Profilbild von Lupina15

Lupina15

Lesejury Profi
offline

Lupina15 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lupina15 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2018

Toller 2. Band

Nevernight - Das Spiel
0

Diese Rezension enthält SPOILER zu Band 1.

Da mich Nevernight vollauf begeistert hat, musste ich mir sofort Band 2 holen und dieses Buch ebenso verschlingen. Anfangs hatte ich noch Angst, durch Kristoffs ...

Diese Rezension enthält SPOILER zu Band 1.

Da mich Nevernight vollauf begeistert hat, musste ich mir sofort Band 2 holen und dieses Buch ebenso verschlingen. Anfangs hatte ich noch Angst, durch Kristoffs blumige Sprache nicht alles zu verstehen, doch es war einfacher als gedacht. Das Spiel ist nüchterner geschrieben als Nevernight. Da man schon in die Welt von Itreya eingeführt wurde, reduziert sich die Zahl der Fußnoten enorm. Diese tauchen nur noch vereinzelt auf, und nehemn nur im Ausnahemfall mehr as die Häkfte der Seite ein. Der Humor ist dabei gewohnt sarkastisch und sorgt für den ein oder anderen Schmunzler.

Diesmal wird die Geschichte, ähnlich wie bei Nevernight, in zwei Handlungssträngen erzählt. Zum einen folgen wir der Jetzt-Mia, die sich in die Sklaverei verkauft, um einen gewitzten Plan zu verwirklichen, der anscheinend nicht von der Roten Kirche abgesegnet wurde. Zum anderen folgen wir der Vergangenheits-Mia, die sich mit alten Freunden und Feinden auseinandersetzten muss, um an den Punkt der Jetzt-Mia zu gelangen. Anfangs ist es schwierig zu begreifen, um was es genau geht und warum alles so ist, wie es ist. Aber man findet sich schnell ein und saugt die Geschichte in sich auf.

Ich wurde von der Richtung, die die Geschichte genommen hat, sehr überrascht. Den Klappentext habe ich nicht gelesen, was im nachhinein gut war. Er verrät viel zu viel. Da Mia un ein voll ausgebildete Klinge ist, übernimmt sie immer wieder Aufträge für die Rote Kirche. Doch als sie dabei Ashlinn wieder über den Weg läuft, reißen alte Wunden auf und neue kommen ans Licht. In folge dessen findet sich Mia dann in einem Gladiatoren-Stall wieder, in dem sie um ihr überleben kämpfen muss. Es gibt natürlich wieder viel Blut, viele Intrigen und prickelnde Erotik- (kurze Warnung: Mia wird sich bewusst, dass sie sowohl Männer als auch Frauen attraktiv findet). Kristoff schreibt mit seiner gewohnten Nüchternheit. Nur ab und an schimmern bei Mia Gedanken an Tric durch, der meine Lieblingsperson aus Nevernight war und den ich schmerzlichst vermisst habe.
Es treten aber auch viele neue liebenswürdige Personen auf, die die Geschichte beleben und interessant machen. Mia begegnet einem weiteren Dunkelin und sucht nach Antworten auf ihre Fragen.

Wie immer ist Mr. Kristoff für Überraschungen gut, und davon gibt es in Godsgrave reichlich.
Mir hat diese Geschichte nicht ganz so gut gefallen wie Nevernight. Manchmal konnte ich Mias Beweggründe nicht nachvollziehen, und einiges habe ich schon im Verdacht gehabt. Ich habe die Atmosphäre der Roten Kirche vermisst, aber die Gladiatorenkämpfe waren auch sehr unterhaltsam. Da ich parallel zum Lesen für meine Latinumsprüfung gelernt habe, sind mir die Gemeinsamkeiten zum alten Rom sofort ins Auge gesprungen. Es war interessant zu sehen, wie Mr. Kristoff alte Traditionen auseinandergenommen und umgebaut hat.

"Das Spiel" ist in jeder Hinsicht eine gelungene Fortsetzung von Nevernight. Man begibt sich auf ganz neues Terrain und lernt neue Seiten der Protagonistin kennen. Es wird nie langweilig beim lesen, da man auf das große Finale hinfiebert.

Jeder, der Nevernight mochte, sollte Band 2 lesen.
Und wer nicht mit der Geschichte oder dem Schreibstil warm wurde, sollte es ebenfalls versuchen. Denn dieser Band unterscheidet sich in vielen Punkten von Nevernight und trifft daher vielleicht eueren Geschmack besser.

