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Veröffentlicht am 23.05.2020

Mörderischer Komplott

Tribut der Sünde
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1.Teil der Tribut -Reihe um Franziska Hochperger, die durch ein mörderisches Komplott all ihr Hab und Gut verliert und nun auch von der Obrigkeit gejagt wird. Sie kann sich nicht erklären, von wem dies ...

1.Teil der Tribut -Reihe um Franziska Hochperger, die durch ein mörderisches Komplott all ihr Hab und Gut verliert und nun auch von der Obrigkeit gejagt wird. Sie kann sich nicht erklären, von wem dies alles ausgeht, egal welche Forschungen sie auch anstellt, sie lebt in ständiger tödlicher Gefahr. Unterschlupf findet sie bei ihrem Jugendfreund Jakob, der sich Aufständischen Bauern angeschlossen hat, die gegen den Herzog Ulrich von Württemberg aufbegehren, der Steuern und Gelder einfordert, um seine Prunksucht weiterführen zu können. Franzi ist eine mutige Frau, die um Aufklärung kämpft, doch sie hat sich mit den Falschen angelegt, was ihr zum Verhängnis wird...

Wow, was hab ich diesen Roman verschlungen. Ich mag historische Romane sowieso gerne und auch diesmal hat mich die Geschichte um Franziska wirklich fasziniert, weil man so gefangen ist in dieser Geschichte, so erstaunt und betrübt über die menschlichen Entscheidungsgewalt zu der damaligen Zeit. Je mächtiger jemand ist, desto eher ist er in der Lage, Spuren und Taten zu verwischen und einen Sündenbock zu finden und mit solchen sollte man sich besser nicht anlegen. Wie machtlos man ist, wie degradierend man mit Frauen umging und wie schnell man um seiner Güter gebracht werden kann, wenn man jemandem ein Dorn im Auge ist.
Silvia Stolzenburg hat hier wirklich ein tolles Drama geschrieben, die Geschichte Ulrichs von Württembergs toll in Szene gesetzt und die tiefen Abgründe der Machthabenden wunderbar herausgestellt. Mit einem gemeinen fast schon Cliffhanger endet der 1.Teil und ich zähle schon den Countdown, wann die Fortsetzung erscheint, denn diese Geschichte möchte ich unbedingt weiterlesen.
Die Art von Franzi hat mir gut gefallen, weil man sie in verschiedenen Gemütsregungen so sehr nachvollziehen kann- wie sie entsetzt ist, wie sie mit dem Verlust umgeht, die Verzweiflung, der Wunsch nach Gerechtigkeit, ihre mutigen, wenn auch manchmal waghalsigen Unternehmungen um Aufklärung zu finden, wo man teilweise echt die Luft anhält und dabei ihr treuer Freund Jakob ein beruhigender Pol ist, der sie unterstützt und sich selbst nicht zu schade ist, um sein Leben für Franzi einzusetzen...

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Veröffentlicht am 18.05.2020

Der Mantel der Erinnerung

Böses Schweigen
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Ein Brief mit der Bitte um Hilfe von einer Toten gibt dem ehemaligen Ermittler Levi Kant Rätsel auf, denn die Verfasserin dieses Briefes ist seit 3 Jahren tot. Genau deshalb kniet Levi sich in diesen Fall ...

Ein Brief mit der Bitte um Hilfe von einer Toten gibt dem ehemaligen Ermittler Levi Kant Rätsel auf, denn die Verfasserin dieses Briefes ist seit 3 Jahren tot. Genau deshalb kniet Levi sich in diesen Fall rein, denn der Fall wurde nie aufgeklärt- ein Cold Case, bei dem auch die Psychiaterin Olivia Hofmann involviert ist, war sie doch die Therapeutin des Opfers. Was hat es mit diesem mysteriösen Gemälde auf sich, für das Menschen bereit sind alles zu tun und kann es wirklich so viel Macht haben?

