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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2021

Typisch Kelly Oram

Girl At Heart
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In diesem Young Adult Roman geht es um Charly, das einzige Mädchen im High School Baseball Team, das nur männliche Freunde hat und auch ansonsten mit Mädchenkram wenig am Hut hat. Als ihr plötzlich bewusst ...

In diesem Young Adult Roman geht es um Charly, das einzige Mädchen im High School Baseball Team, das nur männliche Freunde hat und auch ansonsten mit Mädchenkram wenig am Hut hat. Als ihr plötzlich bewusst wird, dass sie sich so nicht mehr wohlfühlt, bietet ihr Teamkollege Jace, der schon seit der Mittelstufe heimlich in Charly verliebt ist, an, ihr zu helfen, als ein Mädchen gesehen zu werden.

Die Buchidee war innovativ und auch ganz gut umgesetzt.
Das Cover fand ich super, nur ich finde, den Titel hätte man auch übersetzten können („Mädchen im Herzen“ klänge auch gar nicht so schlecht).
Der Schreibstil war genau so, wie man es von Kelly Oram gewohnt ist. Ich habe (vor allem am Anfang) unglaublich viel gelacht und bin problemlos durch die Geschichte geflutscht. Besonders anspruchsvoll war es aber nicht, ab und zu waren die Charaktere ziemlich kindisch und es war schon sehr auffällig, wie gut am Schluss plötzlich alles gepasst hat. Im dem Ende war ich aber dennoch zufrieden. Generell hätte ich dieses Buch aber lieber vor ein paar Jahren gelesen. Ich kann es also vor allem Leserinnen von 14-18 Jahren empfehlen.
Trotzdem (oder wahrscheinlich gerade deshalb haha) konnte ich beim Lesen gut abschalten und mein Lesefluss wurde durch meine Kritikpunkte nicht gestört, da mir das meiste erst später aufgefallen ist.

Insgesamt ist „Girl at Heart“ eine einzigartige Geschichte, die viele Facetten beleuchtet und einfach gute Laune macht. Ein süßer Young Adult Roman zum einfachen Runterlesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2021

Interessant und inspirierend, aber zum Teil oberflächlich

Nur wer sichtbar ist, findet auch statt
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„Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“ ist ein brandaktueller Ratgeber über Personal Branding (also Selbstdarstellung — analog und auf Social Media).

Tijen Onaran ist selbst Unternehmerin, Speakerin, ...

„Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“ ist ein brandaktueller Ratgeber über Personal Branding (also Selbstdarstellung — analog und auf Social Media).

Tijen Onaran ist selbst Unternehmerin, Speakerin, Moderatorin und hat sogar politische Erfahrung. Die sympathische Autorin weiß also genau, wovon sie redet und hat mir das Thema auf eine verständliche und anschauliche Weise näher gebracht. Nicht nur der humorvolle Ton einiger Passagen, sondern auch die selbstreflektierte und persönliche Art haben mich gleichwohl überrascht wie begeistert.

Das Buch ist sehr übersichtlich gestaltet. Die Kapitel haben genau die richtige Länge und sind in sich nochmal gegliedert. Markierte Schlüsselaussagen bringen die Message gut auf den Punkt und sorgen für noch mehr Prägnanz. Auch die Zusammenfassungen am Kapitelende sind sehr hilfreich und passend.
In jedem Kapitels findet man Challenges bzw. Aufgaben, um sich selber und seine Personenmarke besser kennenzulernen sowie weiterzuentwickeln. Das heißt, man müsste sich eigentlich zwischendurch Zeit nehmen, statt das Buch (so wie ich upsi) einfach runterzulesen.

