Kingfisher liefert ab
Dornenhecke„In Gesellschaft kinderfressender Sumpfmonster fühlte sich Krötling ausgesprochen geliebt.“
Stellt euch vor ihr schält eine altbekannte Geschichte ab, zieht ihr zuerst die prächtigen Kleider aus, schält ...
„In Gesellschaft kinderfressender Sumpfmonster fühlte sich Krötling ausgesprochen geliebt.“
Stellt euch vor ihr schält eine altbekannte Geschichte ab, zieht ihr zuerst die prächtigen Kleider aus, schält sie dann aus der Haut und aus dem Fleisch und habt nur noch die Knochen vor euch, und das, was die Geschichte im Innersten zusammenhält. So macht es Kingfisher mit altbekannten Märchen und verwandelt sie mit Hexenfingern in etwas düsteres und schönes. Manchmal erkenne ich das Mädchen wie bei „Dornenhecke“ - manchmal nicht. Und obwohl ich kein großer Fan von Märchen bin, genieße ich Kingfishers Novellen und Romane immer sehr.
„Dornenhecke“ handelt nicht von der hinter den Dornen schlafenden Prinzessin, nein, sie handelt von ihrer Wächterin: Krötling, die kurz nach ihrer Geburt entführt und durch ein Wechselbalg ausgetauscht wurde. Sie wächst geliebt in den Gewässern des Feenreiches auf und lernt Magie. Als sie in die Welt der Menschen zurückgeschickt wird, erhält sie den Auftrag ein Neugeborenes zu segnen … was kräftig schief geht. So endet Krötling vor der Dornenhecke als Wächterin, bis ein Prinz des Weges kommt.
Krötling habe ich wirklich lieb gewonnen auf den noch nicht einmal 130 Seiten der Novelle. Sie ist Herzensgut und nimmt ihre Aufgaben ernst, auch noch nach langer Zeit. Halim, der Ritter, der nicht sonderlich gut in seinem Job ist, aber umso gutmütiger, ist ihr Gegenpart. Den Weg, den die beiden gemeinsam beschritten haben, fand ich wirklich schön.
Wenn man der Novelle unter die Seiten schaut, begegnen einem Themen wie Einsamkeit, Pflichtbewusstsein und Liebe in allen erdenklichen Arten. Auch das