Cover-Bild Je tiefer das Wasser

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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Familienleben
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 396
  • Ersterscheinung: 17.02.2020
  • ISBN: 9783518429075
Katya Apekina

Je tiefer das Wasser

Brigitte Jakobeit (Übersetzer)

Edie und Mae sind Schwestern. Die Mutter der beiden hat versucht sich umzubringen, und nun werden sie weggeschafft, aus ihrem Heimatkaff in Louisiana nach New York, aus der Obhut einer labilen Fantastin zum weltberühmten Schriftstellervater, der die Familie vor Jahren verließ. Für Edie bedeutet die neue Umgebung einen unverzeihlichen Verrat, für Mae die langersehnte Möglichkeit der Befreiung. Schnell kommt es zum Bruch. Während die eine einen verzweifelten Rettungsversuch unternimmt, lässt sich die andere ein auf die Zuneigung des Vaters und die Bitte, ihm beim Schreiben seines neuen Romans über die Mutter zu helfen. Alle sind sie getrieben von einer Obsession: Verstehen, was zwischen ihnen, was tief in ihnen vor sich geht.
Ein Roman über das Schicksal zweier Schwestern und die Kräfte, die in einer Familie wirken. Über das, was in unserem Inneren tobt, und die Wirklichkeit. Und wie zwischen beidem vermittelt wird, durch Sprache, Liebe, Kunst … Von der Suche nach der Grenze zwischen zwei Menschen ist Katya Apekina zurückgekehrt: mit einem Roman, der Grenzen verwischt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2020

Toxische Familienbande

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Katya Apekinas Debüt „Je tiefer das Wasser“ ist eine Familiengeschichte und gleichzeitig das Gegenteil von dem, was man normalerweise darunter versteht. Zu Beginn des Buches, im Jahr 1997, sind die 14-jährige ...

Katya Apekinas Debüt „Je tiefer das Wasser“ ist eine Familiengeschichte und gleichzeitig das Gegenteil von dem, was man normalerweise darunter versteht. Zu Beginn des Buches, im Jahr 1997, sind die 14-jährige Mae und ihre zwei Jahre ältere Schwester Edith gerade bei ihrem Vater in New York angekommen. Dennis hat die Mädchen vor 12 Jahren in Louisiana bei ihrer Mutter Marianne zurückgelassen, seitdem bestand kein Kontakt. Nun hat Marianne allerdings versucht, sich umzubringen. Nach ihrer Einlieferung in eine psychiatrische Klinik werden die Töchter bei dem ihnen fast unbekannten Vater, einem bekannten Autor, untergebracht. Und darauf reagieren beide Schwestern total unterschiedlich. Während Edith rebelliert, den Vater hasst, sehnsüchtig auf Nachrichten der Mutter wartet und es nicht erwarten kann, in ihr altes Leben zurückzukehren, ist Mae nur eines: glücklich. Sie, die der Mutter ähnlich ist und sich von dieser komplett vereinnahmt fühlte, wirkt wie befreit und will nur keinen Fehler machen, um in New York bleiben zu dürfen. Dem Leser schwant allerdings bald, dass die Entscheidung zwischen Mutter und Vater eine Wahl zwischen Pest und Cholera sein könnte. Und nach und nach steuert alles auf eine Katastrophe zu …

Apekinas Stil fördert die Sogwirkung dieses Romans. Viele der kurzen Kapitel sind aus den Perspektiven von Mae und Edith geschrieben, einige im Handlungsjahr 1997, einige zu anderen Zeiten. Doch es kommen noch weitere Erzähler zu Wort: Die Eltern Marianne und Dennis, aber auch deren Wegbegleiter sowie Bekannte der Mädchen. Einige treten nur einmal in Erscheinung, helfen aber durch ihre Außenperspektive, Ereignisse einzuordnen – oder? Die Autorin spielt mit der Diskrepanz zwischen Außen- und Innenwahrnehmung, Fantasie, Wahn und Wirklichkeit. Sie hat ein Puzzle erschaffen, das sich mehr und mehr zusammensetzt und so langsam das volle Ausmaß des Dramas zeigt. Die beiden Hauptfiguren, Mae und Edith, sind die Unberechenbaren in dieser Gleichung; stärker und eigensinniger, als es die Erwachsenen auch nur ahnen. Doch können sie sich wirklich aus diesen sie manipulierenden Familienbanden befreien?

