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Veröffentlicht am 22.02.2018

Ein tolles und unterhaltsames Buch aus der "Bücher über Bücher-Sparte

Die unsichtbare Bibliothek
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Willkommen in der Bibliothek. Dem einzig wahren Knotenpunkt zwischen den Welten und dem Hort der wertvollsten Bücher aller Zeiten. Der Ort an dem die Sprache gelehrt wird und von dem aus Bibliothekare ...

Willkommen in der Bibliothek. Dem einzig wahren Knotenpunkt zwischen den Welten und dem Hort der wertvollsten Bücher aller Zeiten. Der Ort an dem die Sprache gelehrt wird und von dem aus Bibliothekare aller Stufen zu ihren noblen Missionen in den Parallelwelten aufbrechen.
Irene ist eine dieser Bibliothekarinnen, aufgewachsen in der Bibliothek und geschult in der Sprache. Zusammen mit ihrem neuen Lehrling Kai wird sie auf eine Mission in eine Version des viktorianischen Londons geschickt um eine spezielle Ausgabe der Märchen der Gebrüder Grimm besorgen.
Allerdings ist diese Aufgabe alles andere als harmlos und die beiden müssen sich nicht nur vor grausamen Elfen, sondern auch vor allerlei Ränke und einem geheimnisvollen Verräter in Acht nehmen…

Das Buch lässt mich unschlüssig zurück. Es gab richtig interessante und spannende Aspekte, aber auch Darstellungen und Abläufe im Buch, welche mich nicht so ganz überzeugen konnten.
Begeistert war ich von der Bibliothek und all ihren Aspekten. Begonnen bei der Sprache, einer Art magischen Zauberformel die sich auf die Natur der Dinge bezieht und erlernt werden kann – sich aber auch verändert wie die uns bekannte Sprache, bis hin zu der Verbindung der Bibliothek zu den einzelnen Agenten und deren Leben. Eine wie ich finde sehr innovative Idee, von der ich leider allerdings noch gerne mehr erfahren hätte. Sehr vieles bleibt entweder im Dunkeln oder kam mir sehr kompliziert vor. Das Worldbuilding hätte gerne noch etwas ausführlicher sein können.
Sehr gut gefallen hat mir auch die Parallelwelt die wir kennenlernen und die ein wenig in Richtung Steampunk ging.
Ein wenig Schwierigkeiten hatte ich mit Irene als Protagonistin. Sie ist sehr kontrolliert, sehr kühl und sehr analytisch in ihrem Charakter. Diese Charakterzüge kenne ich auch von mir selbst – sie sorgen aber dafür dass Irene eine eher unnahbare Heldin bleibt. Diese starke und kontrollierte Umgangsweise mit Problemen und schwierigen Situationen ist auf der anderen Seite aber auch ein sehr cooles und spannendes Merkmal an ihr. Es würde mich interessieren zu erfahren was zu dieser Entwicklung in ihrem Charakter geführt hat – denn auch über sie und ihre Vergangenheit erfahren wir nur Bruchstücke.
Sympathischer war mir da ihr „Lehrling“ Kai. Er ist recht offen und locker in seiner Art, aber ihr werdet noch merken dass sich bei ihm auch noch etwas unter der Oberfläche versteckt. Als Team haben die beiden auf jeden Fall gut zusammen gepasst.
Was die Spannung angeht wird im Buch doch das ein oder andere geboten, durch Irenes kühle Erzählweise wird dies allerdings immer ein wenig gedämpft, hier hätte ich mir mehr Drama gewünscht. Ansonsten waren mir ein paar Dinge doch manchmal zu kompliziert erklärt und ich muss die für mich doch erkennbare Anzahl an Rechtschreibfehlern ein wenig mokieren, hier erwarte ich einfach eine bessere Kontrolle.
In der Gesamtheit konnte mich das Buch auf jeden Fall gut unterhalten, es zählt allerdings nicht unbedingt zu meinen Lieblingsreihen im Bereich der „Bücher über Bücher“. Ob ich die Reihe weiter verfolgen werde steht noch nicht fest.

