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Veröffentlicht am 09.02.2026

Wie Narben trennen und einen

Die Narben, die uns einen 02
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Das zarte Cover in den Pastellfarben steht im starken Gegensatz zum Manga.

Er schmerzt. Er schmerzt, genauso wie der erste Band von „Die Narben, die uns einen“ - Kyonosuke und Akira sind vor Gewalt und ...

Das zarte Cover in den Pastellfarben steht im starken Gegensatz zum Manga.

Er schmerzt. Er schmerzt, genauso wie der erste Band von „Die Narben, die uns einen“ - Kyonosuke und Akira sind vor Gewalt und Mobbing in der Schule und in ihren Familien geflohen. Wollen einen Neuanfang wagen und finden unverhofft Zuflucht bei einem Paar, das in ihnen Teile ihrer eigenen Geschichte wieder erkennt.

Im zweiten Band werden wir mit einigen süßen Alltagsszenen belohnt. Die beiden sind süß zusammen und ich habe das vorsichtige Lachen von Akira und Kyonsuke gern gehört. Das bekommt man in der Geschichte nicht so oft. Außerdem haben wir in diesem Band einen Schauplatzwechsel - es geht in die winterlichen Berge zu einer Auszeit aus dem Alltag. Auch hier wird sichtbar, dass es sich noch Dinge jenseits von Vorsicht und Schmerz gibt.

Wir erfahren viel über die Backstory von Aiko und Koichi, die ähnlich gewaltvoll war wie die von Kyonsuke und Akira. Kyonsuke und Akira müssen sich noch finden, das habe ich den Seiten so schmerzvoll angemerkt. Aus vielen Panels sprachen Unsicherheit und Angst, die die beiden irgendwie zu kompensieren versuchen - und durch die sie auch immer wieder aneinander geraten. Schön finde ich, dass sie das Gespräch suchen, ihr Meinungsverschiedenheiten und Unsicherheiten beilegen wollen. Allein dieses Aufeinanderzugehen ist gegenläufig zu ihren Erfahrungen in der Vergangenheit und setzt einen starken Kontrapunkt.

Es ist nicht immer alles golden und harmonisch. Natürlich nicht. Das macht es umso echter, meiner Meinung nach. Und umso härter. Was bleibt, ist die Zuneigung der beiden zueinander, trotz aller Widrigkeiten - ich bin unglaublich gespannt auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Schonungslos ehrlich

RAINBOW 02
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„Wenn man keine Flügel zum fliegen hat, klettert man eben. Wenn man keinen Schlüssel hat, macht man sich einen. So viel muss einem die Freiheit schon wert sein.“

Der zweite Band von Rainbow setzte dort ...

„Wenn man keine Flügel zum fliegen hat, klettert man eben. Wenn man keinen Schlüssel hat, macht man sich einen. So viel muss einem die Freiheit schon wert sein.“

Der zweite Band von Rainbow setzte dort an, wo der erste aufgehört hat. Wir befinden uns im Jahr 1955, Japan hat den Krieg verloren und es herrschen erbärmliche Zustände im Land. Die Jungs, um die sich die Geschichte des Mangas dreht, sitzen in einer Jugendstrafanstalt für verschiedene Delikte, die sie teils gezwungen waren zu begehen - für ihre Verwandten, für Essen, fürs Überleben.

George Abe hat die Zustände des Nachkriegsjapans am eigenen Leib miterlebt. Er wurde in den 30er geboren und arbeitet mit „Rainbow“ seine Erfahrungen und Beobachtungen in einer solchen Strafanstalt auf.

Im Kern handelt die Geschichte vom Zusammenhalt der Jungs. Im ersten Teil wurden sie von „Bruder“ unter die Fittiche genommen. Dieser lehrte sie, dass solche Dinge wie Zusammenhalt und Freundschaft noch existieren, selbst in der Realität der Jugendstrafanstalt. George Abe setzt damit einen Kontrapunkt zu widerwärtigen Ärzten, sadistischen Wächtern und viel Blut und Leid, die in der Anstalt vorherrschen. Mir kam beim Lesen oftmals der Gedanke, dass das die Hölle auf Erden gewesen sein muss. Mir fehlten oft die Worte - aber die Zeichnungen, schonungslos und detailliert ehrlich, cineastisch und blutig, zeigen in vielen Schattierungen das Leben der Freunde.
Im zweiten Teil benötigt „Bruder“ Hilfe - denn sein Leben ist in Gefahr. Er weiß zu viel. Der, der die anderen anfangs immer beschützt hat, ist nun in einer aussichtslosen Lage. Im zweiten Teil zeigt sich, wie sehr sich die Jungs entwickelt haben und aneinander gewachsen sind. Sie stehen für sich ein und fassen Mut, weil anderen sie brauchen. Für mich ist das die große Stärke der Geschichte.

