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Veröffentlicht am 22.12.2025

Kingfisher liefert ab

Dornenhecke
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„In Gesellschaft kinderfressender Sumpfmonster fühlte sich Krötling ausgesprochen geliebt.“

Stellt euch vor ihr schält eine altbekannte Geschichte ab, zieht ihr zuerst die prächtigen Kleider aus, schält ...

„In Gesellschaft kinderfressender Sumpfmonster fühlte sich Krötling ausgesprochen geliebt.“

Stellt euch vor ihr schält eine altbekannte Geschichte ab, zieht ihr zuerst die prächtigen Kleider aus, schält sie dann aus der Haut und aus dem Fleisch und habt nur noch die Knochen vor euch, und das, was die Geschichte im Innersten zusammenhält. So macht es Kingfisher mit altbekannten Märchen und verwandelt sie mit Hexenfingern in etwas düsteres und schönes. Manchmal erkenne ich das Mädchen wie bei „Dornenhecke“ - manchmal nicht. Und obwohl ich kein großer Fan von Märchen bin, genieße ich Kingfishers Novellen und Romane immer sehr.

„Dornenhecke“ handelt nicht von der hinter den Dornen schlafenden Prinzessin, nein, sie handelt von ihrer Wächterin: Krötling, die kurz nach ihrer Geburt entführt und durch ein Wechselbalg ausgetauscht wurde. Sie wächst geliebt in den Gewässern des Feenreiches auf und lernt Magie. Als sie in die Welt der Menschen zurückgeschickt wird, erhält sie den Auftrag ein Neugeborenes zu segnen … was kräftig schief geht. So endet Krötling vor der Dornenhecke als Wächterin, bis ein Prinz des Weges kommt.

Krötling habe ich wirklich lieb gewonnen auf den noch nicht einmal 130 Seiten der Novelle. Sie ist Herzensgut und nimmt ihre Aufgaben ernst, auch noch nach langer Zeit. Halim, der Ritter, der nicht sonderlich gut in seinem Job ist, aber umso gutmütiger, ist ihr Gegenpart. Den Weg, den die beiden gemeinsam beschritten haben, fand ich wirklich schön.

Wenn man der Novelle unter die Seiten schaut, begegnen einem Themen wie Einsamkeit, Pflichtbewusstsein und Liebe in allen erdenklichen Arten. Auch das

foundfamily Thema, das Krötling im Feenreich erlebt, war wunderbar ausgearbeitet. Am liebsten hätte ich mich mit ihr in die Gewässer gestürzt. Das Märchen erhält Von Kingfisher einen düsteren Anstrich, mit schwarzen Tränen und einem Monster im Prinzesinnengewand. Das Morbide war in ihren anderen Roman aber stärker ausgeprägt. Hat es mir etwas ausgemacht? Nein - das findet in ihren anderen Romanen genügend Platz.

Für das, was das herrlich gestaltete Buch sein soll - eine düstere Novelle, getragen vom Sprachgefühl der Autorin - fand ich es wirklich sehr unterhaltsam. Die Gestaltung von

thornhedge ist im deutschen sowohl vom Cover als auch vom Innendesign durchdacht und bis ins Detail fortgesetzt. Im gesamten Buch begegnen uns düstere Dornen, mutige Kröten und blitzende Krönchen. Ins deutsche übertragen wurde es von Elena Helfrecht.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Süße Romanze mit Comedyelementen

Go For It, Nakamura-kun!! 1
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Die zwei Ausrufezeichen am Ende des Titels haben mich allein schon schmunzeln lassen. Wer die erste holprige Liebe und Comedy-Elemente liebt, der ist mit diesem Manga an der richtigen Adresse.

Der Oberschüler ...

Die zwei Ausrufezeichen am Ende des Titels haben mich allein schon schmunzeln lassen. Wer die erste holprige Liebe und Comedy-Elemente liebt, der ist mit diesem Manga an der richtigen Adresse.