„Je tiefer das Wasser“ ist ein höchst ungewöhnlicher Roman voller Figuren, die sich in keinerlei Schublade stecken lassen. Ich denke immer noch darauf herum, wer hier unschuldig schuldig wurde, wer Täter und wer Opfer ist. Was für ein faszinierendes Debüt!

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten.

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Veröffentlicht am 09.07.2020

Menschliche Abgründe bis ins Absurde

0

„Wünscht du dir nicht auch, dass alles wieder wie früher wird? Bevor das passiert ist, bevor Mom depressiv wurde.“ „Manchmal denke ich, wir sind in verschiedenen Familien aufgewachsen.“

Edie und Mae ...

„Wünscht du dir nicht auch, dass alles wieder wie früher wird? Bevor das passiert ist, bevor Mom depressiv wurde.“ „Manchmal denke ich, wir sind in verschiedenen Familien aufgewachsen.“

Edie und Mae werden zu ihrem Vater verfrachtet. Dem berühmten Schriftsteller, den sie gar nicht kennen. Sie sind nämlich bei ihrer Mutter aufgewachsen, die schon lange depressiv ist und jetzt versucht hat, sich umzubringen. Für Edie ist der Umzug zu ihrem treulosen Vater eine Katastrophe. Für Mae ist es die langersehnte Befreiung von ihrer Mutter. Beide wird diese kurze Zeit für immer brandmarken.



„Je tiefer das Wasser“ folgt weniger einer ausgereiften Handlung, sondern eher den inneren Gefühlsregungen und Ansichten der Personen. Geschildert werden die sich entwickelnden Beziehungen innerhalb der Familie, ab dem Zeitpunkt wo die Töchter bei ihrem Vater ankommen. Meistens aus Sicht der beiden Töchter. Unterbrochen wird das von zum Beispiel Tagebucheinträgen oder Briefen aus der Vergangenheit, die die Beziehung der Eltern beleuchten, und kurzen Kapiteln aus der Sicht von Nebencharakteren, die ihre Eindrücke zu der Situation schildern.

Diese verschiedenen Perspektiven und Zeitformen, die bunt gemischt werden, haben es mir teilweise schwer gemacht, dem Ganzen zu folgen, man muss schon sehr aufpassen beim Lesen. Allerdings hat es auch eine angenehme Dynamik reingebracht, weil man so nicht in den Gedanken von nur einer Person gefangen war, was gerade bei diesem Buch unglaublich wichtig ist.
Denn keine der Personen schätzt die jeweiligen Situationen gleich ein. Warm werden konnte ich mit keiner, denn sie alle waren eher unsympathisch und sie alle schienen ziemlich gestört zu sein. Vor allem der Kern des ganzen – Mutter, Vater und die beiden Töchter.

Obsessionen, ungesunde Abhängigkeit, Schizophrenie, Realitätsverlust bzw. Wahrnehmungsstörungen, labiles Selbstwertgefühl, Empathielosigkeit, besitzergreifende Tendenzen. In dieser Familie scheint es bei jeder Person ein bisschen von allem zu geben. Sie verzehren sich gegenseitig, körperlich, mental. Die ganze Familie scheint verseucht zu sein und es wird während des Buches immer schlimmer.

Ich hatte ein Familiendrama erwartet, aber das ist noch untertrieben für das, was in der Familie abgeht. Wenn es jemals eine toxische und perverse Familiendynamik gab, dann hier. Jedes einzelne Beziehungsgeflecht hat mich zutiefst verstört.

