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Veröffentlicht am 02.08.2025

Sehr spannender und interessanter Roman

Der Barmann des Ritz
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Das Buch „Der Barmann des Ritz“ ist ein sehr interessanter Roman, der die Besatzungszeit von Paris durch die deutsche Wehrmacht vom 14. Juni 1940 bis zum 25. August 1944 beleuchtet. Konkret wird die Geschichte ...

Das Buch „Der Barmann des Ritz“ ist ein sehr interessanter Roman, der die Besatzungszeit von Paris durch die deutsche Wehrmacht vom 14. Juni 1940 bis zum 25. August 1944 beleuchtet. Konkret wird die Geschichte des jüdischen Barmanns Frank Meier erzählt, der in dieser Zeit im Hotel Ritz in Paris arbeitete und den Beginn der Besatzung durch die deutsche Wehrmacht sowie die Befreiung Paris hautnah miterlebte. Die Führungsriege der deutschen Wehrmacht quartierte sich zu dieser Zeit in den Luxushotels Paris und auch im Hotel Ritz ein. Als Barmann hat Frank Meier dort viele schillernde Persönlichkeiten kennengelernt und die Ereignisse der damaligen Zeit hautnah miterlebt.

Mir persönlich hat der Roman wirklich gut gefallen. Er ist eine Mischung aus historisch belegten Ereignissen und den persönlichen Geschichten, die sich in dieser Zeit im Hotel Ritz abgespielt haben könnten. Etwas schade finde ich, dass man außer den vorkommenden Fakten nicht so genau weiß, was historisch belegt ist und was der Fiktion des Autors entsprungen ist. Die Tagebucheinträge Frank Meiers, die im Buch vorkommen, und viele persönlich Eindrücke die aus der Sicht des Barmanns geschildert werden, sind, wie zu Beginn des Romans vom Autor dargelegt wird, frei erfunden. Andererseits finde ich, dass der Autor ein wunderbar atmosphärisches Bild über die Besatzungszeit der deutschen Wehrmacht in Paris und insbesondere das Hotel Ritz zeichnet und da es ein Roman ist, kommt es nicht so maßgebend darauf an, was genau historisch belegt ist und was nicht. Der Autor hat neun Jahre intensiv recherchiert und viele Gespräche geführt, um ein möglichst authentisches und detailgetreues Bild der damaligen Ereignisse und Verhältnisse zu schildern, was ihm auch hervorragend gelungen ist.

Das Buch ist von Beginn an packend und mitreißend geschrieben und man kann tief in die Geschichte des Ritz zur damaligen Zeit eintauchen. Die Charaktere und die ganzen real existierenden Personen, wie Mitglieder der deutschen Wehrmacht und andere Prominente, sind authentisch und realitätsnah dargestellt. Bis zum Ende bleibt das Buch spannend und behandelt wichtige Themen des zweiten Weltkriegs wie Judenverfolgung, Verhöre und den Terror der deutschen Wehrmacht. Besonders gut gefallen hat mir der Anhang, in dem die historisch belegten Lebensgeschichten wichtiger Persönlichkeiten, die im Buch vorkommen und die Geschichte Frank Meiers nach 1944 fortgeschrieben werden. Sehr gut finde ich auch das Glossar, in welchem man nähere Informationen zu im Roman vorkommenden Persönlichkeiten und spezifischen Wörtern erhält.

Fazit: Ein interessanter und spannender Roman über die Besetzung des Luxushotels Ritz durch die deutsche Wehrmacht im zweiten Weltkrieg und eine Hommage an Frank Meier, dem berühmten Barmann des Ritz. Absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Wunderbar emotionale und berührende Familiengeschichte – mit Sri Lanka Feeling

Die Nelkentochter (Die Blumentöchter 3)
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Der Roman „Die Nelkentochter“ ist der dritte Band der fünfteiligen Blumentöchter-Reihe von Tessa Collins. Dieser Roman erzählt die Lebensgeschichten von Lali, was Hindi ist und übersetzt „Nelke“ heißt, ...