Veröffentlicht am 26.09.2018

Künstler, Giraffen und Liebe

Die Liebe trägt Giraffenpulli
0

Susan Mallery liefert mit "Die Liebe trägt Giraffenpulli" einen gelungenen humorvollen Liebesroman, der jedes Herz zum schmilzen bringt.
Wer den Klappentext gelesen hat, stellt sich eigentlich auf die ...

Susan Mallery liefert mit "Die Liebe trägt Giraffenpulli" einen gelungenen humorvollen Liebesroman, der jedes Herz zum schmilzen bringt.
Wer den Klappentext gelesen hat, stellt sich eigentlich auf die Beziehung zwischen der Wildhüterin Carol und dem Künstler Mathias ein. Doch es gibt im Roman noch zwei weitere Perspektiven, die für Spannung sorgen. Carols Schwester Violet, die mit Knöpfen handelt, ist ebenfalls auf der Suche nach der großen Liebe, genau wie der charmante englische Duke Ulrich. Die beiden begegnene sich auf kuriose Art und Weise und auch deren Geschichte darf der Leser mitverfolgen.
Das Setting ist einzigartig. Happily INC: ist eine Stadt in Kalifornien mit künstlich angelegter Wüste, sodass Carol dort ihre Giraffe Millie, ein paar Zebras und Gazellen halten kann. Millie ist die einzige Giraffe und Carol versucht durch Spendenaktionen genügend Geld zu bekommen, um der Giraffe eine Herde zu kaufen. Dabei wird sie vom Ort unterstützt. Mathias ist ein Glaskünstler, der Gebrauchsgegenstände schafft und ein Familientrauma verarbeiten muss. Beide wohnen ausßerhalb der Statd ind er Wüste und fühlen sich zueinander hingezogen. Doch bevor es ein Happy End geben kann, passieren allerlei urkomische Dinge. Der Roman hält einige witzige Stellen bereit, die kein Auge trocken lasen und zum herzlichen Lachen einladen. Mallery schreibt wunderbar flüssig und baut gekonnt Witz und Charme an den richtigen Stellen und in richtigem Maß ein. Obwohl man anfangs etwas schwerfällig in die Geschichte startet, lockert sich die Atmosphäre bald auf und lässt einen nicht mehr los. Die charmanten Charaktere nehmen einen gefangen und sorgen für ein paar schöne Lesestunden.
Ein wirklich toller Roman, der auch Tiefgang besitzt und mit originellen Charakteren und Setting punkten kann. Ein Muss für alle, die humorvolle Liebesromane mögen.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Starke Dystopie!

New Arc
0

Nicole Obermeier kann nicht nur humorvolle Frauenromane schreiben, wie sie mit der Dystopie New Arc eindrucksvoll beweist. Sie meistert das neue Genre mit Bravour und zieht den Leser in den Bann von New ...

Nicole Obermeier kann nicht nur humorvolle Frauenromane schreiben, wie sie mit der Dystopie New Arc eindrucksvoll beweist. Sie meistert das neue Genre mit Bravour und zieht den Leser in den Bann von New Arc. Dieses Land, das seit 50 Jahren besteht, ist von der Außenwelt (und dem gefährlichen Ödland) abgegrenzt, um es vor den Gefahren zu schützen, die dort lauern. Ein Fluss teilt New Arc in zwei Hälften- die Menschen im Westen arbeiten und schwer, um der Bevölkerung im Osten ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen.

Die Geschichte dreht sich um Caitlyn, die Tochter des Landesoberhauptes von New Arc. An ihrem 17. Geburtstag wird sich ihr großer Traum erfüllen, denn dann legt sie die Prüfung ab, die sie dazu qualifiziert, als Chronistin zu arbeiten. Die Autorin hat mit dem Beruf der Chronisten einen wahren Traumberuf geschaffen, der sich mit der Erhaltung und Bewahrung der Schriften der alten Welt befasst und die somit das Wissen der Vergangenheit und auch der Gegenwart festhält.

Caity legt diese Prüfung zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Vito ab, der zukünftig als Soldat die Grenzen von New Arc schützen möchte. Die Geschwister haben eine enge Beziehung zueinander, die wunderbar dargestellt ist. Aber auch die Vertrautheit in der Familie und die Beziehung zu ihrem Kindermädchen Madeleine verleiht der Geschichte eine behagliche Aura.

