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Veröffentlicht am 15.01.2021

Ein gelungener Auftakt

Dreiland-Trilogie / Dreiland I
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Inhalt:

Das Königreich Velcor wird von dunklen Bestien heimgesucht, die Angst und Schrecken verbreiten. Doch während diese Bedrohung von außen kommt, gibt es auch eine Bedrohung von innen, denn auf dem ...

Inhalt:

Das Königreich Velcor wird von dunklen Bestien heimgesucht, die Angst und Schrecken verbreiten. Doch während diese Bedrohung von außen kommt, gibt es auch eine Bedrohung von innen, denn auf dem Königshaus liegt ein dunkler Fluch.

Deshalb macht sich der Gesandte des Königs, Arvid von Lebera auf die Suche nach einem Magiebegabten, der den Fluch brechen könnte. Auf seinem Weg begegnet er Signe, die ein vergessenes Symbol bei sich trägt. Kann sie Velcor retten oder ist das Land bereits dem Untergang geweiht?

Meine Meinung:

Das Buch beginnt mit einem sehr mitreißenden Prolog. Allerdings kann man diesen erst einmal nicht einordnen. Mich hat er jedoch richtig neugierig gemacht und ich war sehr gespannt, was mich bei dieser Geschichte noch erwarten würde.

Danach springen die Ereignisse zu Signe und Arvid. Ich war anfangs etwas irritiert, weil ich nicht wusste, wie die Protagonisten in die Gesamtgeschichte bzw. zum Prolog passen, aber ich mochte die beiden auf Anhieb und wollte gerne wissen, wie es mit ihnen weitergeht und wie ihr persönliches Schicksal die Geschichte beeinflussen würde.

Signe war zu Beginn etwas unscheinbar. Sie wurde früh von ihrer Mutter verlassen und wuchs als Dienerin in einem lieblosen Haushalt auf. Bis zu ihrer Begegnung mit Arvid hat sie nie etwas Besonderes getan oder fiel irgendwie auf. Auch, als der Gesandte des Königs in ihr Leben tritt, bleibt sie zunächst im Hintergrund und wirkt etwas blass, was ich aber nicht besonders schlimm fand. Im Gegenteil, gerade weil sie so „einfach“ dargestellt wird, wuchs sie mir richtig ans Herz. Sie ist nicht die große Kämpferin, aber das heißt nur, dass noch genügend Platz für Entwicklung bis zum Ende der Trilogie ist.

Arvid dagegen ist in meinen Augen ein typischer Bookboyfriend. Er ist ein ehrenwerter, loyaler junger Mann, der sein Herz am rechten Fleck hat und auf den man sich wirklich verlassen kann. Er ist der Ritter in der strahlenden Rüstung, der typische Held. Aber wer weiß, was die Geschichte noch bringt, denn so ganz sind die Rollen noch nicht geklärt.

Mehr als überrascht war ich, als die Geschichte plötzlich zur Königsfamilie sprang. Ich hatte damit gerechnet, dass wir die Ereignisse aus Sicht von Signe und Arvid verfolgen würden, doch dann fand ich mich im Schloss wieder und lernte König Lamar und seine Brüder kennen und erfuhr mehr über den Fluch. Das hat die Geschichte für mich noch einmal runder gemacht und ich war richtig begeistert, noch tiefer in die Ereignisse eintauchen zu können. Dabei sind der Herrscher und seine Brüder auch wirklich sehr interessante Charaktere. Jeder hat seine eigene Geschichte, seine Vergangenheit, seinen Charakter. Ich liebe es, wenn sich Geschichten über mehrere Figuren ausdehnen und es nicht so einseitig bleibt.

Allerdings geht die Autorin auch nicht gerade zimperlich mit ihren Figuren um. Sie müssen einiges erleiden und so manche Situation ist schwer auszuhalten. Trotzdem sind die Gewaltszenen nötig für die Gesamthandlung und werden nicht unnötig ausgeschlachtet. Eine Triggerwarnung möchte ich an dieser Stelle dennoch aussprechen.

Doch nicht nur die Charaktere haben mich fasziniert, sondern auch das Worldbuilding. Jana Jeworreck hat hier wirklich eine bildgewaltige, magische Welt entworfen. Ich habe zwar etwas gebraucht, um ein Gesamtbild zu bekommen, konnte mich dann aber richtig in dieser Welt verlieren und freue mich schon sehr darauf, dieser in den Folgebänden noch so manches Geheimnis zu entlocken.

Der Schreibstil war mir persönlich etwas zu nüchtern. Das liegt vielleicht daran, dass man die Geschichte zwar aus Sicht der Protagonistin liest, aber in der 3. Person. So konnte ich nicht ganz in die Gefühls- und Gedankenwelt eintauchen und an mancher Stelle hätte ich mir ehrlich gesagt etwas mehr Emotionen gewünscht. Ich denke, das hätte der Geschichte noch das gewisse Etwas verpasst. Ich persönlich mag es auf jeden Fall lieber, wenn Bücher in der Ich-Perspektive erzählt werden.