Ein Buch, dessen Idee ein wenig durch zu wenig Hintergrundwissen verloren geht und bei der die Protagonistin für eine etwas kühle Atmosphäre verantwortlich ist. Dennoch ein tolles und unterhaltsames Buch aus der "Bücher über Bücher-Sparte" das uns in eine Welt der Parallelwelten und magischen Werke entführt, in der wir auf jede Menge interessante Gegebenheiten treffen.
PS: Wer neugierig ist warum hier so viele fett gedruckte Wörter vorkommen muss einen Blick ins Buch werfen ;=)

Zuerst erschienen auf: http://cat-buecher-welt.blogspot.de/2018/02/rezi-die-unsichtbare-bibliothek-die.html

Veröffentlicht am 18.02.2018

Eine wunderbare Geschichte über die Macht der Worte

Wortwächter
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Innerlich hat Tom sich eigentlich schon auf ziemlich langweilige Ferien bei seinem seltsamen Onkel in England eingestellt. Eine Villa mitten in der öden, verregneten Landschaft voller alter Schmöker und ...

Innerlich hat Tom sich eigentlich schon auf ziemlich langweilige Ferien bei seinem seltsamen Onkel in England eingestellt. Eine Villa mitten in der öden, verregneten Landschaft voller alter Schmöker und ohne jede Zivilisation. Doch merkwürdige Dinge gehen vor sich. Da ist der verdächtige Butler und ein unheimliches Wispern das Tom im Haus verfolgt. Was hat es damit auf sich?
Die Ereignisse überschlagen sich und plötzlich muss Tom nicht nur versuchen seinen entführten Onkel zu finden, sondern betritt auch eine magische Welt der Bücher, selbstschreibenden Seiten und Geheimgesellschaften.
Die Ferien scheinen doch interessant zu werden…

Ein erfrischendes neues Werk von Akram El-Bahay, den ich als Autor letztes Jahr für mich neu

entdeckt habe und dessen anderes „Bücherwerk“ einer meiner Favoriten 2017 war. „Wortwächter“ war zunächst für mich etwas außerhalb meiner persönlichen Komfortzone, da ich sonst nicht der Leser von Büchern mit jüngeren Protagonisten bin.
Tom und Josephine sind jedoch für ihre 12 Jahre durchaus reif genug und ihre Handlungen gut nachvollziehbar. Das Buch ist also auch etwas für Leute die wie ich manchmal Bücher mit jungen Helden ein wenig scheuen. Mir waren die beiden sogar wesentlich lieber als 17-jährige, hormongesteuerte Teenager.
Die Idee der magischen Lebensseiten und einer „verwaltenden“ Geheimgesellschaft derselben hat mir richtig gut gefallen. Ich mochte den geheimnisvollen Aspekt dabei, der mich an die Abenteuergeschichten meiner Kindheit erinnert hat. Rätselraten, Aufgaben lösen, eine spannende Schnitzeljagd rund um die Welt. Gepaart mit geheimnisvollen Bibliothekaren, einer bösen Gegenspielerseite und zwei sehr sympathischen jungen Helden, hat mich das Buch wirklich gut unterhalten. Besonders gut hat mir dabei der kleine „Roadtrip“ in Verbindung mit den Rätseln gefallen. Aber auch die Geschichte hinter der Gesellschaft der „Wortwächter“ und den beiden verfeindeten Lagern war spannend und unterhaltsam umgesetzt.
Im Ganzen war „Wortwächter“ für mich eine angenehme Urban-Fantasy-Geschichte bei der ich mich durch das Alter der Protas auch mal in neue Gefilde wagen konnte.
Zwar kommt das Buch für nicht an „Bücherstadt“ heran, das liegt bei mir persönlich aber an dem gewissen fehlenden „erwachsenen“ Action-Faktor.

Eine wunderbare Geschichte über die Macht der Worte. Euch erwartet eine spannende Schnitzeljagd rund um den Globus bei der es gilt, das Geheimnis einer Geheimgesellschaft rund um die Schönheit der Bücher zu entdecken. Freut euch auf magische Lebensseiten, goldene Federn, steinerne Bibliothekare und berühmte Autoren und macht euch mit Tom und Josephine auf die Welt und den freien Willen zu retten. Ein Lesespaß nicht nur für jüngere Buchliebhaber.

