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Veröffentlicht am 08.09.2025

Medizin für miese Männer

Die versteckte Apotheke
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Vielfach hier auf Bookstagram gesehen, haben mich gleich Cover und Titel angesprochen. Einen Roman über eine Apotheke habe ich zwar schon einmal gelesen, aber diese hier hat sich nicht auf Heilmittel spezialisiert, ...

Vielfach hier auf Bookstagram gesehen, haben mich gleich Cover und Titel angesprochen. Einen Roman über eine Apotheke habe ich zwar schon einmal gelesen, aber diese hier hat sich nicht auf Heilmittel spezialisiert, sondern auf die Mordwaffe der Frauen: Gift.
Außerdem geht es noch ein bisschen um‘s Mudlarking. Dabei wird an der Themse nach angespülten Schätzen aus vergangenen Zeiten gesucht und ich liebe es, mir Videos davon auf Youtube anzusehen(Tipp: Nicola White Mudlark Tidelineart).
Und damit auf in das Lesevergnügen!

Für Caroline wird die geplante Hochzeitstagsreise nach London zu einem Selbstfindungstrip, nachdem sie hinter die Affäre ihres Mannes gekommen ist. Beim Mudlarking entdeckt sie dann ein kleines Fläschchen mit Gravur. Das entfacht Carolines alte Leidenschaft für Geschichte und so beginnt sie über die Herkunft des Fläschchens zu recherchieren.
1792: Nach mehreren Schicksalsschlägen und vom Leben enttäuscht, führt Nella im geheimen eine Giftapotheke. Hier können sich betrogene und misshandelte Frauen ein passendes Elixier besorgen, um sich der verhassten Männer zu entledigen. Doch dann bringt die junge Eliza Nellas Leben durcheinander und alles droht aufzufliegen.

Grundsätzlich hat mich die Geschichte gut unterhalten. Der Einblick in die Heil- und Giftkunde einer Apotheke im späten 18. Jhd. war das Highlight für mich. Auch der leichte Hauch von Spiritualismus hat mir sehr gefallen, besonders weil dieser Teil die Geschichte um Eliza und Nella zu einem harmonischen Ende mit kleinem Fragezeichen geführt hat.
Auf Carolines Ehedrama hätte ich verzichten können, aber immerhin hat sich die Autorin hier eine nette Überleitung zum Thema Vergiften einfallen lassen und die Gegenwart ist bei solchen Romanen sowieso meist der schwächere Part.
Mehr hat mich hingegen die berühmte Romanlogik genervt. Ich weiß nicht, bei manchen Roman nervt es mich mehr als bei anderen. Angefangen bei utopisch gut erhaltenen historischen….Fundstücken, bis hin zur hirnrissigen Fahrlässigkeit der Apothekerin. Ich will ja nicht zu viel verraten, aber das waren zwei Punkte die mich gestört haben.

Deswegen gibt es von mir einen Stern Abzug und somit 4 Sterne für ein sehr lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Schere, Schatten, Papier!

Der Schattenriss
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ie Romane von Laura Purcell waren letztes Jahr meine absoluten Favoriten. Da wollte ich mir natürlich nicht den dritten Roman entgehen lassen. Cover und Gestaltung sind mal wieder vom feinsten, so langsam ...

ie Romane von Laura Purcell waren letztes Jahr meine absoluten Favoriten. Da wollte ich mir natürlich nicht den dritten Roman entgehen lassen. Cover und Gestaltung sind mal wieder vom feinsten, so langsam kann auch ich ein paar Bücher mit farbigen Buchschnitt mein Eigen nennen. Aber noch wichtiger als die Optik ist natürlich der Inhalt und darum geht es in „Der Schattenriss“:

Schattenrisse. Mit diesem Handwerk versucht sich gesundheitlich angeschlagene Agnes über Wasser zu halten. Doch wird diese Kunst immer mehr von der Fotografie verdrängt. Als die wenigen Kunden die Agnes geblieben sind nach ihren Terminen auf mysteriöse Weise umkommen, gerät sie schnell ins Visier der Polizei.
Um den Mörder auf die Spur zu kommen, bittet sie das junge Medium Pearl um Hilfe. Diese kann Kontakt zur Geisterwelt aufnehmen, jedoch nicht ohne Preis….

