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Veröffentlicht am 19.02.2026

Make Revanche sexy again

Das Signal
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Bis auf einen Ausreißer sind die Bücher von Ursula Poznanski für mich immer schon eine sichere Bank gewesen.

Auch mit ihrer neuesten Geschichte hatte ich wieder viel Spaß.

Viola hat bei einem Unfall ...


Bis auf einen Ausreißer sind die Bücher von Ursula Poznanski für mich immer schon eine sichere Bank gewesen.

Auch mit ihrer neuesten Geschichte hatte ich wieder viel Spaß.

Viola hat bei einem Unfall im eigenen Weinkeller ein Bein verloren. Das ist ein Schock, aber sie erholt sich erstaunlich schnell und ist fest entschlossen mit allen Hilfsmitteln, die es heute so gibt zügig in ihr Leben zurückzufinden. Gegen ihren Willen hat ihr Mann Adam schon eine Pflegerin ( Ottilia aus Rumänien) eingestellt, die Viola am liebsten ganz schnell wieder loswerden möchte.

Fast könnte man meinen, sie wäre hauptsächlich zu ihrer Bewachung eingestellt worden. Der Eindruck verstärkt sich, als auch Adam sich immer seltsamer verhält und stark daran interessiert zu sein scheint, dass sie schön im Gästezimmer im Erdgeschoss bleibt.

Wozu gibt es das Internet, wenn man es sich nicht zu nutzen machen könnte, denkt Viola und bestellt sich kleine Minitracker, mit deren Hilfe sie ihren Mann tracken kann, um so herauszufinden, was hier gespielt wird.

Natürlich hat auch Viola noch ein dunkles Geheimnis.

Ich fand‘s spaßig wie Viola sich nicht hat unterkriegen lassen und ihre Widersacher mit Witz und Verstand immer wieder ausgetrickst hat. Vielleicht war es nicht ganz glaubwürdig wie gelassen sie mit dem Verlust ihres Beines umgegangen ist, aber was soll’s. Ich mochte das Hörbuch , gelesen von der wunderbaren Tessa Mittelstädt wirklich gern. Auch wenn Thriller draufsteht, es war ein sehr unterhaltsamer Spannungsroman. Toll finde ich bei Ursula Poznanski immer, dass sie neueste Technik in ihre Geschichten mit einbindet. Sie hat da ein gutes Gespür finde ich.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Die Schere zwischen Arm und Reich

Villa Rivolta
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Renzo Rivolta baut sich in der Nachkriegszeit in Italien einen Konzern auf, der zunächst Kühlschränke und später Automobile verkauft. In seiner Villa treffen sein Sohn Piero und die Tochter der Hausangestellten, ...

Renzo Rivolta baut sich in der Nachkriegszeit in Italien einen Konzern auf, der zunächst Kühlschränke und später Automobile verkauft. In seiner Villa treffen sein Sohn Piero und die Tochter der Hausangestellten, Valeria aufeinander. Es entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft zwischen den beiden, die sie ihr Leben lang begleiten soll.

Auf zwei Zeitebenen erzählt Daniel Speck die bewegende Lebensgeschichte der beiden Hauptfiguren , deren gesellschaftlicher Hintergrund unterschiedlicher nicht sein könnte . Es geht um die goldene Zeit Italiens ( die Dolce Vita) und die anschließenden Studentenunruhen in den 1960er Jahren. Außerdem ist die Diskriminierung von Sizilianern, die zum Arbeiten nach Norditalien gezogen sind ein großes Thema. Während Piero und seine Familie der Inbegriff des Kapitalismus sind , kämpft Valeria‘s sizilianischer Freund Flávio verbissen für Arbeiterrechte. Konflikte sind da natürlich vorprogrammiert.

Die Geschichte hat mir gut gefallen auch wenn es zwischendurch ein paar Längen gab. Ich mochte auch, dass liebgewonnene Figuren aus „ Bella Germania“ in diesem Roman nochmal auftauchen . Leider blieben mir am Ende zu viele Fragen offen, so dass der Schluss für mich etwas unbefriedigend war. Ansonsten habe ich den Roman aber wieder gerne gelesen und fand es spannend in die Historie der Familie Rivolta einzutauchen.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Highlight

Der gefrorene Fluss
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Dies ist die beeindruckende Geschichte einer Hebamme aus dem 18.Jahrhundert, die mich als Hörbuch knappe 16 Stunden begleitet hat und die ich von Anfang bis Ende geliebt habe.

Martha Ballard ist eine ...

Dies ist die beeindruckende Geschichte einer Hebamme aus dem 18.Jahrhundert, die mich als Hörbuch knappe 16 Stunden begleitet hat und die ich von Anfang bis Ende geliebt habe.

Martha Ballard ist eine empathische, zupackende Persönlichkeit, die mit ihren 50 Jahren einen großen Erfahrungsschatz gesammelt hat und bei den vielen Geburten, die sie begleitet hat, nie eine Frau verloren hat.

Ihr medizinisches Wissen ist umfangreich, so dass sie auch zu einer Untersuchung gerufen wird, als aus dem gefrorenen Fluss des Städtchens eine Leiche geborgen wird. Sie attestiert Mord an dem Kerl, dem Keiner im Ort eine Träne nachweint. Denn er war beteiligt an der Vergewaltigung der Pfarrersfrau, die nun zu allem Übel auch noch schwanger ist. Der aufgeblasene Arzt, Dr. Pears widerspricht ihrer Einschätzung später, doch Martha lässt sich nicht beirren.

