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Veröffentlicht am 16.10.2021

Mit Humor gewürzte Morde

Schwund
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Meine Meinung und Fazit:
Es ist schon einige Jahre ger, als ich ein Buch von Tatjana Kruse gelesen habe. Doch ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mir die humoristische Ader gefallen hat. Als ich ...

Meine Meinung und Fazit:
Es ist schon einige Jahre ger, als ich ein Buch von Tatjana Kruse gelesen habe. Doch ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mir die humoristische Ader gefallen hat. Als ich gehört bzw. gelesen habe, dass es mit "Schwund" ein neues Buch gibt, musste ich dabei sein.
Worum geht es im Buch? Auf Seite 190 steht es geschrieben: "Wir wissen, dass jemand mit einem Kühllaster durch die Republik fährt und überall tiefgefrorene Leichen deponiert." Und so ist es. Quer über Deutschland verteilt tauchen. Leichen auf, alle haben etwas gemeinsam, sie sind brutal zugerichtet und tiefgefroren. Was droht hier Deutschland? Eine Sonderkommission wird einberufen und darin sind alle typischen Charaktere enthalten und irgendwie ergänzen sie sich. Und sie brauchen sich in ihrer jeweiligen Eigenart, um den Fall zu klären. Sie sind schön gezeichnet und sie sind mir ans Herz gewachsen, andere nicht. So gar nicht. So. Wie im wahren Leben.
Das Buch hat seinen Charme und ich hab herzlich gelacht, wundervoller Wortwitz und gekonnte Sprachbeherrschung. Eine klare Leseempfehlung.
Hier noch ein Beispiel für die Wortgewandtheit, Seite 28 "... Wenn es mit der Beförderung diese Mal wieder nicht klappte, war er raus aus dem Rennen. Er war nicht mehr der Jüngste, und die Konkurrenz atmete ihm schon heiß in den Nacken. Es ging um alles!"

Mein Dank geht an das Team von lovelybooks.de, dem insel Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und natürlich an Tatjana Kruse für dieses geniale Buch.

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Veröffentlicht am 05.10.2021

Wenn einem die Heimat genommen wird

Ein Hauch von Amerika
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Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch, was mich schon beim Lesen nachdenklich gemacht hat. Warum hat sich die Menschheit so entwickelt? So viel Kälte, so wenig Gefühl?

Das Buch spielt in verschiedenen Zeitebenen, ...

Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch, was mich schon beim Lesen nachdenklich gemacht hat. Warum hat sich die Menschheit so entwickelt? So viel Kälte, so wenig Gefühl?

Das Buch spielt in verschiedenen Zeitebenen, die sich Stück für Stück annähern. Man lernt Amelie zu verschiedenen Zeiten kennen und wächst mit ihr, so wie die Geschichte ansich.
Amelie Werner muss mit ihren Eltern Deutschland verlassen, als Sozialist hat ihr Vater keine Hoffnung mehr für Deutschland 1933. Eine Odyssee über Paris und Amerika beginnt. Die Zeit vor dem 2. Weltkrieg wird sehr gut geschildert, auch wie viele gedacht haben, dass es nur heiße Luft ist und er es nicht so machen wird, dass ihm Paroli geboten wird, von irgendeinem. Doch dieser kam nicht. Auch die Welt hat sich so verhalten und es auch nicht wahrhaben wollen.

Es wird Wert auf kleine Details gelegt. Zum Beispiel der Umgang der Army mit den eigenen schwarzen Soldaten. Diese wurden unterdrückt und als Menschen 2. Klasse behandelt und schikaniert. Oder sozialistische Gedanken unter McCarthy unterbunden und Personen bespitzelt und verhaftet. Sehr gut. Eine klare Leseempfehlung.

