Scrooge wider Willen?
Good Spirits Danke an NetGalley und den Harper Collins Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.
Ich suche immer nach guten Weihnachtsbüchern. ...
Danke an NetGalley und den Harper Collins Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.
Ich suche immer nach guten Weihnachtsbüchern. Von B.K. Borrison hatte ich schon viel gehört, aber noch nichts gelesen. Da mir in einem vorherigen Jahr „The Afterlife of Holly Chase“ extrem gut gefallen hatte, hat mich dieses Buch ebenfalls angesprochen, da es hier wieder um eine Neuerzählung der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens ist. Doch während es in dem einen Buch um eine Protagonistin geht, die wirklich kein netter Mensch ist und nach der gescheiterten Heimsuchung durch die Geister selber zum Geist der vergangenen Weihnacht wird, begleiten wir in Good Spirits Harriet, die gut gesinnt ist und trotzdem von Nolan, dem Geist der vergangenen Weihnacht, heimgesucht wird.
Harriet ist einfach eine ganz tolle Protagonistin. Sie ist lieb, humorvoll, verständnisvoll. Generell überzeugt das Buch in vielen Stellen durch seine warme Atmosphäre und wenig große Konflikte. Der Humor ist toll, und zwischen den Zeilen geht es viel um Familie, Liebe und für sich selber einstehen. Als Nebencharaktere mochte ich Tante Matilda (wurde da immer an die drei Fragezeichen erinnert) und die ganzen Katzen!
Und kleine Details sind mir positiv aufgefallen, z.B. das sowohl am Anfang und am Ende des Buches der Postbote Darryl auftaucht – das hat die Story sehr rund wirken lassen. Es ist ein Mix aus Liebesgeschichte und Mystery, während Nolan und Harriet versuchen herauszufinden, warum genau sie heimgesucht wird. Dabei bleibt das Problem des Verliebens in einen Geist immer präsent, und es scheint eine schier ausweglose Situation zu sein.
„Ich habe nichts gegen Entschuldigungen. […] Entschuldigungen bedeuten, dass du es noch mal versuchen willst.“
Aber das Buch war definitiv nicht perfekt. Ich glaube mein größtes Problem war der ganze Sex hier. Weil es in meinen Augen überhaupt nicht zur Story gepasst hat. Nolan ist Ende des 19. Jahrhunderts geboren und war dann 100 Jahre lang ein Geist und wurde nicht berührt. Trotzdem sind die Sexszenen alle sehr „gut“ und z.B. auf weibliche Lust fokussiert, was bei der Herkunftszeit von Nolan sehr unrealistisch scheint, weil das ja eher etwas Moderneres ist. Ich habe also irgendwann echt viele der Szenen übersprungen, weil mir die too much geworden sind, und ich gerne mehr auf die emotionale Verbindung der beiden fokussiert hätte.
Andererseits fand ich das Buch für ein Weihnachtsbuch angenehm wenig kitschig und es war auch das beste Weihnachtsbuch das ich 2025 gelesen habe, sodass ich mit meiner Bewertung irgendwo zwischen 3.5 und 4 Sternen schwanke.