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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.08.2024

Eine Freude für die Kleinen

Gute Nacht! Sei so nett und bring mich ins Bett!
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Das Mitmachbuch "Gute Nacht! Sei so nett und bring mich ins Bett!" habe ich als Geschenk für eines meiner Nachbarkinder gekauft. Sie wird demnächst zwei und den Rezensionen nach ist es wohl auch für Jüngere ...

Das Mitmachbuch "Gute Nacht! Sei so nett und bring mich ins Bett!" habe ich als Geschenk für eines meiner Nachbarkinder gekauft. Sie wird demnächst zwei und den Rezensionen nach ist es wohl auch für Jüngere passend.
Der erste Eindruck von der Mutter und mir war jedenfalls sehr positiv gewesen. Das Buch besteht aus dickeren, stabilen und vor allem abgerundeten Seiten. Die Illustrationen von Agi Ofner sind wunderschön und voller liebevoller Details. Die Seiten sind nicht überfüllt und der Text, der sich farblich von den Seiten abhebt, leicht verständlich. Auch wenn es noch ein paar Worte gab, die von der Mama erklärt werden mussten. Mit tatsächlichen Zieh-und Drückelementen wäre die Interaktion zwar wahrscheinlich noch intensiver gewesen aber auch so hatte das Mädchen Spaß den Aufforderungen nachzukommen dem Siebenschläfer beim Zubettgehen zu begleiten. So hat sie beispielsweise auf die Zahnpasta gedrückt als er sich die Zähne putzen sollte.
Das schöne ist, dass es eben die täglichen Routinen beinhaltet, die Kleinkinder auch erleben und so können sie es noch besser verinnerlichen.
Das Nachbarmädchen hat sich über das Geschenk sehr gefreut und hat es mit ihrer Mutter die letzten Abende vor dem Schlafengehen gelesen und das ist es doch worauf es ankommt.

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Anspruchsvoll

Die Stimme der Kraken
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Dieser faszinierende Roman entführt die Leser in die tiefen Gewässer vor die Insel Con Dao, wo eine unentdeckte Krakenart eine völlig neue Perspektive auf intelligentes Leben bietet.
Die Geschichte ist ...

Dieser faszinierende Roman entführt die Leser in die tiefen Gewässer vor die Insel Con Dao, wo eine unentdeckte Krakenart eine völlig neue Perspektive auf intelligentes Leben bietet.
Die Geschichte ist spannend und äußerst einfallsreich erzählt, wobei der Autor geschickt zwischen verschiedenen Handlungssträngen wechselt. Muss aber gestehen, dass das Buch nichts für zwischendurch ist, sondern mir einiges an Konzentration abverlangt hat. Gerade auch wenn es um das Verständnis geht.
Das Buch ähnelt auch eher einer Sci-Fi Geschichte, weil hier auch Roboter sowie KI Wesen ihr Unwesen treiben.
Der Schreibstil von Ray Nayler ist jedoch packend und prägnant, wodurch die Atmosphäre der Unterwasserwelt sowie die politischen und wirtschaftlichen Machenschaften auf Con Dao greifbar und lebendig werden. Ich mochte auch die detaillierten Beschreibungen der Charaktere und ihrer Motivationen die es dem Leser ermöglichen die Figuren näher kennen zu lernen.

Ich mag auch die Art und Weise, wie Nayler komplexe Themen wie die Definition von intelligentem Leben und die Auswirkungen dessen behandelt, auch wenn dadurch kaum Spannung aufkommt. Und das ist tatsächlich das, was mir am meisten gefehlt hat. Natürlich gibt es immer wieder spannende Sequenzen, diese werden jedoch genauso schnell wieder aufgelöst. Von einem Thriller erwarte ich da etwas mehr.
Die Geschichte regt insgesamt zum Nachdenken über die Zukunft der Menschheit und ihren Umgang mit der Natur an Noch einmal würde ich den Roman jedoch nicht lesen.

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Veröffentlicht am 09.04.2024

Interessante Idee mit melancholischer Stimmung

Das andere Tal
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Scott Alexander Howard hat mit seinem Debütroman ein absolut interessantes Thema aufgegriffen, Zeitreisen.

Wir begleiten die 16 Jährige Odile, die an einem besonderen Ort wohnt. Das von ihr bewohnte Tal ...

Scott Alexander Howard hat mit seinem Debütroman ein absolut interessantes Thema aufgegriffen, Zeitreisen.

