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MarieausE

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.02.2020

Einfühlsam, lustig, abenteuerlich und mit Fidschileguan

Helsin Apelsin und der Spinner
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Helsin hat einen ungewöhnlichen Namen, woher der kommt, erfährt man im Buch.
Sie ist ein sehr fröhliches Mädchen mit jeder Menge Energie. So viel, dass sie immer wie ein Flummi hüpfen muss. Und diese ...

Helsin hat einen ungewöhnlichen Namen, woher der kommt, erfährt man im Buch.
Sie ist ein sehr fröhliches Mädchen mit jeder Menge Energie. So viel, dass sie immer wie ein Flummi hüpfen muss. Und diese Energie verwandelt Helsin manchmal, genau genommen ziemlich oft, in einen sehr, sehr wütendes Rumpelstilzchen.
Gut, dass Helsin eine verständnisvolle Lehrerin hat, tolle Eltern und den aller-allerbesten Freund.
Das eingespielte Gefüge kommt allerdings gehörig durcheinander, als plötzlich ein Neuer in die Klasse kommt.

Das Buch schildert einfühlsam, aber auch lustig, wie es sich anfühlt, wenn so eine Wut-Attacke plötzlich zu brodeln beginnt und ganz schnell ausbricht. Und warum man auch den aller-allerbesten Eltern manchmal einfach nicht erklären kann, warum Dinge plötzlich so fürchterlich schieflaufen. Und wie das ist mit Freundschaft, aber auch mit Eifersucht.

Diese Kindersicht der Dinge ist tatsächlich sehr aufschlussreich, gerade auch für Erwachsene. Das ist eine der großen Stärken des Buches, man kann in Helsins Perspektive schlüpfen und versteht urplötzlich, warum manches für ein Kind eben gar nicht geht, was uns Erwachsene doch so völlig einfach erscheint. Ganz, ganz wunderbar geschrieben.

Dazu ist es aber auch witzig, abenteuerlich und ab und an gibt es lustige Zeichnungen, die Helsin perfekt zeichnen.

Ein Buch für Groß & Klein, Mädchen und Jungs, Rumpelstilzchen und Prinzessinnen. Große Buchliebe meinerseits.

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Veröffentlicht am 14.02.2020

Verstörend

Je tiefer das Wasser
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Nach einem erneuten Selbstmordversuch ihrer Mutter müssen die zwei Schwestern Edie und Moe zu ihrem Vater nach New York ziehen. Jede der Beiden sieht die Beziehung zur Mutter aus einem anderen Blickwinkel ...

Nach einem erneuten Selbstmordversuch ihrer Mutter müssen die zwei Schwestern Edie und Moe zu ihrem Vater nach New York ziehen. Jede der Beiden sieht die Beziehung zur Mutter aus einem anderen Blickwinkel und verhält sich entsprechend.

In sehr kurzen Kapiteln wird aus unterschiedlichen Perspektiven - nicht nur aus denen der Schwestern - erzählt. Anfang sehr verwirrend, da man die ganzen Charaktere gar nicht einordnen kann und auch bei fortgeschrittenem Lesestatus schwierig, da die jeweilige Situation immer nur ganz kurz gestreift wird und man auch nie weiß, was nun der Wahrheit entspricht.
Etwas wie eine grelle Lampe, die kurz auf die jeweilige Person gerichtet wird und kaum gewöhnen sich die Augen daran, schwenkt sie weiter auf eine andere Person.

Schwere Kost, schlimme Kindheit mit depressiver Mutter und abwesendem Vater und ein nicht minder schlimmer Verlauf nach dem Umzug nach New York ohne dass der Schluss zumindest einen aufklärenden Schlussstrich setzt.

Ein Buch das mich zwar ratlos, aber nicht kalt zurücklässt. Zwar nicht mein Buch, aber nachdem ich nach Abschluss immer noch darüber grüble, auch keine verlorene Lesezeit.

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Veröffentlicht am 11.02.2020

Zwilling sein ist nicht nur eitel Sonnenschein

Ben und Teo
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Ben und Teo sind Zwillinge und das nervt beide ganz schön. Immer sollen sie ein Team sein, nie wird mal einer für seine besondere Leistung gelobt, dabei kann doch jeder etwas besonders gut.
Sie geraten ...

Ben und Teo sind Zwillinge und das nervt beide ganz schön. Immer sollen sie ein Team sein, nie wird mal einer für seine besondere Leistung gelobt, dabei kann doch jeder etwas besonders gut.
Sie geraten sich immer mehr in die Haare und eines Tages bietet sich ihnen die Chance, dass sie ein Leben als Einzelkind leben können. So cool! Oder vielleicht doch nicht?

Das Buch ist witzig und hat einen ganz besonderen Humor, das hat uns super gefallen. Es trifft die Kindersicht voll und ganz, etwa die tiefe Empörung, weil sie pünktlich ins Bett müssen. "Kein Film, kein Spiel, keine Gnade. Wir waren noch nie superpünktlich im Bett, in den letzten zehn Jahren nicht!"

Es macht aber auch klar, dass Kinder als Individuum gesehen werden wollen, sie wollen eben auch "Ich" sein, nicht nur "Wir". Generell ein Geschwisterproblem, aber bei Zwillingen natürlich noch in einer ganz anderen Dimension.