Folgende Buchauschnitte haben mich beeindruckt:
Kapitel 4 1951: "Wie beschämend es sich anfühlt, fremd, überfordert und auf anderer Leute Hilfe angewiesen zu sein, das habe ich selbst oft genug erlebt."
Kapitel 7 1951: "... Ich habe gesehen, wohin es führt, wenn das Andersartige nur nich Angst und Ablehnung auslöst statt Neugierde. Wenn man sich selbst keine Fragen mehr stellt und allen anderen untersagt, es zu tun. Wenn man der Fantasie, dem Spiel, keine Bedeutung mehr zumisst, wenn man nur noch marschiert, statt sich treiben zu lassen.
Kapitel 20 1952: "Besser als in den Vereinigten Staaten, die sich selbst für das Mutterland der Freiheit halten und die Schwarzen trotzdem behandeln wie Bürger zweiter Klasse? Diese neue Bundesrepublik ist doch nach denselben Modell gebaut."

Mein Dank geht an das Team von Randomhouse-Testleser, dem Heyne Verlag und natürlich an die Autorin für diese unterhaltsamen und lehrreichen Lesestunden.

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Veröffentlicht am 08.09.2021

Immer ein Fremder

Der Sucher
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Meine Meinung und Fazit:
Cal zieht von Chicago nach Irland. Um Ruhe und Abstand zu gewinnen, Exfrau und zum Beruf als Polizist. Ein kleines Häuschen, Arbeit reinstecken und die Natur genießen. Etwas in ...

Meine Meinung und Fazit:
Cal zieht von Chicago nach Irland. Um Ruhe und Abstand zu gewinnen, Exfrau und zum Beruf als Polizist. Ein kleines Häuschen, Arbeit reinstecken und die Natur genießen. Etwas in Kontakt mit den Einwohner kommen und alles ist bestens. Das war der Plan.
Dann taucht ein vernachlässigtes Kind auf und hilft ihm und der Plan ist dahin.

Er stößt auf Ungereimtheiten. Eine verschworene Dorfgemeinschaft, man geht von Zusammenhalt aus, doch ist auch die richtige? Auf den ersten Blick, doch warum hilft niemand dem vernachlässigten Kind, warum wird die Armut einfach hingenommen und das schlechte des Vaters übergestülpt? Warum? Keine Ahnung und uch finde es fahrlässig fur eine Gemeinschaft.
Cal wird interessant dargestellt, selbstreflektierend und ehrlich. Er nimmt das Kind ernst und bringt sich unerschrocken in Schwierigkeiten. Zitat aus Kapitel 15: "Was immer Menschen auch tun, sogar wenn sie töten, die Natur absorbiert alles, lässt die Risse zusammenwachsen und geht wieder ihren Alltag nach. Cal kann sich nicht entscheiden, ob das was Tröstliches ist oder etwas Bedrückendes."
Kapitel 29 "Du kannst immer nur dein Bestes tun. ... Manchmal läuft es anders, als du willst. Aber was anderes kannst du nicht machen."

Ein sehr interessantes Buch, eine klare Leseempfehlung.

Mein Dank geht an jellybooks und den Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar.

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Veröffentlicht am 06.09.2021

Vielleicht kann auch dein Leben ein bisschen Würze vertragen

Die Senfblütensaga - Zeit für Träume
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Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch über den Versuch und dem Kampf den eigene Wege zu gehen, nicht den, den die die Familie für einen vorgesehen hat. Wie schwierig es damals war, ein selbst bestimmtes ...

Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch über den Versuch und dem Kampf den eigene Wege zu gehen, nicht den, den die die Familie für einen vorgesehen hat. Wie schwierig es damals war, ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Als Frau noch viel schwierig, sie wurden für ihre Wünsche, zu studieren und überhaupt Wissen zu erlangen ausgelacht. Wie viel nützlich Wissen ist durch dieses "klein halten" verloren gegangen?

Emma scheint für ihre Eltern eine Last zu sein, es gibt keine Wärme, kein liebes Wort. Sie wird wie eine Ware behandelt, um bestmöglich verheiratet zu werden. Seite 103 "Tu, was man dir sagt." Emma ist jedoch eine starke Frau, die weiter ihr Ziel verfolgt und Ideen hat und oftmals nzr scheitert, weil sie eine Frau ist. Eine Frsu, die an der richtigen Stelle ihr Herz hat, die für ihren Weg kämpft und immer einen passenden Spruch parat.

