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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2021

Unterhaltung auf hohem Niveau

Die Enkelin
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"Die Enkelin" von Bernhard Schlink ist mir aufgrund des Covers sofort in's Auge gesprungen, Bücher aus dem Diogenes Verlag wecken grundsätzlich mein Interesse und in diesem Fall tat der Name des Autors ...

"Die Enkelin" von Bernhard Schlink ist mir aufgrund des Covers sofort in's Auge gesprungen, Bücher aus dem Diogenes Verlag wecken grundsätzlich mein Interesse und in diesem Fall tat der Name des Autors sein Übriges. Bisher kannte ich von ihm nur sein wohl bekanntestes Werk "Der Vorleser", dieses ist mir jedoch in sehr positiver Erinnerung geblieben, sodass ich auch auf dieses neue Buch sehr gespannt war.

Ich kann vorwegschicken: Ich wurde nicht enttäuscht.

Der Autor erzählt die Geschichte von Birgit, die aus der DDR nach Westdeutschland flüchtet und ihrem Mann Kaspar. Nach ihrem Tod liest er Manuskripte von ihr, und findet heraus, dass sie viel mehr als gedacht im Osten zurückgelassen hat und er begibt sich auf eine lebensverändernde Suche...

Den Stil von Bernhard Schlink finde ich einzigartig. Er ist sehr klar, seine Texte sind leicht lesbar, doch niemals leichte Kost. Er versteht es, in recht einfacher und schnörkelloser Sprache doch sehr viele Emotionen hervorzurufen, als Leser fiebert, leidet und freut man sich mit den Figuren der Romane mit.

Auch hervorzuheben ist die genaue Recherche zu den Hintergründen als auch das Vermögen des Autors, im Leser das Interesse für ein Thema zu wecken. Es gibt nach dieser Lektüre so Einiges, das ich selbst zu diesem Themengebiet recherchieren und herausfinden möchte.

Somit bleibt auch dieser Roman als sehr positiv bei mir hängen, ich empfehle ihn sehr gerne an alle weiter, die intelligente Unterhaltungsliteratur zu schätzen wissen.

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Veröffentlicht am 21.06.2021

Unterhaltsam und interessant

Happy Road
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"Happy Road - Dem Weg ist das Ziel egal" ist das Reisetagebuch von Sarah und Mathias - sie Deutsche, er Österreicher - abseits der dank Instagram so romantischen Vorstellungen des Vanlife.

Ich muss zugeben, ...

"Happy Road - Dem Weg ist das Ziel egal" ist das Reisetagebuch von Sarah und Mathias - sie Deutsche, er Österreicher - abseits der dank Instagram so romantischen Vorstellungen des Vanlife.

Ich muss zugeben, Cover und Titel wären mir bei diesem Titel gar nicht so in's Auge gestochen, die Inhaltsangabe hat mich jedoch sehr rasch von dem Titel überzeugt. Überzeugen konnten mich dann auch sofort der Schreibstil der Autorin und schon nach wenigen Seiten habe ich mich mit den beiden sehr sympathischen Weltenbummlern verbunden gefühlt. Mit Fortschreiten der Lektüre muss ich zugeben, dass mir die Ausdrucksweise dann doch teilweise etwas zu "gewollt lustig" vorkam und der Text schrammte teilweise haarscharf am nervig werden - aber eben nur haarscharf, Sarah Kringe hat die Kurve immer noch rechtzeitig gekriegt. Besonders lustig fand ich alle Passagen, in denen Mathias sich zu Wort meldet, da Sarah mir den großen Gefallen getan hat, seine Rede im wortwörtlichen Pinzgauer Dialekt widerzugeben. Ein großes Lesevergnügen, da ich auch in eben jener Region Österreichs lebe.

Die Geschichte des jungen Paares ist jedoch nicht nur unterhaltsam, sondern auch durchaus lehrreich. Habe ich vor Beginn der Lektüre selbst noch von einer großen Reise in einem selbst umgebauten Camper geträumt, so muss ich sagen, dass mir die Abenteuer der beiden die Augen geöffnet haben. Keine Toilette (und das vielleicht noch bei Blasenentzündung oder Darmproblemen), keine (oder nur selten eine) heiße Dusche - man stellt sich das Vanlife manchmal eben doch zu einfach vor bzw. nicht einfach genug - je nachdem, wie man es nimmt.

Aber gerade das ist auch, was mir an dem Buch besonders gefallen hat: Die Erzählungen sind sehr authentisch. Hier wird nichts beschönigt und es wird auch nicht an Selbstkritik gespart. Gerade diese ehrliche Weise finde ich sehr charmant und sympathisch.

Was meiner Meinung nach verbesserungswürdig wäre: Format und Schriftart des Buches. Es handelt sich um ein Taschenbuch, bei dem die Abmessungen kleiner hätten sein dürfen, da es so, wie es ist, nicht so nett zu halten ist. Die Schriftart ist zwar optisch ansprechend, ich fand die Font-Strichstärke allerdings etwas zu dünn, sodass man bei schwächerem Licht leicht Probleme mit dem Entziffern bekommt. Würde ich das Buch erneut kaufen/lesen wollen, so würde ich eher zur e-Reader Variante greifen.

"Happy Road" empfehle ich allen, die Reisetagebücher und Abenteuer-Erzählungen schätzen. Allen, bei denen der Humor nicht fehlen darf und die sich gerne in andere Welten träumen.

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Veröffentlicht am 03.05.2021

Gute Lektüre

So wie du mich kennst
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Klara hat ihre Schwester Marie verloren. Marie, die so ganz anders war, als sie selbst - und ihr doch immer so nah. Obwohl sie in New York gelebt hat und Marie in der Kleinstadt im ländlichen Bayern. Nun ...

