die Tess besonders zugesetzt haben, hätte ich ein bisschen mehr an den Hals gewünscht. Dennoch ist es ein fesselndes Jugendbuch, mit flotten Dialogen und überraschenden Wendungen und Geheimnissen, dass ich gern weiterempfehle.


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Veröffentlicht am 03.03.2026

Mit dem Klassenbus auf Reisen

Die unendliche Klassenfahrt - Der Schatz auf der Dreizack-Insel
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Lehrer Vogelsang hat das Klassenzimmer in die Luft gesprengt, seither ist er mit der gesamten Schulklasse unterwegs. Mit dem Bus Rosine erkunden sie das Land und erleben Abenteuer. Es ist ein besonderer ...

Lehrer Vogelsang hat das Klassenzimmer in die Luft gesprengt, seither ist er mit der gesamten Schulklasse unterwegs. Mit dem Bus Rosine erkunden sie das Land und erleben Abenteuer. Es ist ein besonderer Bus, mit dem man ungewöhnliche Orte erreichen kann, wie beispielsweise mitten in ein Buch hineinfahren.

Meine Enkelin ist acht und geht in die zweite Klasse, wir haben das Buch gemeinsam gelesen. Die Schriftgröße passt gut für eine Leseanfängerin und sie konnte es gut lesen. Es empfiehlt sich, zuerst den ersten Teil zu lesen, denn auch wenn am Beginn eine Zusammenfassung als Einleitung steht, war der Einstieg nicht so leicht. Durch die große Klasse kamen sehr viele Personen (Kinder) vor, dass es dauerte, bis wir halbwegs einen Überblick hatten. Die Geschichten selbst sind spannend aufgebaut, Adaptionen an andere Geschichten, wie Robinson Crusoe, Schatzinsel und (dummen) Piraten. Unter dem Strich amüsant und kurzweilig, auch die Illustrationen waren toll und passten zu den einzelnen Storys. Das Buch ist in Kapitel eingeteilt, dennoch ist es eine zusammenhängende Geschichte.
Das Buch können wir beide, meine Enkelin und ich, auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Drei Freundinnen in Berlin

Liebe auf den ersten Blick
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Sie sind beste Freundinnen: die Ärztin Helia, Biochemikerin Emmy und Controllerin Ina. Während Helia sich in der Notaufnahme der Klinik nahe ans Burnout schuftet, beginnt Emmy in einem Start-up, das an ...

Sie sind beste Freundinnen: die Ärztin Helia, Biochemikerin Emmy und Controllerin Ina. Während Helia sich in der Notaufnahme der Klinik nahe ans Burnout schuftet, beginnt Emmy in einem Start-up, das an einem Mittel gegen Krebs forscht. Ina hingegen kommt aus reichem Haus. Ihr Vater ist Besitzer der Hohenfeld-Kliniken. Sie träumt davon, seine Nachfolge antreten zu dürfen und arbeitet hart dafür. Mit der Liebe kommen die Verwicklungen. Helia ist vom neuen Oberarzt Aaron hin und weg. Blöd, dass sie eine eiserne Regel hat und etwas mit einem Kollegen anfangen würde. Emmy entwickelt schon bald Gefühle für ihren Chef Clark, doch der hat eine Freundin, die zudem auch noch grandios eifersüchtig ist. Und Ina bricht ihre Beziehung zu einem Schauspieler ab, weil sie sich komplett auf das Erreichen ihres Ziels konzentrieren möchte und fast rund um die Uhr arbeitet.

In diesem Buch war ich gleich mittendrin. Die Autorin hat einen locker fröhlichen Schreibstil, der es einem leicht macht, in die Geschichte einzutauchen. Die drei jungen Frauen sind alle sympathisch und ich konnte mich in jede hineinversetzen. Die Story wird aus zwei Sichtweisen erzählt: aus Helias Sicht und Emmys. Schade, dass Ina nicht als dritter Blickwinkel eingebaut wurde, lediglich im Epilog kommt sie zu Wort. Auch merkt man, dass die Autorin selbst Ärztin ist, sie hat zahlreiche Szenen im Krankenhaus und Operationssaal eingebaut, die zwar Helias Charakter verdeutlichen, aber die Handlung ein wenig zum Stillstand bringen.
Der Roman hat mich jedoch gut unterhalten. Er punktet mit flotten Dialogen und überraschenden Wendungen – es hat Spaß gemacht, ihn zu lesen. Leichte Lektüre für vergnügliche Stunden und gute 4,5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Liebesgeschichte in zwei Zeiträumen

Das Versprechen von Cornwall
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Samantha ist Digitalforensikerin bei Scotland Yard. Unschuldig wird sie verdächtigt, von der Arbeit suspendiert und nimmt sich eine Auszeit bei ihrer Tante Cora in Cornwall. Das ruhige Landleben und die ...

Samantha ist Digitalforensikerin bei Scotland Yard. Unschuldig wird sie verdächtigt, von der Arbeit suspendiert und nimmt sich eine Auszeit bei ihrer Tante Cora in Cornwall. Das ruhige Landleben und die herzlichen Dorfbewohner tun ihr gut, auch der Fischer Lowen, dem sie näherkommt. Als sie einen Ehering aus den 1930er-Jahren findet und das Gerücht um eine damals verschwundene Braut hört, ist ihr Entdeckergeist geweckt.
Die zweite Handlung führt die Lesenden ins London der 1930er-Jahre, wo die Waise Elsie als Sekretärin bei der Times arbeitet. Sie verliebt sich in Lord Hugo, der sie – entgegen der Standesunterschiede – heiraten möchte. Doch seine Mutter ist ihr alles andere als wohlgesonnen.

Es war nicht mein erstes Buch der Autorin. Auch dieses war wiederum ein Roman von Karin Lindberg, der mich gefesselt und berührt hat. Die Geschichten beider Zeitebenen sind spannend aufgebaut und werden zum Schluss miteinander verknüpft. Der historische Teil punktet mit sorgsamer Recherche und gibt ein genaues Bild der damaligen Zeit ab. Frauen und Männer waren in bestimmen Rollenbildern verankert und vor allem für Frauen gab es nur wenig Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Im Gegenzug dazu in der Gegenwart: Sam ist eine taffe intelligente Frau, die in ihrem Beruf anerkannt wird und Karriere gemacht hat. Der Roman punktet zusätzlich durch das wundervolle Ambiente von Cornwall, das die Autorin in liebevollen Bildern eingeflochten hat – am liebsten würde ich meine Koffer packen und sofort dorthin reisen. Auch die Nebenfiguren fügen sich wunderbar ein und sind nicht nur Staffage, sondern ergänzen die Handlung auf ansprechende Weise. Der Schreibstil – wie von Lindberg gewohnt – flüssig und überzeugend.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung, ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen.

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