Der Oberschüler Nakamura - seines Zeichens Oktopus-Liebhaber - schwärmt schon lange für seinen Mitschüler Hirose. Das Problem? Er hat noch nicht ein Wort mit ihm gewechselt. Aber das soll sich ändern. Bald. Er weiß nur noch nicht wie! Und … alle Versuche laufen kräftig schief!
Los, Nakamura-kun!

Ich habe mich wirklich amüsiert über diesen Manga! Er war witzig und niedlich, überdreht und der tollpatschige Nakamura, der nichts weiter möchte, als zunächst die Freundschaft von Hirose zu erringen, ist in seinen Bemühungen einfach zu niedlich. Nakamura ist schüchtern und davon, dass er schwul ist, soll nach Möglichkeit auch keiner seiner Klassenkameraden wissen. Das stellt ihn vor ungeahnte Herausforderungen und herrliche Situationen. Gleichzeitig hat der Manga auch ein kleines bisschen Lebensweisheit - was ich sehr schätze.

Natürlich, der Manga-ka hat mit seinem Werk nicht das Rad neu erfunden. Doch das ist auch gar nicht der Anspruch. Er hat mich mit der Geschichte rund um die beiden einfach gut unterhalten und viel vielarmigen lustigen Kontext miteingebracht. Dafür vergebe ich vier Sterne.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Das Buch war ein Fest!

Der neunte Regen – The Ninth Rain
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📖 „Zeig mir ein Volk, dass keine blutige Geschichte hat.“

Das war die perfekte Mischung aus Abenteuer, Gemeinschaft, Humor, Action und einem Setting, das mir so viel Spaß gemacht hat, dass ich am liebsten ...

📖 „Zeig mir ein Volk, dass keine blutige Geschichte hat.“

Das war die perfekte Mischung aus Abenteuer, Gemeinschaft, Humor, Action und einem Setting, das mir so viel Spaß gemacht hat, dass ich am liebsten dahin gezogen wäre!

Worum gehts? Um eine Gefahr, die aus der Vergangenheit erwacht, und um eine ungleiche Gemeinschaft, die sich zusammenraufen muss, um den Gefahren zu begegnen.

Und genau diese Gemeinschaft, die sich ebenso hitzige Diskussionen geliefert wie sie gegen ihre Feinde gekämpft hat, hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Da haben wir Tormalin, ein Eboraner, der aus seiner Heimat fortgegangen ist, weil das Volk zu gierig war sich die Blutpest eingefangen hat. Jetzt arbeitet er mit einer mächtigen Händlerin zusammen, Vintage, die das Abenteuer und das Wissen sucht, und nicht immer den sichersten Weg wählt. Die Dritte im Bunde ist eine Finster-Hexe, Noon, die aus ihrem Gefängnis flieht und auf Vintage und Tor trifft. Das zwischen Tor und Noon anfangs - nennen wirf es mal Misstrauen herrscht, programmiert einige Auseinandersetzungen voraus - und ich habe Popcorn gebraucht, weil die Dialoge der beiden - und Vintages Einwürfe! - so amüsant sind.

Ich bin ein sehr charakterzentrierter Leser: Deshalb habe mir Tormalin der Schwurlose, Lady Vincenza „Vintage“ de Grazon und Noon auch so gut gefallen. Tor, gutaussehend und beinahe unsterblich, ist sich seiner Stärken durchaus bewusst und hat sich gegen das langsame Sterben seines Reiches entschieden und für die Welt. Ungewöhnlich - und das macht ihn so spannend. Vintage ist immer an vorderster Front, wenn es etwas Neues an den Überresten der Giganten zu erforschen gilt. Auf der Suche danach durchstreifen Tor und sie die Welt.
Dieser Entdeckergeist ist großartig und hat mich begeistert - ich liebe solche Bücher, in denen mir so ein Geist entgegen schäumt und die Figuren (oder eine!) nicht zögert oder zaudert, sondern handelt, mutig, forsch und entschlossen. Noon hat ihr halbes Leben in Gefangenschaft verbracht und dementsprechend misstrauisch ist sie nach ihrer Flucht. Sie taut nur langsam auf - und das zu verfolgen war für mich großartig gemacht.

