Auftaktband mit Potential
AnathemaAnathema war für mich ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe – nicht nur, weil ich Romantasy liebe, sondern auch, weil es mein erstes Buch mit Gothic‑Elementen war.
Der Schreibstil von Keri Lake ...
Anathema war für mich ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe – nicht nur, weil ich Romantasy liebe, sondern auch, weil es mein erstes Buch mit Gothic‑Elementen war.
Der Schreibstil von Keri Lake hat mich sofort abgeholt: flüssig, bildhaft und mit einer Stimmung, die mich direkt neugierig gemacht hat. Trotzdem muss ich sagen, dass sich der Einstieg für mich etwas gezogen hat, vor allem weil die beiden Hauptcharaktere erst etwas später wirklich aufeinandertreffen. Auch die vielen spezifischen Begriffe haben den Lesefluss ein klein wenig gebremst, allerdings gibt es ein ausführliches Glossar, sodass man diese jederzeit wieder nachlesen kann.
Doch sobald die Figuren endlich miteinander interagieren, hat mich die Geschichte gepackt. Die Spannung zwischen ihnen ist greifbar, intensiv und voller unausgesprochener Emotionen – und sie entwickelt sich spürbar, macht verschiedene Phasen durch. Diese Dynamik trägt das Buch und hat mich immer wieder zurück in die Handlung gezogen, selbst in Momenten, in denen der Mittelteil für mich etwas an Tempo verloren hat. Insbesondere in diesem Teil waren die angekündigten Gothic‑ oder Dark‑Vibes zwar da, aber nicht so durchgehend, wie ich es mir gewünscht hätte. Hier hatte ich tatsächlich etwas mehr erwartet anhand des Klappentextes bzw. der Bewerbung des Buches, aber ich mochte auch diesen Teil sehr gern. Was mir etwas gefehlt hat waren die Eating Woods - die spielen anders als der Klappentext vermuten lässt nur eine Rand-Rolle. Wenn man sich jedoch nicht darauf fokussiert hat die Story mehr als genug andere interessante Settings zu bieten.
Was ich dabei am liebsten mochte, war die Entwicklung der Beziehung zwischen den Charakteren. Sie baut sich langsam auf, intensiviert sich Stück für Stück. Slow Burn at it’s best! Und auch wenn Spice im Großteil des Buches eher eine Nebenrolle spielt, bekommt er am Ende deutlich mehr Raum – vielleicht etwas zu viel, da für mich so die Spannung zum Ende hin weg von der Story ging.
Die Story und auch die Welt in der Anathema angesiedelt ist haben noch viel Potential für die Folgebände, da unzählige offene Fragen bestehen und die Story insgesamt trotz der viele Seiten nur wenig vorangeschritten ist.
FAZIT:
Anathema ist eine Geschichte voller Atmosphäre, Spannung und emotionaler Momente, die mich trotz kleiner Schwächen im Tempo. Gothic und Dark Fantasy oder Horrorelemente waren dabei nur phasenweise vorhanden und nicht zu präsent, sodass es sich auch als Einstieg in das Genre eignet.