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Veröffentlicht am 24.01.2021

Nacht der tausend Bomber

Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück
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Meine Meinung und Fazit:

Mit "Trümmermädchen - Annas Traum von Glück kegt Lilly Bernstein ein wundervollen Roman über die Kriegswirren und die Nachkriegszeit vor. Ein Buch was mich viel gelehrt hat, mich ...

Meine Meinung und Fazit:

Mit "Trümmermädchen - Annas Traum von Glück kegt Lilly Bernstein ein wundervollen Roman über die Kriegswirren und die Nachkriegszeit vor. Ein Buch was mich viel gelehrt hat, mich nachdenklich zurück lässt und deutlich macht, dass es sich zu kämpfen lohnt.

Das Leid war mit Kriegsende nicht beendet. Die Menschen litten extremen Hunger und dann kam noch der Hungerwinter 1946/1947 hinzu. Jeder musste sehen wie er überlebt. Egal mit welchen Mitteln und es gab da wieder die "Gewinner", die das Elend anderer ausnutzten. Was für schlimme Charakterzüge, die in der Not noch deutlicher wurden.
Was im Buch deutlich wird, ist wie sehr die Frauen auf sich allein gestellt waren und wie entsetzlich die Kinder aufwuchsen und von klein auf auch auf sich allein gestellt waren. Kaum einer kümmerte sich um Waisen, wie auch, wenn kaum was da war!?

Wie der Titel des Buches "Trümmermädchen" es schon sagt, ist die Hauptprotagonistin Anna, ein taffes, einfühlsames junges Mädchen, dass sich nicht unterkriegen lässt und viel Leid über sich ergehen lassen muss und die keinen zum reden hat. Was mit ihrer Freundin Ruth ist, weiß sie nicht.

Folgendes Zitat von Seite 259 beschreibt m. M. nach Weg nach dem Krieg eindeutig: "Ein Aufbruch. Ein Weg ins Unbekannte. Und die feste Entschlossenheit, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen. Denn ein zurück gab es nicht."

Mein Dank geht an das vorablesen-Team und Ullstein Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und an die Autorin für diese wundervollen und nachdenklichen Lesestunden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2021

Die Soubrette, die aus dem nichts kam

Henny Walden
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Meine Meinung und Fazit:

Mit "Die Sängerin von Berlin" hat mich Silke Schütze völlig begeistert. Was für ein Werk über die 20er Jahre Berlins. Aufbruchstimmung nach dem verlorenen 1. Weltkrieg. Überall ...

Meine Meinung und Fazit:

Mit "Die Sängerin von Berlin" hat mich Silke Schütze völlig begeistert. Was für ein Werk über die 20er Jahre Berlins. Aufbruchstimmung nach dem verlorenen 1. Weltkrieg. Überall war Elend zu sehen, doch mit der Theaterlandschaft und der beginnenden Filmkultur konnte dem was entgegen gesetzt werden. Ein Theater neben dem anderen. Aus anderen Büchern bekannte Cafés finden Erwähnung und man spürt den Zusammenhalt der Künstler. Immer etwas verrufen, da wenig verdient werden konnte, vieles suspekt erschien. Doch genau diese Stimmung zwischen Abneigung, Begeisterung, Staunen und Glanz wird gekonnt rüber gebracht.
"Die Sänger von Berlin" ist kein reiner Roman, mehr ein Bericht im Zusammenhang mit Tagebucheintragungen und Lieder und Texten von Henny. Zwar anderd als erwartet, aber sehr gelungen. Denn es gibt so ein gelungenes Bild von Berlin der damaligen Zeit wieder. Beim Lesen hatte ich immer Bilder von Babylon Berlin und Charlie im Hinterkopf.
Achtung Spoiler. Die ganze Zeit habe icb daran geglaubt, dass Henny Walden eine vergessene Theatergröße war, doch es gab sie leider nicht. Aber ist dies nicht ein Zeichen, wie gut Silke Schütze schreiben und den Leser gefangen nehmen kann? Ich kann dies klar mit ja beantworten.

Folgender Auszug beschreibt die damalige Zeit und die Stimmung des Buches, Seite 71 "Berlin hatte Henny mit Haut und Haar gefangen: die Geschwindigkeit, die Offenheit, Aufbruchstimmung, die Diskrepanz zwischen Elend und Flitter gaben ihr ein Anthing-goes-Gefühl. Wahllos genoss sie alles, was die Unterhaltungsindustrie der damaligen Zeit zu bieten hatte."