So schlimm, dass ich es teilweise echt abstoßend fand, was mir das Lesen etwas erschwert hat. Wenn der Vater in seinem Schreibwahn irgendwann seine 14-jährige Tochter mit seiner Ex-Frau verwechselt, in den beiden ein und dieselbe Person sieht und die Tochter in einer Identitätskrise landet, weil sie selber nicht mehr weiß, wer von beiden sie eigentlich ist ... das hat mich absolut schockiert, aber irgendwann wurde es auch einfach nur absurd. Beworben wird das Buch mit den Worten „Über das, was in unserem Inneren tobt, und die Wirklichkeit.“ Ganz ehrlich – ich kann nur ganz stark hoffen, dass es in keiner Familie wirklich so aussieht.

An sich ist es gut geschrieben, eindringlich. Die Autorin schafft es einen regelrechten Sog zu erschaffen, Ekel und Faszination vermischen sich und man ist voller Unglaube in dieser Familiendynamik gefangen. Aber teilweise war es mir dann einfach zu viel. Zu befremdlich, zu skurril, zu unrealistisch, einfach zu verstörend. Ich kann nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob mir das Buch gefallen hat.



Aber auf jeden Fall bleibt „Je tiefer das Wasser“ im Gedächtnis. Es ist alles andere als ein Wohlfühlbuch, verstörend und eindrucksvoll.

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Veröffentlicht am 13.05.2020

Beeindruckend

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Die Schwestern Edie und Mae kommen nach dem Selbstmordversuch der Mutter nach New York zu ihrem Vater, den sie kaum kennen. Während Edie loyal zur Mutter stehen möchte, will Mae die Chance nutzen, sich ...

Die Schwestern Edie und Mae kommen nach dem Selbstmordversuch der Mutter nach New York zu ihrem Vater, den sie kaum kennen. Während Edie loyal zur Mutter stehen möchte, will Mae die Chance nutzen, sich frei bewegen zu können. Die Mädchen, ihre Eltern – jeder von ihnen sucht nach der Liebe…

Wie die Facetten eines Diamanten fächert die Autorin Katya Apekina die Geschichte auf, erzählt sie aus den Sichtweisen der handelnden Personen. Das ist anfangs etwas anstrengend zu lesen, funkelt aber immer mehr, je mehr Facetten hier zusammenkommen. Abgründe lassen sich erkennen, die keiner der Beteiligten gerne zugeben würde, ein verstörendes Bild einer dysfunktionalen Familie und ihrer Umgebung. Und dennoch fasziniert diese Geschichte, zieht den Leser in seinen ganz eigenen Sog hinein.

Dieser Roman sieht so intensiv hin, dass die Lektüre nicht immer leicht fällt. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen gelingt der Autorin ein äußerst beeindruckendes Buch, das ich sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe gute 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 11.05.2020

Herausforderndes Romandebüt

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INHALT
Edie und Mae sind Schwestern. Die Mutter der beiden hat versucht sich umzubringen, und nun werden sie weggeschafft, aus ihrem Heimatkaff in Louisiana nach New York, aus der Obhut einer labilen Fantastin ...

INHALT
Edie und Mae sind Schwestern. Die Mutter der beiden hat versucht sich umzubringen, und nun werden sie weggeschafft, aus ihrem Heimatkaff in Louisiana nach New York, aus der Obhut einer labilen Fantastin zum weltberühmten Schriftstellervater, der die Familie vor Jahren verließ. Für Edie bedeutet die neue Umgebung einen unverzeihlichen Verrat, für Mae die langersehnte Möglichkeit der Befreiung. Schnell kommt es zum Bruch. Während die eine einen verzweifelten Rettungsversuch unternimmt, lässt sich die andere ein auf die Zuneigung des Vaters und die Bitte, ihm beim Schreiben seines neuen Romans über die Mutter zu helfen. Alle sind sie getrieben von einer Obsession: Verstehen, was zwischen ihnen, was tief in ihnen vor sich geht.
(Quelle: Suhrkamp Verlag – Erscheinungsdatum: 17.2.20 – ISBN: 9783518429075 - Übersetzung aus dem Englischen: Brigitte Jakobeit)

