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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2025

Super gelungene Mischung aus Sci-fi Elementen und literarischer und philosophischer Unterhaltung

Über die Berechnung des Rauminhalts IV
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Gerade war der 18. November. Am Tag davor war der 17. November und am Tag danach war der 19. November.

Was für dich vielleicht trivial und selbstverständlich klingt, ist für Tara Selter, die Protagonistin ...

Gerade war der 18. November. Am Tag davor war der 17. November und am Tag danach war der 19. November.

Was für dich vielleicht trivial und selbstverständlich klingt, ist für Tara Selter, die Protagonistin von Solvej Balles Romanzyklus, seit mehr als 6 Jahren keine Realität mehr.
Sie ist nämlich in einer Zeitschleife gefangen.

Für alle noch nicht Balle-Infizierten: in der auf mehrere Bände ausgelegten Romanserie lernte ich in den vorausgegangenen zwei Bänden Tara Selter kennen, eine Frau, die feststellt, dass sich für sie ein und derselbe Tag, der 18. November, immer wieder wiederholt.

Das ist die Rezension zum vierten Teil des Romanzyklus und kann logischerweise Spoiler, die die vorausgegangenen Bände betreffen, enthalten.

Mittlerweile ist Tara nicht mehr alleine. Nachdem sie sich lange Zeit allein in der Zeitschleife gefangen wähnte, traf sie in Band III auf einen Mann und später sogar auf eine kleine Gruppe von Menschen, die ebenfalls den 18. November immer wieder erleben.

Im neuesten Band IV erweitert sich die Gruppe von vier auf neun und schließlich auf über fünfzig. Immer mehr Menschen schließen sich der Gruppe um Tara an, und sie werden sesshaft.
Es entwickelt sich eine Art kleine Community, die sich außerhalb der Zeit und des Lebens der anderen Menschen zusammengeschlossen hat.

Mir gefällt dieser Band ehrlich gesagt besonders gut, da ich eine große Vorliebe für Geschichten habe, die beschreiben, wie sich kleine Gruppen von Menschen nach dem Zusammebruch ihres alten Lebens neu organisieren muss und die ihre Gemeinschaft von Null neu aufbauen.

So steht auch Taras Gruppe vor den verschiedensten Herausforderungen, die nicht nur logistischer Natur sind, sondern auch philosophischer und sozialer Natur.

Es wird viel diskutiert, wie sie als Gruppe gut miteinander leben können. Sie suchen nach gemeinsamen Begrifflichkeiten und Benennungen. Wie spricht man über etwas, für das es bis jetzt noch keine Worte gab und das jeder anders empfindet? Und wie einigt man sich auf eine neue Zeitaufteilung, wenn die Zeit nicht mehr linear in Wochen, Monaten und Jahren gemessen werden kann?

Zu Taras Geschichte, die weiterhin aus ihrer Perspektive in Form von schriftlichen Aufzeichnungen erzählt wird, kommen die von vielen anderen Zeitschleifengefangenen. Das bringt viel Dynamik in den Roman und auch Spannung.
Und obwohl die Erfahrungen und Geschichten der unterschiedlichen Menschen der Gruppe stark variieren, gibt es doch einige Gemeinsamkeiten, die wiederum Theorien über die Natur der Zeitschleife befeuern.

Und wie sollen sie ihre Zukunft planen oder gestalten? Nachdem sie jetzt bereits Jahre in der Zeitschleife verbringen, ist ein plötzliches Ende mehr als unwahrscheinlich. Werden sie älter werden und sterben?

„Aber sind wir Menschen? Und was ist man, wenn man kein Mensch mehr ist?“

Ich fand auch diesen Band einfach wieder eine super gelungene Mischung aus Sci-fi Elementen und literarischer und philosophischer Unterhaltung, und es hat mich mega gefreut, dass Solvej Balle mit Band I des Zyklus „On the Calculation of Volume“ dieses Jahr auf der Shortlist für den International Booker Prize stand!

Klar, ich bin ich ein Fangirl dieser Romane und fiebere nach dem Cliffhanger in Band IV auch wieder auf den nächsten Band hin. Ich möchte dich motivieren, einen Blick auf diesen Romanzyklus zu werfen, wenn du auf der Suche nach raffinierten Leseerlebnissen bist!

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Veröffentlicht am 22.11.2025

Sensibel und weitumfassend erzählter Roman

Blinde Geister
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Dass ich „Blinde Geister“ von Lina Schwenk lesen wollte, hat tatsächlich mit seiner Nominierung für den Deutschen Buchpreis zu tun. Auf der Frankfurter Buchmesse konnte ich die Autorin bei einem Gespräch ...