Was mir besonders gefallen hat, sind die Literaturtipps über die Zeit der Zwanziger Jahre am Ende, sehr ausführlich und informativ.

Eine klare Leseempfehlung. Mein Dank geht an das Team von dotbooks.de und die Autorin für die herzlichen Lesestunden.

  • Cover
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Veröffentlicht am 03.01.2021

Eine Frage des Glaubens!?

Krone der Welt
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Meine Meinung und Fazit:

Das Buch "Die Krone der Welt" ist ein umfassender historische Roman, der die niederländische Geschichte darstellt, verbunden mit der spanischen Vormachtstellung als Seemacht, ...

Meine Meinung und Fazit:

Das Buch "Die Krone der Welt" ist ein umfassender historische Roman, der die niederländische Geschichte darstellt, verbunden mit der spanischen Vormachtstellung als Seemacht, die versucht umliegendene Länder unter die eigene Krone zu bekommen. Auch die anderen Großmächte wie England und Frankreich kommen mit ihren Regenten "zu Wort". Das Buch bietet jedoch auch viel Zwischenmenschliches. Liebe, Vertrauen und Zweifel zwischen Geschwistern, Feindschaften und die Frage nach dem rechten Glauben. Und dieser Kampf ist blutig. Ein Protagonist ist mir von Anfang an unsympathisch gewesen und das Zitat aus Kapitel 22 "Über Leichen zu gehen, um sein Ziel zu erreichen, war ihm noch nie schwergefallen." bringt es auf den Punkt.

Vincent ist für mich eine wunderbare Person, man begleitet und leidet mit ihm, er hatte keinen leichten Start, aber er geht seinen Weg. Gelungen dargestellt. Mit der Buchbeschreibung habe ich mir mehr Handlung zwischen den Geschwistern vorgestellt, Ruben komt mir zu kurz, ist aber mein einziger Kritukpunkt.

Folgendes Zitat von van Vleet ist für mich sehr bedeutend: Kapitel 26 Seite "Auch wir haben ein Recht auf gewissensfreiheit. Willst du uns vielleicht genauso verfolgen, wie die spanischen Truppen es mit Euch gemacht haben?"
Eine große Wahrheit, doch habe ich auch Vincent verstanden, der es verraten hat, schließlich hat er beide Eltern durch die Unterdrückung und Verfolgung verloren. Aber auch van Vleet hat Recht.
Das Buch beschreibt nicht nur den Kampf um (Glaubens-) Freiheit, nein auch die Weiterentwicklung und den Umbau der Stadt Amsterdam. Die Widrigkeiten durch Wasser und Seuchen und fehlendem Platz. Stück um Stück wächst die Stadt und als Leser ist man ein Teil davon. Und die Liebe der Einwohner zur Stadt.
Ein Satz aus Kapitel 69 spricht für die Stadt Amsterdam "Diese Stadt ist wie eine ganze Welt."

Ein sehr gut recherchiertes Buch mit Personenregister, ausführlichem Glossar und Tipps für weiterführende Literatur. Gern gebe ich eine Leseempfehlung.

Mein Dank geht an das Team von lesejury.de für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und an die Autorin Sabine Weiß für die angenehmenen Lesestunden.

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Veröffentlicht am 16.12.2020

Was ist falsch am Jetzt?

Marigolds Töchter
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Meine Meinung und Fazit:

Marigold ist die gute Seele in ihrere Familie und in ihrem Dorf, sie kümmert sich gern und ist in zahlreichen Komitees beschäftigt. Sie hat immer gute Laune, egal wie die Laune ...

Meine Meinung und Fazit:

Marigold ist die gute Seele in ihrere Familie und in ihrem Dorf, sie kümmert sich gern und ist in zahlreichen Komitees beschäftigt. Sie hat immer gute Laune, egal wie die Laune der Anderen im Umfeld ist. Doch dann merkt sie Änderung an sich und hofft sehr, dass es niemand merkt.
Ihre Töchter sind sehr unterschiedlich, aber sich nicht fremd. Daisy, die eine Tochter, ist gerade aus Italien zurückgekehrt, enttäuschte Liebe, obwohl Liebe noch da ist, der Traummann sich jedoch als egoistisch herausstellt. Suze, die jüngere Tochter erkennt erst, als sie gefordert wird, zu was die fähig ist.