Interessant finde ich die Titelwahl, denn nicht nur dieser Fall hat mit Bosheit und Schweigen zu tun, sondern auch für Levi und Olivia bedeutet es in ihrem privaten Leben auch Aufklärung und um Verschwiegenes, was in diesem 3.Teil an die Oberfläche kommt. Olivia befindet sich nach wie vor auf der Suche nach ihrem verschollenen Mann und ihrer Tochter- Jahre der Suche und nun soll sie endlich Auskunft bekommen, doch der Priester hält an seinem Schweigegelübde fest. Man fiebert total mit, man spürt ihre Verzweiflung, ihre Hoffnung und gleichzeitig Angst, was da rauskommen mag.

Ein sehr persönlicher Fall, der auf beide wartet und in dem sich tiefe Abgründe auftun. Genial ist die Verbindung zwischen der Toten und Levis Familie, in den vorhergehenden Bänden wurde immer mal wieder was gestreift, aber in diesem Teil klärt sich einiges auf, was die ganze Sache noch spannender Macht.

Die Geschichte ist aus der Beobachterperspektive geschrieben, wie Levi und Olivia den Fall bearbeiten, doch parallel wird immer ein Stück mehr um das mysteriöse Gemälde und Sophies Geschichte erzählt, so dass man immer mehr Einblick in diesen Fall erhält, das ist sehr raffiniert gemacht.
Doch wer denkt, der Fall ist schnell aufgeklärt und absehbar, der irrt sich, denn die Autoren haben hier ein Ende eingebaut, mit dem man absolut nicht gerechnet hat und genau sowas mag ich, wenn der Leser ständig wieder mit Neuem überrascht wird und das Buch schon speziell macht.

Dennoch war dieser Teil im Vergleich zu dem 1. und 2. Teil ein wenig schwächelnd, manchmal waren mir die Sprünge etwas zu schnell und man musste erst wieder umdenken, weil etwas passiert ist, was dann später näher erzählt und erneut aufgegriffen wird.
Auch Rebecca ist mir teilweise doch sehr suspekt und ihre Entschuldigungen zu oberflächlich und nicht so ganz nachvollziehbar. War sie vorher das stumme, stille, unsichere Mäuschen, dann wundert man sich, was sie jetzt auf einmal alles unternimmt. Das passt für mich nicht so ganz!

Ein bisschen düster und unheimlich fand ich es insgesamt, das Ende lässt auf jeden Fall auf Fortsetzung der Reihe um das gut zusammen arbeitende Duo Levi und Olivia hoffen und ich freue mich schon drauf, wie es mit den beiden weitergeht.

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Veröffentlicht am 15.05.2020

Whisky mal anders...

Whisky mit Schuss
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Dies ist schon der 3. Teil um Abigail Logans Whiskydestillerie und diesmal werden wir auf einen Wettbewerb in das exklusive Landhotel Eagle Lodge entführt, um nominierte Whiskys zu prämieren und Abbey ...

Dies ist schon der 3. Teil um Abigail Logans Whiskydestillerie und diesmal werden wir auf einen Wettbewerb in das exklusive Landhotel Eagle Lodge entführt, um nominierte Whiskys zu prämieren und Abbey Glen ist diesmal mit dabei. Aber wie sollte es auch anders sein, Vorfälle und Mord scheinen Abi regelrecht zu verfolgen, denn zwei Jurymitglieder werden tot aufgefunden und Abi kann nicht aus ihrer Haut und versucht zusammen mit Komissar Michaelson die Todesursachen aufzuklären, was sich schwieriger gestaltet als es scheint. Viele Verdächtige, nichts passt zusammen, jeder hätte Gründe und doch fehlen die Zusammenhänge. Ein Katz und Mausspiel gegen die Zeit, denn der Wettbewerb geht nur über 4 Abende.

