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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2022

Der Titel ist Programm - für mich zu übertrieben

Zurück nach Übertreibling
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Vikki Viktoria (wichtig: man spricht es mit W, nicht mit F!) lebt als Nachteule in München. Ihr Freundeskreis besteht zum Beispiel aus ihre Nachbarin, gerade mal 16 und eine Insta-Influencerin und Wolf, ...

Vikki Viktoria (wichtig: man spricht es mit W, nicht mit F!) lebt als Nachteule in München. Ihr Freundeskreis besteht zum Beispiel aus ihre Nachbarin, gerade mal 16 und eine Insta-Influencerin und Wolf, den Antiquitätenhändler und Motoradrocker.

Allerdings hat sie auch einen echten Feind, der nun aus dem Gefängnis ausgebrochen ist.
Die Ereignisse überschlagen sich und Vikki muss sich ins Abenteuer stürzen...

Bei dem Buch habe ich vor der Anschaffung die Leseprobe gelesen und ja, auch sie las sich schon sehr trubelig, aber auch witzig. Ich war mir nicht sicher, ob mich das ein ganzes Buch lang begeistern würde und nehme es vorweg: nein, tat es nicht.
Insofern empfehle ich hier tatsächlich einen kurzen Blick in die Leseprobe zum Buch, da bekommt man schon einen guten Einblick in den Schreibstil, der sich genauso das ganze Buch hindurch zieht. Darauf basierend kann man dann entscheiden, ob es passt oder nicht.

Für mich nicht so, ich fand es viel "Drumherum" und wenig Handlung.
Ich habe mich relativ schnell auch mit dem Buch gelangweilt und die letzten ca. 20 Prozent dann auch eher quergelesen.
Es lebt von seinen schrulligen und kunterbunten Charakteren, die ich auch wirklich alle gut getroffen fand. Dazu gibt es einen Sprachmix aus bayerisch und Umgangssprache, auch das war schon passend und doch habe ich mich gefragt, was das alles soll.
Für mich war es zu viel, zu chaotisch, zu viele Gags und einfach so dermaßen an den Haaren herbeigezogen. Eben Übertreibling, der Titel sagt es ja schon.
Zudem hat mich die Art der Witze auch machmal genervt, etwa die Seitenhiebe auf gendergerechte Schreibweise.

Vikki kennt mich wohl, denn sie schreibt selbst gegen Buchende: "Aaah, gähn. Jetzt will die auch noch ein Buch scheiben. Der Hugendubel ist doch voll mit Büchern. .."

Nein, so hart würde ich es nicht formulieren. Das Buch ist Geschmacksache, nur meiner war es leider nicht.

Veröffentlicht am 24.04.2022

Der Buchtitel liefert fast eine Steilvorlage für eine Rezensionsüberschrift

Der große Fehler
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Normalerweise bin ich von den schlichten Diogenes Covern nicht sehr angetan, dafür vom Inhalt umso mehr.
Hier ist es genau umgekehrt. Das Cover ist hinreißend - finde ich.
Erst auf den zweiten Blick erkennt ...

Normalerweise bin ich von den schlichten Diogenes Covern nicht sehr angetan, dafür vom Inhalt umso mehr.
Hier ist es genau umgekehrt. Das Cover ist hinreißend - finde ich.
Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass der Elefant aus einem Stadtplan New Yorks gestaltet wurde.

New York: Andrew Green, um den es hier geht, ist ein großer Sohn der Stadt (zwar nicht dort geboren, aber bereits als Heranwachsender zugezogen).
Ich hatte ihn vor dem Buch nicht gekannt, dabei verdanken wir ihm u. a. den Central Park, die New York Public Library, Bronx Zoo, American Museum of Natural History und das Metropolitan Museum of Art.
'
Er wurde ermordet und ich habe eine Mischung aus Biographie mit Einblicken in die Stadtplanungstätigkeit und Krimi erwartet. Letzteres, weil Mord, klar und dann auch auf der Rückseite des Buches ein wenig der Eindruck vermittelt wurde ("Inspector McClusky nimmt die Ermittlungen auf. Was wussten die übereifrige Haushälterin, der Präsidentschaftskandidat Tilden und die brillante Bessie Davis, der halb New York zu Füßen liegt?).

Keine der beiden Aspekte wurden erfüllt.
Das Buch mäandert so vor sich hin und legt den Schwerpunkt auf Zeiten Greens in Trinidad und zahlreiche sehr sich ins Detail verlierende Nebenstränge, die zwar schon mit dem Leben Greens zu tun haben, aber irgendwie verpuffen, ohne dass sie irgendwie zu einem großen Ganzen geführt hätten.
Auch den Stil fand ich sehr anstrengend. Der Autor hat sehr viel mit Aufzählungen gearbeitet und als Stilmittel oft Sätze dreimal wiederholt.
Das fand ich furchtbar.

Was mir hingegen gut gefallen hat, war die Beschreibung New Yorks und das harte Lehrlingsleben Greens, als er 1835 frisch als 15-Jähriger in New York ankam. Eine ganz andere Sicht auf New York.
Leider verschob sich dann der Schwerpunkt und von seiner Tätigkeit als Stadtplaner bekam man so gut wie gar nichts mit.

Mein Fazit: es ist jetzt zwar kein großer Fehler (um auf die Überschrift zurückzukommen) das Buch gelesen zu haben, weil ich nun Andrew Green kennengelernt habe (wenn auch sehr rudimentär).Lesegenuss war es leider aber auch nicht.

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Veröffentlicht am 22.04.2022

Lustig und richtig schlimm!

Die schlimmste Klasse der Welt (Band 1)
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Der Tochter wird von den Lehrern regelmäßig vermittelt, dass ihre Klasse wirklich furchtbar schlimm ist.
Tja - weit gefehlt, die Lehrer sollten mal das Buch lesen und die 5a kennenlernen, dann wissen sie, ...

Der Tochter wird von den Lehrern regelmäßig vermittelt, dass ihre Klasse wirklich furchtbar schlimm ist.
Tja - weit gefehlt, die Lehrer sollten mal das Buch lesen und die 5a kennenlernen, dann wissen sie, was eine wirklich schlimme Klasse ist.

Das Buch ist mega lustig. Es startet aus Sicht von Bürste, der Schulkatze.
Bürste ist unser Liebling, keine Katze passt besser zu der 5a und im Laufe der Geschichte werden sie ein echtes (Alb-)Traumteam!

Die Streiche sind teilweise aber auch wirklich gefährlich, so dass sich Eltern schon auch ein wenig sorgen, ob allen Kindern klar ist, dass das ein Buch ist und die Streiche auf keinen Fall nachgeahmt werden dürfen.
Die empfohlene Altersgruppe ab zehn Jahren kann das aber m. E schon unterscheiden, trotzdem schadet es sicherlich nicht, hier noch ein paar mahnende Begleitworte zu verlieren.

Sehr kurzweilig, rotzig-frech und Lehrer*innen bekommen natürlich auch ihr Fett weg.
Macht Spaß zu Lesen und für Kinder ist dann klar: schlimmer geht immer!

Veröffentlicht am 18.04.2022

Ein außergewöhnliches Buch, einfach nur WOW

Das verzauberte Puppenhaus (Villa Holunder)
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Das Buch sticht ja schon durch sein besonderes Format heraus.
Wenn man es dann in die Hand nimmt, wird man noch von der Schwere überrascht. Wow, wenn es doch nicht überzeugen sollte, dann kann man es auf ...

Das Buch sticht ja schon durch sein besonderes Format heraus.
Wenn man es dann in die Hand nimmt, wird man noch von der Schwere überrascht. Wow, wenn es doch nicht überzeugen sollte, dann kann man es auf jeden Fall auch zum Blätter pressen oder sonstigen Aktionen, für die man etwas richtig Schweres braucht, verwenden.

Ha! Niemals nie wird mit diesem Buch ein Blatt gepresst, wir werden es hüten wie unseren Augapfel!
Wir werden es weiterhin streicheln, wenn wir an ihm vorbeikommen, weil das Cover so schön glatt ist und sich einzelne Lackelemente so schön abheben.
Und überhaupt ist das Buch ein ganz Besonderes.

Schon beim ersten Durchblättern waren wir fasziniert von der Gestaltung.
Die Fotografien, in denen das Puppenhaus solo zu sehen ist (die Katze, hachz!), sind ja schon super. Aber wenn das Puppenhaus dann zum Leben erwacht, indem echte Menschen in das Puppenhaus hineingebastelt wurden, das ist ganz großes Kino. Äh. Buch.