Wir begleiten die 16 Jährige Odile, die an einem besonderen Ort wohnt. Das von ihr bewohnte Tal wirkt zuerst ziemlich idyllisch mit dem See und den Bergen doch bei genauen Hinsehen wird deutlich wie isoliert und bewacht das Ganze ist. Und der Grund dafür ist, dass im Osten das identische Tal, nur 20 Jahre in der Zukunft, liegt und im Westen das selbe nur 20 Jahre in der Vergangenheit ist. Und so wiederholt sich das Ganze mit den Tälern in 20 Jahres Schritten.

Wäre es nicht verlockend kurz zu schauen, wie die eigene Zukunft aussieht, was man besser machen könnte?

Nur ist niemandem ohne die Zustimmung des Conseils erlaubt das Tal zu verlassen. Es bekommen nur wenige eine Bewilligung ein anderes Tal zu besuchen, meist hängt es mit einem Trauerfall zusammen. Die Zeitlinie darf dabei auf keinen Fall verändert werden und so liegt eine schwere Entscheidung nicht nur vor Odile, nein, auch ich habe gegrübelt, wie ich in manchen Situationen reagiert und entschieden hätte.

Odile ist ein ruhiges Mädchen, das kurz vor dem Schulabschluss steht und sich mit der Berufsfrage beschäftigen muss. Auf Wunnsch der Mutter soll sie sich für das Auswahlverfahren zum Conseil bewerben. Man begleitet sie dabei wie sie ihre ersten Freundschaften schließt und was sie in der Ausbildung erlebt, das sie vor einem Konflikt stellt.

In der zweiten Hälfte des Buches begleiten wir die Erwachsene, 20 Jahre ältere, Odile, die mit den Folgen ihrer Entscheidungen lebt.

Ich fand vor allem ihre Entwicklung von dem schüchternen Mädchen zu der selbstsicheren Frau über das ganze Buch hinweg interessant. Und doch komme ich nicht umhin, diese bedrückende Stimmung zu erwähnen. Es gibt in diesem Roman so wenig Freude, stets hängt eine eher düstere Wolke über die ganze Erzählung. Gerade in der zweiten Hälfte wird der Einsamkeit von Odile viel Raum gegeben.

Generell ist es ein eher ruhiger und langsamer Roman, der sich manchmal in Detailerzählungen verliert. Man braucht Ausdauer und doch habe ich mich gefreut mal was ganz anderes zu lesen. Man merkt, dass der Autor einen philosophischen Hintergrund hat, der Erzählstil ist einzigartig und man braucht schon einiges an Konzentration um mitzukommen. Vor allem geht es auch um einige wichtige Fragen, wie beispielsweise ob wir das Schicksal selbst bestimmen können, wenn sowieso schon feststeht wie mein Leben in 20 Jahren aussieht. Ist alles schon in Stein gemeißelt ohne dass man eine Chance auf Veränderung hat?
Musste mich auch daran gewöhnen, dass es keine wörtliche Rede gibt. Glaube nicht, dass ich das schon mal erlebt habe, umso interessanter ist es.

Zusammengefasst ist es kein Roman für mal eben zwischendurch. Und doch nimmt man als Leser sehr viel mit. Auch im Nachhinein denke ich noch viel darüber nach. 3,5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 19.03.2024

Anspruchsvoller Gegenwartsroman

Der Wald
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Die Geschichte handelt von Mira Bunting, der Gründerin von der Guerilla-Gardening-Gruppe Birnam Wood. Zusammen mit den anderen zwei Gruppenmitgliedern, ihrer besten Freundin Shelly sowie Tony, interessiert ...

Die Geschichte handelt von Mira Bunting, der Gründerin von der Guerilla-Gardening-Gruppe Birnam Wood. Zusammen mit den anderen zwei Gruppenmitgliedern, ihrer besten Freundin Shelly sowie Tony, interessiert sie sich für verlassene Grundstücke um diese neu zu bepflanzen und stößt nun auf eine Farm an einem Wald, die durch einen Erdrutsch abgeschnitten ist. Ziel ist es sich dort als Umweltaktivisten anzusiedeln und sich finanziell stabil aufzubauen.

Auf der anderen Seite haben wir Robert Lemoine, einen skrupellosen Milliardär und Pioneer in der Drohnentechnik sowie einen Anhörigen der Prepper Szene. Er ist schon längst in Verkaufsgesprächen mit den Grundstücksbesitzern. Natürlich stellt sich sofort die Frage, worin sein Interesse, neben dem Bauen eines Überlebensbunkers, liegt, vor allem als er sich dazu entschließt Birnam Wood finanziell zu unterstützen. Er wirkt nämlich nicht wie jemand, der gemeinnützige Arbeit finanziert.

