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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2022

Anfangs interessant, dann aber etwas lahm

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
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Zwei Familien, schon ewig befreundet.
Es ist Silvester und die Teenies beider Familien feiern mit ihren Freunden in dem einen Haus, die Erwachsenen im anderen Familienheim.
Was anfangs nach einer guten ...

Zwei Familien, schon ewig befreundet.
Es ist Silvester und die Teenies beider Familien feiern mit ihren Freunden in dem einen Haus, die Erwachsenen im anderen Familienheim.
Was anfangs nach einer guten Idee klang, entwickelt sich zu einem Alptraum. Denn eine der Töchter verschwindet spurlos.

Anfangs fand ich das Buch gut. Die beklemmende Atmosphäre von Freundschaften, deren Verfallsdatum greifbar ist und die dumpfe Vorahnung, das etwas Schlimmes geschehen sein muss, das war gut geschildert.
Überhaupt hat sich das Buch anfangs sehr flott gelesen.
Auch die wechselnden Perspektiven der vier Erwachsenen haben mir gefallen.

Dann wurde es aber zäh, denn alles hat sich mehr oder weniger im Kreis gedreht. Dazu kam, dass mir die Charaktere durch die Bank unsympathisch waren. Bei mir kam keine rechte Spannung auf.

Das Ende hat das Buch dann endgültig um einen vierten Stern gebracht. Es kam so holterdipolter - mir kam es fast vor, als ob die Autorin so vor sich hingeschrieben hat und dann auf einmal bemerkte, dass sie nur noch zwanzig Seiten zur Verfügung hat. Statt anderswo zu kürzen hat sie dann schnell alles da hineingequetscht.
Natürlich war es so nicht - aber es wirkt auf mich so.

insgesamt ein Buch mit Stärken und Schwächen. Keine Zeitverschwendung, gute Unterhaltung, aber kein Jahreshighlight.

Veröffentlicht am 16.11.2022

Mir hat etwas gefehlt

Zehn Wünsche, sieben Abenteuer und eine sprechende Katze
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Der Klappentext (und natürlich der witzige Titel) hat mich sofort angesprochen und der Einstieg ins Buch gefiel mir sehr gut.

Drei Kinder müssen die Ferien bei der alten Nachbarsdame verbringen und zumindest ...

Der Klappentext (und natürlich der witzige Titel) hat mich sofort angesprochen und der Einstieg ins Buch gefiel mir sehr gut.

Drei Kinder müssen die Ferien bei der alten Nachbarsdame verbringen und zumindest Ed und seine Schwester Roo sind nicht begeistert. Aber es hilft nichts!
Die Momentaufnahmen in der realen Welt waren schön zu lesen und es hat mich sehr interessiert, wie es den Kindern und der Nachbarin geht, was passiert ist, dass es so wurde, wie es jetzt ist.
Ed sitzt beispielsweise im Rollstuhl und man bekommt mit, wie oft er ausgeschlossen ist.
Ich habe dann mal überlegt, wie oft ich eigentlich in Kinderbüchern mit Kindern mit Beeinträchtigungen in Kontakt komme - sehr selten, zumal mit körperlichen.
Das hat mir hier sehr gut gefallen.
Ich hätte gerne noch mehr über Roo, Ed und den Nachbarsjungen Willard erfahren, über Miss Filey, die Nachbarin, gibt es mehr Informationen.

Aber im Vordergrund stehen die verrückten Abenteuer, die die Vier (- nein sorry - fünf, ich habe den Kater unterschlagen wie konnte ich, der ist großartig!) dann erleben werden.
Und hier hat mir dann etwas gefehlt.
Ich kann es gar nicht so genau in Worte fassen.
Sie sind von Abenteuer zu Abenteuer geschliddert, diese waren relativ kurz und einfach eine Abfolge, ohne dass ich da einen Lesegewinn gezogen habe. Abenteuer 1 , geschafft, Abenteuer 2, ja, abgehakt, Abenteuer 3, ....
So kam es mir vor.

Ich fand den Rahmen drumherum viel schöner und als alle wieder wohlbehalten ankamen und das reale Leben wieder losging, da hat mir auch das Buch wieder richtig gut gefallen.

Vielleicht war es mir zwischendrin einfach zu phantastisch?
Hier muss man sich am besten selbst eine Meinung bilden.

Veröffentlicht am 14.11.2022

Erinnert an "Tod auf dem Nil"

Die Passage nach Maskat
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Bei dem Buch hatte mich das Cover sofort - ich finde es rundum gelungen und auch nach dem Lesen muss ich sagen: passt perfekt!

Es ist 1929 und eine Hamburger Kaufmannsfamilie reist mit dem Schiff in den ...

Bei dem Buch hatte mich das Cover sofort - ich finde es rundum gelungen und auch nach dem Lesen muss ich sagen: passt perfekt!

Es ist 1929 und eine Hamburger Kaufmannsfamilie reist mit dem Schiff in den Orient. Der Handel mit Gewürzen ist lukrativ.
Mit dabei sind die herrischen Eltern, ihre zwei erwachsenen Kinder und Theodor, der Ehemann von Tochter Dora.
Nach kurzer Zeit an Bord verschwindet Dora - und alle behaupten, sie wäre nie an Bord gewesen. Theodor zweifelt an seinem Verstand...

Ein klassischer Kriminalroman im Stil von Agatha Christie. Tatsächlich erinnerte er mich sehr an "Tod auf dem Nil" - fast etwas zu sehr. Und den direkten Vergleich mit der Meisterin des Genres kann einfach kein Autor bestehen, deshalb wurden es auch "nur" vier Sterne.
Mir fehlt etwas der Spannungsbogen, es plätscherte eher gemütlich vor sich hin.

