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Veröffentlicht am 03.06.2020

Zwei Frauen auf der Suche nach Glück

Der Sommer der Islandtöchter
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Sommer 2018: Nach einer gescheiterten Ehe und der Verlust ihres Traumberufs als Geigerin, möchte Hannah ein Jahr Auszeit auf der Insel Island verbringen. Schnell leben sie und ihr Sohn Max sich ein. Eines ...

Sommer 2018: Nach einer gescheiterten Ehe und der Verlust ihres Traumberufs als Geigerin, möchte Hannah ein Jahr Auszeit auf der Insel Island verbringen. Schnell leben sie und ihr Sohn Max sich ein. Eines Tages findet sie Zeichnungen die ihr bekannt vorkommen...
Sommer 1978: Monika möchte Malerin werden. Kurz vor ihrer Hochzeit mit Peter reist sie mit ihren Eltern zu Freunden nach Island. Mit Kristjan erlebt sie sie schönste Zeit ihres Lebens und empfindet wahre Liebe, doch ihre Eltern haben andere Pläne für sie...

Wie schon in ihrem Debütroman verknüpft Karin Baldvinsson auch hier wieder zwei Geschichten geschickt miteinander. Es ist natürlich nicht sofort klar wie die beiden Frauen miteinander verstrickt sind, doch nach und nach wird klar wie sie zueinander stehen. Bildgewaltig treffen hier zwei Welten aufeinander. Die Beschreibungen sind sehr realistisch und ich kann mich gut in Hannah und Monika hineinversetzen. Auch wenn sie vom Alter und den Lebensumständen sehr unterschiedlich sind, verbindet sie eines: die Suche nach dem Glück und den Sinn des Lebens. Beide Frauen sind sehr sympathisch und doch stimmt es mich traurig was aus Monika geworden ist. Auch in diesem Buch ist der heimliche Star die Insel Island. Die Landschaften, Bewohner und auch die raue Natur wurden wieder sehr liebevoll und realistisch in Szene gesetzt. Der einzige Kritikpunkt ist das doch sehr kurze Ende. Viele Einsichten der Protagonisten kamen dann doch zu schnell und wirken unglaubwürdig.

Der Sommer der Island Töchter ist ein sehr schöner Wohlfühlroman mit unglaublich sympathischen Charakteren und zwei bewegenden Liebesgeschichten. Gerade weil das Reisen zur Zeit eher schwierig ist, kann man sich durch dieses Buch sehr gut nach Island Träumen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2020

Witziger und flotter Auftakt der Bailey Reihe

Lessons from a One-Night-Stand
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Holly Radcliffe übernimmt vertretungsweise die Stelle als Rektorin der Lake Starlight Highschool in Alaska. Schon nach einem Tag ist sie Stadtgespräch im örtlichen Klatschportal Buzz Wheel, denn sie hatte ...

Holly Radcliffe übernimmt vertretungsweise die Stelle als Rektorin der Lake Starlight Highschool in Alaska. Schon nach einem Tag ist sie Stadtgespräch im örtlichen Klatschportal Buzz Wheel, denn sie hatte ein One-Night-Stand mit Austin Bailey. Was Baseballcoach Bailey und Rektorin Radcliffe nicht wissen: beide arbeiten an der selben Highschool...

Eigentlich wollte ich keine Bücher mehr von Piper Rayne lesen, doch dieses Mal wurde ich von den beiden Autorinnen nicht enttäuscht. Zum ersten Mal hat mir eine Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite gefallen. Auch der Schauplatz im kalten Alaska ist mal etwas anderes gewesen. Austin und Holly sind von Grund auf sympathische Menschen, besonders Austin ist sehr liebevoll, was nicht zuletzt an seiner Vergangenheit und seiner aufopferungsvollen Rolle gegenüber seiner Familie liegt. Der Humor ist bis zum Schluss erhalten geblieben und auch die Protagonisten haben sich nicht in teenagerhafte Zombies verwandelt. Klar, gab es auch hier am Ende ein kleines Drama, dass aber nicht in diese augenrollende Weise ausgeartet ist. Besonders das Klatschportal der Kleinstadt bietet Ähnlichkeiten zu Gossip Girl und trotzdem bin ich neugierig ob dieses Rätsel in den Folgebänden noch gelöst wird. Auch die Familie Bailey bietet noch eine Menge Potenzial für weitere Geschichten. Ich hoffe sehr, dass die Folgebände an diesen Auftakt ranreichen und nicht wieder in alte Muster verfallen.

Lessons from a One-Night-Stand ist eine flotte witzige Liebesgeschichte. Ohne viel Drama und seitenlange Sexbeschreibungen fühlte ich mich bestens unterhalten und freue mich auf die weiteren Bücher der Reihe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2020

Ein Netz voller Lügengeflechte

Das Netz
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Nach der Scheidung von ihrem Mann, muss Sonja regelrecht um das Besuchsrecht für ihren Sohn Tomas betteln. Um ihn ein besseres Leben zu ermöglichen, lässt sie sich auf Drogenschmuggel ein. Ihre Geliebte ...

Nach der Scheidung von ihrem Mann, muss Sonja regelrecht um das Besuchsrecht für ihren Sohn Tomas betteln. Um ihn ein besseres Leben zu ermöglichen, lässt sie sich auf Drogenschmuggel ein. Ihre Geliebte Agla, wird wegen illegaler Bankgeschäfte strafrechtlich verfolgt und dann ist da auch noch der Zollbeamte Bragi. Ist er Sonja auf die Schliche gekommen?