Die Welt ist auf dem Sprung. Ich bin so gern mit den Figuren durch die Städte gereist. An jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken. Sie ist nicht nur mittelalterlich, aber mittelalterlich genug für mich. In den nicht ungefährlichen Wäldern, in denen es mehr gibt als Geister, habe ich mich richtig wohl gefühlt. Über die wiederkehrende Bedrohung findet der Leser mehr und mehr heraus - und die Twists waren richtig cool.

Viele Kapitel begannen mit Tagebucheinträgen von Vintage, in denen sie ihre Beobachtungen und Erfahrungen festgehalten hat. So konnte die Autorin noch mehr Informationen über die Welt und über die Zusammenhänge von Politik, Gesellschaft und der Gefahr mit einfließen lassen, ohne die Kapitel an sich zu überfrachten. Ich habe Vintages sarkastische Gedanken gern gelesen!

Ich bin dem Roninverlag ziemlich dankbar, dass die dieses Buch endlich nach Deutschland gebracht haben. Ich fiebere schon dem zweiten Teil entgegen.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

So muss ein Fantasy-Krimi sein!

The Tainted Cup
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„Wenn meine Vermutung zutrifft, werden wir einen Mörder entlarven. Oder man schlitzt uns allen die Kehlen auf.“

So läuft thetaintedcup - das ist das Motto des fantasymurdermystery Romans aus der Feder ...

„Wenn meine Vermutung zutrifft, werden wir einen Mörder entlarven. Oder man schlitzt uns allen die Kehlen auf.“

So läuft

thetaintedcup - das ist das Motto des

fantasymurdermystery Romans aus der Feder von Robert Jackson Bennett - und dieser exzentrische atemlose Krimi hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Wo fange ich an?

Ah! The tainted cup spielt in einer Welt, die mich so stark an einige meiner liebsten Manga- und Animeserien erinnert hat, dass ich mich jedes mal diebisch gefreut habe, wenn ich das Buch aufgeschlagen habe. Denn in einer Welt, wo die Menschen nur von Mauern und Soldaten vor monströsen Titanen geschützt werden, wo Pflanzen spontan aus den Körpern der Menschen sprießen und Anpassungen vonnöten sind, um den Menschen zum Leben wenigstens einige kleine Vorteile zu verschaffen, müssen Ermittlerin Ana Dolabra und ihr Gehilfe Din einen rätselhaften Mord aufklären: Ein Mensch wurde durch spontanen Pflanzenwuchs umgebracht.

Wir erleben die Geschichte und die Ermittlungen aus Dins Sicht. Dinios Kol steht noch nicht nicht lange in den Diensten der exzentrischen und überaus genialen Ermittlerin, für die ein Rätsel nicht verworren genug sein kann. Und er hofft nur die wilde Fahrt heil zu überstehen. Wir lernen Din im Laufe des Buches sehr gut kennen, und mit ihm seine Ängste, seine Stärken und Schwächen und raufen uns öfters die Haare. Din ist mir ein guter Freund geworden, den ich sehr gerne an meiner Seite hatte.

Das Setting ist überwuchert. Von Pflanzen, Pilzen, Bäumen - und dazwischen haben die Menschen sich Städte erbaut, die in meinem Kopf lebendig geworden sind. Es ist ein asiatisches Setting - so etwas mag ich eh sehr gerne. Din und Ana ermitteln also zwischen all den giftigen Pflanzen, in der Ferne bedroht von Titanen, in einem Mordfall. Aber nicht normal, nein - Ana ist nicht zugegen bei der Besichtigung der Tatorte, das übernimmt Din, der alles in sein Gedächtnis graviert, um es dann Ana wiederzugeben. Diese zieht dann ihre Schlussfolgerungen und schickt Din erneut los. Dass er dabei in manch brenzlige Situation kommt, brauche ich nicht zu erwähnen. Wo bliebe denn sonst der Spaß?

