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MadameDupin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2026

Magie im Rahmen

Zwei in einem Bild
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„Zwei in einem Bild“ von Morgan Pager hat mich schon mit seine originelle und kreative Grundidee überzeugt. Allein das Cover ist sehr ansprechend gestaltet uundverweist umgehend auf die Verbindung zur ...

„Zwei in einem Bild“ von Morgan Pager hat mich schon mit seine originelle und kreative Grundidee überzeugt. Allein das Cover ist sehr ansprechend gestaltet uundverweist umgehend auf die Verbindung zur Kunst, wodurch meine Neugier gleich geweckt wurde.

Die Handlung rund um Claire, die junge Mutter mit einer neuen Anstellung im Museum und Jean, der sein Leben im Gemälde verbringt, ist fantasievoll umgesetzt und bietet viele atmosphärische Momente. Besonders die lebendigen Beschreibungen der verschiedenen Bildwelten haben mir gut gefallen, da sie einen regelrecht in die Szenen hineinziehen. Auch wenn nicht jeder Aspekt bis ins Detail ausgearbeitet ist und besonders die Liebesgeschichte sehr vorhersehbar ist, entfaltet die Geschichte dennoch einen besonderen Reiz durch ihre ungewöhnliche Perspektive.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und angenehm zu lesen. Es entsteht eine fast träumerische Stimmung zu erzeugen, die über den schlussendlich doch etwas oberflächlichen Inhalt hinwegsehen lässt.

Insgesamt hat mir diese Idee zur Verbindung von Kunst, Fantasie und Emotionen gut gefallen und schönes Leseerlebnis erzeugt.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Mein Oktopus

Das White Octopus Hotel
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Der Roman Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell hat mich mit seiner ungewöhnlichen Idee und besonderen Atmosphäre überzeugt. Die Geschichte rund um Eve, die durch eine mysteriöse Begegnung zu einem ...

Der Roman Das White Octopus Hotel von Alexandra Bell hat mich mit seiner ungewöhnlichen Idee und besonderen Atmosphäre überzeugt. Die Geschichte rund um Eve, die durch eine mysteriöse Begegnung zu einem verlassenen und geheimnisumwobenen Hotel in den Alpen gelangt, fühlt sich beim Lesen fast wie ein Traum an – man taucht ein in eine Welt, in der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschwimmen und Unmögliches möglich wird. Sehr gefallen hat mir die Nähe zu der Protagonistin, in die man sich trotz der unwirklichen Umgebung gut hineinversetzen konnte. Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich auf eine sanfte, glaubwürdige Weise und gibt dem Ganzen eine sehnsuchtsvolle Note. Man muss sich stellenweise ein bisschen konzentrieren, um mit den handelnden Personen nicht durcheinander zu kommen und alle Zusammenhänge zu verstehen. Insgesamt ist es eine einfühlsame, leicht mystische Geschichte, die im Kopf bleibt und sich angenehm von typischen Romanen abhebt.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Zwischen Familienleben und Zeitenwende

Wenn die Sonne untergeht
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Wenn die Sonne untergeht von Florian Illies ist ein atmosphärisches Porträt der Familie Mann in den ersten Monaten ihres Exils nach der Machtübernahme durch die Nazis 1933. Es gelingt ihm meisterhaft, ...

Wenn die Sonne untergeht von Florian Illies ist ein atmosphärisches Porträt der Familie Mann in den ersten Monaten ihres Exils nach der Machtübernahme durch die Nazis 1933. Es gelingt ihm meisterhaft, historische Fakten, persönliche Eigenheiten und stille Katastrophen miteinander zu verweben. Feinsinnig zeigt er Thomas Mann zwischen Disziplin und Chaos, zwischen Unsicherheit und stoischem Voranschreiten inmitten der Emigrantengemeinschaft in Sanary-sur-mer. Dabei werden die verschiedenen Arten mit dem Verlust der Heimat umzugehen, verdeutlicht. Besonders beeindruckt hat mich die Herausarbeitung der familiären Dynamik aus der Sicht aller Mitglieder im Kontext der damaligen politischen Umbrüche. Die präzise Beobachtung, leise Ironie und der melancholische Grundton machen das Buch zu einer eindringlichen, nahbaren Zeitreise.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Mord im Schatten der Tramuntana

Das Teufelshorn
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Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen – nicht nur der verwobene Kriminalfalls, sondern auch die stimmungsvolle Kulisse haben mich gleich überzeugt. Anna Nicholas zeichnet ein lebendiges Bild von ...

Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen – nicht nur der verwobene Kriminalfalls, sondern auch die stimmungsvolle Kulisse haben mich gleich überzeugt. Anna Nicholas zeichnet ein lebendiges Bild von Mallorca abseits des Massentourismus. Die Landschaft, die kleinen Dörfer und das Leben auf der Insel werden detailreich, aber unaufdringlich beschrieben und schaffen eine angenehme Atmosphäre, in die man beim Lesen leicht eintauchen kann.

Hauptfigur Isabel Flores Montserrat ist eine echte Entdeckung: taff, scharfsinnig und dabei durchweg sympathisch. Ihre unkonventionelle Art und ihr feiner Humor machen sie zur idealen Ermittlerin in diesem verwickelten Fall, ebenso wie ihre Sidekicks Pep und Furo. Besonders gelungen finde ich, wie sich nach und nach die verschiedenen Handlungsebenen entfalten – was zunächst wie ein lokaler Vorfall erscheint, entpuppt sich als weit komplexeres Geschehen mit vielen Wendungen. Immer wieder wird man als Leser überrascht, ohne dass die Geschichte konstruiert wirkt.

Die Mischung aus Spannung, Lokalkolorit und glaubwürdigen Charakteren hat Das Teufelshorn für mich zu einem echten Lesehighlight gemacht. Ich hoffe sehr, dass die weiteren Fälle mit Isabel bald übersetzt werden – ich freue mich schon!

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Veröffentlicht am 09.04.2025

In Stein gebannt

Was ich von ihr weiß
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„Was ich von ihr weiß“ ist ein berührender Roman, der große Themen wie Familie, Erinnerung und Identität behandelt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines im Sterben liegenden Mannes, der auf ...

„Was ich von ihr weiß“ ist ein berührender Roman, der große Themen wie Familie, Erinnerung und Identität behandelt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht eines im Sterben liegenden Mannes, der auf sein turbulentes Leben im Beginnenden 20. Jahrhundert zurückblickt. Aufgewachsen zwischen Armut und Kriegswirren, hat der junge Mimo unbestreitbar ein handwerkliches Talent. Es folgt ein Kampf um berufliche Anerkennung als Bildhauer, die Behauptung der eigenen Persönlichkeit und die innige jedoch komplizierte Beziehung zu seiner Jugendfreundin Viola. Paralell liegt die Welt im Krieg während der Faschismus in Italien erstarkt und alle versuchen einen Platz für sich zu finden. Besonders gelungen ist der Wechsel zwischen den verschiedenen Jahrzehnten, die der Geschichte zusätzlich Tiefe und Dynamik geben, ohne den Lesefluss zu stören. Mimos Perspektive bleibt dabei stets nachvollziehbar und authentisch im Mittelpunkt. Ein insgesamt kraftvoller Roman, der nachwirkt – trotz kleiner Längen im Mittelteil absolut lesenswert.

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