Natürlich endet das Buch mit einem fiesen Cliffhanger, aber zum Glück wartet bereits der zweite Band hier und ich bin schon ganz ungeduldig darauf, weiterzulesen.

Fazit:

Dreiland 1 ist in meinen Augen ein sehr gelungener Auftakt für eine mitreißende Highfantasy Story. Das Worldbuilding ist faszinierend, die Charaktere sind vielschichtig und interessant und die Handlung spannend. Der Schreibstil war mir manchmal etwas zu „nüchtern“, da wäre ich gerne noch tiefer in die Gefühls- und Gedankenwelt der Charaktere eingetaucht, aber ansonsten freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung und bin gespannt, was die Autorin für uns noch bereithält.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2021

Genau die richtige Portion Humor, Drama und Romantik

Es könnte stürmisch werden
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Inhalt:

Jana hofft auf einen Neuanfang, als sie nach Hamburg kommt, um dort einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben und eine Wohnung für sich und ihre Tochter zu finden.

Doch dann findet sie sich erst ...

Inhalt:

Jana hofft auf einen Neuanfang, als sie nach Hamburg kommt, um dort einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben und eine Wohnung für sich und ihre Tochter zu finden.

Doch dann findet sie sich erst einmal an ihrem ersten Abend zurück in Deutschland in den Armen eines Mannes wieder, obwohl sie den Männern eigentlich abgeschworen hat. Aber Hek ist nicht der, den sie sich nach der missglückten Ehe mit Mike wünscht. Und überhaupt sind jetzt erst einmal andere Dinge wichtig.

Doch Hek verschwindet weder so einfach aus ihrem Kopf, noch aus ihrem Leben … .

Meine Meinung:

Im ersten Kapitel begleiten wir Jana, wie sie gerade in Deutschland ankommt und einem Neuanfang entgegenfiebert. Ihr bester Freund Simon hat ihr einen Job angeboten und sie möchte den Arbeitsvertrag unterschreiben und eine Wohnung für sich und ihre Tochter Ava finden. Diese weiß allerdings noch nichts von ihrem Glück, die USA und ihren Vater verlassen zu müssen. Irgendwo konnte ich nicht verstehen, dass Jana ihre Tochter nicht vorher eingeweiht hat, aber obwohl ich die Handlungen der Protagonistin nicht immer nachvollziehen konnte, war sie mir dennoch sympathisch. Ich fand ihren Schritt zum Neuanfang sehr mutig und bewunderte ihre Stärke.

Auch Hek mochte ich von Anfang an. Zwar lässt er sich von seinen Eltern und seiner Partnerin in meinen Augen etwas zu sehr manipulieren, aber er hat das Herz am richtigen Fleck und denkt nicht nur an sich.

Die erste Begegnung der beiden ist zwar alles andere als romantisch, aber ich fand sie sehr humorvoll und musste beim Lesen ständig grinsen. Ein wirklich außergewöhnliches Zusammentreffen. Dabei fand ich es richtig schön, dass die Geschichte sowohl aus Sicht der weiblichen, als auch des männlichen Protagonisten erzählt wird. Ich liebe es, wenn ich beide Perspektiven lesen und so tief in die Gefühls- und Gedankenwelt der Charaktere eintauchen kann.

Was mir an diesem Buch jedoch mit am besten gefallen hat, ist das Alter der Protagonisten. Natürlich gibt es auch in dieser Liebesgeschichte ein wenig Drama, das gehört zu diesem Genre ja immerhin dazu, aber es fehlt das nervige Hin und Her. Man merkt einfach, dass die beiden eben erwachsen und auch reifer sind. Sie flippen nicht gleich wegen jeder Nichtigkeit aus, sondern treffen ihre Entscheidungen bedacht und stehen dann auch dazu. So kann ich die Liebesgeschichte viel eher nachvollziehen, als wenn es ein ständiges On/Off gibt. Ich mochte die Lovestory sehr gerne und konnte richtig mitfiebern.

Natürlich weiß man von Anfang an, wie die Geschichte enden wird, aber diese Vorhersehbarkeit fand ich in diesem Fall überhaupt nicht schlimm. Ich wünschte mir einfach ein Happy End für die beiden und habe sie sehr gerne begleitet.