Meine liebsten Szenen waren jedoch nicht die emsige Spurensuche oder die Spannungsmomente. Es waren eine Tasse Tee in all der Hektik, ein Gespräch in einer langsam wachsenden Freundschaft - das waren meine Juwelen in diesem Buch. Wenn ich eine Kritik habe, dann, dass sich das Buch in bester Sherlock Holmes Manier auf die Deduktionen fokussierte - ich jedoch sehr gerne mehr soziale Interaktion außerhalb von Ana und Din gesehen hätte. Wenn ich mir etwas für den zweiten Band wünschen würde, dann wäre es genau das! Mehr Tee, mehr Freundschaft - und Din soll mal sein Lächeln auspacken, ja?

Das Buch lässt einen mit vielen Fragen zurück, vielen losen Hinweisen, die mich nach dem zweiten Band spähen lassen! Ich freue mich auf ihn!

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Lippenstift & Pistole

Codename Hélène
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Ich hätte dieses Buch nie gelesen, wenn mich im letzten Jahr „Der gefrorene Fluss“ nicht so begeistert hätte. Letztendlich habe ich mich durch Nancys Geschichte gehört, mitgefiebert, geflucht und gebangt ...

Ich hätte dieses Buch nie gelesen, wenn mich im letzten Jahr „Der gefrorene Fluss“ nicht so begeistert hätte. Letztendlich habe ich mich durch Nancys Geschichte gehört, mitgefiebert, geflucht und gebangt und gehofft.

Paris: 1936 - die junge Australierin Nancy lebt in Paris, arbeitet in einer Zeitungsredaktion, und lernt dabei den französischen Industriellen Henri Fiocca kennen. Sie verlieben sich und sie heiraten. Eigentlich gar nicht meine Schiene, aber in diesem Roman war es anders. Kurz darauf marschieren die Deutschen in Frankreich ein - und Nancy beginnt, für den Widerstand zu arbeiten.

Ariel Lawhorn hat ein Gespür für die Kraft einer Geschichte, die in der Biografie einer einzelnen Person steckt. Sie schafft es, Figuren eine Stimme zu geben. Und Nancy hat mit Leidenschaft, Mut und Liebe, Freundschaft und List gesprochen. Mich hat diese Frau von den ersten Seiten an fasziniert. Mich, der ich prinzipiell weiblichen Protagonisten skeptisch gegenüber stehe. Mich, der ich nur wenig Liebesgeschichten etwas abgewinnen kann.

Genau das ist der Roman: Eine Liebesgeschichte, erzählt in den Wirren des 2. Weltkrieges.

Auf den ersten Seiten springen wir mit Nancy schon aus einem Flugzeug - Adrenalin inklusive. Die mutige junge Frau hatte mich gefangen, als sich der Fallschirm öffnete und wir gemeinsam langsam auf den französischen Boden segelten. Nancy hatte viele Gesichter. Nancy Fiocca. Helene. White Mouse. Faszinierende Persönlichkeiten, allesamt. Erzählt wird die Geschichte nicht chronologisch, sondern wir erfahren im stetigen Wechsel etwas aus ihrem Leben vor der Invasion des Nationalsozialistischen Deutschlands, aus den Anfängen des Widerstandes und schließlich aus den Zeiten, in denen sie von den Britten angeheuert wurde. Der Spannungsbogen reißt einfach nicht ab. Vereinzelt wird auch aus der Perspektive von Henri erzählt - aber das Augenmerk liegt auf Nancy, was ich als sehr gut empfand.

Selbst eine längere Sexszene in diesem Buch empfand ich als ansprechend und intim. Ich liebe es, wenn genau im richtigen Moment ausgeblendet wird.

Am Ende des Buches klärt uns Ariel Lawhorn darüber auf, was Fiktion und was Wirklichkeit ist. Die Seiten waren für mich eine wichtige Ergänzung.

Abschließend bleibt mir zu sagen, dass ich die Geschichte einer unglaublich mutigen Frau gehört habe, die mich beeindruckt hat.

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