Die Zeichnungen sind auch super, meine Lieblingsillu ist die Achterbahn mit einem sehr grüngesichtigen Mann.

Was sagt das Kind noch ergänzend:
"Ich mochte total, dass es aus Kindersicht geschrieben ist.
Das mit dem Spiegel fand ich aber ziemlich verwirrend, da bin ich nicht so gut mitgekommen".

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Polarisexpedition - ein Abenteuerroman mit vielen aktuellen Themen

Das Wolkenschiff – Aufbruch nach Südpolaris (Das Wolkenschiff 1)
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WOW WOW WOW
Von diesem Buch bin ich richtiggehend beeindruckt. Ein Abenteuerroman der guten alten Art, kann man schon am Cover erkennen - aber voll mit brandaktuellen Themen.

Aber der Reihe nach... ...

WOW WOW WOW
Von diesem Buch bin ich richtiggehend beeindruckt. Ein Abenteuerroman der guten alten Art, kann man schon am Cover erkennen - aber voll mit brandaktuellen Themen.

Aber der Reihe nach...
Arthur und Marie, zwei Kinder, haben ihre Eltern verloren. Ihr Vater war ein großer Forscher, ist aber bei dem Versuch, als erster Mensch Südpolaris zu erreichen, verschollen. Zeugenaussagen lassen eigentlich keinen Zweifel daran, dass er nicht mehr am Leben ist.
Arthur und Marie wollen das nicht glauben und bewerben sich bei der Expedition der mutigen Forscherin Harriet Culpfeffer. Und damit beginnt ein riesiges Abenteuer.

Unglaublich spannend, was das Expeditionsteam dann erlebt.
Verblüffend, wie viele Themen man mit einem Kinderbuch anreißen kann.
Ob Waljagd, sogenannte Erste vs. Dritter Welt (und kritischer Anmerkung zu den Begriffen, die im Buch als Erster bzw. Dritter Kontinent vorkommen), Kinder mit Beeinträchtigungen, neue umweltfreundliche Technologien vs. umweltschädlicher (klassischerweise werden Wolkenschiffe mit dem grässlichen Pechharz angetrieben, jetzt gibt es aber eines mit Wasserstoffantrieb), Kinderarbeit in Minen (eben um das Pechharz anzubauen), ach, das fiktive Buch ist voll von Bezügen zu unserer Welt.

Dabei ist es kein belehrendes Buch, sondern ein spannendes Expeditionsabenteuer, welches die Themen quasi durch die Hintertür aufgreift.

Richtig gut hat mir auch gefallen, dass hier ein Mädchen und eine Frau die klugen Ingenieurinnen sein dürfen und es böse weibliche Charaktere gibt - einfach die volle Bandbreite.

Klingt jetzt so, als ob es ein langweiliges politisch korrektes Diversitybuch wäre, das hier nur nichts falsch machen will - dem ist nicht so! Kinder werden vermutlich davon gar nichts bemerken, cool gemacht.

Unbedingt lesen - aber auch unbedingt die Altersempfehlung von 10 Jahren und aufwärts beachten, hier ist nicht nur die heile Welt abgebildet.

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Veröffentlicht am 09.02.2020

Leider schon der letzte Teil der Serie

Missing Boy
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Wehmütig habe ich das Buch zugeklappt...es ist leider schon der dritte und damit letzte Teil der Serien um den ehemaligen Polizisten Ted und Amanda, seine Chefin in einer Detektei.
Es gibt ja viele ungewöhnliche ...

Wehmütig habe ich das Buch zugeklappt...es ist leider schon der dritte und damit letzte Teil der Serien um den ehemaligen Polizisten Ted und Amanda, seine Chefin in einer Detektei.
Es gibt ja viele ungewöhnliche Ermittlerduos, aber diese beiden geben dem Wort "ungewöhnlich" eine neue Dimension.

Wie schon in den Vorgängerbänden mag ich die Beschreibung des australischen Sumpflandes sehr, noch mehr allerdings Ted & Amanda.

Den Thriller an sich fand ich diesmal nicht ganz so spannend wie die beiden Vorgängerbände, allerdings würde mich hier vermutlich sogar begeistern, wenn ich das Ermittlerduo beim Hausrenovieren begleiten müsste...

Neben den Ermittlungen ist dieses Mal Teds Tochter zu Besuch - und Ted hin & hergerissen zwischen Ermittlungsanspruch und Vaterpflichten. Die finale Reaktion seiner Exfrau auf sein Verhalten fand ich völlig unglaubwürdig, ich hätte Ted ja ...naja, lassen wir das, ich will ja nicht spoilern.

Die Kinder verabscheuende Amanda hingegen hat mich zu einem dicken Grinsen gebracht, köstlich geschildert.

Auf jeden Fall war das Buch wieder ein Highlight im Thriller-Ranking - ich hoffe ja sehr, dass sich die Autorin
a) doch zu weiteren Bänden überreden lässt und
b) eine Verfilmung für die Kinoleinwand ermöglicht.

Apropos Autorin:
Die Danksagung hat auch noch Unterhaltungswert, "...Die Hälfte meines Alltags verbringe ich damit, Menschen, die gar nicht existieren, auf ihren Abenteuern zu begleiten."

Für alle, die skurrile Charaktere und Thriller bzw. Krimis lieben -> dicke, fette Weiterempfehlung.
Aber unbedingt der Reihe nach lesen, hier nicht quereinsteigen.

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