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Veröffentlicht am 31.01.2017

Das F im Feminismus steht für Freiheit

Weil ein Aufschrei nicht reicht
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Der Feminismus in Europa hat eine lange, umstrittene und schwierige Geschichte seit der Aufklärung.
Seitdem (und auch davor) haben viele Menschen für die Gleichberechtigung und Menschenwürde sowie gegen ...

Der Feminismus in Europa hat eine lange, umstrittene und schwierige Geschichte seit der Aufklärung.
Seitdem (und auch davor) haben viele Menschen für die Gleichberechtigung und Menschenwürde sowie gegen alle Formen von Sexismus gekämpft.
Auch Viele haben schon Bücher über diesen Kampf geschrieben und versucht Lösungen zu finden. Anne Wizorek ist eine von ihnen. Die junge deutsche Frau ist Digital Media Consultant, Bloggerin, Autorin und Speakerin. Und eine Kämpferin, für einen Feminismus von heute. Darum geht es in ihrem ersten Buch.

„Weil ein Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute“ (Oktober 2014, Fischer Verlag) ist kein wissenschaftliches Buch, kein Sachbuch.
Es ist ein leidenschaftliches Buch. Der Stil der Autorin ist locker, leicht zu lesen, man spürt aber die vielen Emotionen - v.a. die Wut (Wut ist auch feminin!), die in ihr stecken.
In sieben Kapitel versucht sie darzustellen, dass wir immer noch in einer Gesellschaft, in einer Welt leben wo nicht alle Menschen die gleichen Rechte haben, wo immer noch schwerwiegende Diskriminierungen gegen Frauen bzw. gegen „Anderssein“ geschehen. Die Autorin benennt und beschuldigt auch die gesellschaftlichen Systeme, die diese Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten unterstützen und am Leben halten. Diese Systeme müssen aber einmal fallen, und es sind Viele, die dafür kämpfen – sagt der zweite Teil des Buches, in dem die MitstreiterInnen und Aktionen dargestellt, sogar Handlungsanweisungen gegen Hilfslosigkeit gegeben werden.

Ich muss gestehen, je mehr ich vom diesen Buch gelesen habe, desto wütender wurde ich auch. Wütend, betroffen, angesprochen. Meine Emotionen, meine Erfahrungen bezüglich Sexismus kamen in meinem Kopf hoch. Ich habe gemerkt, dass ich die Nachrichten im Fernsehen oder im Internet mehr sensibler verfolge, meine alltägliche Verhaltensweise gegenüber solchen Themen überprüfe, sogar verändere. Und ich denke, das ist das Ziel des Buches: Augen zu öffnen. Heute und jetzt.

Unsere Gesellschaft braucht solche Bücher und solche Bücher brauchen uns, LeserInnen, die ihre Botschaft in die Gesellschaft hinaustragen und selbst vermitteln. „Weil ein Aufschrei nicht reicht“, weil ein Buch nicht reicht. Wir gestalten unsere Zukunft, wie der letzte Satz des Buches sagt:
"Das F in Feminismus steht für Freiheit".

Veröffentlicht am 31.01.2017

Weil die Liebe immer die Größte ist

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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„Klopf, klopf, klopf“ – „Poch“ – „Klopf“ – „Poch, poch“
So fängt die ungewöhnliche Geschichte zwei ungewöhnlichen Jugendlichen, an einem ungewöhnlichen Ort an:
Mia und Zac sind erst 17 Jahre alt und ...

„Klopf, klopf, klopf“ – „Poch“ – „Klopf“ – „Poch, poch“
So fängt die ungewöhnliche Geschichte zwei ungewöhnlichen Jugendlichen, an einem ungewöhnlichen Ort an:
Mia und Zac sind erst 17 Jahre alt und beide haben Krebs. Sie liegen in ihren Krankenhauszimmern, voneinander nur durch eine dünne Wand getrennt. Und in dieser isolierten Welt, die voller Schmerzen ist, beginnt etwas ganz Unwahrscheinliches und Wundervolles: eine Liebesgeschichte zwei Jugendlichen, die sich in ihrem gewöhnlichen Leben nie begegnet hätten.

Die amerikanische Autorin A.J. Betts wurde für ihr mehrfach preisgekrönte Buch (Auf Englisch: “Zac & Mia”) durch ihre eigenen Erfahrungen inspiriert, die sie als Englischlehrerin für Jugendliche u.a. in Krankenhäuser erlebt hat.

Ich habe das wunderschön geschriebene Buch in drei Tagen durchgelesen, konnte es einfach nicht aus meiner Hand legen. Die Lebens-, und Krankheitsgeschichten von Zac und Mia haben mich sehr berührt, auch weil ich selbst in der eigenen Familie mehrere Kampfsgeschichten mit dem Krebs gesehen habe.
Die Autorin schreibt auf ihrer Webseite sehr schön darüber: „ Du brauchst Mut im Krankenhaus; eine andere Art von Mut brauchst du aber zurück in der ´normalen´ Welt. In einer von diesen Welten braucht Zac Mia. Und in der anderen Mia braucht Zac. Und vielleicht brauchen sie beide einander, immer.“

Das Buch „Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ ist eine wunderschöne Geschichte –nicht nur für Jugendliche- über Familie, Freundschaft, Krankheit und Liebe.
Über eine Welt, in der die Krankheit und die Statistiken nie siegen können, weil die Liebe immer die Größte ist. Immer.