*Reziexemplar

Zuerst erschienen auf: http://cat-buecher-welt.blogspot.de/2018/02/rezi-wortwachter-von-akram-el-bahay.html

Veröffentlicht am 18.02.2018

Die Prinzessin der Amazonen unterwegs in der Welt der Menschen

Wonder Woman – Kriegerin der Amazonen
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Die Insel Themyscira ist eine Zuflucht. Geschaffen von den zahlreichen weiblichen Gottheiten der verschiedenen Pantheons, bietet sie eine Heimat für treue, im Kampf gefallene und wiedererweckte Kriegerinnen ...

Die Insel Themyscira ist eine Zuflucht. Geschaffen von den zahlreichen weiblichen Gottheiten der verschiedenen Pantheons, bietet sie eine Heimat für treue, im Kampf gefallene und wiedererweckte Kriegerinnen – den Amazonen. Diana, Tochter der Königin Hippolyta, ist eine von ihnen und doch auch wieder nicht. Es gibt einen Punkt in ihrem Leben, welcher dafür sorgt, dass sie nicht so akzeptiert wird wie sie es sich wünschen würde. Sie wird belächelt und darf nicht an gefährlichen Missionen teilnehmen um sich den Status als kampferprobte Amazone zu sichern. Als sie eines Tages dann verbotenerweise ein sterbliches Mädchen aus dem Meer fischt, beginnt für sie eine Mission, die das Schicksal der ganzen Welt verändern könnte. Denn Alia ist dazu bestimmt die Welt in Unglück und Krieg zu stürzen. Ihr Blut treibt sie dazu und um die Katastrophe zu verhindern, muss sich Diana mit ihr nach NewYork begeben und damit eine ihr fremde Welt betreten…

Die Geschichte von Diana von Themyscira, Prinzessin der Amazonen, die viele aus diversen Comics und Filmen als Wonder Woman kennen, wird im neuen Buch von Leigh Bardugo auf ganz eigene Weise erzählt. Viele werden den noch recht aktuellen letzten Film kennen, das Buch hat damit jedoch eigentlich nicht viel zu tun – außer dass Diana mal wieder jemanden trotz Verbot aus dem Meer zieht. Wir beginnen das Buch mit Dianas Leben auf der Insel und lernen sie näher kennen. Dabei hat es Diana als Prinzessin nicht leicht. Auf ihr lastet enormer Erwartungsdruck den sie nur bedingt erfüllen kann bzw. erfüllen darf. Schon zu diesem Zeitpunkt mochte ich sie total gerne. Das liegt auch an Leigh Bardugos Schreibstil, welcher die Charaktere sehr lebendig und sympathisch wirken lässt. Diana hätte man gerne als beste Freundin. Dabei wirkt sie trotz ihres jugendlichen Alters zu keinem Zeitpunkt zu jung oder unerfahren. Sie ist eine starke Persönlichkeit die sich sehr für andere einsetzt und immer mal wieder einen kessen Spruch auf den Lippen hat.
Die Geschichte nimmt mit dem Zeitpunkt der Rettung Fahrt auf und eine gefährliche Mission steht Diana bevor bei der es nicht nur um das Schicksal der Menschen, sondern auch um das der Amazonen gehen wird. Dianas Zeit in der Moderne und ihre Reaktion auf die verschiedenen Situationen hat mir besonders gut gefallen.