Das Sachbuch bietet einen guten Überblick über Personal Branding, reißt aber auch einige andere Themen an. Von Kommentaren über das Schulsystem bis zu spezifischem Fachwissen über Employer Branding oder Corporate Influencer ist alles dabei.
Ganz nebenbei habe ich viele Fachbegriffe gelernt und einiges über die Unternehmensstruktur.
Allerdings ist es nicht immer ganz sachlich, sondern die Autorin nennt öfter ihre persönliche Meinung, macht das aber so gut kenntlich, sodass es mich nicht gestört hat.
Nur ich hatte manchmal das Gefühl, sie nutzt dieses Buch, um Argumente für ihre politischen Ansichten anzubringen. — Ziemlich frustrierend, wenn man anderer Meinung ist und gerne darüber diskutieren würde.

Auch, wenn auf dem Buchrücken Studenten sogar explizit angesprochen werden, hatte ich häufiger das Gefühl, nicht so sehr der Zielgruppe zu entsprechen, wie Unternehmer, Politiker oder Angestellte in Firmen.
Besonders mit dem Mittelteil konnte ich nicht so viel anfangen, da er für mich eher wie ein Leitfaden für den Wahlkampf/Tipps für meine erste Podiumsdiskussion klang.
Auch die Ausführungen über den Umgang mit Einladungen zu Veranstaltungen oder Talk Shows sowie die Trennung von privaten und dienstlichen Social Media Accounts haben mir in meiner Situation wenig weitergeholfen.

Gegen Ende wurde es aber wieder ansprechender und ich habe echt viel mitgenommen. Mein Textmarker war in jedem Kapitel mein treuer Begleiter und Tijen Onaran ist eine wirklich inspirierende Frau.
Positiv hervorzuheben ist außerdem noch das tolle Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 12€ bekommt man ein ansprechendes und hochwertiges Buch, in dem viel Liebe und Wissen steckt.

„Nur wer sichtbar ist, findet auch statt“ ist ein populärwissenschaftlicher Ratgeber, aus dem wir alle etwas mitnehmen können – manche noch mehr, als andere. Unterhaltsam und praxisnah lernt man nicht nur etwas über sich selber, sondern auch über das Leben. Zum Teil war es für mich nicht so realitätsnah, aber ich spreche trotzdem eine fette Leseempfehlung aus, falls dich das Thema interessiert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2021

Tolles Buch einer tollen Autorin!

Never Doubt
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In Never Doubt von Emma Scott geht es um die 17-jährige Willow, die wegen eines lukrativen Jobangebots ihres Vaters von New York in eine Kleinstadt zieht.
Dort lernt sie Isaac kennen, der sie sofort fasziniert. ...

In Never Doubt von Emma Scott geht es um die 17-jährige Willow, die wegen eines lukrativen Jobangebots ihres Vaters von New York in eine Kleinstadt zieht.
Dort lernt sie Isaac kennen, der sie sofort fasziniert. Doch Isaac wohnt alleine mit seinem alkoholkranken Vater in ärmlichen Verhältnissen und denkt, er ist nicht gut genug für sie. Willow hat währenddessen mit der Vergangenheit zu kämpfen.
Trotzdem kommen die beiden sich wegen gemeinsamer Theaterproben immer näher.

Die Schauspielerei hat mir an dem ganzen Buch auch am besten gefallen. Ich fand echt toll, wie viel ich über Shakespeare und v.a. Hamlet gelernt habe. Außerdem hebt sich die Geschichte dadurch auch von vergleichbaren Büchern ab.
Den Schreibstil fand ich auch super, sowie ziemlich professionell. Es war beispielsweise großartig, wie sich einige Sätze immer wiederholt haben.
Es sind zwar inzwischen viele Liebesromane in wechselnden Perspektiven geschrieben, aber hier fand ich es besonders passend und aufschlussreich.
Die Erzählweise von Emma Scott ist wirklich fesselnd und ziemlich emotional. Sie hat tolle Charaktere erschaffen, die unglaublich gut ausgearbeitet sind.
Isaac war wirklich süß (außerdem bin ich irgendwie Fan von Justin gewesen).

