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Veröffentlicht am 16.04.2026

Lebensnah und sensibel erzählt

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Die schwedische Autorin Lisa Ridzén wurde durch die Pflegetagebücher der Betreuer ihres Großvaters, die diese der Familie überlassen haben, zum Schreiben dieses wunderbaren Romans inspiriert. Ihr sensationelles ...

Die schwedische Autorin Lisa Ridzén wurde durch die Pflegetagebücher der Betreuer ihres Großvaters, die diese der Familie überlassen haben, zum Schreiben dieses wunderbaren Romans inspiriert. Ihr sensationelles Debüt erhielt zahlreiche Preise (u.a. Best Book of the Year und Swedish Bookseller Award) und wird in 38 Ländern veröffentlicht.
 
Der Ich-Erzähler Bo ist 89 Jahre alt und lebt nach dem Umzug seiner demenzkranken Ehefrau Fredrika in ein Pflegeheim allein mit seinem Hund Sixten. Er hat gesundheitliche Probleme, das Gehen bereitet ihm Mühe, und er ist auf Unterstützung angewiesen. Mehrmals täglich kommen abwechselnd Ingrid und andere Mitarbeiter eines Pflegedienstes zu ihm. Sie helfen ihm bei der Körperpflege, halten sein Haus sauber, bereiten seine Mahlzeiten zu und reichen ihm die nötigen Medikamente, manche machen kleine Spaziergänge mit Sixten. Auch sein Sohn Hans kümmert sich regelmäßig um den Vater und sorgt dafür, dass sein Kühlschrank immer gut gefüllt ist. Bos Welt ist klein geworden, und er freut sich immer auf die Telefonate mit seinem alten Freund Ture.
Nachdem Bo auf einem Waldspaziergang mit Sixten gestürzt ist und erst Stunden später desorientiert vom Pflegedienst aufgefunden wird, kommt es zu einer Konfliktsituation mit Hans, der sich um seinen Vater sorgt und erkennt, dass Bo nicht mehr in der Lage ist, sich ausreichend um seinen Hund zu kümmern.
 
Das Buch ist in ganz wunderbarer Sprache, teilweise auch mit feinem Humor, geschrieben und liest sich sehr flüssig. Der Autorin ist es gelungen, die sympathischen Figuren mit sehr viel Liebe und Empathie zu zeichnen. Wir begleiten Bo über einen Zeitraum von fünf Monaten und blicken dabei tief in seine Gefühls- und Gedankenwelt. Wir sehen seinen immer beschwerlicher werdenden Alltag und die zunehmende Gebrechlichkeit, und wir erleben seine Trauer, seine Scham und seine Wut. Er ist davon überzeugt, fit genug zu sein, um für Sixten zu sorgen, doch die in die einzelnen Kapitel eingefügten Protokolle des Pflegedienstes sprechen eine andere Sprache. Sein Verhältnis zu Hans ist schwierig, beide haben nie gelernt, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. 
 
Bos Tage sind lang, er macht sich viele Gedanken und lässt sein langes Leben Revue passieren. Er erinnert sich an das Aufwachsen in dem Haus, in dem er mit seiner liebevollen Mutter und dem unberechenbaren Vater lebte. Auch sein eigenes Familienleben ist Teil seiner Gedanken, er vermisst seine Frau Fredrika, mit der er über 60 Jahre zusammen war und die ihn schon so lange nicht mehr erkennt. Er denkt an seinen Sohn Hans, seine Enkelin Ellinor und an seine lange Freundschaft mit Ture. 

Der Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt und tief berührt. Ich habe den einsamen Bo, der darunter leidet, immer mehr seine Selbständigkeit zu verlieren, sehr schnell in mein Herz geschlossen. Seinen Kummer und Zorn über Hans' Entscheidung, Sixten wegzugeben, konnte ich sehr gut nachvollziehen und habe mit ihm gelitten. Auf der anderen Seite hatte ich aber auch Verständnis für Hans, der sich um seinen Vater sorgt und ihn wegen der Sturzgefahr davon abzubringen versucht, in den Wald zu gehen.
 
Lisa Ridzén hat mit "Wenn die Kraniche nach Süden ziehen" ein ganz wunderbares Buch nicht nur über das Altwerden und die damit verbundene Hilflosigkeit, sondern auch über Einsamkeit, Abschiede und das Schweigen in der Familie geschrieben und kommt dabei vollkommen ohne Sentimentalität und Kitsch aus. Die Geschichte ist realistisch und geht unter die Haut, sie macht nachdenklich und zeigt einmal mehr auf, wie wichtig es ist, den Menschen, die uns nahe stehen, zu sagen, dass wir sie lieben, ehe es zu spät ist.
 