Überrascht hat mich der Perspektivwechsel. Ich hätte nicht erwartet dass auch Alia in der Geschichte zu Wort kommen würde. Alia war ebenfalls eine tolle und starke Protagonistin, wenn sie auch ganz anderen Problemen gegenüber steht als Diana. Sie kommt aus einer ganz anderen Welt und das merkt man ihrem Charakter und ihren Denkmustern auf jeden Fall an. Beide zusammen waren ein tolles Team. Aber es gibt im Buch noch viele andere tolle Nebencharaktere die mir ans Herz gewachsen sind und auf die ihr euch freuen könnt.
Der Spannungsbogen nimmt das ganze Buch über stetig zu, unterbrochen von einigen kleineren Spitzen, entlädt er sich dann in einem tollen Höhepunkt, bei dem ein Plottwist mich doch ziemlich von den Socken gehauen hat.
Für mich war Wonder Woman ein absolut spannendes Jugendbuch, das Diana als Jugendliche von einer ganz anderen Seite zeigt und ihre Zeit als Wonder Woman erahnen lässt.
Wer jedoch viele Hintergrundinformationen zu ihr, ihrem Leben oder den Amazonen generell erwartet, wird vielleicht enttäuscht werden. Der Fokus des Buches liegt eindeutig auf Alia, ihrer Geschichte und ihrem Stellenwert in einer gefährlichen Prophezeiung. Nicht das Diana im Hintergrund stehen würde, aber wir verbringen nur anteilig Zeit bei den Amazonen und mit ihrer Geschichte. Mich hat das jedoch in keiner Weise gestört – ganz im Gegenteil. Für mich war das Buch auf jeden Fall ein Highlight zu Beginn des Jahres und ich freue mich schon auf die weiteren Bücher in der Reihe der DC Icons.

Die Prinzessin der Amazonen unterwegs in der Welt der Menschen mit der Mission die Menschen vor einer grausamen Prophezeiung zu bewahren. Ein fast ganz normales Mädchen auf der Flucht vor ihren Häschern. Zusammen ein unschlagbares Team und eine super spannende Geschichte mit einem herrlichen Schreibstil und "echten" Charakteren. Eine absolute Empfehlung als Jugendbuch, Liebhaber von Superhelden-Geschichten sollten allerdings nicht zu viel erwarten. Denn Diana ist noch jung und nicht die Wonder Woman die manche vielleicht voraussetzen.

*Reziexemplar

Zuerst erschienen auf: http://cat-buecher-welt.blogspot.de/2018/02/rezi-wonder-woman-kriegerin-der.html

Veröffentlicht am 27.01.2018

Der Tod ist echt eine coole Socke, das Leben ein Arschloch und die anderen alle nur neidisch!

Knochenjob!
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Der Tod hat keine Lust mehr und braucht dringend eine Veränderung in seinem Job. Er hat einfach keinen Nerv mehr, ständig hinter Leben und seinen komischen Kreaturen herzuräumen. Und dann sind diese auch ...

Der Tod hat keine Lust mehr und braucht dringend eine Veränderung in seinem Job. Er hat einfach keinen Nerv mehr, ständig hinter Leben und seinen komischen Kreaturen herzuräumen. Und dann sind diese auch noch so undankbar und haben eine so schlechte Meinung von ihm, das einen das einfach nur in der Arbeitsmoral runterziehen muss. Ich meine, ist es da zuviel verlangt dass auch der Tod einfach nur mal Anerkennung für seine Leistung will? Einfach mal ein: Danke Tod, das du mich so nett ins Jenseits bittest. Aber da sich seine Kollegen wie Leben, Schicksal und Glück nur über ihn lustig machen, muss er wohl bis zur Chefetage vorrücken. Übrigens, wisst ihr eigentlich wie schön es war bevor Leben angefangen hat herumzuexperimentieren? Nein? Dann seid gespannt was der Tod euch so zu erzählen hat.