Dass ich „Blinde Geister“ von Lina Schwenk lesen wollte, hat tatsächlich mit seiner Nominierung für den Deutschen Buchpreis zu tun. Auf der Frankfurter Buchmesse konnte ich die Autorin bei einem Gespräch mit der FAZ erleben. Und als Schwenk über die Geschichte dieser beiden Mädchen sprach, die sich im Schrank verstecken, weil die ganze Familie mit der Kriegstraumatisierung des Vaters umgehen muss, wusste ich, dass ich den Roman unbedingt lesen will.

„Blinde Geister“ ist ein wirklich sensibel und weitumfassend erzählter Roman, der etwas abbildet, das noch lange nach dem Krieg in vielen Familien nachwirkte. Das erlebte Grauen in den Bombenkellern und Schützengräben hat sich tief eingegraben und wurde durch die aufkommende heile Scheinwelt des 50er-Jahre-Wirtschaftswunders nur unzureichend und oberflächlich durch Konsum und neuen Wohlstand überdeckt.
Die Traumata blieben oft unausgesprochen und unverarbeitet verborgen, prägten aber die Familien der Betroffenen bis in die nächsten Generationen.
In so einer Familie wächst die kleine Olivia, die Ich-Erzählerin von Schwenks Debütroman, nach dem Krieg auf. Die Spuren der Nazizeit sind noch in der Gesellschaft spürbar, genauso wie die Entbehrungen und Schrecken der Kriegsjahre.
Doch in Olivias Familie wird nie wirklich darüber gesprochen, warum sie immer wieder Zeit im Keller des Hauses verbringt. Eine große Sprachlosigkeit und die emotionale Not schafft Distanz zwischen den einzelnen Familienmitglieder.

Schwenk erzählt sehr gekonnt gerafft über große Zeiträume und ich erlebe, wie Olivia erwachsen und selbst Mutter wird, den langsamen und gemeinsamen Tod der Eltern, der gleich in der Eingangszene so wirkungsvoll geschildert wird. Sie erzählt von den psychischen Problemen der Erzählerin und ihrem allmählichen Verstehen als Erwachsene von der Nöte der Eltern. Vor allem die ihrer Mutter, die zwischen der Liebe zum Ehemann und seinen Bedürfnissen und denen der Kinder zerrißen wurde.

Gerade im Hinblick darauf, dass wir auch heute in meiner Generation mit den Nachwirkungen der (Nach-) Kriegserfahrungen unserer Eltern und Großeltern in Berührung kommen, finde ich es großartig, dass Schwenk den Bogen bis ins heute spannt und darauf hinweist, dass es auch heute noch immer Krieg gibt.

Ein großartiges Debüt, das Lust auf mehr Literatur von Lina Schwenk macht!

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Veröffentlicht am 22.11.2025

Informativ und spannend: Idealfall einer Biografie

Hermann Göring
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Braucht es wirklich noch eine weitere Biografie über einen Naziverbrecher? Wurde nicht längst alles gesagt, analysiert und geschrieben?
Andreas Molitor, Diplom-Volkswirt und Journalist unter anderem für ...

Braucht es wirklich noch eine weitere Biografie über einen Naziverbrecher? Wurde nicht längst alles gesagt, analysiert und geschrieben?
Andreas Molitor, Diplom-Volkswirt und Journalist unter anderem für die ZEIT, findet das schon und geht in der Einleitung und im Schlusswort kurz auf seine persönliche Motivation dazu ein, eine Biografie ganz auf der Höhe der Zeit zum Reichsminister für Luftfahrt zu schreiben.

Auch ich finde nach dem Lesen, dass es sehr wohl lohnenswert ist, sich das Leben und den Werdegang einer der schlimmsten Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkrieges genauer anzuschauen. Zudem liest sich die Biografie wie ein echter Pageturner und beleuchtet den historischen Kontext der Lebensspanne Görings und ordnet sie ein.

Die Biografie ist chronologisch aufgebaut, von kleineren Zeitsprüngen, die die extremen Schwankungen in Görings Leben (vom Fliegerass des ersten Weltkrieges zum morphiumabhängigen Arbeitslosen) verdeutlichen sollen, einmal abgesehen.
Besonders die Kindheits- und Jugendjahre Görings betrachtet Molitor aus psychologischer Sicht, recherchiert dafür Quellen und nimmt Bezug auf andere Biografien und Analysen und ordnet sie neu ein. Vor allem die Texte der amerikanischen Psychologen Gustave M. Gilbert und Douglas M. Kelley, die während der Nürnberger Prozesse viel Zeit mit dem Angeklagten Göring verbrachten, dienen ihm als Ausgangslage.


Zudem hat Molitor als Diplom-Volkswirt ein besonderes Augenmerk auf die wirtschaftliche Situation des Dritten Reiches, die Göring als Reichsminister für Luftfahrt und mit weitreichenden Machtbefugnissen entscheidend beeinflusste.