Der Einstieg in das Buch war nicht unbedingt einfach, die Autorin beschreibt die Charaktere nämlich äußerst genau, es geht um ihre Vergangenheit, Konflikte, die Anschauungsweisen sowie Ideale. Es geht viel um ihre inneren Monologe in denen sie ihre Sichtweisen rechtfertigen oder deutlich machen wie sie sich die Zukunft vorstellen. Auch in den Gesprächen miteinander wirkt es eher so als würden sie ihren Monolog laut aussprechen anstatt sich mal zuzuhören und darauf einzugehen. Und so kann es sein, dass es nicht unbedingt jedem zusagt, da die Spannung einige Zeit auf sich warten lässt.

Ich bin jedoch wirklich froh, dass ich das Buch nicht vorzeitig zur Seite gelegt hab, denn das letzte Drittel hat mich absolut gefesselt.

Eleonor Catton überzeugt hier durch einen intelligenten Schreibstil und einer sehr interessanten Idee, die bei der Umsetzung durch Originalität beeindruckt.

Ich muss zugeben, dass ich weniger gefühlsmäßig investiert war, da die Charaktere nicht unbedingt darauf ausgelegt sind einen sympathischen Eindruck zu machen, sondern eher mental beansprucht worden bin. Immerhin sind die hier behandelten Themen hoch aktuell und wichtig.

Wer also kein Problem damit hat, dass es zu Beginn etwas ruhiger zugeht und sich über ausführliche Charakterisierung freut, kann ich das Buch nur empfehlen. Vor allem bei solch einem fesselnden Ende!

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Veröffentlicht am 10.03.2024

Spannend mit einigen Wendungen

Gestehe
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Habe mich schon sehr auf den neuen Thriller von Henri Faber gefreut und wurde auf jeden Fall belohnt.

Es wird aus drei Ich-Perspektiven erzählt. Da haben wir Jacket, einen Ermittler, der im Alleingang ...

Habe mich schon sehr auf den neuen Thriller von Henri Faber gefreut und wurde auf jeden Fall belohnt.

Es wird aus drei Ich-Perspektiven erzählt. Da haben wir Jacket, einen Ermittler, der im Alleingang einen Organhändlerring gesprengt hat und im Anschluss ein Buch darüber geschrieben hat. Er ist ein Star und fast schon ein Held für Österreich. Von seinen Kollegen wird er jedoch nicht bewundert, für sie ist er eher eine Witzfigur.

Durch Flashbacks gewinnen wir einen Einblick in das vorherige Geschehen, denn so einfach ist es nicht für Jacket das Ganze zu verarbeiten, immerhin hat er damals seinen Partner verloren. Hatte ich zu Beginn noch meine Schwierigkeiten mit ihm, hab ich mich tatsächlich mit seiner Art angefreundet, weil hinter seiner Fassade so viel mehr steckt.

Dann haben wir noch Mohammad „Mo“ Moghaddam, Jackets Kollegen in diesem Fall, der zwar Jahrgangsbester in der Polizeischule war, aber auch viel mit Rassismus aufgrund seines Migrationshintergrunds zu kämpfen hat und so noch nie einen Fall selbstständig betreuen durfte. Da wird man als Leser auch zum Nachdenken angeregt. Mit ihm habe ich schon eher sympathisiert.

Die zwei Charaktere sind ziemlich gegensätzlich, Mo arbeitet sehr akribisch und gewissenhaft im Vergleich zu Jacket.

Zuletzt haben wir noch die grausame Perspektive von "Er", die durch innere Monologe geprägt ist.

Ist der Thriller zu Beginn noch ruhig, wird es im Verlauf immer fesselnder. So konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, was auch an den kurzen Kapiteln liegt, die oft mit einem Cliffhanger endeten. Ich habe so viel mitgerätselt und wurde immer wieder überrascht. In diesem Thriller gibt es so manch eine Wendung, die ich nicht erwartet habe, gerade zum Ende hin. Ich hatte kein Problem damit, dass der Beginn etwas ruhiger war um die Charaktere besser kennenzulernen, dafür ging es zum Ende hin Schlag auf Schlag, vielleicht hätte man die Spannung auch etwas besser verteilen können.

Es ist ein gut durchdachter Thriller, bei dem ich auch die Auflösung sehr zufriedenstellend finde.

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