Klara hat ihre Schwester Marie verloren. Marie, die so ganz anders war, als sie selbst - und ihr doch immer so nah. Obwohl sie in New York gelebt hat und Marie in der Kleinstadt im ländlichen Bayern. Nun hat Marie keine Schwester mehr. Sie und ihre Familie kämpfen gegen die Trauer, oder lassen sich hineinfallen. Jeder geht anders mit dem Schicksal um. Marie erklärt sich dazu bereit, nach New York zu fliegen und die Wohnung ihrer Schwester zu räumen. Dabei entdeckt sie Seiten, die sie zuvor nicht von Marie kannte.

Das Buch ist einfach zu lesen, ohne dabei stumpf zu sein. Es ist sehr mitreißend und man kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen. Das Geheimnis, das Marie jahrelang gehütet hat, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Doch so viel sei gesagt: Es ist ein Thema, dass viele Frauen betrifft und ich finde es gut, dass es in diesem Buch thematisiert wird.

Ich habe die Lektüre sehr genossen und empfehle sie gerne weiter.

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Veröffentlicht am 15.04.2021

Sehr interessant

Gefangen und frei
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Gefangen und Frei - Der Buddhist in der Todeszelle: Der Titel verlautbart bereits ganz klar, worum es in dem Buch geht.

Jarvis Jay Masters führt das „typische“ Leben eines Menschen, der im Todestrakt ...

Gefangen und Frei - Der Buddhist in der Todeszelle: Der Titel verlautbart bereits ganz klar, worum es in dem Buch geht.

Jarvis Jay Masters führt das „typische“ Leben eines Menschen, der im Todestrakt landet: Seine Haut ist dunkel, er wächst in schwierigsten Verhältnissen auf, erfährt schon früh Angst und Gewalt und verfällt dieser schließlich selbst. Obwohl es Versuche seinerseits gibt, aus diesen zerstörerischen Kreisen auszubrechen, verfällt er ihnen am Ende doch und landet wegen eines Raubüberfalles in San Quentin. Dort setzt sich die Abwärtsspirale fort, als er sich einer Gang anschließt und schließlich verdächtigt wird, am Mord an einem Gefängniswärter involviert gewesen zu sein. Obwohl Beweisen fehlen und es Fehler in seinem Verfahren gibt, wird der damals Mitte-20-Jährige zum Tode verurteilt.

David Sheff erzählt in seinem Buch, wie Masters den Weg zur Spiritualität findet. Zu Beginn seines Weges ist er selbst noch nicht überzeugt von den Praktiken des Buddhismus, bleibt aber dennoch dran und bemerkt im Laufe der Zeit, dass es ihm selbst gut tut und er damit auch anderen helfen kann.

Die Themen Buddhismus/Meditation und Todesstrafe interessieren und beschäftigen mich schon lange, weshalb ich mich sehr über diese Lektüre gefreut habe. Sie ist sehr interessant, liest sich flüssig und ist teilweise einfach unfassbar (für mich, die in so komplett anderen Verhältnissen aufgewachsen ist als der Protagonist der Geschichte). Auf der anderen Seite kann man sich als Leser viel aus dem Buch mitnehmen.

Ich muss zugeben, dass das Buch phasenweise etwas langatmig war und mir ist aufgefallen, dass sich einige Fehler im Text eingeschlichen haben.
Dennoch würde ich die Lektüre uneingeschränkt empfehlen.

Veröffentlicht am 16.03.2021

Unterhaltsam und lehrreich

Als wir uns die Welt versprachen
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In "Als wir uns die Welt versprachen" begibt sich die rüstige Seniorin Edna zu Fuß auf den Weg über die Alpen, um dort ihren lange verschollenen Kindheitsfreund Jacob zu besuchen. Ihre Wegbegleiter sind ...

In "Als wir uns die Welt versprachen" begibt sich die rüstige Seniorin Edna zu Fuß auf den Weg über die Alpen, um dort ihren lange verschollenen Kindheitsfreund Jacob zu besuchen. Ihre Wegbegleiter sind ein betagter Papagei und eine Angelegenheit, die Edna wieder gut machen muss.

Die Geschichte von Romina Casagrande ist sehr unterhaltsam und liest sich leicht. Schön fand ich, dass sie in die Handlung immer wieder kleine Häppchen Wissens einbaut, wenn es zum Beispiel um die Grummet, also die zweite Mahd, geht oder darum, welche Inschrift es bei einer bestimmten Kapelle gibt. Hier zeigt sich, dass die Autorin ihre Geschichte ausgezeichnet recherchiert hat und sie wird dadurch glaubhaft. Auch gut gefallen hat mir der Handlungsstrang, der in der Vergangenheit spielt und das Schicksal der "Schwabenkinder" erzählt. Hier hätte ich mir jedoch etwas mehr an Inhalt gewünscht.

Etwas kürzen hätte die Autorin dafür meiner Meinung nach den Erzählstrang der betagten Edna können. Dieser ist mir zeitweise zu ausschweifend erzählt worden und wirkte teilweise auch zu konstruiert. Die vielen Begegnungen, die die alte Dame auf ihrer Reise macht, sind zwar ganz nett, aber irgendwann auch zu viel des Guten. Was hingegen zu kurz kommt, ist die Zeit zwischen Kindheit und Seniorenalter der Protagonistin. Hierzu hätten ruhig noch ein paar Rückblenden/Erinnerungen einfließen können.

Was wiederum sehr gelungen ist, ist der Schluss der Geschichte, zu dem ich an dieser Stelle allerdings nichts verraten möchte.

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