Als Caity mit ihrer Lehre beginnt, wird ihr ausgerechnet der attraktive und geheimnissvolle Lennart als Lehrmeister zugeteilt. Die Spannung, die zwischen beiden aufkommt, sorgt für ein intensives Leseerlebnis. Denn Caity verliebt sich in Lennart, doch dieser weist ihre Gefühle zurück. Slow-burn-Romance ist also garantiert.

Als Caity und Lennart auf eine Forschunsgreise in den Westen geschickt werden, entdecken sie, dass in New Arc nicht alles so freidvoll ist, wie es am Anfang scheinen mag. Die Geschichte spitzt sich immer weiter zu und nimmt immer wieder Wendungen, die man als Leser so nicht erwartet hat! Die Autorin hat ein Händchen für spannungsgeladene Szenen und Enthüllungen, die für Wow-Momente sorgen.

Diese Dystopie ist wirklich etwas ganz besonderes, denn Nicole Obermeier erschafft eine Welt ohne Technik, dafür aber mit Tinte und Feder. Es geht zurück ins Mittelalter, was eine willkommene Abwechslung von allen Technik-versierten Dystopien der letzten Jahre ist. Auch die Charaktere sind sehr vielschichtig aufgebaut und wachsen schnell ans Herz. Beim Lesen muss man sich einfach zusammen mit Caitlyn in Lennart verlieben. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und locker und sorgt für ein spannendes Leseerlebnis. Auch die Handlung ist originell und spannungsreich- den Leser erwarten schockierende Enthüllungen, eine wunderbar intensive Liebesgeschichte, tolle Freundschaften und unerwartete Wendungen.

Diese Dystopie sollte man auf keinen Fall verpassen!

Veröffentlicht am 29.08.2018

Wird dem Hype nicht ganz gerecht

Children of Blood and Bone
0

Children of Blood and Bone ist eines der Jugendbuchhighlights des Jahres und mit entsprechend hohen Erwartungen verknüpft. Tomi Adeyemi vereint in ihrem Debüt ihre nigerianischen Wurzeln mit einer fantasievollen ...

Children of Blood and Bone ist eines der Jugendbuchhighlights des Jahres und mit entsprechend hohen Erwartungen verknüpft. Tomi Adeyemi vereint in ihrem Debüt ihre nigerianischen Wurzeln mit einer fantasievollen Welt. Im Mittelpunkt steht Zélie, die in der Welt von Orisha eine Divinê ist. Das bedeutet, sie hat sehr dunkle Haut und weiße Haare sowie magische Fähigkeiten. Die Fähigkeiten können die Divinê jedoch nicht nutzen, da der König die Magie vor vielen Jahren ausgelöscht hat. Die Divinês werden unter seiner Herrschaft unterdrückt und besitzen keine Rechte, sodass Zélie nur im Geheimen trainieren kann.

Zusammen mit ihrem Bruder Tzain sowie ihrem Baba lebt Zélie ein einfaches Leben in ständiger Angst, von den Soldaten des Königs in ein Lager gebracht zu werden.

Die Geschichte ist jedoch nicht, wie man anfangs erwartet, nur aus der Perspektive von Zélie geschrieben, was sehr erfrischend ist. Amari und Inan, die Kinder des Königs, erhalten ebenfalls eine eigene Erzählstimme.

Prinzessin Amari bringt sich am Anfang des Buches in große Schwierigkeiten und flieht aus dem Palast. Auf ihrer Flucht begegnet sie Zélie und ihre Wege verflechten sich ineinander. Bildreich schildert die Autorin den abenteuerlichen Weg der beiden Mädchen, die sich zusammen mit Tzain auf den Weg machen, die Magie zurück nach Orisha zu bringen.

Amaris Bruder Inan verleiht dem Buch Spannung, da er ein gespaltener Charakter ist. Verblendet von den Ideen seines Vaters, die Magie sei der Ursprung allen übels, macht er sich auf, Amari zu jagen, um Anerkennung zu erlangen.

Sowohl Amari als auch Inan machen eine erstaunliche Entwicklung im Buch durch, die nicht immer vorhersehbar ist.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr reich und flüssig. Einige Stellen lesen sich jedoch stockender als andere, da Adeyemi viele Fremdwörter benutzt, die sich erst langsam erschließen. Ebenfalls taucht eine eigene Magie-Sprache auf, die teilweise gar nicht übersetzt wird. Jedoch stört dies den Lesefluss nur mäßig.