MEINE MEINUNG
Mit „Je tiefer das Wasser” ist der Autorin Katya Apekina, die in Moskau geboren wurde und im Alter von drei Jahren mit ihrer Familie in die USA übersiedelte, ein bemerkenswertes Romandebüt gelungen, das einen mit seiner Intensität unter die Haut geht und lange Zeit nicht mehr loslässt.
Im Mittelpunkt ihres erschütternden Familiendramas steht das Schicksal der beiden Schwestern Mae und Edith. Schon bald kann man sich der enormen Sogwirkung dieser dramatischen, verwirrenden Erzählung nicht mehr entziehen und ist gefesselt von der eindringlichen, beklemmend-düsteren Stimmung. Mit immer neuen Einblicken in das Leben einer dysfunktionalen Familie wird man unweigerlich von einem fatalen Strudel an Emotionen und Obsessionen immer mehr in die Tiefe gezogen und wird mit den Abgründen der menschlichen Psyche konfrontiert.
In oftmals recht kurzen Kapiteln werden die Geschehnisse abwechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden Hauptfiguren Mae und Edith erzählt. Geschickt präsentiert die Autorin die beiden Sichten in unterschiedlichen Erzählformen und verleiht den beiden Schwestern dadurch sehr individuelle, unverwechselbare Stimmen. Maes Perspektive ist rückblickend in der Vergangenheitsform verfasst und enthält gelegentliche Bezüge zur Gegenwart, während Edies Sicht in der Gegenwartsform ist. Zudem sind gelegentlich Perspektiven weiterer Nebenfiguren aus dem näheren Umfeld der Familie wie beispielsweise ihr Vater Dennis, ihre Tante Diana oder die neue Freundin ihres Vaters Amanda, eingeschoben, die die Ereignisse aus einem anderen Blickwinkel beleuchten und völlig andere Einblicke liefern. Daneben finden sich auch noch einige Ausschnitte aus Briefen, Tagebüchern, Telefonaten, Interviews und psychiatrischen Notizen.
Sehr anschaulich hat Apekina die Seelenzustände der beiden sehr unterschiedlichen Geschwister und ihre vielschichtigen, ambivalenten Charaktere in teilweise sehr drastischen Szenen herausgearbeitet. Während die 16-jährige Edie sich für die psychisch kranke Mutter verantwortlich fühlt, sie aus der Psychiatrie retten möchte und auf Konfrontation zum Vater geht, sucht die 2 Jahre jüngere Mae die Aufmerksamkeit des Vaters und ist froh dem unerträglichen Alltag mit der labilen Mutter entkommen zu sein. Allmählich beginnt sie immer mehr in die Rolle ihrer Mutter zu schlüpfen, und die Grenzen zu ihrem eigenen Selbst scheinen sich in beängstigender Weise aufzulösen. Äußerst instabile Persönlichkeiten lernen wir kennen, die von den Schatten der Vergangenheit gezeichnet und mehr oder weniger stark geschädigt sind. Nahezu jeder Charakter hat mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen, versucht der Spirale aus Zweifeln, Wut, Trauer, Schuldzuweisungen, Egozentrik, Selbstbetrug und seelischen Verletzungen zu entkommen, seine Impulse zu verstehen und sich schließlich neu zu definieren. Die Autorin zeichnet das verstörende Bild einer ungesunden, selbstzerstörerischen Familiendynamik, aus der keiner der Betroffenen unbeschädigt entkommen kann.
Sehr versiert erzählt die Autorin ihre chaotisch und unstrukturiert wirkende Geschichte in verschiedenen, nicht stringenten Episoden, die dennoch Bezug aufeinander nehmen und gekonnt ineinanderfließen. Allmählich fügen sich immer mehr Fragmente aus einem vielfältigen Stimmengewirr zusammen, die die Geschehnisse aus den unterschiedlichsten Sichtweisen beleuchten und sehr individuelle Wahrnehmungen widerspiegeln. Jede Figur erzählt eine eigene Version der Geschichte und hat sich ihre ganz persönliche Wahrheit zusammengefügt.
Ungemein fesselnd aber auch eine große Herausforderung ist es für uns Leser, die Hintergründe und Ereignisse aus einer verwirrenden Mischung von Vermutungen und bruchstückhaften Details allmählich selbst zu einem eigenen Gesamtbild zusammen zusetzen. Wie im wirklichen Leben wird man bei diesem Roman die absolute Wahrheit nicht finden und muss sich damit abfinden, dass Widersprüche und einige Geschehnisse ungeklärt bleiben. So sind schließlich viele Deutungen der Fantasie der Leser überlassen.
Äußerst passend zu ihrer Geschichte um die zwei Schwestern beendet die Autorin ihren Roman mit einem offenen, aber stimmigen Ausklang.