Absolute Leseempfehlung für dieses großartige Buch, zu dem das renommierte US-Magazin The New Yorker anmerkt: "Eines dieser Bücher, die dich zum Lachen und Weinen bringen und die du am liebsten allen schenken würdest, die du liebst"!

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Vier Frauen - vier Leben

Niemands Töchter
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In ihrem Debütroman "Niemands Töchter" erzählt die Schauspielerin Judith Hoersch, die einem breiten Fernseh- und Kinopublikum bekannt sein dürfte, die Lebensgeschichten von vier Frauen und legt dabei den ...

In ihrem Debütroman "Niemands Töchter" erzählt die Schauspielerin Judith Hoersch, die einem breiten Fernseh- und Kinopublikum bekannt sein dürfte, die Lebensgeschichten von vier Frauen und legt dabei den Fokus auf die Verbindung zwischen Müttern und ihren Töchtern.

Die Schlüsselfigur des Romans ist Marie, die eigentlich Marianne heißt und 1981 auf einem Berliner Trödelmarkt einen alten Mantel und eine Polaroidkamera kauft. Die Fotos, die sie mit der Kamera macht, werden im Buch noch eine wesentliche Rolle spielen. In einem Club lernt die junge Frau den gebildeten Leonard kennen und verliebt sich in ihn. Das Paar verbringt einige glückliche Wochen, ehe sich Marie von Leonard zurückzieht.

Auf einer zweiten Erzählebene lernen wir im gleichen Jahr Gabriele kennen, die sich gerade von ihrem Ehemann Harald hat scheiden lassen. Ein Jahr zuvor war das ersehnte Wunschkind zur Welt gekommen und starb wenig später infolge eines Herzfehlers. Die Trauer um ihr Kind schweißte das Paar nicht zusammen, sie entzweite es.
Die Erzählstränge um Alma und Isabell beginnen im Oktober 2019 und enden im März 2020.

Die Geschichte, die in Berlin und der Eifel spielt, ist in klarer Sprache erzählt und liest sich sehr flüssig. Mit viel Empathie beschreibt die Autorin ihre Charaktere, deren Handlungen für mich allerdings nicht immer nachvollziehbar sind. Nach und nach enthüllt der Roman die Verbindungen, in denen Marie, Gabriele, Alma und Isabell zueinander stehen. Der innere Klappentext trägt zwar zum besseren Verständnis der Zusammenhänge bei, verrät aber m.E. schon etwas zu viel, so dass sich kein rechter Spannungsbogen aufbaut. Die einzelnen, teilweise sehr kurzen Kapitel werden aus der Perspektive der Protagonistinnen erzählt. Als Leser ist man gerade in die Lebenssituation einer der Frauen eingetaucht, da erfolgt schon der abrupte Wechsel zur nächsten. Es fiel mir daher schwer, eine richtige Verbindung zu ihnen aufzubauen. 

Insgesamt entwickelt sich die Handlung durch die ständigen Zeitsprünge und Perspektivwechsel nur sehr langsam. Manches war vorhersehbar, und ich hätte mir mehr Wendungen gewünscht, die die Spannung des Buches erhöht hätten. Es gab berührende und traurige, aber leider auch recht unrealistische und kitschige Momente. Gut gefallen hat mir, wie die Autorin den damaligen Zeitgeist eingefangen hat, und ich mochte auch die Dialoge im rheinischen Dialekt.

Trotz meiner Kritikpunkte habe ich die Geschichte, die sich über vier Jahrzehnte zieht und bei der es neben dem zentralen Thema Mutterschaft auch um Verluste, die Suche nach der Wahrheit und das Finden von Antworten geht, gern gelesen. 

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Bewegender Roman mit Tiefgang

Schlaf
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In ihrem Debütroman "Schlaf" beschreibt die amerikanische Autorin Honor Jones eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung und die Auswirkungen eines erlittenen Kindheitstraumas auf das Muttersein als Erwachsene.

Zu ...

In ihrem Debütroman "Schlaf" beschreibt die amerikanische Autorin Honor Jones eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung und die Auswirkungen eines erlittenen Kindheitstraumas auf das Muttersein als Erwachsene.

Zu Beginn des Buches lernen wir Margaret als Zehnjährige kennen, die mit ihrer besten Freundin Biddy und den drei Brüdern der beiden im Garten Verstecken spielt. Die Beziehung zu ihrer Mutter Elizabeth ist schwierig, da diese wenig Empathie zeigt und von Kontrollzwängen beherrscht wird. Als Margaret ihr von einer in der Dusche installierten Videokamera berichtet, zeigt Elizabeth wenig Interesse an einer Aufklärung. In diesem Sommer kommt Margarets drei Jahre älterer Bruder Neal mehrmals nachts in ihr Zimmer und fasst sie an, während sie schläft. Das Mädchen versucht, sich der Mutter anzuvertrauen, doch Elizabeth macht ihr klar, dass sie nicht mit ihr über die Ereignisse sprechen möchte. 