Das Konzept des Buches ist nicht gänzlich originell, jedoch sind die Schauplätze sowie die Menschen völlig anders- die Autorin hat ein Jugendbuch geschrieben, dass alle Elemente vereint, die ein gutes Fantasybuch ausmachen, und es in eine afrikanisch angehauchte Welt gesetzt. Die Umsetzung ist nicht immer konsequent durchgezogen, was als Manko festzustellen ist. Die erste Hälfte des über 500 Seiten langen Buches zieht sich an einigen Stellen und ist manchmal spannungsarm. Jedoch wird das Ganze durch die actionreiche zweite Hälfte wettgemacht, die man wirklich verschlingt. Geschickt werden Handlungen aufgebaut, die man so nicht erwartet hätte und Hinweise gestreut, die den weiteren Handlungsverlauf erahnen lassen.

Alles in allem ein lesenswertes Jugendbuch, dass dem Hype nicht gänzlich gerecht wird, aber ein außergewöhnliches Leseerlebnis mit sich bringt.

Veröffentlicht am 29.08.2018

Schwere aber lohnenswerte Lektüre

Fuck you, Hope
0

Fuck you, Hope" ist die Fortsetzung von "Fuck you, Love", doch man kann dieses Buch auch lesen, ohne den Vorgängerband zu kennen. Alles erschließt sich nach und nach aus dem Kontext und es entstehen somit ...

Fuck you, Hope" ist die Fortsetzung von "Fuck you, Love", doch man kann dieses Buch auch lesen, ohne den Vorgängerband zu kennen. Alles erschließt sich nach und nach aus dem Kontext und es entstehen somit keine Verständnislücken. Die Autorin empfiehlt jedoch, beide nacheinander zu lesen, da das natürlich schöner ist :)

Über den Inhalt des Buches kann man gar nicht viel sagen, ohne zu spoilern. Im Mittelpunkt steht Flyod, der gerade dabei ist, sein Studium zu beenden. Ihn treiben Erlebnisse aus der Vergangenheit um, die er nicht verarbeiten kann. Er hat etwas grauenvolles getan und gibt sich Tag für Tag die Schuld dafür, sodass er ein emotionael Wrack ist.
Im Laufe des Buches lernen wir auch die Perspektive von Storm kennen, Floyds Exfreundin. Die beiden verbindet eine ereignissreiche Vergangenheit, die sehr schmerzhaft ist und bis heute nachwirkt.
"Fuck you, hope" beschäftigt sich mit der Geschichte der beiden jungen Menschen, zwischen denen die Nacht von Flyods Geburtstag steht. Sie haben sich seit sechs Jahren nicht gesehen, sodass in der Zwischenzeit einiges passiert ist.
Der Roman ist spannend geschrieben, da man alles hinterfragt und ständig auf der Suche nach der Wahrheit ist (vor allem, wenn man Band 1 nicht kennt). Floyds Zusammenbrüche und Schuldgefühle sind erdrückend, doch sobal man erfahren hat, was er getan hat, ist man hin- und hergerissen: kann man eine solche Tat vergeben? Daniela Hartig erschafft eine Zwickmühle, die emotional aufwühlend und schockierend ist. Es gibt kein richtig und falsch und es wird auch nicht die Moralkeule geschwungen. Man lernt verschiedene Perspektiven kennen und kann sich nach und nach selbst eine Meinung bilden. Die Auswirkungen der Tat werden glaubhaft geschildert und man leidet mit den Figuren mit.
Es gibt spannende Wendungen und witzige Dialoge. Die Figuren wachsen sofort ans Herz und es tut weh, wenn sie Dinge tun, die ihnen nicht gut tun bzw. anderen weh tun.
Wer einmal eine andere Geschichte lesen möchte, als die üblichen Liebesromane, der sollte diese Reihe auf jeden Fall zur Hand nehmen und mit Floyd und Storm in die emotionale Achterbahn steigen!

Den Stern Abzug gab es übrigens, weil mir persönlich das Ende ein wenig zu flach war, aber der Rest ist vollkommen überzeugend. Der Schreibstil ist auch sehr flüssig und Daniela Hartig versteht es, spritzige und knackige Dialoge einzubauen, bei denen man auch mal laut auflachen muss. Das lockert die angespannte Atmosphäre des Romans immer wieder auf. Man hat das Gefühl, die Autorin hat sich wirklich mit den Themen, über die sie schreibt, auseinander gesetzt. Nichts wirkt völlig unrealistisch und die Gefühle der Protagonisten sind wirklich glaubhaft dargestellt.

Eine absolute Leseempfehlung!