Es war wieder der Zusammenhalt und die Freundschaft, die Lichtpunkte in diesem Manga setzen und den Leser auf bessere Tage hoffe lassen.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Highlight

Wild Strawberry 02
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„So sehr ich mich freue, so sehr leide ich auch.“

Wow! Ich war schon vom ersten Band begeistert, obwohl die Grundidee nicht neu ist. Pflanzen - sogenannte Jinka - haben Tokio überschwemmt und nähren ...

„So sehr ich mich freue, so sehr leide ich auch.“

Wow! Ich war schon vom ersten Band begeistert, obwohl die Grundidee nicht neu ist. Pflanzen - sogenannte Jinka - haben Tokio überschwemmt und nähren sich von den Bewohnern. Im ersten Band stand die Geschwisterbeziehung zwischen Kingo und seiner kleinen Adoptivschwester im Fokus. Der Wille, sie zu beschützen stand ihm Fokus - steht es auch jetzt noch - nur aus einem anderen Blickwinkel.

Wieder bin ich von der Tiefe der Beziehungen begeistert, in der eigentlich lebensfeindlichen Welt. Kingo hat Freunde und Verbündete gefunden, die ihm bei seinem Ziel unterstützen. Zum einen den jungen Wissenschaftler Makino, der ihm nicht mehr von der Seite weicht und zum anderen die Special Flower Funeral Force, die aus drei Menschen und einem furchtbar niedlichen tierischen Begleiter besteht. Ich habe mein Herz an ihn verloren.

Hatte er sich mit seiner Adoptivschwester bedeckt gehalten und versteckt, lernt er jetzt Freundschaft und Zusammenhalt kennen. Dass man sich aufeinander verlassen kann, muss er aber erst langsam lernen.

Ich habe einiges über die tragische Backstory eines Mitglieds der Special FFF erfahren. Wie in dieser Serie trauriger Alltag dreht sich auch ihre Vergangenheit um Verlust, Trauer und den Willen und Mut zur Rache und dazu andere zu schützen. Das sind für mich starke Motive, die die wilden Actionszenen auf ein felsenfestes Fundament stellen.

Die Actionszenen sind einfach nur atemberaubend. Zwischen pflanzenüberwucherten Häusern kämpfen sie mit allen Mitteln - und ich bin mit dabei! Diesmal kam jedoch auch der Humor nicht zu kurz - vor allem die drei von FFF haben meistens einen trockenen Scherz auf den Lippen. Das schätze ich sehr.

Die Qualität der Zeichnungen ist herausragend. Die Panels wirken auf mich so, als könne ich jeden einzelnen Strich sehen. So etwas liebe ich sehr! Die Zeichnungen waren wunderschön und so dynamisch, dass es perfekt mit der actionreichen Handlung korrespondierte.

Der zweite Band hat noch mal neue Maßstäbe gesetzt - und ich liebe die Truppe, die sich geformt hat, jetzt schon. Es versteht sich von selbst, dass ich um jeden einzelnen Angst habe, nicht wahr?

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Emotionales HighFantasy-Spektakel

Die Kinder des Seefahrers 1
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Es ist immer ein merkwürdiges Gefühl, die ersten Seiten eines Finales aufzuschlagen - insbesondere eines Finales einer Reihe, die mich schon mehr als ein Dutzend Jahre begleitet. „Die Kinder des Seefahrers“ ...

Es ist immer ein merkwürdiges Gefühl, die ersten Seiten eines Finales aufzuschlagen - insbesondere eines Finales einer Reihe, die mich schon mehr als ein Dutzend Jahre begleitet. „Die Kinder des Seefahrers“ bilden nun den Abschluss des großen Epos rund um Osten Ard - „The Navvigators Children“ ist aufgrund des Umfangs in zwei Bücher geteilt worden, die aber zur selben Zeit erschienen sind. Diese Erscheinungspolitik schätze ich sehr, gibt es so keine unnötigen Wartezeiten an der spannendsten Stelle (und ja, das Ende vom ersten Band war nervenzerreissend spannend!).

Wir begleiten unsere Freunde von dem Punkt an, an dem wir sie im letzten Buch verlassen haben. Der Hochhorst wird von Nornen belagert, Simon, Miriamel, ihre Enkel und Freunde wissen nicht, wie es den jeweils anderen geht. Und die uralte Nornenkönigin will so viel mehr als den Hochhorst …

Ich habe mit jeder Seite (oder Minute, ich habe mir das Buch von Andreas Fröhlich vorlesen lassen) mehr gespürt, dass es auf das Finale zugeht. Die Handlung wird gerafft, Handlungsstränge und Figuren zusammengeführt und alte Freunde tauchen auf, um sich dem Kampf anzuschließen. Mittendrin hat Simon, tief in Trauer, nur den Gedanken seine Enkeltochter zu beschützen und Jiriki zu helfen. Miriamel muss politisch klug handeln. Am besten war meiner Meinung nach der Handlungsstrang rund um Nezeru und Morgan, die Halbnorne und den Enkel von König Simon, die sich im Nebeltal gefunden und gegen ihren Willen Gefühle füreinander entwickelt haben - was dazu führte, dass beide ihre Überzeugungen auf den Prüfstand stellen müssen. Nezerus Überlegungen und Handlung waren für mich sehr eindringlich geschrieben und ich konnte wirklich mit ihr mitfühlen. Fast genauso spannend waren die Einblicke in das Treiben der Nornen und die Zerrissenheit und die Angst eines gewissen Baumeisters.

