Platzhalter für Profilbild

MarieausE

Lesejury Star
offline

MarieausE ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MarieausE über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2020

Schützt unsere Meere

Das Delfinmädchen
0

Vordergründig ist das Buch eine einfühlsame und spannende Geschichte über Marie, die mit ihren Eltern aus Deutschland auf eine kleine Insel irgendwo im Warmen umzieht. Sie muss ohne Freunde ganz allein ...

Vordergründig ist das Buch eine einfühlsame und spannende Geschichte über Marie, die mit ihren Eltern aus Deutschland auf eine kleine Insel irgendwo im Warmen umzieht. Sie muss ohne Freunde ganz allein von vorne anfangen und fühlt sich sehr einsam. Zum Glück ist da Carlotta Polar, ein vorwitziges Mädchen, das das komplette Gegenteil von Marie ist...

Man kann sich total gut in Marie hineinversetzen, auch wenn man manchmal aufstöhnt, weil sie so superängstlich und supervorsichtig ist.
Aber auch Carlotta ist toll!

Das Buch hat darüber hinaus aber auch eine wichtige Botschaft: den Schutz der Delfine. Dazu gibt es dann auch noch ein Nachwort, das eine ganz wichtige Ergänzung zum Buch ist. Hier wird kindgerecht und verständlich erklärt, wie wir alle unseren Beitrag leisten können, um Delfine zu schützen. Super für den Gesamtzusammenhang und man sieht z. B. Bootsauflüge zu Delfinsichtungen danach deutlich kritischer.

Eine schöne, in sich stimmige Geschichte, die Spaß macht zu lesen, klug und ohne erhobenen Zeigefinger.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2020

Schuld und Sühne

Miracle Creek
0

Hui, was für ein Buch!
Ist es ein Thriller? Ein Drama? Ein Kammerspiel? Ein klein wenig von allem.
Im Mittelpunkt steht ein viertägiger Gerichtsprozess. Angeklagt ist Elizabeth, sie soll ihren achtjährigen ...

Hui, was für ein Buch!
Ist es ein Thriller? Ein Drama? Ein Kammerspiel? Ein klein wenig von allem.
Im Mittelpunkt steht ein viertägiger Gerichtsprozess. Angeklagt ist Elizabeth, sie soll ihren achtjährigen Sohn während einer Sauerstoff-Therapie getötet haben, ebenso ihre Freundin Kitt.
Nach und nach treten verschiedene Zeugen vor und schildern ihre Sicht der Dinge. Aber was ist tatsächlich geschehen? Was ist die Wahrheit?
Die eigene Wahrnehmung verändert sich, je nachdem, wer gerade im Zeugenstand ist. Man fühlt an Tag 1 mit einem Zeugen und hasst ihn an Tag 4 und umgekehrt.

Neben der Spannung, endlich zu erfahren, was nun tatsächlich geschah, lebt das Buch auch von der Beschreibung der Lebensumstände von Migranten aus Korea in den USA - erschütternd und niederschmetternd.

Die Themenfelder Mutterliebe, behinderte Kinder, Autismus und alternative Heilmethoden nehmen viel Raum ein und stimmen nachdenklich.

Durch den ständigen Perspektivenwechsel kann man sich in alle Charaktere einfühlen und die jeweiligen Handlungsweisen auch überwiegend nachvollziehen. Ein besonderer Schreibstil, der mich richtig tief in die Story versinken ließ.

Fazit: Bislang eines meiner Buchhighlights des Jahres 2020 - das ich doch etwas fassungslos mit einem tiefen Seufzen weggelegt habe. Unbedingte Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2020

So muss ein Sachbuch sein

Tagesschau & Co. – Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen
0

Wir sind hier nicht so die Sachbuch-Fans, die Wissensvermittlung ist oft so trocken und so bis ins letzte Detail ist es dann ja doch auch nicht interessant. Dachten wir, aber...

Irrtum! Wir sind doch ...

Wir sind hier nicht so die Sachbuch-Fans, die Wissensvermittlung ist oft so trocken und so bis ins letzte Detail ist es dann ja doch auch nicht interessant. Dachten wir, aber...

Irrtum! Wir sind doch Sachbuch-Fans, es kommt nur darauf an, wie sie gemacht sind.
Hier ist sowohl das Thema als auch die Aufbereitung spannend und so gar nicht trocken.

Es geht um Nachrichten, also von "Nachrichten - was ist das eigentlich?" über den Unterschied von öffentlich-rechtlich und privat, wie Nachrichten ausgewählt werden, warum fast nur schreckliche Nachrichten vorkommen und viel viiel mehr.
Stets kindgerecht, aber auch für Erwachsenen total spannend. Es ist ein umfassender Einblick, bei dem auch ich als "Große" noch einiges Neues erfahren habe.
Das Kind hat das Buch sogar in einem Rutsch durchgelesen, was für ein Sachbuch sehr ungewöhnlich ist.

Neben den reinen Infos gibt es aber auch genauso wichtige Kapitel als Hilfestellung, beispielsweise was man tun kann, wenn einem Nachrichten Angst machen oder wie man Fake News erkennen kann.

Zwischendrin gibt es immer wieder Mitmachteile, also Rätsel und Co, bei denen man dann gleich mal testen kann, ob man alles verstanden hat oder auch mal selbst etwas ausprobieren kann.

