Geister, Schwiegermonster und grässliche Geheimnisse
Die Verlorenen von GreyswickDas schöne bei den Festa Taschenbüchern ist, dass egal wie dick sie sind, sie 16,99 € kosten. Ich war sehr überrascht, als ich 𝐃𝐢𝐞 𝐕𝐞𝐫𝐥𝐨𝐫𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐧 𝐆𝐫𝐞𝐲𝐬𝐰𝐢𝐜𝐤 auspackte, denn der Roman hat über 600 Seiten. ...
Das schöne bei den Festa Taschenbüchern ist, dass egal wie dick sie sind, sie 16,99 € kosten. Ich war sehr überrascht, als ich 𝐃𝐢𝐞 𝐕𝐞𝐫𝐥𝐨𝐫𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐧 𝐆𝐫𝐞𝐲𝐬𝐰𝐢𝐜𝐤 auspackte, denn der Roman hat über 600 Seiten. Aber eine Geschichte rund um ein Spukhaus darf meinetwegen auch ruhig etwas länger ausfallen.
England, 1917: Noch immer erholt sich Stella von einem schweren Verlust. Doch nun braucht ihre schwangere Schwester Stella’s Hilfe. Diese lebt zusammen mit der Schwiegermutter auf dem Anwesen Greyswick und wird zunehmend von einem nervlichen Leiden geplagt. Nächtliches Weinen, urplötzlich auftauchende Spielzeugsoldaten. Doch auf Greyswick gibt es kein Kind. Zunächst glaub Stella nicht an einen Spuk, aber dann häufen sich die Vorfälle und diese deuten ein lang zurückliegendes Verbrechen an.
Stella ist eine etwas andere Romanheldin. Sie behandelt ihre Bediensteten (zunächst) nicht, wie so oft als Freunde, sondern als das was sie sind, wenn auch nicht ohne Respekt. Sie ist außerdem stur wie ein Esel und gibt selbst da noch Widerworte, wo andere längst aufgeben. Diese freche Hartnäckigkeit fand ich manchmal fast schon zum lachen. Aber gut! Endlich mal jemand der sich durchsetzt.
Der Großteil der Figuren ist weiblich. Sie arbeiten mit- und gegeneinander, stehen zwischen Tradition und Eigensinn. So entsteht eine interessante Dynamik bei der die Männer nicht unwichtig, aber nur Nebendarsteller sind.
Der Spuk ist jetzt nichts neues, aber dennoch sehr schön eingefangen. Wo der seinen Ursprung hat entblättert sich in gewohnter Manier Stück für Stück und führt einen auf so manche falsche Fährte. Natürlich kann man sich einiges schon denken und doch gab es für mich so manche Überraschungen.
Eigentlich habe ich nichts zu meckern, aber da mich die Geschichte trotz wirklich einwandfreier Spukhaus Atmosphäre mal wieder nicht gruseln konnte und mir manches nicht ausreichend genug erklärt wurde (Billy, Das Geheimnis um die Widmung in Stella’s Buch,…) gibt es von mir sehr gute 4 Sterne.