Dafür fand ich aber die Schilderungen der Jahres 1929 sehr gelungen.
Kriegsveteranen, die ihr schweres Päckchen tragen mussten und damit nicht klarkommen, treffen auf jüngere Menschen, die diese Erfahrungen nicht haben - und schon jetzt ist absehbar, in welch furchtbare politische Richtung die Reise gehen wird. Nicht auf dem Schiff, sondern in der Weltgeschichte.

Die unterschiedlichen Klassen an Bord - vom prallen Luxus zum mühsamen Reisen - aber auch so kleine Dinge wie eben nicht selbstverständliche Bäder in den Kabinen der Ersten Klasse.
Oder die Landausflüge: das Erklimmen der Pyramiden, ich habe mir noch nie Gedanken gemacht, wie die behäbige Dekadenz der Luxusklasse diese erklommen haben soll - hier erfährt man es.
Das war ein schönes buntes, stimmiges Bild über diese Schiffsreise, das mir sehr gut gefallen hat.

Da habe ich dann auch großzügig über die für mich nicht ganz überzeugende Auflösung der Story hinweggesehen, eine gute Unterhaltung war es auf jeden Fall.

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  • Cover
Veröffentlicht am 11.11.2022

Agententhriller sind wohl nichts für mich

EAST. Welt ohne Seele
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"East" spielt um die Zeit des Milleniumwechsels in Krakau.
Das Krakau-Setting hat mir sehr gut gefallen, man hat sowohl einen Hauch von der Stadt mit den vielen Bezirken als auch einen Einblick in die ...

"East" spielt um die Zeit des Milleniumwechsels in Krakau.
Das Krakau-Setting hat mir sehr gut gefallen, man hat sowohl einen Hauch von der Stadt mit den vielen Bezirken als auch einen Einblick in die Sagenwelt bekommen. Wenn man schon mal in Krakau war, dann hat das etwas.

Die Agenten-Story an sich war aber leider so gar nicht die meine.
Ein CIA-Agent, der sich mehr oder weniger zu Tode trinkt, trifft im Rahmen seines aktuellen Auftrags auf mehrere, natürlich bildhübsche Frauen, die alle auch ein Geheimnis haben. Soweit ja noch ganz interessant. Dann wird es aber auch schon unglaubwürdig, denn unser trinkender Agent wird völlig unattraktiv geschildert (ich hätte ihn auch locker 20 Jahre älter geschätzt nach den Schilderungen und war erstaunt, als irgendwann mal sein Alter genannt wurde), aber natürlich erliegen alle Frauen seinem traurigem Charme.

Die Handlung fand ich sehr verworren, ständige Szenenwechsel, endlose Verfolgungsszenen, lange, undurchsichtige Gespräche zwischen Schurken und Geheimdiensten, ich kam damit nicht klar.
Dazu gab es noch ordentlich Mord und Gewalt, aber spannend wurde es damit nicht.
Keine der Charaktere konnte mich erreichen, sie blieben mir fremd und ich konnte nicht mitfiebern.

Leider keine Reihe für mich - aber dafür bestimmt für andere Lesende.

Veröffentlicht am 10.11.2022

Weihnachtsstimmung und unbändiges Weihnachts-Plätzchen-Verlangen garantiert

Love Songs in London – All I (don’t) want for Christmas
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Zuerst zum Titel, den finde ich ja nicht ganz perfekt. Denn noch viel mehr als die Love Songs bzw. Weihnachtssongs dominieren im Buch die Weihnachtskekse, die Febe, eine unserer Hauptpersonen, backt.
Deshalb ...

Zuerst zum Titel, den finde ich ja nicht ganz perfekt. Denn noch viel mehr als die Love Songs bzw. Weihnachtssongs dominieren im Buch die Weihnachtskekse, die Febe, eine unserer Hauptpersonen, backt.
Deshalb am besten dafür sorgen, dass eine gut gefüllte Keksdose vor Euch steht, bevor ihr mit dem Lesen beginnt.

Ich bin gar nicht mal so die Love-Story-Leserin, aber ich bin der volle Weihnachtsfan. Und deshalb war das genau mein Buch!
Eine Liebesgeschichte mit viel Drama und eingebettet in eine zauberhafte Weihnachtsatmosphäre mit allem Drum und Dran.
Plätzchen backen, Weihnachtspulli tragen, sich aufbrezeln, Familien-TV, ganz viel Essen, Traditionen, Chaos und Streit...
Dazu noch die schöne Kulisse Londons und insbesondere South Kensingtons.

Ja, mag sein, dass manches kitschig war oder überzogen, aber das war mir hier völlig egal.
Ganz einfach, weil mich das Buch sofort in Weihnachtsstimmung gebracht hat und mir ein wohliges Gefühl verschafft hat.
Ich mag außerdem den Schreibstil sehr, die Charaktere wurden für mich so lebendig, dass ich es beispielsweise gar nicht fassen konnte, wie man in DEN verliebt sein kann und ihn auch noch heiratet. Ich musste ich regelrecht aufregen und habe völlig vergessen, dass das doch "nur" eine Geschichte ist.
Auch den Humor mochte ich, ab und blitzten wirklich witzige Sprüche hervor, mein Highlight ist das "Briefträgerbein".

Mein Fazit: Genau mein Buch, sooooo schön! Und jetzt muss ich Plätzchen backen, unbedingt...