Der Roman „Die Nelkentochter“ ist der dritte Band der fünfteiligen Blumentöchter-Reihe von Tessa Collins. Dieser Roman erzählt die Lebensgeschichten von Lali, was Hindi ist und übersetzt „Nelke“ heißt, ihrer Mutter Isha und deren Mutter Saliya. Nachdem Rose, Lalis Großmutter väterlicherseits, gestorben ist, überreicht ihr ihre Tante Nara einen Gedichtband, den ihre Mutter Isha geschrieben hat. Die Gedichte sind wunderschön und herzzerreißend. Sie handeln von Sehnsucht, Herzschmerz sowie Heimat und spiegeln die Zerrissenheit wider, die Lalis Mutter Isha plagte und auf Grund der sie Lali als Kind bei ihrem Vater und ihren Großeltern in Cornwall zurückließ und wieder in ihr Heimatland Sri Lanka ging. Die Gedichte berühren Lali so sehr, dass sie sich auf den Weg nach Sri Lanka macht, um ihrer Mutter auf der Teeplantage der Familie wieder näherzukommen. Sie taucht dort auch in die Geschichte und das Schicksal ihrer Familie ein und findet sich dabei selbst wieder. Denn nur wer seine Wurzeln kennt, kann seine Flügel ausbreiten, um zu fliegen.

Der Roman hat mir insgesamt wirklich sehr gut gefallen. Die unterschiedlichen Erzählperspektiven und Zeitebenen von Lali in der Gegenwart und ihrer Großmutter Saliya aus den Jahren 1985-1989 machen die Geschichte interessant und abwechslungsreich. Man kann landschaftlich tief in das zauberhafte Cornwall aber auch in das wunderschöne Paradies Sri Lanka eintauchen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig sowie einnehmend und die Landschaftsbeschreibungen sind schön atmosphärisch. Besonders gefallen haben mir die poetischen und sehr berührenden Gedichte, die Lalis Mutter geschrieben hat. Die Spannung des Buchs ist gut aufgebaut und man taucht tief in die Geheimnisse und das Schicksal der Familie ein, was nach und nach offen gelegt wird. Die Charaktere insbesondere Lali, ihre Mutter Isha und deren Mutter Saliya werden authentisch dargestellt und man kann tief in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen. Alle drei Frauen haben Phasen der Suche nach Identität, Heimat und Zugehörigkeit durchlebt und auch eine gewisse Sehnsucht und Zerrissenheit in sich. Die Story hat insgesamt eine wunderbare Tiefe und ist sehr emotionsgeladen erzählt, was mir sehr gut gefallen hat.

Fazit: Wunderschöner, gefühlvoller und interessanter Roman. Empfehlenswert für alle, die Familiengeheimnisse und große Gefühle lieben und sich gerne auf eine emotionale und abenteuerliche Reise nach Sri Lanka begeben möchten.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Humorvolle und spritzige Büro- und Datingkomödie

Born to Perform – Sei das Rad, nicht der Hamster
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Das Buch „Born to perform – Sei das Rad nicht der Hamster“ ist ein witziger Roman über den alltäglichen Bürowahnsinn, die Tücken des Datings und skurrile Vorgesetzte mit jeder Menge ironischer Sprüche. ...

Das Buch „Born to perform – Sei das Rad nicht der Hamster“ ist ein witziger Roman über den alltäglichen Bürowahnsinn, die Tücken des Datings und skurrile Vorgesetzte mit jeder Menge ironischer Sprüche.

Im Zentrum des Geschehens steht Bo Martens, der nach seinem BWL-Studium seinen ersten richtigen Job antritt. Bei der Firma STEIN Holding – The Solution Company trifft er auf den exzentrischen Top-Manager Dr. Thomas Meermann, der ihn mit jeder Menge Business-Weisheiten versorgt und Bos Karriere zu einem ungeplanten Schub verhilft. Bos Freund Jan ist von den Weisheiten begeistert und der Meinung, dass diese sich sicherlich auch aufs Dating übertragen lassen, immerhin steht Dr. Thomas Meermann als Top-Manager für den ultimativen Erfolg und verkörpert die Weisheit schlechthin. Bo, der sich in die Zahnärztin Laura verguckt hat, hat im Roman die Gelegenheit, dies gleich auszuprobieren. Ob die Frauenwelt von Jans und Bos Datingverhalten und -sprüchen allerdings so begeistert ist, bleibt abzuwarten.