Gefühlvolle Zitate, da es so viele tolle gibt, habe ich diese hier aufgeschrieben. Doch mehr möchte ich zum Verlauf nicht schreiben.

Zitat Seite 14 "Dennis und Marigold sahen einander bis heute auf diese sanfte, zärtliche Art an, wie es Menschen tun, deren Liebe im Laufe der Jahre nur stärker geworden war."

Marigold zu Daisy Seite 104 "Es ist wichtig, im Leben das zu tun, was man liebt.

Seite 270 "Aber ich werde es nicht vergessen, weil Liebe nicht in meinem Gehirn ist. Sie ist in meinem Herzen, und mit dem ist alles in Ordnung."

Ein sehr berührendes, tiefgehendes Buch. Ich habe im Verlauf des Buches öfters schlucken müssen, doch am Ende habe ich die Tränen nicht zurückhalten können. Gefühlvoll, aber auch schwere Kost, ich gebe gern eine Leseempfehlung, aber das **Achtung Spoiler** Thema Demenz ist zu beachten.

Mein Dank geht an das Team von mytest und an den List Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar. Und an die Autorin für diese schönen und nachdenklichen Lesestunden. Und ich habe eine neue Autorin für mich gefunden.

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Veröffentlicht am 27.11.2020

Das Leben ist schön

Mr. Crane
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Meine Meinung und Fazit:

Es ist ein Buch, was man nicht so einfach hintereinander weg lesen kann. Teils sind die Gedankensprünge von Mr. Crane schwierig, aber da erkennt man meiner Meinung nach, wie sehr ...

Meine Meinung und Fazit:

Es ist ein Buch, was man nicht so einfach hintereinander weg lesen kann. Teils sind die Gedankensprünge von Mr. Crane schwierig, aber da erkennt man meiner Meinung nach, wie sehr Genie und Wahnsinn ineinander wohnen. Sicher ein sehr begnadeter Schriftsteller, aber seine Gedanken oftmals schwer fassbar, durcheinander. Getriebener seiner Gedanken? Ein Buch über eine intensive Liebe. Wie zwei Ertrinkende halten sich Elisabeth und Mr. Crane fest, sie leben im Jetzt und das Ringsherum bleibt ziemlich außen vor. Folgende Passage auf Seite 26 beschreibt dies eindeutig: "Mr. Crane fand in ihr eine Zuhörerin, sie einen Zuhörer in ihm." Was für ein Vertrauen. Und sie nehmen sich so, wie sie sind, mit Fehlern und Makeln. Für mich das beste Zitat des Buches auf Seite 47 "Das wächst sich aus. Das wird wieder. Du bist so hübsch. Und ansonsten: Zwei Gesichter zu haben ist doch gut. Hat doch eh fast jeder. Die Meisten stehen nur nicht dazu."
Wenn sich das mehr Menschen zu Herzen nehmen würden, dass nicht das Äußere, sondern die inneren Werte zählen und man sich gegenzeitig so nimmt, wie man ist?

Elisabeth, eine junge engagierte Frau, schlau und kämpferisch. Durch einen Unfall im Gesicht gezeichnet, trotzt sie der Gesellschaft und geht ihren Weg und sie findet ihr Glück in und mit Mr. Crane.

Ein sehr gut recherchiertes Buch über einen genialen Schriftsteller, der kaum bekannt ist, aber so wie schon andere Werke von Andreas Kollender, so aber die verdiente Aufmerksamkeit bekommen.
Mr. Crane ist die zentrale Figur, so wie man es auch dem Cover entnehmen kann, doch der zweite Blick aufs Cover zeigt, von links tritt Elisabeth ins Geschehen ein.
Das Buch wird in einer Art Rückblick erzählt, also 2 Zeitebenen 1900 und 1914. Verbunden durch einen neuen Patienten im Sanatorium, genau im Zimmer von Mr. Crane.
Das Buch ist anders, wie oben gesagt, nicht so einfach wegzulesen. Aber beim intensiven Lesen oder 2. Blick aufs Cover entdeckt man viel mehr. Eine eindeutige Leseempfehlung.

Mein Dank geht an den Pendragon Verlag für das bereitgestellte Rezi-Exemplar und die Begleitung und Antwort von und durch Andreas Kollender.

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