Der Schnitt im Buch war ebenfalls sehr gut gewählt - es ging mit einem großen epischen Kampf, der mir auf meinem Spaziergang einige Flüche entlockt hat, zu Ende. Großes Kino!

Tad Williams hat mit Osten Ard im ersten Teil („Das Geheimnis der großen Schwerter“) eine Welt erschaffen, die mich immer gefesselt hat mit seinen Bewohnern und seinen Geheimnissen. Im zweiten Teil („Der letzte König von Osten Ard“) hat er mich wieder in seinen Bann gezogen und mich mitgenommen - zu alten Freunden, aber auch zu spannenden und glaubwürdigen Feinden - alles vor einer spektakulären und abwechslungsreichen Kulisse. Was will mein Fantasyherz mehr?

Der letzte Rest des Abenteuers liegt noch vor mir. Ich habe Angst, bin aber gleichzeitig furchtbar gespannt, welche Helden leben, welche sterben und welche vergessen werden.

P.S.: Tad Williams schreibt schon wieder an neuen Büchern in Osten ARD - ich muss das Reich also noch nicht ganz verlassen!

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Tech-Thriller mit cooler Protagonistin

Das Signal
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Ein neues Buch von Ursula Poznanski - es war von Anfang an klar, dass ich meine Hände nicht vom Tech-Thriller lassen kann.

📖 Vio hat durch den schrecklichen Einsturz ihres Weinkellers ein Bein verloren ...

Ein neues Buch von Ursula Poznanski - es war von Anfang an klar, dass ich meine Hände nicht vom Tech-Thriller lassen kann.

📖 Vio hat durch den schrecklichen Einsturz ihres Weinkellers ein Bein verloren und muss sich nun zurück ins Leben kämpfen. Ihr Mann ist überfürsorglich und hat ihr sogar eine Pflegerin verschafft, die sich um sie kümmert - oder sie ins Haus einsperrt - ganz wie man es sehen will. Außerdem gibt es Ungereimtheiten im Tagesablauf ihres Mannes und dem, was er ihr tatsächlich erzählt. Also bestellt Vio Tracker, die sie ihrem Mann heimlich unterjubelt. Zudem sind ihre Erinnerungen an den Unfall verschwommen - doch sie decken sich nicht mit den Erzählungen … wer spielt hier ein falsches Spiel?

🏡 Ursula Poznanski liefert wieder einen spannenden Thriller ab, den ich eigentlich überhaupt nicht aus der Hand legen mochte. Von dem Augenblick an, in dem Vio im Krankenhaus erwachte. Sie hat eine Art, subtile Spannung zu erzeugen und den Lesenden an die Seiten zu fesseln, die ich sehr liebe. Ich bin praktisch durch die Seiten geflogen. Ein bisschen hat mich das Buch an eine moderne Version von Stephen Kings „Carrie“ erinnert - was Poznanski im Buch auch scherzhaft erwähnt.

Viola ist ein spannender Charakter, und grauer als es zunächst den Anschein macht. Auch sie hat eine Vergangenheit, die erst im Laufe des Buches enthüllt wird. Durch den Verlust ihres Beines muss sie viele Einschränkungen hinnehmen. Sie zeigt sowohl Durchhaltevermögen als auch Verletzlichkeit und Trauer. In ihrer Situation ist alles angebracht, plus eine gehörige Portion Misstrauen ihrem Mann gegenüber. Sie ist eine Figur, der ich sehr gerne gefolgt bin und einige Male bitter Lachen musste.

Ihr Mann hingegen - Adam - war mir von Anfang an suspekt. Natürlich muss er einem suspekt sein, damit das Misstrauen, das Vio Adam entgegen bringt von dem Moment an, in dem sie die Augen geöffnet hat, gerechtfertigt ist. Zurecht. Natürlich. Trotzdem hätte ich mir für Adam mehr Unterfütterung gewünscht. So habe ich die sozialen Gründe, aus denen sich Vio in Adam verliebt hat, nie so ganz verstanden. Das ist auch mein Manko an dem Roman.

Otilia als Wächterin und nebenamtliche Eierbraterin fand ich ziemlich gut gelungen. Bei ihr wusste man nie so wirklich genau, woran man gerade ist - und dieses Prickeln hat Sie für mich zu einem wirklich spannenden Charakter erwachsen lassen. Auch die Nebencharaktere, allen voran Benno, waren richtig toll.

Eine tolle Atmosphäre mit einer tollen Protagonistin - der Antagonist hätte für meinen Geschmack einen graueren Anstrich vertragen können. 4 Sterne für „Das Signal“.

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