Der Debütroman von Caspar Bendix ist locker flockig geschrieben. Die Kapitelüberschriften sind witzig gewählt und zunächst mit Tagesangaben und später mit Countdowns zu Bos Date und dem Target Handshake –einem wichtigen Business-Meeting mit der Geschäftsleitung- versehen. Der Roman wird aus Bos, Lauras und weiteren Perspektiven in der dritten Person erzählt, was sehr abwechslungsreich ist. Die vielen Sprüche und Businessweisheiten, die in dem Buch vorkommen, wie bspw. „Arbeit ist eine Flüssigkeit. Sie fließt immer zu dem, der sie macht.“ sind witzig aber auch überspitzt vorgetragen.

Für mich ist das Buch eine sehr witzige Komödie über den alltäglichen Bürowahnsinn in großen Firmen. Da ich selbst BWL studiert und mittlerweile über 15 Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet habe, kamen mir viele der Personen im Roman in überspitzter Form bekannt vor und ich habe mich wirklich sehr amüsiert und musste öfter lachen. Ob der Chef, der viele Sprüche klopft aber wenig produktiv ist, die Sekretärin, die die ganze Arbeit machen darf, aufstrebende, übermotivierte Mitarbeiter, die wie Kaugummi an den Fersen des Chefs kleben, jeder, der einen Bürojob hat, wird, wenn auch in überzogerener Form, Parallelen zu seinem Arbeitsalltag erkennen können. Bo, der Manager Dr. Thomas Meermann, Bos freund Jan, der aus den Sprüchen von Dr. Meermann einen Managment- und Dating Ratgeber basteln und veröffentlichen möchte, und alle anderen Charaktere sind fein ausgearbeitet und meist überspitzt gezeichnet und deshalb sympathisch. Auch die Damenwelt, die Jan und Bo beim Dating Grenzen aufzeigt, fand ich sehr liebenswert dargestellt. Ich persönlich hätte mir etwas mehr Spannung und unvorhergesehene Ereignisse gewünscht, da die Geschichte schon sehr vorhersehbar erzählt ist. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen. Ich musste oft lachen und habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt.

Das Buch ist außergewöhnlich und lesenswert für alle, die den alltäglichen Bürowahnsinn in der Wirtschaft nicht mehr so ernst nehmen und gerne witzige Bücher lesen.

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Veröffentlicht am 24.07.2025

Eine interessante und berührende deutsch-japanische Familiengeschichte

Onigiri
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Im Buch „Onigiri“ wird die Geschichte von Aki, Tochter einer japanischen Mutter und eines deutschen Vaters und ihrer Mutter Keiko erzählt. Nachdem Keikos Mutter hochbetagt stirbt, reist Aki mit Keiko noch ...

Im Buch „Onigiri“ wird die Geschichte von Aki, Tochter einer japanischen Mutter und eines deutschen Vaters und ihrer Mutter Keiko erzählt. Nachdem Keikos Mutter hochbetagt stirbt, reist Aki mit Keiko noch einmal nach Japan, um sich auf die Spuren der Geschichte ihrer Familie zu begeben. Keiko ist inzwischen dement und lebt in einem Pflegeheim. Die Reise mit ihr ist für Aki eine Herausforderung, da sie ihrer Mutter die Welt jeden Tag neu erklären muss. Zur Überraschung Akis blüht ihre Mutter, die jahrzehntelang unter einer lähmenden Müdigkeit litt, in Japan jedoch auf und Aki darf sie noch einmal von ihrer lebendigen Seite erleben.