Carl könnte sich ins gemachte Nest setzen und so wie vom Vater gewollt, den Fuhrbeteieb übernehmen. Wenn da nicht die Senfkörner gewesen wären. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Folgende Stellen im Buch sind mir in Erinnerung geblieben und stehen für das, was uns das Buch lehrt.

Seite 149: "Ein bisschen wie in einer Beziehung, finden Sie nicht auch? Anfangs schmeckt alles so spritzig und scharf und aufregend. Doch erst mit der Zeit kann man wirklich sagen, ob die Mischung stimmt, nicht wahr?"

Seite 248 "Es mag Ihnen seltsam vorkommen, aber das Studium ist nicht für jeden der richtige Weg. Nur wenn man ihn gehen könnte, bedeutet es nicht, dass man es muss. Ich muss es nicht. Nicht mehr." Antoine zu Emma.

Eine klare Leseempfehlung, so wundervoll, wertvoll und mit viel Wortwitz geschrieben.

Mein Dank geht an das vorablesen-Team und den Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und die Autorin für die angenehmen Lesestunden. Ich freue mich auf Teil 2.

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Veröffentlicht am 29.08.2021

Die späte Erkenntnis

Die verschwundenen Studentinnen
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Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch über das ehrwürdige College Cambridge, mit seiner vor Geschichte strotzenden Mauern. Doch das ist nicht der Inhalt der Geschichte, sondern eine perfide Mordserie am College. ...

Meine Meinung und Fazit:

Ein Buch über das ehrwürdige College Cambridge, mit seiner vor Geschichte strotzenden Mauern. Doch das ist nicht der Inhalt der Geschichte, sondern eine perfide Mordserie am College. Alles scheint perfekt zusammen zu passen und doch gibt es verschiedene Fährten, die mich immer wieder in die Irre geführt haben. Was mir besonders gut gefallen hat, sind die kurzen Kapitel und die Einblicke in die Ideen des Mörders. Als Thriller möchte ich das Buch nicht bezeichnen, da es für mich zu wenige Schockmomente gegeben hat. Nicht desto trotz habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Mit dem Einblick in das Leben am College mit Porter und Aufwartefrauen habe ich Wissen dazu gewonnen, sehr gut. Auch die Erläuterungen zu Punkten in der griechischen Mythologie haben mir zugesagt. Auch dadurch ist der wesentliche Moment des Buches klar geworden, was wir in der Kindheit erlebt haben, beeinflusst unser weiteres Leben.
In meiner Nachbetrachtung habe ich mich über den Buchtitel gewundert, er passt nicht, weil die Studentinnen nicht verschwunden waren, sondern bereits nach einer Nacht tot aufgefunden wurden. Dafür ziehe uch ein Punkt ab. Spreche aber gern eine Leseempfehlung aus.

Folgende Stellen haben mir im Buch sehr gut gefallen und spiegeln die Geschichte wider.
Seite 46 "Der Tod war kein Unbekanntemr für Mariana;er hatte sie seit ihrer Kindheit begleitet, hielt sich dicht hinter ihr, blickte ihr über die Schulter. Manchmal hatte sie das Gefühl, sie wäre verflucht, von einer böswilligen Göttin aus der griechischen Mythologie, dazu verdammt, jeden zu verlieren, den sie liebte. ... "

Seite 257 "Sebastian sah nicht mit den Augen ihres Vaters oder irgendeines anderen, er sah mit seinen eigenen Augen. Was, wenn Mariana das ebenfalls täte? Wss, wenn sie - wie Elaine aus Tennysons Ballade Die Dame von Shalott - aufhörte, das Leben durch einen Spiegel zu betrachten und ihm stattdessen direkt ins Gesicht zu blickte?"

Mein Dank geht an das Team von wasliestdu.de und den Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar. Und natürlich an den Autor für die spannenden und verwirrenden Lesestunden.

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