Als Leser kennt man Abigail (Abi) eher als Naturperson, früher als Fotografin in Kriegsgebieten tätig, jetzt kümmert sie sich um die geerbte Whiskydestillerie. Doch sie muss sich in ihre neue Rolle erst noch einleben, was man bei diesem Wettbewerb immer wieder feststellt. Sie kann nicht aus ihrer Detektivhaut, auch wenn sie manchmal etwas plump an die Sache herangeht, aber auf irgendwie knuffige, liebenswerte Art.
Hier fehlte mir allerdings das actionreiche, diese vielen spannenden Abläufe wie in den vorherigen Bänden. Hier erlebt man sehr viele Gedankengänge von Abi, viel polizeiliche Ermittlung und nicht unbedingt die Tat als solches. Natürlich ist es trotzdem spannend, aber dieses gewisse Etwas, was den Spannungsbogen hält fehlt etwas. Es fließt viel Whisky, jede Person wird unter die Lupe genommen und doch plätschert es ein wenig durch Abis viele Gedankenspielereien und mögliche Tatmotive vor sich hin.
Zwar sind ihr Geschäftspartner Grant, ihr bester Freund Patrick und die treue Seele Cam auch mit bei dem Wettbewerb, kommen aber meines Erachtens die ganze Zeit etwas zu kurz, was sich zum Ende ein wenig ändert, aber leider auf eine völlig andere Art. Nur die Konkurrentin Brenna sorgt durch ihre Vergangenheit und ihren Bezug zu Abby Glen ein bisschen für angespannte Stimmung.
Das Ende selbst ist für den Leser wie eine Art Cliffhanger, erzeugt es doch trotz einiger Schwächen doch Lust auf den nächsten Teil, der hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt.

Fazit: Im Vergleich zu den beiden anderen Teilen etwas schwach von der Handlung selbst , dafür etwas zu viele Dialoge und Gedankengänge um die jeweiligen Personen. Dadurch konnte keine richtige Spannungserwartung aufkommen, obwohl ich Abi total sympathisch und von ihren teilweise trockenen Sprüchen wirklich herrlich finde und die witzigen Eskapaden ihres verrückten Hundes Liam lockern die trübe Stimmung aufgrund der Vorfälle immer wieder auf. Da die Geschichte aus ihrer Sicht geschrieben ist, bekommt man dadurch noch ein bisschen mehr Einblick in ihre Gefühlswelt, was ich persönlich auch genau passend finde.

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Veröffentlicht am 07.05.2020

Verlobung nicht ausgeschlossen - Abschluss der Saving Chicago Trilogie

Mad about the Medic (Saving Chicago 3)
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Der Abschluss der Trilogie von Saving Chicago- Bianco Bruder Luca wartet noch auf sein letztes ersteigertes Date - mit keiner anderen als Lauren, die sich schon von der Highschool kennen und ausgerechnet ...

Der Abschluss der Trilogie von Saving Chicago- Bianco Bruder Luca wartet noch auf sein letztes ersteigertes Date - mit keiner anderen als Lauren, die sich schon von der Highschool kennen und ausgerechnet die, die mit seinem besten Freund liiert war... Beide stecken etwas in der Tinte und lassen sich auf einen ungewöhnlichen Deal ein- sie spielen Verlobte, doch das läuft nicht so, wie beide sich das gedacht und vorgestellt haben, viel zu sehr sind beide im Wettstreit miteinander, wollen sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Da treffen zwei Dickköpfe aufeinander und dementsprechend sind die verbalen Auseinandersetzungen nur ein Teil so mancher Zwischenfälle, die mich als Leserin total zum Lachen gebracht haben, aber teilweise auch sehr emotional waren, weil man oft auch ein Stück in ihre Herzen gucken konnte.
Und natürlich ist das Happy End vorprogrammiert, aber die Art und Weise wie und was für Hindernisse und Hürden sie nehmen müssen, auch bei ihren wirklich sehr konventionellen Familien, bleibt ihnen nichts erspart. Auch seine Brüder Mauro und Cristian stochern immer wieder und können nicht so ganz glauben, dass das alles echt ist. Doch ein tragischer Zwischenfall bewirkt doch, dass beide über ihre Arrangement nachdenken und trotzdem immer wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen, gerade weil beide sehr impulsiv sind und einfach manchmal nicht aus ihrer Haut können.
Was mir gefallen hat, war die Erzählweise- leicht, lustig, immer im Wechsel zwischen Lauren und Luca, so kann man noch besser in ihre Sichtweisen eintauchen und auch, dass die normalerweise üblichen Reaktionen, die man sonst oft liest, diesmal nicht vorhanden sind. Lauren ist eine Kämpferin, musste immer im Schatten ihrer Brüder stehen und deswegen hat sie diese Art als Selbstschutz aufgebaut. Luca ist zum Teil sehr von sich überzeugt, überspielt seine sanften Seiten gerne und wirkt auf andere wie ein Frauenheld und Mr.Charming.