Einzig ein paar logische Lücken haben mich gestört, aber doch nicht lange beschäftigt.
Was mich mehr gestört hat, sind Willows Eltern: die ganze Zeit waren sie Arschlöcher, aber plötzlich super verständnisvoll und zuvorkommend.
Auch das Drama um den Altersunterschied fand ich sehr unnötig — 17 und 19 ist ja jetzt wirklich kein Problem!

Gegen Ende gab es noch ein paar Überraschungen, sodass es lange spannend blieb und die Handlung auch so nicht vorhersehbar war.
Nur die letzten Seiten waren meiner Meinung nach sehr kitschig, nachdem die restliche Geschichte so authentisch war. Das hätte nicht sein müssen, finde ich.

Mein Fazit: Ich mochte diese tolle und mitreißende Geschichte sehr gerne. Emma Scott ist wirklich eine großartige Autorin!
Allerdings bin ich nicht so restlos begeistert, wie andere Leser*innen hier, da mich besonders am Schluss einige Stellen irritiert haben. Trotzdem gibt es von mir eine Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2021

Schwächer als der erste Band

Someone Else
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Im mittleren Teil der Someone-Trilogie geht es um die beiden College-Studenten Cassie und Auri, die zu zweit in der Wohnung neben Micah und Julien wohnen. Seit Monaten schon sind sie beste Freunde und ...

Im mittleren Teil der Someone-Trilogie geht es um die beiden College-Studenten Cassie und Auri, die zu zweit in der Wohnung neben Micah und Julien wohnen. Seit Monaten schon sind sie beste Freunde und obwohl Cassie mehr fühlt, will sie ihre Freundschaft nicht durch eine Beziehung zerstören.

Der Einstieg ist mir — wie schon im ersten Teil — schwer gefallen. Da es schon ein paar Monate her ist, dass ich Someone New gelesen habe, hatte ich einige Probleme, mich an alle Beziehungen zwischen den Charakteren (oder deren Existenz🙂) zu erinnern. Nach ein paar Kapiteln war ich dann aber doch ganz gut in der Geschichte drin.
Die Autorin hat für einige Lacher gesorgt und besonders gut hat mir gefallen, dass sie ab und zu unaufdringlich auf gesellschaftliche Missstände hingewiesen hat.

In der Handlung fand ich aber vieles unnötig. (Was sollte z.B. das mit dem Hund oder Micahs Streit mit ihrem Internetfeind?) Das Buch hätte locker um ein Drittel kürzer sein können und falls ihr die Möglichkeit habt, würde ich euch empfehlen, die gekürzte Fassung des Hörbuchs zu wählen.
So hat sich die Geschichte nämlich ziemlich gezogen, was aber zum Teil aber auch an der langsamen Vorleserin lag.

Obwohl ich Cassie und Auri sympathischer als im ersten Teil fand, konnte ich mich leider schon wieder gar nicht mit den Charakteren identifizieren. Besonders Cassie hat mich mit ihren Verhalten oft aufgeregt argh.
Mich hat ihr Zweifel an ihrer Freundschaft, weil Auri seinen Teamkollegen nicht seine Vorliebe für Herr der Ringe oder Cosplay auf die Nase gebunden hat, ziemlich gestört und ich hätte in 75% der Fälle anders als sie entschieden.
Im Laufe der Geschichte hab ich mich aber an sie gewöhnt und konnte besonders Auri doch noch etwas abgewinnen.
Allerdings haben mich viele Themen nicht interessiert: mit der Albtraumlady, Herr der Ringe, eigentlich allen Gesprächsthemen oder genannten Serien/Berühmtheiten konnte ich einfach nichts anfangen😅

Auf der anderen Seite muss man dem Buch zu Gute halten, dass es sehr realistisch ist.
Auch die Menge an Micah&Julien sowie den anderen Nebencharakteren fand ich genau richtig gewählt.
Außerdem wurde schon ziemlich gut auf den dritten Teil eingestimmt wurde und gleichzeitig Ereignisse aus Band 1 nochmals aufgegriffen wurden. Das hat mir gut gefallen.