Im Mittelpunkt dieses ungewöhnlichen Krimi stehen Sonja, Agla und Bragi. Jeder von ihnen hat sein Päckchen zu tragen und nur langsam wird aus drei wirren Geflechten ein großes Ganzes. Mittendrin ist da auch noch der kleine Tomas, der nie wirklich irgendwo hingehört und auch nicht versteht warum Mama und Papa streiten. Aufgrund der sehr kurzen Kapitel fliegt die Geschichte nur so dahin. Manch einer könnte sich an den immer wechselnden Erzählperspektiven stören, aber das muss jeder für sich wissen. Von Spannung ist die Geschichte nicht unbedingt geprägt, aber das Lügengeflecht und die Verzweiflung der Charaktere lässt auf einen großen Knall schließen. Manchmal hat man den Eindruck, dass die Geschichte sich zieht und unwichtige Dialoge entstehen, doch am Ende schließt sich der Kreis. Eine Fortsetzung ist damit unabdingbar, denn viele Fragen sind noch offen!

Das Netz ist kein Krimi der vor Spannung strotzt, viel mehr sind es die unterschiedlichen Charaktere und ihre tiefen Abgründe die dieses Buch lesenswert machen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2020

Fesselnder, aber auch vertörender Inhalt

Verity
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Die eher scheue Schriftstellerin Lowen Ashleigh soll die große Krimireihe der erfolgreichen Kollegin Verity Crowford weiterschreiben. Verity hatte einen schweren Unfall und ist nicht mehr in der Lage zu ...

Die eher scheue Schriftstellerin Lowen Ashleigh soll die große Krimireihe der erfolgreichen Kollegin Verity Crowford weiterschreiben. Verity hatte einen schweren Unfall und ist nicht mehr in der Lage zu schreiben. Um sich besser in Veritys Arbeitsprozess hineinzuversetzen, lädt ihr Mann Jeremy Lowen nach Vermont ein. Bei ihren dortigen Recherchen entdeckt sie im Arbeitszimmer ein autobiografisches Manuskript von Verity...

Eines gleich vorweg: das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Da es mein erster Roman von Colleen Hoover ist, waren meine Erwartungen nicht so hoch. Schon das erste Kapitel hat mir aber eine Gänsehaut beschert und die detaillierten Beschreibungen dieser Szene war unglaublich erschaudernd. Dann dieser geniale Schachzug im Buch ein weiteres Buch zu integrieren. Die Idee war für mich sehr gut umgesetzt und hat den Nervenkitzel noch gesteigert. Nach jedem Abschnitt wollte ich unbedingt wissen wie es weiter geht. Auch dieses autobiografische Manuskript scheut nicht vor grausigen Einzelheiten und ist nichts für schwache Nerven. Trotzdem konnte ich mich sehr gut in Lowen, aber auch Verity hineinversetzen. Die Auflösung am Ende ist zwar schockierend, doch während des Lesens hatte ich schon eine leise Ahnung, dass es in diese Richtung gehen könnte. Zumal am Schluss sowieso jeder seine eigenen Schlüsse ziehen muss. Im Grunde kann man auch nicht mehr über dieses Buch sagen, ohne etwas vom Inhalt preis zugeben.

Verity ist ein fesselnder und zum Teil verstörender Roman über die tiefen Abgründe einer Schriftstellerin, die ihren Lesern das Beste bieten möchte. Dieses Buch hat mich darin bestärkt mehr von Colleen Hoover zu lesen. Vor allem aber möchte ich mehr von dieser Art Geschichte lesen!

  • Cover
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Veröffentlicht am 25.05.2020

Das harte Leben als Feuerwehrfrau

Into the Fire
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Anne ist Feuerwehrfrau mit Leib und Seele. Doch bei einem Einsatz unterschätzt sie die Gefahr und überlebt nur knapp. Danny kann sie retten und wird ebenfalls schwer verletzt. Annes Karriere ist trotzdem ...

Anne ist Feuerwehrfrau mit Leib und Seele. Doch bei einem Einsatz unterschätzt sie die Gefahr und überlebt nur knapp. Danny kann sie retten und wird ebenfalls schwer verletzt. Annes Karriere ist trotzdem vorbei und nach Monaten der Reha wird sie Brandstiftermittlerin. Sie will unbedingt den Grund für den Lagerbrand herausfinden und begibt sich dabei in Gefahr. Doch auch mit Danny hat sie noch nicht abgeschlossen.

Laut dem Titel und dem Klappentext hätte man meinen können es handelt sich nur wieder um eine erotische Liebesgeschichte -dem ist nicht so. Denn schon nach den ersten Kapiteln ist klar, dass diese Geschichte keine leichte Kost sein wird. J.R. Ward lässt den Leser direkt in den Beruf der Feuerwehr eintauchen. Die Einsätze sind detailliert und brutal ehrlich geschildert und ich bekomme beim Lesen eine Gänsehaut. Ich kann mich in Anne gut hineinversetzen, aber auch in Danny. Jeden ihrer Schritte kann ich nachvollziehen (außer als Anne unbedingt allein losziehen musste) und leide mit den beiden. Gerade zu Beginn ist es unglaublich bewundernswert wie Anne mit ihrem Schicksal abfindet und sich nicht versteckt. Nicht selten musste ich beim Lesen an die Serien "Chicago Fire" oder "Seattle Firefighters" denken, denn auch in dem Buch vermischen sich private und berufliche Probleme sehr stark. Das Ende ist sehr überraschend und doch hatte ich den Eindruck, dass noch Fragen offen geblieben sind.

Into the fire beschäftigt sich intensiv mit der Arbeit bei der Feuerwehr und den Abgründen die sich nach einem Einsatz für die Männer und Frauen auftun. Die Geschichte war zu keinem Zeitpukt langweilig und besticht vor allem durch emotionale und ehrliche Charaktere, die ihr Leben ohne zu zögern für andere opfern würden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere