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Veröffentlicht am 10.02.2025

Die Geheimnisse des Nils

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Ein sehr einzigartiger Hintergrund für eine Geschichte, die ich nicht wirklich als Fantasy bezeichnen würde, sondern eher als einen historischen Roman (19. Jahrhundert) mit magischem Realismus.
Eine argentinische ...

Ein sehr einzigartiger Hintergrund für eine Geschichte, die ich nicht wirklich als Fantasy bezeichnen würde, sondern eher als einen historischen Roman (19. Jahrhundert) mit magischem Realismus.
Eine argentinische Protagonistin macht sich auf die Reise, um herauszufinden, was mit ihren Eltern passiert ist, die als Archäologen in Kairo tätig waren und offenbar dort gestorben sind. Die Kulisse Ägyptens ist wunderschön und das Geheimnis von Kleopatras Grab hat mich schon als Kind fasziniert.

Zu diesem echten Mysterium kommt eine slow-burn Liebesgeschichte, unfaire Spiele und Intrigen sowie magische Artefakte - und schon hat man eine fesselnde Geschichte wie diese!

Allerdings hatte ich beim Lesen das Gefühl, nicht allzu sehr emotional connected gewesen zu sein, und besonders zum Ende hin habe ich mich eher von den Charakteren distanziert. Aber der Epilog?? Ich brauche die Fortsetzung, und zwar gestern!

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Veröffentlicht am 10.02.2025

Lustige Idee, oberflächliche Umsetzung

Something Old, Someone New
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Danke an Vorablesen und den HarperCollins Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar von „Something Old, Someone New“ zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Die Idee und ...

Danke an Vorablesen und den HarperCollins Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar von „Something Old, Someone New“ zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Die Idee und das Konzept von dem Buch klangen richtig lustig. Die Umsetzung hat mich dann leider doch enttäuscht.

Worum geht es?

Shea ist durch ihre italienische Nonna in einer Sache sehr abergläubisch, und das betrifft gebrauchten bzw. vererbten Schmuck. Sie hat Angst, dadurch das schlechte Karma der Vorbesitzerinnen aufzunehmen und würde deshalb niemals einen Heiratsantrag mit einem Vintage Ring annehmen. Aber es kommt wie es kommen muss, und John macht ihr mit einem Ring aus einem Second Hand Shop einen Antragt. Daraufhin begibt Shea sich auf die Suche nach den Vorbesitzerinnen des Verlobungsringes, die sie von New York und Boston auch nach Italien und Portugal führt.

Wie gesagt, die Idee klang total lustig, und auch die genannten Orte haben mir Schnitzeljagd- und Sommerurlaubs-Vibes versprochen. Davon kommt aber wenig rüber.

Die Kapitel sind super kurz, sodass auch die Szenen sehr kurz sind und kaum etwas passiert. Die Schnitzeljagd ist geprägt von Zufällen, alles klappt sehr einfach und wenn es mal nicht klappt, dann kommt irgendein (wenig überraschender) Twist daher und es wird gelöst.
Bei „Someone New“ im Titel war es in meinen Erwartungen so, dass Shea auf der Reise zu sich selbst findet und merkt, dass John gar nicht The One ist für sie. Denn ehrlich gesagt fand ich John unfassbar unsympathisch und respektlos, dass er Sheas Wunsch mit dem Erbstück-Ring nicht respektiert und sie fast vorführt damit. Im Buch gibt es zwar noch Graham, den ich persönlich viel spannender fand als John, aber da passiert bezüglich Romantik gar nichts. Charakterwachstum habe ich in diesem Buch lange gesucht.

Der Geschichte fehlt es im Großen und Ganzen an Tiefgang, alles plätschert nur so vor sich hin – das darf cozy romance ja auf jeden Fall, aber durch viele Klischees fehlt hier auch der frische Wind, irgendwas, was das Buch aus dem Genre abhebt.

So komme ich leider nur auf 2.5 von 5 Sternen und kann das Buch nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Rettungsschwimmer auf Hawaii: nichts mit Baywatch-Klischees

This could be home
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Danke an NetGalley und den Argon Verlag, die mir ein Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Wie so oft habe ich mir diese Lilly Lucas Geschichte als Hörbuch angehört. Ja, ich mag ...