Auf einer zweiten Erzählebene begegnen wir der mittlerweile 35-jährigen Redakteurin Margaret. Nach 12 Jahren Ehe ist sie von Ezra geschieden und bewohnt nun mit den gemeinsamen Töchtern Helen und Josephine eine kleine Wohnung in New York. Sie hält Abstand zu ihrer Mutter und gibt nur widerwillig nach, als Jo sich eine Poolparty bei den Großeltern wünscht. Wenig später erkrankt Elizabeth schwer ....

Die Geschichte, die sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit bewegt, ist in kluger Sprache erzählt und liest sich sehr flüssig. Die Charaktere sind authentisch dargestellt, ganz besonders die durch die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit geprägte Margaret, die ihren Kindern gegenüber eine überfürsorgliche Mutter ist. Sie sorgt sich um die beiden, möchte sie behüten und beschützen und gerät leicht in Panik, wenn sie sie kurzzeitig aus den Augen verliert. Es schockiert sie, dass die Kinder ihren Onkel Neal mögen, und es verstört sie, als sie bemerkt, dass der Körper von Helen langsam beginnt, sich minimal zu verändern.  

Der Roman, dessen Schwerpunkt das Thema Mutterschaft darstellt, hat mir bis zum stimmigen Ende sehr gut gefallen, er hat mich erschüttert und berührt. Meine Lieblingsfigur war Margaret, die ihre Mutter liebte, obwohl sie früh spürte, dass diese Neal mehr Liebe entgegenbrachte als ihr, kontrollierend und grausam war - und sie in wichtigen Momenten ihres Lebens im Stich gelassen hatte. 

Absolute Leseempfehlung für diesen bewegenden Roman!

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Intensiver und berührender Roman über ein wichtiges Thema

Sie wollen uns erzählen
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In ihrem aktuellen Buch "Sie wollen uns erzählen" widmet sich die österreichische Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher dem wichtigen Thema Neurodivergenz.

Oswald, genannt Oz oder Ozzy, ist 9 Jahre ...

In ihrem aktuellen Buch "Sie wollen uns erzählen" widmet sich die österreichische Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher dem wichtigen Thema Neurodivergenz.

Oswald, genannt Oz oder Ozzy, ist 9 Jahre alt und geht in die dritte Klasse. Er ist ein besonderes Kind, denn er hat ADHS. Ozzy mag nicht spielen wie andere Kinder, er ist einfühlsam und hat ein gutes Gespür für andere Menschen. Der Junge ist klug und weiß sich gut auszudrücken. Seine Mutter Ann ist Sozialwissenschaftlerin, sie ist aufbrausend und geht in ein Impulskontrolltraining. Sein Vater Christian, überfordert von der familiären Situation, lebt und arbeitet inzwischen in Wien.
Am letzten Schultag vor den Sommerferien bringt Ozzy einen Brief von der Schule mit nach Hause und überlegt, wie er seiner Mutter am besten beichten kann, was in der Schule Schreckliches passiert ist. Doch dazu kommt es nicht, denn Ann erhält einen Anruf aus dem Krankenhaus, weil ihre Mutter Zäzilia kurz vor einer Operation spurlos verschwunden ist. Besorgt macht sich Ann mit Oz auf den Weg, um sie zu suchen .....

Die Geschichte ist abwechselnd aus Sicht der beiden Protagonisten in ganz wunderbarer und klarer Sprache mit feinem Humor erzählt, die Charaktere sind sehr realistisch gezeichnet. Ich musste mich zunächst ein wenig an den eigenwilligen Schreibstil der Autorin gewöhnen, sie springt zwischen Anns und Ozzys Gedanken und Handlungen hin und her, doch genau diese besondere Erzählweise ist es, die uns die Figuren ganz nahe bringt.

Ann liebt ihren Jungen über alles, die beiden haben ein enges Verhältnis zueinander. Auch Ann wurde schon als Kind als eigenartig und wild wahrgenommen, hat aber im Gegensatz zu Ozzy ohne die Diagnose ADHS ein normales Leben führen können. Sie weiß, dass Ozzy ähnlich denkt und fühlt wie sie, seine Gedanken oft abschweifen und er in Tagträumen versinkt. Ich mochte Ann, die für ihren Jungen kämpft, ihn beschützen möchte und nicht zulässt, dass er wegen seines Andersseins medikamentös behandelt wird. Am intensivsten und berührendsten fand ich den Abschnitt, als Ozzy allein unterwegs ist. Ann schafft es kaum, sich selbst zu beruhigen, sie will ihr Kind nicht ängstigen und wächst dabei über sich selbst hinaus. Den kleinen Ozzy, der weiß, dass er anders ist als andere Kinder und immer darum bemüht ist, sich so zu verhalten, dass seine Mutter sich nicht aufregt, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Seine Schilderung des Vorfalls mit dem Hasen am Ende des Buches fand ich herzzerreißend.