Der Roman hat mir gut gefallen. Er ist eine berührende deutsch-japanische Familiengeschichte und zeigt uns die Unterschiede zwischen der deutschen und der japanischen Kultur. Es werden auch generationenübergreifende Konflikte und Unterschiede dargestellt, die zwischen Aki, Keiko und deren Mutter sowie Akis deutschen Großeltern existieren. Der Schreibstil ist flüssig, die Charaktere wirken aber leider oft etwas distanziert, so dass man nicht so tief in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten eintauchen kann, wie ich mir das bei diesem Roman gewünscht hätte. Da die Zeitsprünge und Perspektivwechsel, die durchaus spannend sind und etwas lebendiges an sich haben, aber oft überraschend kommen, muss man auch wachsam und aufmerksam sein, um diese richtig einzuordnen. Dies macht den Roman anspruchsvoll und herausfordernd zu lesen. Ich finde den Roman sehr berührend und emotional anspruchsvoll. Er regt zum Nachdenken an und ist auf Grund der Themen wie Demenz und kultureller Unterschiede etc. keine leichte Sommerlektüre.

Fazit: Eine interessante deutsch-japanische Familiengeschichte, die sensibel, ruhig und einfühlsam erzählt ist.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Eindringlicher, spannender und berührender Roman

Das Geschenk des Meeres
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Das Buch „Das Geschenk des Meeres“ handelt von den Protagonisten Dorothy und Joseph. Im Winter 1900 wurde im schottischen Küstenort Skerry ein kleiner, halb ertrunkener Junge angeschwemmt, den Joseph am ...

Das Buch „Das Geschenk des Meeres“ handelt von den Protagonisten Dorothy und Joseph. Im Winter 1900 wurde im schottischen Küstenort Skerry ein kleiner, halb ertrunkener Junge angeschwemmt, den Joseph am Strand findet und der Dorothys Sohn, der viele Jahre zuvor auf mysteriöse Art und Weise verschwunden ist, im damaligen Alter und auch Aussehen gleicht. Nachdem er im Pfarrhaus aufgepäppelt wird, kümmert sich Dorothy, die als Lehrerin einst aus Edinburgh nach Skerry kam und dort unterrichtet, um ihn. Dadurch dass der Fischer Joseph den Jungen am Strand findet, brechen sowohl bei Dorothy als auch bei vielen anderen Dorfbewohnern alte Wunden auf und Geheimnisse kommen ans Licht, die manche Dorfbewohner lieber vergraben gesehen hätten. Denn noch immer ist nicht klar: Was ist seinerzeit mit Dorothys Sohn Moses passiert und warum gleicht der angeschwemmte Junge ihm so sehr?

Mir persönlich hat der Roman gut gefallen. Die Geschichte wird von Beginn an spannend, eindringlich und düster erzählt. Das Buch wird abwechselnd aus der Perspektive von Dorothy, Joseph und anderen Dorfbewohnern erzählt, was sehr interessant ist. Man erhält dadurch einen tiefen Einblick in die Gefühle und Gedanken der Menschen aus dem Ort Skerry. Der Roman wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, die damalige und jetzige Zeit wechseln sich ab, was äußerst spannend ist. Der Schreibstil ist flüssig, eindringlich sowie teilweise poetisch und die Geschichte wird so packend erzählt, dass man den Roman kaum aus der Hand legen mag. Die Geheimnisse und die Essenz des Romans kommen durch die abwechselnden Erzählperspektiven und -zeiten nach und nach wie Puzzleteile ans Licht und formen die durchweg tragische Geschichte zu einem Ganzen.

Der Roman bildet auch ein authentisches Dorfportrait in Schottland um 1900 ab, mit den damals üblichen Geschlechterrollen und der Kargheit sowie Härte des Lebens am Meer. Sehr gefallen hat mir, dass der Aberglauben und die Mythen insbesondere über das Meer, an die die Menschen zur damaligen Zeit geglaubt haben, immer wieder in den Roman eingewoben worden sind. Das Setting an der schottischen Küste im Winter ist wunderbar atmosphärisch dargestellt. Man kann beim Lesen die salzhaltige Luft förmlich riechen und das Meeresrauschen hören.

Fazit: Ein schöner, eindringlich erzählter, zumeist düsterer und tragischer aber auch sehr bewegender Roman über Schicksalsschläge, verpasste Chancen, Geheimnisse und eine schottische Dorfgemeinschaft, in der nichts ist, wie es scheint. Perfekt für Menschen, die solche berührenden Romane und das unberechenbare Meer lieben.

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