Fazit:

„Es könnte stürmisch werden“ war mein erstes Buch dieser Autorin, aber sicher nicht mein letztes. Ich mochte die Liebesgeschichte sehr gerne und konnte mit den beiden Protagonisten mitfiebern. Eine süße kleine Lovestory mit genau der richtigen Portion Drama, Humor und Romantik.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2021

Ein echtes Highlight

Splitter aus Silber und Eis
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Inhalt:

Veris trägt eine schwere Bürde: Früh schon wurde sie darauf vorbereitet, dass sie als Prinzessin nicht den Thron des Ewigen Frühlings erben, sondern als Opfergabe ins Reich des ewigen Winters ...

Inhalt:

Veris trägt eine schwere Bürde: Früh schon wurde sie darauf vorbereitet, dass sie als Prinzessin nicht den Thron des Ewigen Frühlings erben, sondern als Opfergabe ins Reich des ewigen Winters geschickt werden würde.

Um den brüchigen Frieden mit den Fae zu bewahren muss nämlich das schönste Mädchen im Reich geopfert werden. Doch obwohl Veris für diesen Fall trainiert wurde, ist das Zusammentreffen mit dem Prinzen ganz anders, als erwartet. Kann das Mädchen das kalte Herz des Herrschers erwärmen oder wird man von ihr, wie von all den Opfern vor ihr, nie wieder etwas hören … .

Meine Meinung:

Der Klappentext klang für mich ein bisschen wie eine Mischung aus Eiskönigin und Die Schöne und das Biest, deswegen musste ich dieses Buch unbedingt haben.

Zu Beginn lernt man Veris kennen und erfährt von ihrer schweren Aufgabe und den Umständen, mit denen ihr Reich zu kämpfen hat. Die Hintergründe blieben mir jedoch erst einmal verborgen, was ich jedoch nicht schlimm fand, denn schnell begeben wir uns gemeinsam mit Veris ins Reich der Fae und treffen dort auf Nevan. Und diese erste Begegnung kann man nur als frostig bezeichnen, denn Nevan weiß längst, dass die Sakrale (Opfer) des Frühlingsreiches etwas im Schilde führen und ist Veris gegenüber sehr feindselig. Veris tat mir wirklich total leid. Sie muss alles hinter sich lassen, was sie kennt und ist in ihrer neuen Heimat auch noch alles andere als willkommen. Trotz allem lässt sich die junge Frau nicht unterkriegen, was sicher auch mit ihrer Erziehung zu tun hat. Ich war sehr gespannt, wie sich die Situation im Eisreich entwickeln würde.

Sehr gut gefielen mir auch die Dialoge zwischen Veris und Nevan. Man merkt, dass beide versuchen, das Beste für sich aus der Situation herauszuschlagen und deshalb schleichen die beiden etwas umeinander herum. Das führt zu tollen Wortgefechten, die mir viel Freude beim Lesen bereitet haben.

Auch die Umgebung wird von Laura Cardea so bildhaft und liebevoll geschildert, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte. Das Land aus Silber und Eis wurde vor meinem Auge lebendig und ich wünschte mir, diese Pracht tatsächlich sehen zu können. Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass dieses Buch verfilmt werden würde, bildgewaltig genug wäre es auf jeden Fall.

Doch die Geschichte lebt nicht nur vom Setting und den Wortgefechten zwischen den beiden Protagonisten, sondern überhaupt von den Charakteren. Neben Veris und Nevan gibt es nämlich noch viele, andere interessante Figuren in dieser Geschichte. Allen voran meine persönliche Favoritin Sif, die Kurtisane Elyria und Nevans ersten Ritter Rowan. Auch sie machen die Geschichte lebendig und bringen eine besondere Atmosphäre hinein und ich könnte mir gut vorstellen, dass sie ihr eigenes Buch bekommen.

Zu Beginn des Buches nimmt vor allem das Kennenlernen zwischen Veris und Nevan den größten Stellenwert ein und gerade als ich dachte, hm, jetzt dürfte mal was passieren, lässt die Autorin eine Bombe platzen, die der Geschichte noch einmal eine ganz andere Richtung gibt und die ich nie erwartet hätte. Umso überraschter war ich und total begeistert. Doch das ist nicht die einzige Wendung, die es in dieser Geschichte gibt. Sie ist voller spannender Überraschungen, manche lassen sich vielleicht ahnen, andere kamen für mich aus heiterem Himmel. Aber ich liebe es, wenn Geschichten nicht so geradlinig verlaufen, wie man das anfangs vielleicht denken könnte und da hält dieses Buch auf jeden Fall einiges bereit.

Auch die Liebesgeschichte konnte mich absolut überzeugen. Die Gefühle entwickeln sich nämlich schleichend und die Protagonisten werfen nicht sofort jahrelange Erziehung über Board für ein wenig Kribbeln im Bauch. Das fand ich großartig, denn auch, wenn es Liebe auf den ersten Blick gibt, schmeißt man sich nicht plötzlich sofort seinem Todfeind an den Hals.

Selbst das Ende gefiel mir richtig gut, da ich eigentlich mit einer ganz anderen Auflösung gerechnet habe, hat mich auch hier die Autorin wieder richtig positiv überrascht.