Sehr interessiert habe ich die Einordnung Molitors zum Thema Göring als morphiumsüchtiger Junkie gelesen, wobei er vor allem auf Norman Ohlers „Der totale Rausch“ eingeht. Molitor kritisiert Ohlers Darstellung als nicht faktenbasiet und in seinem Detailreichtum für fiktiv ausgeschmückt. Görings Drogensucht wird oft übertrieben und vereinfacht als Hintergrund und Auslöser für seinen Wahnsinn herangezogen. Dabei wurde die Legende von Göring als Morphinist hauptsächlich von seinen Widersachern in Umlauf gebracht.

Mein persönlicher Grund, die Biografie zu lesen, war übrigens meine vorangegangene Lektüre von Bettina Görings Biografie „Der gute Onkel“, in der sie von ihrer Auseinandersetzung mit ihrem dunklen Familienerbe erzählt, was ich als sehr bereichernd und sehr lesenswert empfand. Ergänzend dazu wollte ich mehr über das Leben des „guten Onkels“ lesen. Auch Molitor geht kurz auf Bettina Görings Buch ein und vergleicht ihre Erinnerungen mit den real vorliegenden Fakten.

Für mich war diese Biografie von Andreas Molitor so wie ich mir eine Biografie im Idealfall wünsche. Sehr informativ und mit einer Zusammenfassung und vor allem Auswertung und Einordnung von vorhandenen Quellen und Dokumenten, dabei aber gleichermaßen spannend zu lesen und nie langweilig.

Wenn ich eine Biografie über einen der führenden Agitatoren der Nazizeit lese, lege ich außerdem besonders Wert auf eine entsprechende Benennung und Einordnung seiner Verbrechen und seiner Schuld. Das findet hier meiner Meinung nach in sehr gelungener Form statt.

Von mir gibt es für diese neue Biografie über Hermann Göring eine große Leseempfehlung für alle, die sich für deutsche Geschichte interessieren. Ich habe das Buch teilweise als Hörbuch gehört, das vereinzelt mit Original Audioaufnahmen veredelt wurde, würde hier aber auf Grund der Abbildungen und des reichhaltigen Anhangs explizit das Hardcover empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Interessanter Blick in die chinesische Gesellschaft

Schwanentage
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Yu Ling, die junge Protagonistin in „Schwanentage“, steckt ziemlich in der Klemme. Gemeinsam mit ihrem Partner hat sie gerade den kleinen Kuan Kuan entführt, für dessen Wohlergehen sie als Kindermädchen ...

Yu Ling, die junge Protagonistin in „Schwanentage“, steckt ziemlich in der Klemme. Gemeinsam mit ihrem Partner hat sie gerade den kleinen Kuan Kuan entführt, für dessen Wohlergehen sie als Kindermädchen eigentlich verantwortlich wäre. Der Plan ist, von seinen Eltern, einem wohlhabenden Ehepaar der chinesischen Elite, Lösegeld zu erpressen.
Das ist grundsätzlich ein krimineller Plan, wie Yu Ling sehr wohl bewusst ist und noch dazu geht er nicht auf. Denn just als sie mit Kuan Kuan auf ihrem „Ausflug“ sind, werden Vater und Großvater des Kindes wegen Korruptionsverdacht verhaftet, und die Mutter verschwindet spurlos.
Niemand scheint sich für den siebenjährigen Jungen zu interessieren, geschweige den Lösegeld bezahlen zu wollen.

So beschließt Yu Ling, den Plan abzubrechen und mit Kuan Kuan nach Hause zurückzukehren, zumal sich ihr Partner und Komplize ebenfalls als moralisch korrupt entpuppt hat.

Yu Ling ist eine faszinierende und liebenswerte Figur. Eigentlich liebt sie den kleinen Kuan Kuan wie ein eigenes Kind und würde ihm nie etwas tun, andererseits sieht sie wenig Möglichkeiten ihre finanzielle Situation und ihren Lebensstandard zu verbessern.

Als Kindermädchen von reichen Leuten ist sie ständig von den praktischen und luxuriösen Haushaltsgeräten, Autos und dem Lebensstil ihrer Dienstherren umgeben, die für sie unerreichbar sind.

„Genau deshalb war es grausam, Kindermädchen oder Chauffeur zu sein: Man tauchte in einen völlig anderen Lebensstil ein, wurde davon in gewisser Weise geprägt, aber zurück in seinem alten Leben, würde man damit so lächerlich wirken wie ein ausgebauter Einbaubackofen. Es blieb dir nichts übrig, als dich in dein früheres Selbst zurückzuverwandeln. Aber ging das überhaupt?“

„Schwanentage“ ist ein Roman, der die Kritik am chinesischen Klassensystem in eine spannende Geschichte verpackt. Denn Yu Ling hat nicht nur den Wunsch nach einem besseren Leben, sondern auch ein Geheimnis, das genau das verhindern könnte…

Außerdem würde ich „Schwanentage“ durchaus als feministisch ansehen, denn es sind bei Zhang Yueran die Frauen, die hier die Entscheidungen treffen und moralisch integer agieren.