Ich hab ja ein Faible für Bücher im Stil von Knochenjob. Der Protagonist spricht mich als Leser direkt an, erzählt mir seine Geschichte brühwarm und exklusiv – sowas finde ich immer toll. Wenn das Buch dann noch einen trockenen Humor und zynische Sprüche hat – Volltreffer!
Der Tod als Charakter und als Erzähler war einfach genial. Er war mir so sympathisch, ein zynischer und doch liebenswerter Zeitgenosse mit dem man manchmal einfach nur Mitleid hat, aber auch wunderbar über ihn lachen kann. Dabei ist das Buch einfach nur locker und super flüssig geschrieben. Ich mag den Schreibstil der Autorin total gerne und dadurch das der Tod selbst seine Geschichte erzählt, kommt einem das ganze weniger wie ein Buch vor, sondern eher wie ein tolles Gespräch, ein Film oder ein Hörbuch. Apropos, ich kann mir die Geschichte super als Hörbuch mit einem passenden Sprecher vorstellen, dadurch würde sicher auch das Problemchen ausgemerzt das ich doch stellenweise hatte – dazu aber später mehr.
Die Idee hinter dem Buch war sowieso genial: der Tod fühlt sich benachteiligt weil er den Job mit der negativen Außenwirkung hat und möchte dringend eine Veränderung in seinem täglichen Brotjob. Super lustig umgesetzt. Wunderbar hat mir auch gefallen das all die anderen „Institutionen“ wie die Zeit, das Schicksal, das Glück etc. ebenfalls als Protagonisten dargestellt werden. Dabei ist jeder mal mehr mal weniger sympathisch. Und der Tod gibt dem Leser einen ganz anderen Blick auf die Evolution und die ganze Sache mit dem Leben und den Dinosauriern.
Außerdem strotzt das Buch vor coolen Metaphern, Vergleichen und Listen – ich liebe so etwas und es lockert das alles gut auf.

Was ich persönlich schade fand, war zum einen das sprunghafte Denken das der Tod an den Tag legt. Er springt vom roten Faden mit seinem Jobproblem immer hin und her in der Evolution und diversen Problemchen in der Vergangenheit und anderen Themen. Leider war das – zumindest im Ebook – nicht deutlich voneinander abgegrenzt und es fiel mir daher oft schwer zu erkennen was gerade Sache war. Das könnte ich mir jetzt durch andere Schrift oder in einem Hörbuch zum Beispiel durch Musikuntermalung oder dergleichen besser vorstellen. Außerdem gibt es noch amüsante Fußnoten zu diversen Gelegenheiten, aber auch hier ist dies im Ebook sehr schlecht umgesetzt. In manchen Ebooks sind diese Fußnoten mit einem Link hinterlegt um direkt zu den Erklärungen der Fußnoten zu springen und wieder zurück. Dies hier nicht der Fall und die Erklärungen finden sich immer erst zu Ende des Kapitels. Bis ich dort angekommen bin, habe ich allerdings bereits wieder vergessen worauf sich die Anmerkung bezieht – mit dem Ergebnis das ich die Erklärungen schlichtweg ignoriert habe. Sehr schade, ohne diese beiden Dinge wäre es sicher sogar ein Highlight geworden. Eventuell ist das ja beim Print einfacher, aber auch da stelle ich es mir nervig vor. Die Fußnoten ans Ende jeder Seite zu setzen wäre vielleicht besser gewesen. Ansonsten konnte mich das Buch wirklich sehr sehr gut unterhalten.

Der Tod ist echt eine coole Socke, das Leben ein Arschloch und die anderen alle nur neidisch!
Ein Buch, prall gefüllt mit dem Tod als humorvollen und zynischen Erzähler der einfach mal keinen Bock auf Arbeit hat. Tolle Metaphern und Vergleiche, ein wunderbarer Schreibstil und eine absolut toll umgesetzte Grundidee. Hätte ich nicht die Umsetzung der Fußnoten und diverse Gedankensprünge zu bemängeln, hätte es sogar für die volle Punktzahl gereicht. Auf jeden Fall ein richtig gutes Buch genau nach meinem Geschmack.


"Niemand wurde jemals alleine geboren. Niemand starb jemals alleine. Ich war doch da. Gebt euch nicht der Einsamkeit hin." (Seite 239)

Zuerst erschienen auf: http://cat-buecher-welt.blogspot.de/2018/01/rezi-knochenjob-von-sarah-adler.html

Veröffentlicht am 19.01.2018

Ein unterhaltsamer Happen für Zwischendurch mit gut gelungenen und sympathischen jungen Charakteren

Der Asteroid ist noch das kleinste Problem
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Die Welt wird untergehen...
Zumindest ist sie auf dem besten Weg dorthin seit ein Asteroid entdeckt wurde, der mit großer Geschwindigkeit genau auf sie zuhält und in wenigen Wochen frontal auftreffen wird.
Um ...