Ich hatte große Erwartungen und erfüllt wurden sie leider nicht ganz. Zunächst hat mich die Geschichte etwas zu sehr an den Vorgänger „Das Korsett“ erinnert, wo die Protagonistin scheinbar mit Nadel, Faden (und Schere) mordet, während es Agnes scheinbar mit Papier und Schere tut.
Dann bin ich schon ganz am Anfang hinter eines der Geheimnisse gekommen, das erst gegen Ende enthüllt wird. Ich fand es so offensichtlich, aber vielleicht habe ich schon zu viele Romane gelesen und bin nicht mehr so leicht hinters Licht zu führen.
Das Ende ähnelt von der Stimmung her den Vorgängern und auch wenn ich melancholische Enden mag, muss ich nach dieser Geschichte zugeben: Ich wäre mal wieder bereit für ein Happy End.
Mich hat das Ende dieses mal sehr runtergezogen.
Auch wenn die Spannung am Anfang etwas auf sich warten lies, konnte mich der Roman später doch noch fesseln. Spiritualismus passt ja einfach perfekt in diese Zeit und ich würde gerne mehr Romane über das Thema lesen. Trotz des für mich niederschmetterndes Endes, hat mir auch der für Purcell typische Twist zum Schluss wieder gut gefallen.

Für mich ist „Der Schattenriss“ etwas schwächer geraten als die Vorgänger. Da muss ich so ehrlich sein und einen Stern weniger vergeben.
Schon jetzt freue ich mich auf den nächsten Roman von Laura Purcell und vergebe immer noch gute 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Mary, Monster und jede Menge Fantasie

Mary
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„Mary“ - Eine weitere Bookstagram Entdeckung und wieder eine, die bei der breiten Masse nicht so gut ankam. Aber ich interessiere mich für Mary Shelley und wollte mich auch dieses mal selbst überzeugen.

In ...

„Mary“ - Eine weitere Bookstagram Entdeckung und wieder eine, die bei der breiten Masse nicht so gut ankam. Aber ich interessiere mich für Mary Shelley und wollte mich auch dieses mal selbst überzeugen.

In dem teils fiktiven und auf Fakten beruhenden Roman, lernen wir Mary abwechselnd im Jahr 1812 und 1816 kennen.
1812 verbringt die 14-jährige Mary den Sommer bei der Familie Baxter, wo sie sich mit der ältesten Tochter anfreundet. Die Mädchen erleben einen Sommer voller Magie und Liebe. Doch was ist Wirklichkeit und was Fantasie?
Die ältere Mary im Jahr 1816 ist bereits Mutter und trauert noch immer um den Verlust ihres ersten Kindes. Es ist das Jahr, in dem sich die illustre Gruppe um Shelley, Byron und Co. am Genfer See zusammenfand. Das Jahr ohne Sommer. Das Jahr in dem Frankenstein geboren wurde.

Mir gefiel der poetische, wenn auch etwas schwer zu lesende Schreibstil sehr. Er passte wunderbar zur Grundstimmung des Romans und in Mary‘s Zeit. Manche Textstellen lesen sich fast wie Gedichte und wirken dadurch umso geheimnisvoller, lassen verschiedene Interpretationen zu. Das ist etwas frustrierend, weil man klare Antworten will. Andererseits macht diese Unwissenheit den Roman unheimlich und aufregend.

Entgegen vieler Meinungen, fand ich nicht, dass in dem Roman zu wenig passiert. Es passiert genau das, was in Regency Romanen immer passiert: Spazierengehen, picknicken, tagträumen. Nur das hier über allem etwas mystisches, unheilvolles schwebt. Ich mochte diese Gemütlichkeit und da ich mich außerdem gern grusele, mochte ich auch den dunklen Anteil.

Bei Mary‘s lesbischen Fantasien wusste ich nicht, ob es Beweise für diese Neigungen gibt oder ob die Autorin damit besonders „Woke“ sein wollte. Subtile Andeutungen hätten mir hier gereicht, weil Mary‘s Sexualität später meiner Meinung nach zu sehr in den Fokus gerät. Kleine Abzüge dafür also.

Ich würde den Roman als eine erotischere Gothic-Version eines Jane Austen Romans bezeichnen.
Es ist nicht die Entstehungsgeschichte von Frankenstein, sondern bringt uns die Person Mary Shelley und ihre Gefühle näher. Also keine falschen Erwartungen haben. Ich habe den Roman gern gelesen.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

So ein Zirkus

Zirkus der Wunder
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Nachdem mir schon „The Doll Factory“ so gut gefiel, wollte ich auch die kommenden Romane von Elizabeth Macneal im Auge behalten. Und siehe da, auch ihr zweiter Roman „Zirkus der Wunder“ hatte sogleich ...

Nachdem mir schon „The Doll Factory“ so gut gefiel, wollte ich auch die kommenden Romane von Elizabeth Macneal im Auge behalten. Und siehe da, auch ihr zweiter Roman „Zirkus der Wunder“ hatte sogleich mein Interesse geweckt und das nicht nur wegen des schönen Covers.

England, 1866: Weil ihr ganzer Körper von Muttermalen übersät ist, gilt die junge Nell in ihrem kleinen Dorf als Außenseiterin. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend und vom eigenen Vater verachtet, bietet ihr das Leben wenig Möglichkeiten. Als ihr Vater sie schließlich an einen Zirkus verkauft, ist da zunächst ein Schock, doch bald schon lernt Nell was Anerkennung und Gemeinschaft bedeutet. In den anderen „Freaks“ findet sie Familie und sogar die große Liebe.
Nell‘s Ruhm gefällt jedoch nicht allen. Besonders nicht Zirkusdirektor Jasper Jupiter, der lieber alleiniger Star der Manege sein will.