Insgesamt war Someone Else für mich ein eher durchschnittlicher New Adult Roman, der sich zwischendurch zieht und dessen komplette Handlung man in zwei Sätzen zusammenfassen könnte.
Meine nicht ganz so positive Bewertung heißt nicht, dass das Buch kompletter Schrott/schlecht geschrieben ist oder so, sondern kommt auch daher, dass es einfach nicht meine Interessen getroffen hat.
Auch Someone to Stay möchte ich trotzdem lesen, weil ich Aliza und Lucien unglaublich interessant finde und mich schon auf ihre Geschichte freue!

Bewertung: 2/5⭐️


Hier noch meine Lieblingszitate der Protagonisten😊:

„Ich kann dich 100 Mal lesen und 1000 Mal anschauen und werde dich trotzdem niemals langweilig finden.“ — Auri zu Cassie

„Langsam aber stetig hatte er sich in den letzten Jahren zuerst in meinem Verstand und schließlich in meinem Herzen eingenistet. Und dort saß er jetzt. Vielleicht für immer...” — Cassie über Auri

„Du bist perfekt. Vielleicht nicht für andere, aber für mich!“ — Auri über Cassie

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2021

Berührend und authentisch

Drei Schritte zu dir
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In diesem Roman geht es um Stella und Will. Die beiden 17-Jährigen leiden an der Lungenkrankheit Mukoviszidose und treffen sich im Krankenhaus. Obwohl sie abgesehen davon wenige Gemeinsamkeiten haben, ...

In diesem Roman geht es um Stella und Will. Die beiden 17-Jährigen leiden an der Lungenkrankheit Mukoviszidose und treffen sich im Krankenhaus. Obwohl sie abgesehen davon wenige Gemeinsamkeiten haben, kommen sie sich immer näher — allerdings nicht zu nah, denn wegen ihrer Erkrankung müssen sie immer mindestens 3 Schritte Abstand halten. Hat ihre Liebe trotzdem eine Chance?

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Will oder Stella erzählt, wodurch man bessere Einblicke in ihre Ansichten und Familienprobleme bekommt.
Es kommen einige medizinische Ausdrücke vor, was teilweise ein bisschen schwierig zu verstehen war auf Englisch. (Ich hab das Buch in der Originalfassung gelesen.) Auf der anderen Seite fand ich es sehr interessant, mehr über ihre Krankheit und den Alltag auf ihrer Station zu erfahren.

Ein großes Lob verdienen die Autoren auch für die Charaktere. Die Jugendlichen (besonders Stella, Ally und Poe) sind richtige Wohlfühl-Charaktere, die mich häufig zum Lächeln gebracht haben.

Drei Schritte zu Dir ist ein sehr emotionales und berührendes Buch. Teilweise ist es auch traurig, ich hab mitgezittert und mitgeweint. Dadurch ist die Geschichte aber auch so authentisch und realistisch.
Nur am Ende kam es mir zum Teil doch ein bisschen übertrieben vor.

Das Buch ist nicht so unglaublich lang, was es sehr kurzweilig machen. Manchmal hab ich mir sogar gewünscht, das Buch wäre dicker, damit die Geschichte nicht endet.

Insgesamt ist Drei Schritte zu Dir ein toller Roman, nicht nur für Jugendliche.
Ich kann dieses Buch besonders Fans von John Green und Nikola Yoon empfehlen. Und ihr solltet wissen, dass ihr euch nicht auf eine stringente Liebesgeschichte einlasst, bei der am Ende alle Probleme gelöst sind. Mir hat das Buch aber trotzdem — oder gerade deshalb — sehr gut gefallen!

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  • Handlung
  • Charaktere