Danke an NetGalley und den Argon Verlag, die mir ein Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Wie so oft habe ich mir diese Lilly Lucas Geschichte als Hörbuch angehört. Ja, ich mag die Bücher der Autorin super gerne, aber ihre Hörbücher haben einfach immer wunderbare Sprecherinnen, die den Geschichten eine ganz besondere Atmosphäre einhauchen. Wo Band 1 der Hawaii Love Reihe noch von Sandra Voss gelesen wurde, bekommen wir hier die Stimme von Leonie Landa zu hören, die mich vor allem in „Zeilenflüstern“ von Kyra Groh als Sprecherin begeistert hat und die man sonst vielleicht aus Hörbüchern von Sarah Sprinz oder Laura Kneidl kennt.
Kurzum: wie bei Lilly Lucas‘ Büchern gewohnt, haben wir eine grandiose Sprecherin, die durch ihre facettenreiche Art die Bandbreite der Gefühle, die wir in diesem Buch erleben, wunderbar vermitteln, und lädt uns Hörerinnen zum Träumen nach Hawaii ein.

Inhaltlich sind wir bei Laurie, der Schwester des Protagonisten Vince aus Buch 1, und Tristan, einem Rettungsschwimmer bei der Ocean Safety. Der Beruf des Lifeguards ist hier zentrales Thema, da Laurie gerne Rettungsschwimmerin werden möchte, und Tristan ihr innerhalb eines Praktikums und später auch darüber hinaus den Job zeigt und sie für die Tryouts fit macht – auch wenn das zu Beginn eher gegen seinen Willen ist.

Zentraler Schauplatz ist damit auch der Strand und das Meer; es geht viel um Schwimmen und Gefahren für Badegäste, aber wir erfahren auch etwas über das Leben auf Hawaii und die hawaiianische Kultur. Wie ich schon bei Band 1 erwähnt habe: die Recherchereise der Autorin nach Hawaii macht sich bemerkbar und hat sich definitiv ausgezahlt, die Atmosphäre wirkt super authentisch!

Eine große Rolle spielt eindeutig die Vergangenheiten der beiden Protagonist
innen, da beide wichtige Personen ans Meer verloren haben – Lauries Eltern sind bei einem Segelunfall ums Leben gekommen und Tristans bester Freund ist beim Surfen gestorben. Dieser Themenkomplex ist natürlich schwer, aber die Autorin schafft es trotzdem, dass dieses Buch nicht super traurig ist, sondern eine sommerlich-spannende Atmosphäre mit Fokus auf die Lifeguard-Tryouts vorherrscht.

Gut gefallen hat mir, dass Vince und Louisa aus Band 1 rege vorgekommen sind und man den weiteren Verlauf deren Beziehung gut verfolgen konnte. Außerdem kriegen Vince und Laurie in ihrem Hostel „Ohana“ Besuch aus Green Valley, und dieser Gastauftritt hat mir auch richtig gut gefallen.

Inhaltlich muss ich sagen, dass es mir zwischendurch etwas vorhersehbar und oberflächlich war. Also an manchen Punkten hätte man sicher in die Tiefe gehen können und irgendwas ausführlicher darstellen können. Als Beispiel fällt mir da z.B. der Anfang des Buches ein, wo Laurie nach einem Schicksalsschlag sich 0 auf 100 für den Job als Rettungsschwimmerin interessiert, da direkt erstmal komplett naiv rangeht (wo sie sich beim Praktikum am 1. Tag mit Tristan in Lebensgefahr begibt), und am nächsten Tag ist sie super verständnisvoll und reflektiert in ihrem Job. Da hätte man z.B. das aufkommende Interesse und die Lernkurve von Laurie stärker beschreiben können.

Insgesamt bin ich bei 4 Sternen und werde ganz sicher auch den 3. Teil der Hawaii Love Reihe lesen (hören), in dem es ums Surfen und Tristans Bruder Chip geht – denn mit Lilly Lucas Büchern hat man immer eine gute Zeit, und Sommergefühle heben meine Stimmung immer. Und nochmal möchte ich euch das Hörbuch zu diesem Buch (bzw. der Reihe) ans Herz legen <3.

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Handlungsmäßig überflüssig

Keeper of the Lost Cities – Enthüllt (Band 9,5) (Keeper of the Lost Cities)
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Danke an NetGalley und den arsEdition Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Was soll ich sagen? Keeper of The Lost Cities hat ...

Danke an NetGalley und den arsEdition Verlag, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Was soll ich sagen? Keeper of The Lost Cities hat mittlerweile 11 Bücher, aber dank 0.5-Zählung haben wir immer noch nicht den 10. und finalen Band erreicht. Puh. Während andere seit 2012 an der Reihe lesen, bin ich „erst“ mit den deutschen Übersetzungen 2021 dazugekommen, aber trotzdem fühlt sich die Warterei auf das Finale wirklich endlos an. Die Daumen sind also gedrückt, dass das nächste Buch nach 9.5 auch wirklich Band 10, und nicht 9.75 oder so wird. Wobei – die Zählung von diesem Buch als 9.5 ist theoretisch falsch, weil der Band parallel zu Band 9 spielt und wir am Ende des Buches zeitlich gesehen noch vor dem Ende von Band 9 rauskommen.

Okay, genug über Zahlen und Bände, reden wir über den Inhalt. Meine Bewertung über die Reihe hinweg ist von 5 Sternen konstant gesunken, und sowohl Band 8.5 als auch Band 9 haben nur noch 3 Sterne von mir bekommen. Leider muss ich sagen, dass auch „Enthüllt“ an diesem Trend nichts rumreißen konnte.

Wir begleiten Keefe in der Menschenwelt, in der er einerseits versucht generell zurecht zukommen, als auch mit seinen neuen, gefährlichen Fähigkeiten klarzukommen. Und ansonsten… passiert in dem Buch eigentlich nichts.
Dieses Buch ist einzig und allein Fanservice für die Fans von Keefe, die gerne mehr über ihn erfahren wollen. Am Anfang des Buches sind wir super viel in seinen Gedanken, da er keine andere Person zum Reden hat, und ich habe das wirklich als anstrengend wahrgenommen. Er hüpft von einem Ort zum anderen, landet z.B. im Disneyland und muss sich orientieren, und springt dann weiter. Das fand ich doch repetitiv und langweilig.

In dem Buch kommt sehr überraschend ein altbekannter Charakter vor, mit dem Keefe dann endlich eine Person zum Reden hat – wodurch wir endlich rauskommen aus seinem endlosen inneren Monolog, hallelujah. Mich persönlich hat der 2. Charakter sehr überrascht und ich habe mich gefreut, dass diese Person nochmal wichtig wird, aber richtig viel beigetragen zur Story hat die auch nicht.

Irgendwann habe ich auch angefangen Seiten zu skippen, weil ich in meinem Gefühl bestärkt wurde, dass dieses Buch in der Theorie komplett überflüssig für die Handlung ist. Vielleicht bin ich nach 11 Büchern der Reihe auch einfach überdrüssig und will, dass sie endet. Und so komme ich auf eine Bewertung von 2.5 Sternen, aber aufgerundet auf 3.

In der amerikanischen Buchblase ist eine Debatte entflammt und das Buch wird mit 1-Stern-Bewertungen bombardiert, da die Autorin queere Charaktere eingebaut hat, und das anscheinend religiösen Menschen aufstößt, weil es ein Kinderbuch ist. Deshalb fand ich es auch nur fair, das Buch aufzurunden, um die Gesamtbewertung etwas hochzuziehen.
Und ehrlich gesagt verstehe ich das Drama nicht. Keefe begegnet in der Menschenwelt zwei Nebencharakteren, mit denen er maximal 5 Sätze wechselt, und im Zuge dieser Gespräche wird erwähnt, dass die Gesprächspartner queer sind (ein Mann erzählt in einem Nebensatz etwas über seinen Ehemann). Es ist unfassbar belanglos und kann überlesen werden, und mir blutet mein Herz bei dem ganzen Hass, der jetzt der Autorin entgegengebracht wird.

Also: lasst euch nicht von den negativen Rezensionen abschrecken, der Großteil davon hat nichts mit dem Inhalt zu tun.
Aber lest dieses Buch nur, wenn euch Keefe als Charakter interessiert und ihr Nachschub aus der Lost Cities-Welt haben wollt. Denn handlungstechnisch kann man den Band auch überspringen.