Weil die Gestaltung so ungewöhnlich, so aufwändig und so liebevoll ist, dachte ich anfangs, dass die eigentliche Handlung hier etwas in den Hintergrund rückt und das Visuelle hier eher ergänzt.
Weit gefehlt!
Die Geschichte hatte uns sofort und sie würde auch für sich alleine ihren Zauber entfalten, hätte diese aufwändige Gestaltung gar nicht nötig. So ist es aber einfach magisch. Mir fällt gerade wirklich kein Buch ein, das ich vergleichbar so schon gelesen hätte.

So, genug geschwärmt, nun noch ein paar Worte zur Handlung:
Es geht um Mia, die auf ihren Geburtstag hinfiebert, an dem sie hoffentlich endlich auch das heiß ersehnte Computerspiel bekommt, das ihre Freundinnen den ganzen Tag spielen.
Stattdessen beginnt der Tag mit einer großen Enttäuschung: sie bekommt ein Puppenhaus. Hallo? Sie ist 10 (Z E H N!) - was will sie mit einem Puppenhaus?
Aber als sie bemerkt, dass die kleinen Bewohner im Haus gar keine Puppen sind, da beginnt ein großes Abenteuer.

Es wird spannend, rätselhaft und ein klein wenig magisch. Mehr will ich gar nicht verraten, das Puppenhaus und insbesondere seine Bewohner wollen schließlich entdeckt werden.
Es ist kein Bilderbuch im klassischen Sinn, sondern eine vollwertige Geschichte für Kinder ab acht Jahren mit richtig viel Text.
Bei uns hat das Buch auch eine Zwölfjährige gelesen und war genauso verzaubert wie ich - die Altersempfehlung kann also getrost nach oben hin großzügig geöffnet werden, auch ältere Kinder können sich hier noch sehr angesprochen fühlen. Zumal sie sich in Mias Lebenswelt mit Computerspielen und Zicken-Freundschaften vielleicht auch abgeholt fühlen.
Und für uns Erwachsene, die wir selbst mit Puppenhäusern gespielt haben, ist das Buch auch eine kleine Zeitreise.
Es hat bei mir richtig die Lust auf eine Runde Puppenhaus-spielen geweckt. Zu schade, dass wir keines mehr haben.

Fazit: Wir kennen und lieben die Bücher der Autorin schon lange und haben schon ganz viele gelesen. Dieses hier ist aber unser Allerliebstes - und die Konkurrenz ist wahrlich groß.

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Veröffentlicht am 18.04.2022

Nicht Fisch und nicht Fleisch

Morgen kann kommen
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Ich mag die Bücher der Autorin sehr gerne und auf dieses Buch habe ich mich besonders gefreut, weil mich die Inhaltsangabe so angesprochen hat.

Es geht um Frauen, die endlich die Hauptrolle in ihrem Leben ...

Ich mag die Bücher der Autorin sehr gerne und auf dieses Buch habe ich mich besonders gefreut, weil mich die Inhaltsangabe so angesprochen hat.

Es geht um Frauen, die endlich die Hauptrolle in ihrem Leben spielen wollen. Gegen das Bravsein, das Angepasstsein, das Hinunterschlucken, das Mit-dem-Strom-der Erwartungshaltung schwimmen.
Vielleicht war meine Erwartungshaltung deshalb einfach zu groß, sie wurde jedenfalls nicht erfüllt.

Ich habe mich mit dem Buch schwergetan, vielleicht, weil ich nicht genau weiß, was es denn nun ist.
Eine witzig-ironische, aber leichte Betrachtung zum Thema? Oder schwingt da doch eine gewissen Ernsthaftigkeit hinein, die das Thema vermuten lässt? Für mich war es weder in die eine, noch in die andere Schublade einzuordnen, es mäanderte so vor sich hin, ohne die Spritzigkeit von Vorgängerwerken zu haben. Aber auch wiederum zu albern, um mich in die Figuren hineinfühlen zu können.
Es war mir viel zu überzeichnet, der Verlauf zu vorhersehbar und doch wieder zu unglaubwürdig.

Das klingt jetzt alles nach einem richtig schlechten Buch, dem ist aber nicht so.
Da gab es beispielsweise den Charakter Rudi, ein alter Sozi, den ich sehr mochte.

Für treue Fans gibt es übrigens ein Wiederlesen mit Erdal.

Und die Illustrationen, hach die Illustrationen: wunderschön, ein Kompliment an den Verlag, dass hier so hochwertig das Buch veredelt wurde.

Fazit: Mit dem Stil bin ich diesmal leider nicht warmgeworden.