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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2026

Drei Freundinnen in Berlin

Liebe auf den ersten Blick
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Sie sind beste Freundinnen: die Ärztin Helia, Biochemikerin Emmy und Controllerin Ina. Während Helia sich in der Notaufnahme der Klinik nahe ans Burnout schuftet, beginnt Emmy in einem Start-up, das an ...

Sie sind beste Freundinnen: die Ärztin Helia, Biochemikerin Emmy und Controllerin Ina. Während Helia sich in der Notaufnahme der Klinik nahe ans Burnout schuftet, beginnt Emmy in einem Start-up, das an einem Mittel gegen Krebs forscht. Ina hingegen kommt aus reichem Haus. Ihr Vater ist Besitzer der Hohenfeld-Kliniken. Sie träumt davon, seine Nachfolge antreten zu dürfen und arbeitet hart dafür. Mit der Liebe kommen die Verwicklungen. Helia ist vom neuen Oberarzt Aaron hin und weg. Blöd, dass sie eine eiserne Regel hat und etwas mit einem Kollegen anfangen würde. Emmy entwickelt schon bald Gefühle für ihren Chef Clark, doch der hat eine Freundin, die zudem auch noch grandios eifersüchtig ist. Und Ina bricht ihre Beziehung zu einem Schauspieler ab, weil sie sich komplett auf das Erreichen ihres Ziels konzentrieren möchte und fast rund um die Uhr arbeitet.

In diesem Buch war ich gleich mittendrin. Die Autorin hat einen locker fröhlichen Schreibstil, der es einem leicht macht, in die Geschichte einzutauchen. Die drei jungen Frauen sind alle sympathisch und ich konnte mich in jede hineinversetzen. Die Story wird aus zwei Sichtweisen erzählt: aus Helias Sicht und Emmys. Schade, dass Ina nicht als dritter Blickwinkel eingebaut wurde, lediglich im Epilog kommt sie zu Wort. Auch merkt man, dass die Autorin selbst Ärztin ist, sie hat zahlreiche Szenen im Krankenhaus und Operationssaal eingebaut, die zwar Helias Charakter verdeutlichen, aber die Handlung ein wenig zum Stillstand bringen.
Der Roman hat mich jedoch gut unterhalten. Er punktet mit flotten Dialogen und überraschenden Wendungen – es hat Spaß gemacht, ihn zu lesen. Leichte Lektüre für vergnügliche Stunden und gute 4,5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Liebesgeschichte in zwei Zeiträumen

Das Versprechen von Cornwall
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Samantha ist Digitalforensikerin bei Scotland Yard. Unschuldig wird sie verdächtigt, von der Arbeit suspendiert und nimmt sich eine Auszeit bei ihrer Tante Cora in Cornwall. Das ruhige Landleben und die ...

Samantha ist Digitalforensikerin bei Scotland Yard. Unschuldig wird sie verdächtigt, von der Arbeit suspendiert und nimmt sich eine Auszeit bei ihrer Tante Cora in Cornwall. Das ruhige Landleben und die herzlichen Dorfbewohner tun ihr gut, auch der Fischer Lowen, dem sie näherkommt. Als sie einen Ehering aus den 1930er-Jahren findet und das Gerücht um eine damals verschwundene Braut hört, ist ihr Entdeckergeist geweckt.
Die zweite Handlung führt die Lesenden ins London der 1930er-Jahre, wo die Waise Elsie als Sekretärin bei der Times arbeitet. Sie verliebt sich in Lord Hugo, der sie – entgegen der Standesunterschiede – heiraten möchte. Doch seine Mutter ist ihr alles andere als wohlgesonnen.

Es war nicht mein erstes Buch der Autorin. Auch dieses war wiederum ein Roman von Karin Lindberg, der mich gefesselt und berührt hat. Die Geschichten beider Zeitebenen sind spannend aufgebaut und werden zum Schluss miteinander verknüpft. Der historische Teil punktet mit sorgsamer Recherche und gibt ein genaues Bild der damaligen Zeit ab. Frauen und Männer waren in bestimmen Rollenbildern verankert und vor allem für Frauen gab es nur wenig Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Im Gegenzug dazu in der Gegenwart: Sam ist eine taffe intelligente Frau, die in ihrem Beruf anerkannt wird und Karriere gemacht hat. Der Roman punktet zusätzlich durch das wundervolle Ambiente von Cornwall, das die Autorin in liebevollen Bildern eingeflochten hat – am liebsten würde ich meine Koffer packen und sofort dorthin reisen. Auch die Nebenfiguren fügen sich wunderbar ein und sind nicht nur Staffage, sondern ergänzen die Handlung auf ansprechende Weise. Der Schreibstil – wie von Lindberg gewohnt – flüssig und überzeugend.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung, ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Neubeginn für zwei gestrandete Seelen

Das Glück weht vom Meer
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Nach ihrer geplatzten Hochzeit nimmt sich Anna eine Auszeit in einer Ferienhütte am dänischen Meer. Dort trifft sie auf Mikkel, der nach langem Aufenthalt im Ausland heimgekehrt ist und ebenfalls an alten ...

Nach ihrer geplatzten Hochzeit nimmt sich Anna eine Auszeit in einer Ferienhütte am dänischen Meer. Dort trifft sie auf Mikkel, der nach langem Aufenthalt im Ausland heimgekehrt ist und ebenfalls an alten Wunden zu tragen hat.