Lustig wird es auch, zum Beispiel im Kapitel "Pleiten, Pech und Pannen und auch sonst ist der Schreibstil nicht nur ernst, sondern durchaus auch witzig (dort, wo es passt), sehr gelacht haben wir beispielsweise bei der Erklärung, ob eine Meldung nah dran ist "...wenn beispielsweise bestimmte Autos in Hamburg...nicht mehr fahren dürfen, weil sie die Luft verpesten, dann ist das für die Menschen interessanter, als wenn das in Quetzaltenango, Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogogoch oder Saint-Louis-du-Ha! Ha! der Fall ist." (ich hoffe, ich habe mich jetzt nicht vertippt - die Erklärung, wo die Orte liegen, die gibt es übrigens in einem Infokästchen dann auch noch).

Ganz dicke Weiterempfehlung, ein Buch auf Kinderaugenhöhe, das aber auch für Erwachsene ein Gewinn ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 29.03.2020

Spannend und informativ

Beute
0

Das war mein erster Deon Meyer Thriller, aber ganz bestimmt nicht mein letzter.

Anfangs habe ich etwas gebraucht, bis ich in das Buch hineingekommen bin. Zwei scheinbar erst mal zusammenhanglose Erzählebenen, ...

Das war mein erster Deon Meyer Thriller, aber ganz bestimmt nicht mein letzter.

Anfangs habe ich etwas gebraucht, bis ich in das Buch hineingekommen bin. Zwei scheinbar erst mal zusammenhanglose Erzählebenen, einmal ein Mord in Südafrika und einmal das Leben eines einsamen Möbelrestaurators in Frankreich, mit vielen (süd-)afrikanischen und französischen Namen und Begriffen und mir unbekannten Charakteren waren doch erst einmal anspruchsvoll für den Einstieg.
Der Spannungsbogen baut sich erst allmählich auf - insgesamt eher kein Thriller der Art, die einem atemlos durch das Buch hetzten lässt.

Begeistert hat mich hier die für mich perfekte Balance aus Thriller und Hintergrundinfos, das Buch bewegt sich in der politischen Landschaft Südafrikas und man bekommt einen Einblick in Korruption und State capture (hilfreich ist hier das Glossar am Buchende, das ich leider erst nach Beendigung des Buches entdeckt habe). Ich habe sehr viel für mich Neues erfahren und während des Lesens auch viel gegoogelt, weil es so interessant war.

Auch die beiden Ermittler samt ihrem Privatleben haben mir sehr gut gefallen, vermutlich wäre es noch schöner, die Entwicklung über mehrere Bände zu verfolgen, aber auch ein Spontaneinstieg mit diesem Band war problemlos. Es ist kein witziges Buch, aber manchmal kommen schon auch Sprüche wie auf die Frage eines Professors ob sie einen bestimmten Krimischriftsteller nicht kennen: "Wir lesen keine Krimis, Prof. Die sind uns ein bisschen zu ...larifari" Köstlich!

Spannend, informativ, aktuell: ein Thriller mit Anspruch, absolut lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2020

Spannend, aber auch gruselig

Bloom
0

Vorneweg: das Buch hat insbesondere eingangs erschreckend viele Bezüge zu unserer aktuellen Lebenssituation, ob es gerade im Moment die richtige Lektüre ist, das sei mal dahingestellt. Menschen mit Atemschutzmasken, ...

Vorneweg: das Buch hat insbesondere eingangs erschreckend viele Bezüge zu unserer aktuellen Lebenssituation, ob es gerade im Moment die richtige Lektüre ist, das sei mal dahingestellt. Menschen mit Atemschutzmasken, schweren Hustenanfällen und Lungenkrankheiten, Menschen, die nicht mehr aus dem Haus gehen, Einkäufe, bevor der Notstand ausgerufen wird, all das gibt es auch im Buch. Eine unbeschwerte Ablenkung in Corona-Zeiten ist die Lektüre nicht!

Zum Buch selbst: drei Teenies, zwei davon eher Außenseiter und zwei von schweren Allergien geplagt, erfahren nach einem heftigen Regen massive Linderung ihrer Beschwerden. Allerdings wächst zeitgleich ein seltsames schwarzes Gras, das alles zu überwuchern droht und nicht ausrottbar ist.

Das Buch hat mich tatsächlich ab Seite 1 gepackt, der Spannungsbogen baut sich Stufe um Stufe auf und die Ursache für die merkwürdigen Geschehnisse hat mich total überrascht. Etwas spooky, aber in der Handlung verpackt erscheint es gar nicht so abgefahren.
Die drei Teenies wurden gut beschrieben, man konnte sich in alle drei einfühlen und zwischendrin gab es auch etwas banalen Teenie-Alltag zum Durchschnaufen.
Der Schreibstil gefällt mir sehr, unkompliziert und er lässt sofort die Bilder zur Handlung vor dem geistigen Auge entstehen.

Das Buch wird ab 12 Jahren empfohlen - es beinhaltet allerdings schon ganz schön brutale Szenen, die zwar nicht in aller Breite geschildert werden, aber Potential für Albträume ist ausreichend vorhanden. Ich würde das Buch nicht unter 14 Jahren verschenken.

Was ich nicht wusste: Bloom ist Band 1 einer Trilogie und endet mit einem Cliffhanger. Das kann ich so gar nicht leiden, hier war es aber o.k., da die Handlung trotzdem in sich weitestgehend einen Abschluss gefunden hat.

Ein starkes Buch, ich bin auf jeden Fall bei Band 2 wieder dabei.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere