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Mianna

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2019

Einfallsreiche Erzählung

Bell und Harry
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Bell lebt mit seinen Eltern im Hochmoor in Yorkshire auf einer Farm. Alles läuft seinen Gang, das Landleben hat so seine Eigenheiten. Als eine Londoner Familie sich für die Ferien eins der Häuser pachtet, ...

Bell lebt mit seinen Eltern im Hochmoor in Yorkshire auf einer Farm. Alles läuft seinen Gang, das Landleben hat so seine Eigenheiten. Als eine Londoner Familie sich für die Ferien eins der Häuser pachtet, beginnt zwischen den beiden Jungen Harry und Bell eine Freundschaft. Diese wird über viele Jahrzehnte halten.

Jane Gardam schreibt in ihrem Roman über das Landleben mit seinen Abläufen während der Jahreszeiten, gibt Einblick in den Alltag und die Familienstrukturen der Farmerfamilie und den Dynamiken auf dem Land. Ihre Landschafts- und Situationsbeschreibungen haben fast etwas romantisches, so liebevoll und bildreich sind sie. Die Sprachbilder sind ungewöhnlich einfallsreich und lassen die Geschichte sehr lebendig werden. Zudem wird die Geschichte aus der Perspektive der Jungen, aber auch aus der eines Außenstehenden und anderer Familienmitglieder erzählt. Die Schilderungen wirken oft unbedarft/kindlich, teilweise komisch, die Autorin erzählt mit einem Augenzwinkern. Das macht das Lesen sehr unterhaltsam.

Indem Gardam die Londoner-Familie in die Geschichte einführt, bekommt das Ganze noch mehr Spannung. Zu den Eigenheiten der Dörfler, kommen die der Städter hinzu und damit auch Fallstricke im Umgang miteinander, aber auch viel Annäherung und Verständigung untereinander. Die Freundschaft der beiden Jungen zieht sich dabei vordergründig durch das Buch, wie ein roter Faden.

Die Entwicklung der Freundschaft zwischen Bell und Harry und deren Familien wird im Laufe der Geschichte deutlich. Es ist spannend und berührend dies mitzuverfolgen. Die Zeitsprünge sind jedoch nicht deutlich (durch Datumangabe oder ähnliches) gekennzeichnet und es ist auch nicht klar, wieviel Zeit zwischen den Teilen liegt. Das macht das Lesen vor allem zu Beginn etwas verwirrend, bis klar wird, das jedes Kapitel für einen anderen Zeitpunkt (also für die nächsten Ferien der Londoner-Familie) steht.

Eine einfallsreich und bildreiche Erzählung über die Annäherung zweier Familien, die unterschiedlicher nicht sein können. Unterhaltsam und berührend.

Veröffentlicht am 04.05.2019

Mittelmäßige aber unterhaltsame Geschichte

Eine Samtpfote zum Verlieben
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Jamie zieht nach dem Tod ihrer Mutter in eine kleine Siedlung in Hollywood. Nach mehreren unglücklichen Partnerschaften genießt sie das Single-Dasein. Doch ihr Kater MacGyver hat andere Pläne mit ihr. ...

Jamie zieht nach dem Tod ihrer Mutter in eine kleine Siedlung in Hollywood. Nach mehreren unglücklichen Partnerschaften genießt sie das Single-Dasein. Doch ihr Kater MacGyver hat andere Pläne mit ihr. Er kann Einsamkeit riechen und er riecht sie nicht gerne.

Die Geschichte verläuft nach einem bekannten Muster und vorhersehbar, das Thema (romantische Liebe trotz Hindernissen) ist das Übliche. Das macht das Buch zu einem angenehmen Lesevergnügen, weil der Anspruch an die Lesenden dadurch gering bleibt.

Jamie und ihr Kater sind sehr sympathisch. Seine Versuche sie zu verkuppeln wirken drollig und machen Hoffnung. Denn scheinbar gibt es für jede einsame Person im Buch ein passendes Gegenüber, dass nur gefunden werden will. Gleichzeitig wirkt dies sehr unrealistisch und über-romantisiert.

Die Geschichte bringt warme Gefühle, lässt lachen und mitfühlen. Den Kater aus seiner Perspektive erzählen zu lassen ist interessant und ungewöhnlich. Insgesamt unterhaltsam.

Ein feel-good-Buch nach bekannten Mustern romantischer Geschichten.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Mitreißendes Porträt

Madame Piaf und das Lied der Liebe
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Edith Piaf wächst in einfachen und Lebens-feindlichen Verhältnissen auf. Als Chansonsängerin erlangt sie Bekanntheit und findet ihren Platz im Leben. Sie ist immer wieder auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit. ...

Edith Piaf wächst in einfachen und Lebens-feindlichen Verhältnissen auf. Als Chansonsängerin erlangt sie Bekanntheit und findet ihren Platz im Leben. Sie ist immer wieder auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit. 1944 muss sie sich, nach Kriegsende, mit einem drohenden Auftrittsverbot auseinandersetzen. Ihre Geschichte ist dabei eng verbunden mit der Frankreichs um 1944.

Edith Piaf ist eine spannende Persönlichkeit, die in diesem Roman sehr lebendig dargestellt wird. Ihr Leben ist voller Sehnsucht und Tragik. Die einfühlsame und unaufdringlich Erzählweise ermöglicht es den Lesenden einen Eindruck von ihr als Person zu bekommen. Sie wird mit ihren vielen Eigenheiten und ihrer Verletzlichkeit umfassend beschrieben und wird sehr sympathisch.

Die geschichtlichen Entwicklungen mit den Auswirkungen in Frankreich werden geschickt mit dem Leben von Edith Piaf verwoben. Sehr eindrücklich und atmosphärisch fließt die Erzählung dahin. Diese ist gleichzeitig aber auch sehr intensiv und nicht immer leichtgängig.

Spannendes Porträt der Edith Piaf - berührend und atmosphärisch. Verwoben mit dem Schrecken des Krieges.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Unterhaltsamer Thriller/ Komödie/ Road-story

Murder Swing
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Der "Vinyl-Detektiv", wie sich die Hauptfigur auf einer Visitenkarte bezeichnet, ist bisher erfolglos und pleite. Umso merkwürdiger scheint es, dass er einen geheimnisvollen Auftrag bekommt. Dieser führt ...

Der "Vinyl-Detektiv", wie sich die Hauptfigur auf einer Visitenkarte bezeichnet, ist bisher erfolglos und pleite. Umso merkwürdiger scheint es, dass er einen geheimnisvollen Auftrag bekommt. Dieser führt ihn durch England, nach Amerika und Japan. Beunruhigenderweise wird seine Recherche von ungewöhnlichen Todesfällen begleitet.

Die Geschichte ist absurd und stellenweise komisch. Das Geschehen entwickelt sich unerwartet und höchst amüsant.

Die Erzählung bekommt, auch durch die vielfältigen Charaktere, viel Charme. Der Hauptakteur kommt anfänglich unbeholfen rüber, den übergriffigen Anderen ausgeliefert. Er und weitere spannende und besondere Charaktere werden zunehmend sympathisch. Zusammen entwickeln sie sich weiter.

Der Text liest sich zu Beginn eher schwerfällig. Die Zusammenhänge werden erst im Laufe der Geschichte klarer. Hat man diesen Punkt überschritten so macht das Lesen nur noch Spaß. Die Geschichte ist spannend. Die Ich-Perspektive, aus der der Vinyl Detektiv erzählt, passt gut zu der Geschichte.

Eine absurde Road-Story, ein spannender Thriller und eine unterhaltsame Komödie. Ein gelungener Auftakt zu einem Drei-Teiler.

Veröffentlicht am 13.04.2019

Öde

Siebzehnter Sommer
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Angelina erlebt mit 17, kurz bevor sie auf das College wechselt, einen Sommer, der alles verändert. Sie lernt Jack kennen und verliebt sich zum ersten Mal.

Die Autorin hat diesen Roman 1942 in Amerika ...

Angelina erlebt mit 17, kurz bevor sie auf das College wechselt, einen Sommer, der alles verändert. Sie lernt Jack kennen und verliebt sich zum ersten Mal.

Die Autorin hat diesen Roman 1942 in Amerika erstmalig veröffentlicht. In dieser Neuauflage wird der Roman Jahrzehnte später einem modernen Publikum eröffnet. Leider konnte mich dieser Roman nicht überzeugen.

Die Geschichte spielt in einer kleinen Stadt in Amerika, wahrscheinlich um 1940. Angelina hat mehrere Schwestern, eine Hausfrau als Mutter und einen Vater, der für seinen Job durch die Gegend reist. Für Angie eröffnet sich eine neue Welt, die Unsicherheiten hervorbringt.

Inhaltlich geht es um die wachsende Zuneigung zwischen den Beiden, schwierige zwischenmenschliche Situationen, Dynamiken in Kleinstädten zu dieser Zeit, die gesellschaftlichen Normen und das Erwachsen werden.

Die Geschichte besteht vor allem aus Landschaftsbeschreibungen und zwischenmenschlichen Beobachtungen. Es fehlt an Spannung. Die Erzählung wirkt eintönig und langatmig. Das Lesen ist anstrengend, nicht wegen der Sprache, sondern wegen der Detailiertheit mit der die Umgebung und die Gedanken von Angie beschrieben werden.

Jack und Angie, ihre Familie und andere Charaktere werden interessant beschrieben, entwickeln jedoch keinen großen Reiz. Beim Lesen bekomme ich das Gefühl selbst bei brütender Hitze in der Gegend zu sein und den Schmetterlingen beim Fliegen zuzusehen. Letztendlich passiert nicht viel.

Interessantes Zeitzeugnis aus der amerikanischen Einöde um 1940, erzählerisch eintönig und anstrengend.