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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2020

Anders als erwartet - aber gut!

Nach Mattias
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Ich war mir nach der Leseprobe sicher, na ja, eigentlich war ich mir schon nach den ersten Zeilen oder zumindest Seiten sicher: Dieses Buch ist ein Schätzchen. Die Sprache des Autors hat mich sofort in ...

Ich war mir nach der Leseprobe sicher, na ja, eigentlich war ich mir schon nach den ersten Zeilen oder zumindest Seiten sicher: Dieses Buch ist ein Schätzchen. Die Sprache des Autors hat mich sofort in den Bann gezogen - die Sätze sind nicht immer vollständig, nicht immer grammatikalisch korrekt, aber so nahe am Leben.

Die Inhaltsangabe schickt voraus, das Leben von Menschen auszuleuchten, die einen geliebten Menschen, Mattias, verloren haben. Ich habe mich darauf gefreut, sie auf ihrem Weg zu begleiten, gehofft, daraus vielleicht auch etwas für mich in ähnlichich Situationen mitnehmen zu können.

Dann kam die Enttäuschung: Statt genauer auf die Charaktere einzugehen, die in engerem Kontakt zu Mattias gewesen waren, beleuchtet der Autor bruchstückhaft das Sein ganz vieler verschiedener Figuren. Auch interessant, aber leider ließ das für mich an Tiefe fehlen.

Vier Punkte gibt es von mir dennoch, da sich zum Ende hin die Fragmente wunderbar zusammenfügen und so in meinen Augen das Buch doch noch sehr lesenswert machen.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Erwartungen leider nicht erfüllt

Die Bagage
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Josef und Maria leben mit ihren Kindern am hintersten Ende eines Vorarlberger Dorfes. Sie sind arm und leben ein Außenseiterdasein, lediglich eine Freundschaft mit dem Bürgermeister verbindet sie mit dem ...

Josef und Maria leben mit ihren Kindern am hintersten Ende eines Vorarlberger Dorfes. Sie sind arm und leben ein Außenseiterdasein, lediglich eine Freundschaft mit dem Bürgermeister verbindet sie mit dem Rest des Dorfes. Dann bricht der Erste Weltkrieg ein und Josef wird einberufen. Der Bürgermeister verspricht, sich um die schöne Maria und die Kinder zu kümmern, bis der Vater wieder zurück ist.

Grundsätzlich liebe ich Geschichten, die ein Szenario wie dieses aufweisen - das Leben von Außenseitern in ländlicher Gegend, daraus kann man in meinen Augen sehr viel machen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an das Buch, welche die Autorin dann leider nicht erfüllen konnte.

Die Sprache ist realtiv schwer zu erfassen, was den Lesefluss teilweise verlangsamte, zudem verwirren Zeitsprünge zusätzlich. Außerdem hat es mich gestört, dass sich Phrasen, Sätze, Aussagen realtiv häufig wiederholt haben.

Die Geschichte hat in mir leider keine Spannung erzeugt, ist so dahingeplätschert. Ich hatte gehofft, dass am Schluss noch etwas passiert, was mir das ersehnte Aha-Erlebnis beschert, aber auch das war leider nicht der Fall.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Grandios

Das wirkliche Leben
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“Das wirkliche Leben” erzählt die Geschichte einer vierköpfigen Familie im Verlauf mehrerer Jahre.

Der Vater trinkt gerne und zu viel und neigt zu Gewaltausbrüchen gegenüber der Mutter, welche sich ihrem ...

“Das wirkliche Leben” erzählt die Geschichte einer vierköpfigen Familie im Verlauf mehrerer Jahre.

Der Vater trinkt gerne und zu viel und neigt zu Gewaltausbrüchen gegenüber der Mutter, welche sich ihrem Schicksal ergeben hat und weder sich noch ihre Kinder, ein Mädchen und einen Jungen, schützen kann.

Durch ein tragisches Ereignis fallen die beiden Kinder in ein Loch, aus dem sich vor allem Gilles, der kleine Bruder der Protagonistin, die in der Ich-Perspektive erzählt, nicht mehr hochziehen kann. Fortan kämpft sie mit Mut und Intelligenz darum, das Schicksal ihres Bruders wieder zum Besseren zu bewegen, gerät dabei jedoch selbst immer mehr ins Visier des brutalen Vaters.

Ich muss gestehen, dass mich das Cover nicht überzeugen konnte, allerdings habe ich bereits bei der Leseprobe festgestellt, dass es mir eine falsche Vorstellung des Textes gegeben hat, welcher fabelhaft ist. Bereits der erste Absatz hatte mich so in seinen Bann gezogen, dass ich wusste, ich muss dieses Buch lesen.

Adeline Dieudonné schreibt bildgewaltig, emotional, wirklich. Sie versteht es, den Leser auf eine Achterbahn der Gefühle mitzunehmen, auf welcher man Lebensfreude und purer Verzweiflung begegnet, aber auch Hoffnung und Kampfgeist. Die Erzählung liest sich sehr leicht und die Seiten fliegen zur so vorbei – viel zu schnell war diese schrecklich wunderbare Geschichte zu Ende, nicht jedoch ohne mich durch ein grandioses Ende glückselig zurückzulassen.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Eine kleine Geschichte über Mut

Alfie und der Clownfisch
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Der kleine Alfie möchte als Seestern zu einer Faschingsfeier gehen. Kurz davor verlässt ihn jedoch der Mut. Er ist zerknirscht, es ist nicht das erste Mal, dass er sich etwas nicht getraut hat. Seine Eltern ...

Der kleine Alfie möchte als Seestern zu einer Faschingsfeier gehen. Kurz davor verlässt ihn jedoch der Mut. Er ist zerknirscht, es ist nicht das erste Mal, dass er sich etwas nicht getraut hat. Seine Eltern reagieren verständnisvoll und seine Mutter geht mit ihm ins Aquarium, wo Alfie einen Clownfisch entdeckt. Auch der mag sich nicht immer zeigen, wodurch der Junge eine Verbindung zu ihm spürt. Er entschließt, sich im nächsten Fasching als Clownfisch zu verkleiden.

Die Sprache des Buches ist simpel, sodass sie für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist. Auch die Geschichte ist altersgerecht, wäre meines Erachtens jedoch mit ein paar Sätzen mehr noch etwas verständlicher. Das Ende ist offen, Alfie nimmt sich zwar vor, als Clownfisch zu gehen, ob er dies dann aber auch macht, wird nicht erzählt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass Alfie ein Jahr später tatsächlich den Mut fasst, und als Clownfisch verkleidet zu der Feier geht.

Die Illustrationen sind Geschmacksache. Durch die Einfachheit der Zeichnungen und die reduzierte Farbpalette wirken die Bilder gleichzeitig retro und modern. Die Farbauswahl gefällt mir persönlich, jedoch kann ich mir vorstellen, dass das Orange einigen zu leuchtend sein mag.

Was mich positiv überrascht hat, ist die hohe Wertigkeit des Buches: das Papier ist dick genug und matt, was einen sehr edlen Eindruck macht, auch die Silbereinlegungen im Cover sind wunderschön.

Bemerkenswert finde ich aber vor allem die Widmung: "Für alle Kinder, die manchmal gerne mutiger wären. Wenn es so weit ist, werdet ihr es sein." Schön.

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