FAZIT
Ein intensives, bewegendes Romandebüt mit einer verstörenden, sehr faszinierenden Geschichte, die den Leser auf ganzer Linie herausfordert.

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Veröffentlicht am 28.04.2020

Verstörend und fesselnd zugleich

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"Je tiefer das Wasser" von Katya Apekina, ist ein verstörend und zugleich ergreifender Roman über Abgründe, Gefühle und das Schicksal zweier Schwestern.

Nach dem Selbstmordversuch ihrer Mutter kommen ...

"Je tiefer das Wasser" von Katya Apekina, ist ein verstörend und zugleich ergreifender Roman über Abgründe, Gefühle und das Schicksal zweier Schwestern.

Nach dem Selbstmordversuch ihrer Mutter kommen die beiden Schwestern Edie und Mae zu ihrem Vater nach Louisiana in New York. Weggeschafft aus ihrem Heimatkaff aus der Obhut einer labilen Fantastin zum weltberühmten Schriftsteller, der seine Familie vor Jahren verliess. Für Edie bedeutet die neue Umgebung ein unverzeihlicher Verrat, hingegen für Mae ist es ein Befreiungsschlag und die langersehnte Möglichkeit nach der Freiheit. Schon kurze Zeit später kommt es zum Bruch. Edie verlässt die Familie und unternimmt einen verzweifelten Rettungsversuch, während sich Mae auf die Zuneigung des Vaters einlässt und seine Bitte ihm beim Schreiben seines neuen Romans über ihre Mutter nachkommt. Alle sind sie getrieben von einer Obsession: Verstehen, was zwischen ihnen, was tief in ihnen vor sich geht.

Katja Apkins entführt in ihrem Roman in eine verstörend und zugleich ergreifende Familiengeschichte über das Schicksal zweier Schwestern. Man muss jedoch dazusagen, es ist von der Thematik, den Abgründen und der teils bedrückenden Atmosphäre kein leichter Roman. Und doch haben die kurzen und intensiven Perspektivenwechsel etwas fesselnd und anziehendes. Die Charaktere sind ganz gut beschrieben, wobei vieles unausgesprochen um zum Ende hin aufgelöst wird. Der Handlungsverlauf, die Intensität und die tiefen Abgründe der Menschen die sich beim lesen auftun waren für mich fesselnd und erschreckend zugleich. Schwestern die im Grunde gleich und doch so verschieden auf die neue Situation reagieren und Kräfte, die in einer Familie wirken..

Der Schreibstil liest sich fliessend und leicht. Die Kapitel sind kurz und wirken durch die ständigen Perspektivenwechsel teils wirr aber auch sehr intensiv.

Es ist ein Roman auf den man sich einlassen muss, den ich auch nicht am Stück sondern immer wieder mit kurzen Unterbrechungen gelesen habe. Und doch war es für mich ein sehr intensives Leseerlebnis.

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