Wir lesen abwechselnd aus der Sicht von Nell, Jasper und dessen Bruder Toby. Alle drei sind grundverschieden, haben jedoch die gemeinsamen Ziele Ruhm und Anerkennung. Nur jeder auf seine eigene Weise und das führt zu einigen Konflikten. Leider verliert auch Nell dadurch gegen Ende einige Sympathiepunkte.

Im größenwahnsinnigen Zirkusdirektor Jasper erkennt man skrupellose Impressarios wie P. T. Barnum wieder. Trotzdem ist der Autorin das Kunststück gelungen, auch dieser Figur ein paar wenige gute Charakterzüge zu verpassen.

Barnum war allerdings nicht die einzige reale Person der Zirkuswelt des 19. Jahrhunderts die im Buch auftaucht. So sind Jasper Jupiters Wunder inspiriert von Tom Thumb, Julia Pastrana oder Charles Byrne mit denen sich die Figuren des Romans identifizieren und vergleichen.

Den meisten dieser Wunder war das große Glück nicht vergönnt und die Autorin zeigt auch im Roman die vielen Schattenseiten des Ruhms auf.
Und so endet der Roman auf eine recht melancholische Weise, wo zwar jeder seinen Platz auf der Welt gefunden hat, dafür aber große Opfer bringen musste.

Ich glaube manchen wird das Ende zu bittersüß sein, aber genau solche Enden liebe ich. Sie sind realistischer. Zeigen, dass wir können nicht alles haben.

Der zweite Roman von Elizabeth Macneal hat nicht enttäuscht und erhält von mir 5 Sterne

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Aufstieg und Fall einer Rockband

Daisy Jones and The Six
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Zeit für ein bisschen Mainstream!
Der 70‘s Look des Covers hatte mich sofort angesprochen, die Story eher weniger.
Dann kam der Trailer zur Serie, die ich unbedingt sehen wollte. Allerdings nicht, bevor ...

Zeit für ein bisschen Mainstream!
Der 70‘s Look des Covers hatte mich sofort angesprochen, die Story eher weniger.
Dann kam der Trailer zur Serie, die ich unbedingt sehen wollte. Allerdings nicht, bevor ich auch das Buch gelesen hatte. Also habe ich mir einen Ruck gegeben und mir einen Roman gekauft, der mich rein vom Inhalt her erst einmal gar nicht gepackt hat.

„Daisy Jones & The Six“ erzählt vom Aufstieg und Fall einer erfolgreichen Rockband, angesiedelt im Amerika der 70er Jahre. Als das It-Girl Daisy Jones zur Band „The Six“ dazustößt, ist vor allem Leadsänger Billy zuerst nicht begeistert. Doch Zeit und Erfolg zeigen, dass sich die beiden perfekt ergänzen. Auch was ihre Gefühle betrifft.
Auf dem Gipfel ihrer Karriere brodelt es aber nicht nur zwischen den Sängern, sondern auch innerhalb der anderen Bandmitglieder und besiegeln damit das Anfang vom Ende.

Als ich das Buch anfing, habe ich erst einmal gestutzt, denn es ist wie ein nie enden wollendes Interview aufgebaut. Gewöhnungsbedürftig, aber auch mal erfrischend anders und manchmal sogar ganz witzig, wenn sich die Personen in ihren Aussagen komplett widersprechen.

Toll fand ich auch, die Entstehung eines Albums mitzuverfolgen, sowie die Dynamik und die Auf und Abs innerhalb einer Band. Ich mag Fleetwood Mac sehr und die Tatsache, dass der Roman von deren Geschichte inspiriert ist, hat es für mich viel interessanter gemacht.

Die meiste Zeit viel es mir schwer für irgendwen Sympathien aufzubringen. Aber gerade gegen Ende haben mich die Gefühle zwischen Daisy und Billy doch sehr mitgerissen und mir kamen sogar ein paar mal die Tränen.

Insgesamt war das Musikthema aber nicht ganz so mein Fall. Ich liebe Musik, ich sehe mir gern Musiker-Biografien und Biopics an, aber lesen tue ich dann lieber etwas anderes.
Ich habe mich zwar nicht gelangweilt und der Schreibstil macht einem das lesen leicht. Doch es war auch nicht so, dass ich es nicht erwarten konnte weiterzulesen.

Ich kann es kaum erwarten die Serie zu schauen und ich bin mir jetzt schon sicher, dass ich sie lieben werde.
Das Buch hatte ich etwas weniger lieb, aber es bekommt von mir immer noch tolle 4 Sterne.

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