Die Welt wird untergehen...
Zumindest ist sie auf dem besten Weg dorthin seit ein Asteroid entdeckt wurde, der mit großer Geschwindigkeit genau auf sie zuhält und in wenigen Wochen frontal auftreffen wird.
Um die Katastrophe zu verhindern wird ein Team aus den klügsten Köpfen ihrer jeweiligen Fachbereiche gebildet, darunter auch der 17-jährige Yuri aus Moskau - seines Zeichens Physiker mit dem Bereich Antimaterie. Dummerweise ist er nicht nur der Jüngste unter seinen Kollegen, seine Theorien sind auch nicht unbedingt anerkannt und daher hat er es schwer sich durchzusetzen - dabei kann er die Erde retten wenn ihm nur alle zuhören würden. Und dann ist da noch Luna, das Hippie-Mädchen mit dem grünen Glitzer-Lidschatten, das ihm zeigt, wie schön das Leben außerhalb von Universität und Erdenrettung sein kann. Kann Yuri sich durchsetzen oder endet alles in einem großen Knall?

Das Buch hat mich durch seine Leichtigkeit und seine jugendlich-flapsige Art aus meiner Flaute nach "Wintersong" gezogen. Dabei mochte ich vor allem Yuri mit seiner unbeholfenen Art. Als Physikgenie war Yuris Kindheit alles andere als gewöhnlich und dadurch ist er von seiner ganzen Art her eine Mischung aus genialem Erwachsenen und einem Teenager, der unbedingt die Liebe erleben will, sich heimlich aus Hotelzimmern stielt und manchmal einfach nur amerikanische Flüche lernen möchte. Diese Kombination ist anfangs sehr lustig und machte ihn mir als Charakter sehr sympathisch, im weiteren Verlauf des Buches hätte ich mir manchmal aber etwas mehr Ernst in manchen Situationen gewünscht. Stellenweise driftete das Buch ein wenig zu sehr ins Absurde/Überspitzte ab und das hat mich manchmal ein wenig genervt. Luna als Hippie-Mädchen mit ihrer offenen und lockeren Art war mein Highlight. Sie nimmt das Leben wie es kommt und das nicht ohne dabei nicht ihr eigenes Päckchen zu tragen zu haben. Ihre positive Art hat mich doch irgendwie aus meinem eigenen Loch geholt und ich wünscht ich hätte ihre Zuversicht. Als Charakter ist sie eine echte Bereicherung die auch aus dem steifsten Physiker endlich einen lebenslustigen Teenager zaubern kann. Auch ihr Bruder hatte es mir echt angetan. Die Charaktere in der Geschichte waren für mich wirklich gut gelungen. Aber ich mochte auch die Story rund um die Rettung der Welt vor dem heranrasenden Asteroiden, die Konzepte und Ideen, die Streitereien und wie Yuri versuchen muss sich durchzusetzen. Seine Probleme was das Thema Anerkennung betrifft und welche Schwierigkeiten er dadurch durchstehen muss waren gut umgesetzt, allerdings gibt es manche etwas fragwürdigen Situationen, bei denen ich nicht so sicher bin ob ich die Handlung gutheißen kann. Alles in allem war die Geschichte auf jeden Fall unterhaltsam, die Charaktere sympathisch und die Storyline soweit lustig und kurzweilig. Das Buch ist jetzt kein Highlight am YoungAdult/Jugendbuch-Himmel, aber ich kann sie euch dennoch empfehlen wenn ihr etwas lustig-jugendliches für Zwischendurch sucht.

Ein unterhaltsamer Happen für Zwischendurch mit gut gelungenen und sympathischen jungen Charakteren. Begleitet Yuri auf seinem schwierigen Spagat zwischen Rettung der Welt (bei der er sich erst einmal gegen die "Erwachsenen" durchsetzen muss) und dem Weg und den Bedürfnissen eines nicht ganz normalen Teenagers, der einfach nur die Liebe kennenlernen will und lernen möchte wie die Amerikaner fluchen. Kein Highlight, aber ein kurzweiliges Lesevergnügen und auf jeden Fall auch für Jüngere geeignet.


Zuerst erschienen auf: http://cat-buecher-welt.blogspot.de/2018/01/rezi-der-asteroid-ist-noch-das-kleinste.html