Der Autorin ist mit "Sie wollen uns erzählen" ein ganz wunderbares Buch gelungen, das Verständnis für Menschen mit ADHS weckt und uns mit viel Empathie vermittelt, wie sie denken und empfinden, und wie schwer und herausfordernd der Alltag für sie sein kann. Ich habe die fesselnde Geschichte, in der es neben dem zentralen Thema Neurodivergenz auch um eine unzuverlässige Schwester und Anns Mutter geht, die an Demenz erkrankt ist, sehr gern gelesen, sie hat mich beeindruckt und tief berührt.

Absolute Leseempfehlung für diesen großartigen Roman!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Humorvoll und unrealistisch

Einatmen. Ausatmen.
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In seinem aktuellen Buch "Einatmen. Ausatmen." erzählt Maxim Leo die Geschichte der 39-jährigen Managerin Marlene Buchholz, die von ihrem Vorgesetzten zu einem Achtsamkeitsseminar geschickt wird.

Marlene ...

In seinem aktuellen Buch "Einatmen. Ausatmen." erzählt Maxim Leo die Geschichte der 39-jährigen Managerin Marlene Buchholz, die von ihrem Vorgesetzten zu einem Achtsamkeitsseminar geschickt wird.

Marlene wird von ihrem Chef, dem Aviola-Vorstandsvorsitzenden Dr. Finckenstein, in sein Büro gebeten. Er lobt ihre fachliche Kompetenz und eröffnet ihr, dass sie mit seinem Renteneintritt seine Nachfolgerin werden soll. Allerdings gibt es da noch das Problem, dass ihre Kollegen sie als unempathisch beschreiben und sich von ihr unter Druck gesetzt fühlen. Sie lobe zu wenig, es herrsche ein Klima der Kälte und Angst. Das soll sich nun ändern, denn Dr. Finckenstein hat sie bei dem Unternehmenscoach Alex Grow zu einem Achtsamkeitstraining angemeldet. Lustlos packt Marlene ihre Reisetasche, um gemeinsam mit 10 weiteren Teilnehmern das Programm in einem Brandenburger Schloss zu absolvieren. Wie erwartet fühlt sie sich nicht wohl in der Gruppe, möchte alles nur schnell hinter sich bringen ...

Das unterhaltsame Buch ist mit viel Humor erzählt und liest sich sehr flüssig. Wir lernen die erfrischend ehrliche und sehr direkte Karrierefrau Marlene kennen, die ein zurückgezogenes Leben führt. Sie lebt in einem möblierten Appartement, ihr Lebensinhalt besteht aus ihrer Arbeit, die für sie an erster Stelle steht.

Auf einer zweiten Erzählebene steht Alex im Vordergrund, der seine Academy vor über 20 Jahren gegründet hat und 170 Angestellte beschäftigt. Es geht ihm gerade nicht gut, er leidet unter Panikattacken und hat Schlafstörungen. Seine Firma ist in finanzielle Schieflage geraten, sein letzter Strohhalm ist ein in Aussicht gestellter fester Vertrag mit Aviola, wenn es ihm gelingt, aus Marlene einen anderen, einen empathischen Menschen zu machen.

Das erste Drittel des Buches hat mir sehr gut gefallen. Marlene und Alex sind herrlich klischeehaft und überspitzt dargestellt, es gibt viele lustige Situationen. Mit dem zweiten Drittel tritt der Humor deutlich in den Hintergrund, es wird ernster, und die Handlung wird leider zunehmend unrealistisch. So taucht eine von der Polizei gesuchte rebellische 13-jährige Baumretterin auf und wird von Alex versteckt, es gibt eine Tierbefreiungsaktion, und Marlene vollzieht innerhalb kurzer Zeit eine 180 Grad-Wende. Es gibt auch einen sehr berührenden Moment, als es ihr gelingt, sich in ihrer Gruppe in einer Aufstellübung zu öffnen und dabei erlittene Traumata ihrer Mutter und Großmutter zu erkennen und einzuordnen.

Auch wenn sich das Ende glücklicherweise fast kitschfrei gestaltete, konnte mich die Handlung insgesamt nur teilweise überzeugen. Ich mag ernste Töne, auch in humorvollen Büchern, aber ich mag es nicht, wenn eine Handlung zu sehr ins Unrealistische abdriftet. In meinen Augen ist dies leider bei "Einatmen. Ausatmen." der Fall. 

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