So ist diese Geschichte auch recht temporeich, aber immer im Wechsel mit einigen sanften, emotionalen Seiten, was eine tolle gelungene Abwechslung ist.
Ein bisschen hat mir noch das Spektakuläre gefehlt, es war ein wenig zu schnell aufgeklärt und mir war es zum Teil auch ein bisschen zu "schwanzlastig", aber sowas ist ja auch immer etwas Geschmackssache!

Hier passt auf jeden Fall der Auszug: "Aber streiten ist das, was wir am besten können. So kommunizieren wir miteinander..."

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Veröffentlicht am 05.05.2020

Wenn das Gewissen schlägt

Wie Schiffe am Horizont
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Im 2.Teil wird die Geschichte um Haakon erzählt, dem Jüngsten der 3 Noorgaard Brüder erzählt, ein rastloser Mensch, der leider in seinem Überschwang im ersten Teil ein Drama ausgelöst hat und einige Jahre ...

Im 2.Teil wird die Geschichte um Haakon erzählt, dem Jüngsten der 3 Noorgaard Brüder erzählt, ein rastloser Mensch, der leider in seinem Überschwang im ersten Teil ein Drama ausgelöst hat und einige Jahre von zuhause geflüchtet ist, bis die Wogen sich glätten. Doch das Heimweh und das schlechte Gewissen plagt ihn und so kommt er zu einer Zeit nach Hause, die wirklich allerletzte Sekunde ist, denn sein Bruder ist schwer erkrankt und die Farm wird von den niederträchtigen Nachbarn bedroht, die zum Ku-Klux-Clan gehören..
Joanne Bischof schafft es immer wieder, Momente zu zaubern, um die Gefühlswelten und auch den jeweiligen dramatischen, romantischen oder traurigen Moment so lebhaft zu gestalten, so realistisch, dass man sich vollkommen mitgerissen fühlt und sämtliche Achterbahnen der Gefühle erlebt.
Ich habe mit gelitten, mitgefiebert, getrauert, geschnieft und war berührt von einer Geschichte, die von einem zutiefst reumütigen Mann erzählt, der mit sich selbst und dem Leben hadert, der aufgehört hat an Gott und das Gute, an seine Chancen zu denken und zwar auf so zu Herzen gehende Weise, dass es mich sehr bewegt hat. Kein Hollywoodgedusel, alles sofort Vergeben und Vergessen, nein die sanfte Annäherung, die Taten die folgen mussten, um wieder Vertrauen zu fassen und die dramatische Kulisse drum herum verschaffen dieser Geschichte das Nötige Flair und fesseln den Leser.
Verbunden mit Mut machenden und vielen nachdenklich stimmenden Sätzen ist diese Fortsetzung absolut gelungen.
Authentisch, berührend, sanft und ein nicht ganz einfacher Lernprozess über das Vertrauen, Hoffnung auf Vergebung sowohl von der Familie als auch den Willen, Dinge zu ändern, damit man nach vorne schauen kann.
Und das Thema Gebärdensprache zur damaligen Zeit, wie damit umgegangen wurde, wie dies in die Geschichte integriert wurde, hat mich ganz besonders fasziniert, denn es ist mit ganz viel Feingefühl umschrieben worden.

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