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Hohe Erwartungen und gemischte Gefühle

Immortal Longings
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Danke an Lovelybooks, die mir im Rahmen einer Leserunde ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Welch Grausame Gnade der Autorin war 2022 eins meiner ...

Danke an Lovelybooks, die mir im Rahmen einer Leserunde ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Welch Grausame Gnade der Autorin war 2022 eins meiner Fantasy-Jahreshighlights und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an ihre neue Serie Immortal Longings. Die deutsche Ausgabe kommt auch noch wunderschön daher, mit dem schwarz-goldenen Cover der US-Ausgabe als Hardcover. Unter dem Schutzumschlag findet man die Zeichnung vom Cover mit Goldfolie eingeprägt, was sehr edel aussieht, und die Erstauflage kommt auch mit Farbschnitt daher (der mir persönlich einen Tacken zu gelb ist). Das Buch hat mit über 20€ in der Übersetzung schon einen stolzen Preis, aber ich war mir sehr sicher, dass es mir gefallen würde.

Leider konnte das Buch meinen Erwartungen nicht vollständig gerecht werden. Aber starten wir mit dem Positiven.
Der Untertitel von Band 1 – Ein Spiel auf Liebe und Tod – ist eindeutig Programm, da wir sehr schnell in die mörderischen Spiele eintauchen, die voller Gewalt sind. Der Schreibstil von Chloe Gong gefällt mir auch hier sehr gut, es ist düster und atmosphärisch, und besonders die vielen Actionszenen kann sie so realistisch beschreiben, dass ich es bildlich vor mir sehen konnte.

Das Worldbuilding in dem Buch fand ich ehrlich gesagt wenig gelungen. Es gibt kaum Erklärungen zu den Spielen oder der „Magie“ der Welt (Stichwort Springen), und aus dem Kontext heraus wurde das auch nicht unbedingt klar. Manche Dinge habe ich bis zum Ende nicht verstanden. Das ist sehr schade, weil ich die asiatisch-futuristisch-dystopische Welt an sich spannend fand, und es anscheinend auch angelegt an eine historische Begebenheit in einem Stadtteil von Hongkong war.

Die Charaktere sind für mich erst im letzten Drittel des Buches greifbar geworden, davor waren sie sehr blass für mich. Im Buch liest man abwechselnd aus den Perspektiven von Calla, Anton und Augustus, und vom Stil her haben die sich wenig unterschieden, sodass man echt gut gucken musste, um wen es grade ging. Besonders die Namen „Anton“ und „Augustus“ habe ich am Anfang oft verwechselt, als ich noch zu wenig über die zwei wusste, um die genau zuzuordnen zu können.

Die Liebesgeschichte – inspiriert von Shakespeares Tragödie Antonius und Cleopatra – war für mich kaum greifbar. Besonders die intime Szene zwischen den Protagonisten wirkte auf mich reingezwungen in die Geschichte, und hätte für mich nicht sein müssen.

„Tut’s weh?“ „Alles, was du machst, tut weh.“ „Dann tu mir auch weh.“

Was das Buch allerdings hatte war eine hohe Spannungskurve, die zusammen mit dem guten Schreibstil einen Sog auf mich ausgeübt hat, sodass ich das Buch kaum aus den Händen legen wollte. Besonders der Twist am Ende war unfassbar überraschend und nochmal düsterer, als alles was ich mir ausgemalt hatte. Ich gebe zu, dass ich das Kapitel zwei Mal lesen musste, um es genau zu verstehen, aber im Grunde war es genial.

Und genau deshalb kann mir vorstellen, noch den 2. Band zu lesen. Allerdings kostet der auf Deutsch 25€ und das Cover ist sehr lila-lila, während die englische Taschenbuchausgabe ein dunkelblau-lilanes Cover hat, was mich einerseits mehr anspricht und kostentechnisch mit um die 10€ für mich grade attraktiver klingt, wenn ich nicht sicher bin, ob mir das Buch gefallen wird.

Insgesamt bin ich für Immortal Longings bei einer Bewertung von 3 Sternen. Es ist ein Buch, das sein Potential bezüglich des Worldbuildings nicht ganz ausgeschöpft hat, und auch bei der Liebesgeschichte mich nicht umhauen konnte, aber gut geschrieben und spannend war. Trotzdem würde ich Welch Grausame Gnade eher weiterempfehlen als diese Reihe.

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