Es ist ein Roman der leisen Töne. Die Protagonisten sind seelisch verwundet und der ruhige beschauliche Ort, in dem jeder jeden kennt, tut beiden gut. Mikkel, der schwer an Erlebnissen seiner Vergangenheit trägt, lernt langsam, damit umzugehen. Auch Anna findet Abstand. Der Schreibstil der Autorin ist blumig bildhaft und ich konnte so fast Teil des kleinen Ortes werden. Die Landschaft, die positiven Dorfbewohner/innen sowie das besondere Flair der kulinarischen Spezialitäten werden hier sehr nahegebracht. Ein Buch, das sämtliche Sinne anspricht und das man wirklich von Seite zu Seite genießen kann, mit versteckten Lebensweisheiten, liebenswerten Nebencharakteren und Weichenstellung für einen kompletten Neubeginn.
Mein Fazit: Ein bezauberndes Wohlfühlbuch, das sich flüssig lesen lässt und mich gut unterhalten hat. Zu empfehlen für alle, die nicht unbedingt immer Hektik und nervenaufreibende Szenen brauchen, sondern sich einfach in eine Geschichte fallen lassen möchten.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Liebevolles Vorlesebuch, auch für Erstlesende

Was Drachen im Frühling machen
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Alle freuen sich auf den Frühling, erwachen vom Winterschlaf und machen erste Spaziergänge, beginnen mit dem Frühjahrsputz oder anderen wichtigen Dingen. Doch auf einmal beginnt es wieder zu schneien. ...

Alle freuen sich auf den Frühling, erwachen vom Winterschlaf und machen erste Spaziergänge, beginnen mit dem Frühjahrsputz oder anderen wichtigen Dingen. Doch auf einmal beginnt es wieder zu schneien. Drache Alfi und seine Freunde sind sich sicher: Der Frühling wurde entführt. Sie machen sich auf den Weg und wollen ihn retten.
Das Buch ist in einzelne kurze Kapitel aufgeteilt und eignet sich daher vorzüglich als Vorlesegeschichten vor dem Schlafengehen. Meinen Enkelkindern hat es gut gefallen, vor allem in den etwas tapsigen Alfi haben sie sich verliebt, es geschehen Missgeschicke, die zu lustigen Situationen führen. Auch die Illustrationen sind liebevoll und haben den Kleineren Spaß gemacht, während sich meine älteste Enkelin (7 Jahre) im Lesen versucht hat. Durch die einfach gehaltene Sprache war das schon gut möglich.
Mein Fazit: Ein gelungenes Vorlesebuch, das meine Enkelkinder und mich begeistert hat. Dass ich es bereits mehrmals vorlesen musste (durfte) sagt alles.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Ein Neuanfang auf dem Land

Ein Zuhause im Frühling
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Ella hat eine Fehlgeburt, auf die ihr Freund Patrick empathielos reagiert. Sie fragt sich, ob die Beziehung Zukunft hat und schlüpft im Haus ihrer Tante Magda in Wilsgrave unter, einem fiktiven Ort am ...

Ella hat eine Fehlgeburt, auf die ihr Freund Patrick empathielos reagiert. Sie fragt sich, ob die Beziehung Zukunft hat und schlüpft im Haus ihrer Tante Magda in Wilsgrave unter, einem fiktiven Ort am Land. Magda befindet sich gerade auf einer längeren Reise. Überrascht stellt Ella fest, dass sie nicht nur das Haus, sondern auch eine Hündin namens Tess hüten soll. Anfangs ist sie verbittert und verschlossen, doch mit Tess muss sie lange Spaziergänge unternehmen. Dabei trifft sie auf Devon, den Tierarzt, der ebenso wie sie aus der Stadt kommt und seinen kranken Vater vertritt. Die erste Begegnung verläuft turbulent, doch in dem kleinen Ort können sie einander nicht ausweichen. Zudem wird Ella bald in die Dorfgemeinschaft einbezogen, sie muss einen Dienst im Dorfladen übernehmen, den Blumenschmuck in der Kirche und die Tombola auf einem Fest. Anfangs nur widerwillig, zunehmend findet sie jedoch Gefallen daran. Doch dann erhält sie Besuch aus der Stadt ...

Die Autorin kannte ich noch nicht, aber ihr Schreibstil hat mir sofort zugesagt: gut lesbar, flüssig und mit einigem Humor. Die Wandlung der Protagonistin ist besonders deutlich hervorgehoben und gefiel mir gut. Devon blieb lange geheimnisvoll, auch er hat Probleme, die ihn sympathisch erscheinen lassen. Die Nebenfiguren runden die Story ab und ich hoffe, dass vor allem Bets, Tierarzthelferin und Verlobte von Devons Bruder, eine eigene Geschichte bekommt. Ein zusätzliches Highlight ist das Ambiente von dem kleinen Ort Wilsgrave, (für mich liegt er in Cornwall), die Herzlichkeit der Dorfgemeinschaft (obwohl die Übergriffigkeit manchmal sprachlos macht) und Tess, die liebenswerte Hündin.
Ein Wohlfühlroman, mit Geheimnissen und überraschenden Wendungen, der mich überzeugt hat und den ich sehr gern weiterempfehle.

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