„Früher hatte sie sich immerzu gefragt, woher diese Männer eigentlich ihre Autorität nahmen. Sie saßen auf den Stühlen der Macht, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.“

Im Verlauf der Handlung wird klar, welche Gefühle die junge Yu Ling wirklich antreiben und wie stark ihr moralischer Kompass ausgerichtet ist.
Der Schwan, der eigentlich eine Gans ist, begleitet symbolisch und metaphorisch durch die Handlung und bringt ein leichtes melancholisches und fantastisches Element mit in die Geschichte.

Anders als so manch andere Romane aus China, liest sich „Schwanentage“ sehr unterhaltsam und flüssig und überrascht mich mit einem Schluss, der meiner Meinung nach sowohl eine optimistische als auch eine pessimistische Deutung bereithält.

Und wie immer bei Romanen aus China bin ich von den Einblicken in eine Gesellschaft, über die ich sonst so wenig weiß, sehr fasziniert.

Wenn es dir auch so geht, ist „Schwanentage“ sicher eine Empfehlung für dich!

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Rasante und gesellschaftskritische Unterhaltung

Die Unbußfertigen
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Nach dem Beenden von „Die Unbußfertigen“ habe ich noch Fragen. Viele Fragen.
Warum haben alle Figuren so geredet, als äßen sie feministische Instagram Kacheln zum Frühstück? Warum gelangen in dem Roman ...

Nach dem Beenden von „Die Unbußfertigen“ habe ich noch Fragen. Viele Fragen.
Warum haben alle Figuren so geredet, als äßen sie feministische Instagram Kacheln zum Frühstück? Warum gelangen in dem Roman die meisten Figuren durch ein intensives Gespräch so schnell zur Katharsis, während du dir im wirklichen Leben den Mund fusselig reden kannst?
Warum bin ich mit den Dialogen des Romans derart unzufrieden und hatte doch ziemlichen Spaß dabei?

Aber von vorne: nach dem Sachbuch „Migrantenmutti“, das ich supergenial fand, legt Elina Penner jetzt mit „Die Unbußfertigen“ ihren zweiten Roman vor.
Penners Vorliebe für Reality TV Shows kennen ich schon von ihren Texten auf ihrem Blog „Hauptstadtmutti“ und ihrem Instagram Account. Auch in „Migrantenmutti“ erzählt sie äußerst unterhaltsam von ihrer Liebe zu „Frauentausch“.

Jetzt ist ein ganzer Roman daraus geworden, denn in einer (nicht so weit enfernten) weitergedachten Zukunft treffen sich zehn verschieden Menschen, auf dem Weg in abgelegenes Herrenhaus. Sie alle haben keine Ahnung was sie dort erwartet, sie folgen den Einladung eines neuen und erfolgreichen Social Media Kanals, auf dem sie alle den höchsten Rank belegen.
Die zehn Menschen sind zehn Internet Steretype, die wir alle kennen: die sexy Fitfluencerin, die Momfluencerin, der Lovescammer, der gemeine Kommentator, der gnadenlose Rezensionenschreiber, um nur ein paar zu nennen.
Natürlich ahnt die aufmerksame Leserin, dass es sich bei den Figuren um Kanditatinnnen für ein neues Realtity TV Format handelt und so ist es auch. Bis es die Kandidatinnen allerdings selbst herausfinden, braucht es allerdings eine Weile.
Jeder der Kandidatinnen hat ein dirty, little secret und es dauert nicht lange, bis diese an Tageslicht kommen. Ziel der Show ist es nämlich, wie der Titel des Romans es bereits nahelegt, dass die Kandidat*innen ihre Sünden bereuen.

Penner würzt das ganze ausgiebig mit Anspielungen auf diverse popkulturelle Trends und TV Shows, von denen mir sicherlich viele entgehen. Denn bis auf die Kolumnen im Stern von Anja Rützel (und natürlich denen von Elina Penner selbst) habe ich mit Reality TV eher weniger Berührungspunkte.
Das macht aber gar nichts, der Roman ist rasant erzählt und macht mir Spaß, dringt bei mir aber auf Grund der konstruierten Dialoge und der oben erwähnten bleibenden Fragen nicht wirklich in tiefere Bewusstseinsschichten vor.

Wenn du also Unterhaltung suchst, könnte Penners neuer Roman was für dich sein. Wenn du allerdings nach bitterbösen und feministischen gesellschaftlicher Abrechnung in Form von einer geschriebenen Reality TV Show sucht, dann verweise ich dich lieber auf „Hotel Love“ von Petra Piuk.

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