Veröffentlicht am 31.01.2017

Lustiger Seniorenkrimi für alle! :-)

Geld oder Liebe
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Wie soll das Leben weitergehen wenn man plötzlich verwitwet wird? Und was macht eine Witwe mit ihren Senioren-MitbewohnerInnen wenn dazu noch ihr Traumheim, eine Villa am See unerwartet auch in Gefahr ...

Wie soll das Leben weitergehen wenn man plötzlich verwitwet wird? Und was macht eine Witwe mit ihren Senioren-MitbewohnerInnen wenn dazu noch ihr Traumheim, eine Villa am See unerwartet auch in Gefahr ist? Alles um das zu retten!
Es geht um viel Geld, spektakuläre –aber nicht immer legale -Rettungsaktionen, richtige Freundschaften und natürlich auch um die Liebe in dem neuen Roman von Lilli Beck.

Das Buch habe ich richtig genossen. Ich habe mich schnell als Teil des lebensfrohen und fitten SeniorenTeams gefühlt, bei der Planung und Durchführung der verschiedenen Aktionen mit ihnen gleich mitgedacht und mitgefiebert.
Ich hätte jedoch gerne mehr über die einzelnen FreundInnen von Mimi, also über die „Nebencharaktere“ des Buches erfahren und sie vielleicht mehr in den Mittelpunkt gestellt.

Das Buch „Geld oder Liebe“ ist ein leichter Lesestoff, was auch ganz viel Spaß macht.

FAZIT: Mit richtigen Senioren-FreundInnen, viel Mut und noch mehr Humor ist alles möglich!

Veröffentlicht am 31.01.2017

Ein Nachdenken über das Leben, mit all seinen schönen und traurigen Facetten.

This is not a love song
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Vincent hat in England viel erreicht: er ist ein erfolgreicher Unternehmer, hat eine glückliche Familie mit zwei Kinder und eine schöne Frau.
Eines Tages macht er einen Heimaturlaub und bucht eine kurze ...

Vincent hat in England viel erreicht: er ist ein erfolgreicher Unternehmer, hat eine glückliche Familie mit zwei Kinder und eine schöne Frau.
Eines Tages macht er einen Heimaturlaub und bucht eine kurze Reise nach Hause, in die französische Provinz. Neben den am Anfang eher oberflächlichen Wiedersehens wartet aber eine große Begegnung auf ihn: eine Begegnung mit seiner Vergangenheit, mit seiner Jugend. Eine Begegnung mit der Wahrheit und mit sich selbst.

Jean-Philippe Blondel, einer der beliebtesten Autoren Frankreichs, hat mit seinem, auf Deutsch neu erschienen Roman „This is not a love song“ wieder ein Meisterwerk geschrieben.
Als LeserIn ist man von Anfang an in seiner psychologisch-emotionalen Sprache gefangen und möchte über die ProtagonistInnen, über die Geschichte immer mehr erfahren.
Gleichzeitig schafft Blondel in seinem Buch große philosophische Fragen aufzuwerfen, Fragen, die die LeserInnen selbst auch zum Nachdenken bringen.

Der Roman hat mich von Beginn an mitgerissen, ich habe die Geschichte manchmal besorgt, manchmal mit Tränen in den Augen, manchmal geärgert gefolgt. Und das schaffen nur wenige Romane bei mir.

„This is not a love song…“ Und tatsächlich. Es geht nicht um die Liebe in diesem Buch. Auch darum. Aber es ist aber mehr. Es geht um Familie, Freunde, um Vergangenheit und Verantwortung.
Ein Nachdenken über das Leben, mit all seinen schönen und traurigen Facetten.

Veröffentlicht am 31.01.2017

Ein Buch mit vielen offenen Fragen zum Nachdenken

Zuerst der Tee
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"Zuerst der Tee" ist der Debütroman von dem jungen österreichischen Autor und Wissenschaftler Gábor Fónyad, ein Buch zum Nachdenken mit einem wunderschlönen Schauplatz.

Rye ist ein süßer kleiner Ort mit ...

"Zuerst der Tee" ist der Debütroman von dem jungen österreichischen Autor und Wissenschaftler Gábor Fónyad, ein Buch zum Nachdenken mit einem wunderschlönen Schauplatz.

Rye ist ein süßer kleiner Ort mit einem Hafen und engen, verwickelten Straßen im Südosten Großbritanniens. Hier lernen sich drei junge Erwachsene mit drei sehr unterschiedlichen Charaktere kennen: Eduard aus Wien, der als Tschuktologe gerade an seiner Doktorarbeit arbeitet (arbeiten möchte), Pauline, die verträumte Pianistin, die sich auf ein Konzert vorbereitet (vorbereiten möchte) und Oscar, der zwischen seinen Weltabenteuern immer wieder in seine geliebte Heimatstadt, nach Rye zurückkehrt um die einzigartige Atmosphäre der Kleinstadt zu genießen (genießen möchte).
Die drei ProtagonistInnen treffen sich zufällig hier um ein Stück ihres Lebensweges gemeinsam zu gehen. Und so können sie am Ende dieses Weges nie wieder so sein als vorher ... oder doch?

"Zuerst der Tee" ist ein intelligenter und humorvoller Roman über Identität, Gefühle und Lebensziele, aber auch über philosophische Fragen, wie die Bedeutung der Musik oder Religion.

Ein Buch, worüber ich noch sicher viel nachdenken werde.
Eine große Empfehlung für jedeN!