Die Autorin baut von Anfang an Spannung auf, wobei ihr Roman auf historischen Fakten basiert, sie diese aber mit fiktiven Elementen weitererzählt. Martha Ballard war eine kluge Frau, sie konnte lesen und schreiben, kämpfte für Frauenrechte und begehrte gegen die Ungerechtigkeiten ihrer Zeit auf. Unterstützung bekam sie uneingeschränkt von ihrem Ehemann Ephraim und ihren inzwischen erwachsenen Kindern. Die Kombination zwischen historischem Roman und Kriminalgeschichte konnte mich überzeugen.

Ich könnte mir diese Geschichte so gut verfilmt vorstellen und das winterliche Setting in Maine passte gerade wunderbar in die Jahreszeit.

Eine große Empfehlung für dieses Hörbuchhighlight, welches mich nicht zuletzt durch die wunderbare Erzählstimme von Sandrine Mittelstädt begeistern konnte.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Zwischen Freiheit und Fürsorge - eine Mutter - Tochter Geschichte

Halbinsel
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Die Vorstellung, dass die erwachsene Tochter , die längst ausgezogen ist und ein erfolgreiches Leben jenseits ihres Elternhauses führt, plötzlich wieder zu Hause einzieht und ihren Lebensweg komplett in ...

Die Vorstellung, dass die erwachsene Tochter , die längst ausgezogen ist und ein erfolgreiches Leben jenseits ihres Elternhauses führt, plötzlich wieder zu Hause einzieht und ihren Lebensweg komplett in Frage stellt, ist krass.

Genau das passiert Annett, nachdem ihre Tochter Linn während eines Vortrages einen Zusammenbruch erleidet.

Linn möchte sich zunächst ein paar Wochen bei ihrer Mutter an der Nordsee erholen, doch dann löst sie ihren Hausstand auf , renoviert ihr altes Kinderzimmer und nimmt eine Hilfstätigkeit in einer Bäckerei an.

Annett macht sich Sorgen und die Spannungen zwischen Mutter und Tochter nehmen zu. Sie müssen sich aussprechen, doch das ist nicht einfach. Linn hat sich seit dem Abitur mit dem Klimawandel befasst, ihr Studium und ihr weiterer Werdegang, alles war darauf ausgerichtet etwas zu bewirken. Jetzt ist sie in der Realität angekommen, frustriert und desillusioniert. Hat sie überhaupt noch eine Zukunft?

Warum sind an die Wünsche ihrer Mutter immer Erwartungen geknüpft?

Auf der anderen Seite wird Linn jetzt, wo sie wieder Zuhause wohnt erst die Leistung ihrer Mutter bewusst, sie alleine großgezogen zu haben.

Die Trauer über ihren Mann, der so plötzlich in jungen Jahren verstorben ist, musste diese konsequent an die Seite schieben, denn sie hatte ein Kind zu versorgen.

Die Geschichte beinhaltet viele innere Monologe von Annett, wobei sich auch immer wieder ihrer toter Mann in ihre Gedanken schleicht und sie überlegt, was er jetzt wohl gesagt hätte. Linn‘s Gedanken fallen etwas in den Hintergrund und werden hauptsächlich indirekt von Annett wiedergegeben. Ich hätte Linn‘s Sicht gerne noch etwas näher beleuchtet gesehen.

Mir gefiel Kristine Bilkau‘s ruhiger Erzählstil aber gut und ich konnte mich besonders gut in Annett hineinversetzen.

Das Ende ist offen und lässt Platz für einen eigenen Schluß. Das mag ich nicht immer, aber zu dieser Geschichte passt es gut.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Zu wirr und leider fehlte es auch an Spannung

Himmelerdenblau
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20 Jahre ist es jetzt her, dass Julie, im Alter von 16 Jahren entführt wurde. Den Jahrestag nehmen sich die Podcaster Liv und Philipp zum Anlass den Fall nochmal neu zu besprechen und bei der Recherche ...


20 Jahre ist es jetzt her, dass Julie, im Alter von 16 Jahren entführt wurde. Den Jahrestag nehmen sich die Podcaster Liv und Philipp zum Anlass den Fall nochmal neu zu besprechen und bei der Recherche vielleicht auch auf neue Spuren zu stoßen. Julie‘s Vater , der an Demenz erkrankte Herzchirurg Theo Novak, schöpft neue Hoffnung und erklärt sich bereit für ein Interview zur Verfügung zu stehen. Seine Tochter Sophie ist dagegen, kann ihren Vater aber nicht von seinem Vorhaben abbringen.

Gut gefallen hat mir die Art und Weise wie Theo dargestellt wurde. Mal hatte er klare Tage, dann wiederum war er sehr verwirrt und unberechenbar. Er erhält in einigen Kapiteln eine eigene Stimme, und es war sehr berührend seinen Kampf gegen das Vergessen mitzuerleben , seine Wortfindungsstörungen und seine Verzweiflungsausbrüche, die er kaum steuern kann. Während Liv sehr mitfühlend ist und sich immer bemüht Theo nicht vorzuführen, wurde mir Philipp immer unsympathischer. Er war sehr berechnend und nur darauf aus, seine vorgefertigten Meinungen zu untermauern, um als der Held dazustehen, der einen Cold Case in seinem Podcast erfolgreich lösen konnte. Dich natürlich läuft so gar nichts nach Plan.

Es gibt immer wieder Passagen, die die Geschichte unnötig in die Länge ziehen und die es für den Plot nicht gebraucht hätte. Die ein oder andere Wendung fand ich zu wirr. Alles in allem war es ganz unterhaltsam aber für einen Thriller fehlte es an Spannung.

Ich mochte „Liebeskind“, das Buch mit dem Romy Hausmann bekannt geworden ist, deutlich lieber.

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