Fazit:

Dieses Buch ist ganz klar ein Highlight. Die Protagonisten sind interessant und vielschichtig. Sie lassen sich nicht sofort durchschauen, aber auch die Geschichte selbst hält so manch spannende Überraschung bereit. Ich konnte mich kaum davon lösen, so sehr rissen mich die Ereignisse und die Wendungen mit und hielten mich in Atem. Selbst die Liebesgeschichte hat mich vollkommen überzeugt, was bei mir selten der Fall ist. Am Ende blieb ich völlig begeistert zurück und wollte diese faszinierende Welt gar nicht mehr verlassen. In meinen Augen ein richtiges Meisterwerk.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 05.01.2021

Mehr als eine locker-leichte Liebesgeschichte

Zeit der Pfirsichblüte
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Inhalt:

Anna steckt privat und beruflich in einer Sackgasse, deshalb entführt ihre beste Freundin sie kurzerhand in einen Mädelsurlaub nach Barcelona. Vom Urlaubsziel ist Anna jedoch erst einmal wenig ...

Inhalt:

Anna steckt privat und beruflich in einer Sackgasse, deshalb entführt ihre beste Freundin sie kurzerhand in einen Mädelsurlaub nach Barcelona. Vom Urlaubsziel ist Anna jedoch erst einmal wenig begeistert, da sie nach einer schlimmen Erfahrung nie wieder in diese Stadt zurückkehren wollte.

Doch dann stößt sie auf ein Geheimnis, das ihr bisheriges Leben in Frage stellt. Was ist damals in Spanien wirklich passiert und kann Anna vielleicht an eine Vergangenheit anknüpfen, die ihr vor so vielen Jahren entrissen wurde?



Meine Meinung:

Anja Saskia Beyers Bücher sind inzwischen ein absolutes Muss für mich und auch wenn diese Geschichte vom Flair her nicht so ganz in die Winterzeit passt, musste ich sie sofort lesen.

Anhand des Klappentextes habe ich vermutet, dass es sich um eine locker-leichte Liebesgeschichte handeln würde. Anfangs lernt man auch ganz entspannt Anna und ihre beste Freundin Carina kennen. Die beiden sind wirklich ein tolles Gespann und ich konnte förmlich vor mir sehen, wie sie Barcelona unsicher machen würden. Doch dann brachte die Autorin eine ganz neue Komponente in die Geschichte, die mich wirklich überrascht hat, denn plötzlich bekam das Buch ein sehr ernstes und emotionales Thema. Obwohl ich mich aber auf eine locker-leichte Story eingestellt und gefreut hatte, fand ich diese Wendung gut. Mich hat Anja Saskia Beyer mit diesem Thema sehr berührt und mich damit richtig getroffen, denn ich stelle es mir schrecklich vor, was Anna erleiden musste. Ein richtiges Horrorszenario, über das ich jedoch nicht zu viel verraten kann, ohne zu spoilern.

Als Anna und Carina sich also nach Barcelona begeben, geht es nicht darum, die Gegend unsicher zu machen, stattdessen machten sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Das heißt jedoch nicht, dass wir als Leser nicht trotzdem den besonderen Zauber von Barcelona vermittelt bekommen. Die Autorin nimmt uns nämlich bei ihrer Suche mit an spezielle Plätze dieser Stadt und beschreibt sie uns in den schönsten Farben. Allein, wenn ich an die Pfirsichbaumfelder denke, gerate ich schon ins schwärmen und möchte am liebsten meine Koffer packen, dem tristen Wetter in Deutschland entfliehen und die Sonne Spaniens genießen. Anja Saskia Beyer gelingt es einfach immer wieder, mir ihre Handlungsorte nahe zu bringen. Ich hab schon eine ellenlange Liste, was ich, allein wegen ihrer Romane alles besuchen und sehen möchte.

Ich muss aber gestehen, dass ich dieses Mal mit Anna nicht so ganz warm geworden bin. Mir persönlich war sie manchmal zu emotionslos. Ich konnte die Trauer, die Wut, die Hoffnung oftmals nicht ganz spüren. Alleine wenn ich an das Thema denke, gerate ich schon in Rage, die ich gerne auch bei Anna mehr gesehen hätte. Es mag sein, dass sie ein anderer Typ Mensch ist, der vielleicht anders an Dinge herangeht, die sich mehr auf das konzentrieren kann, was kommt und nicht auf das was war, da ich da jedoch anders bin, konnte ich mich da nicht so ganz mit ihr identifizieren. Anderen Lesern mag es da vielleicht anders gehen. Sie können vielleicht Annas Emotionen hinter der Fassade sehen, mir gelang das nicht immer so ganz.

Trotzdem gefiel mir die Geschichte richtig gut und ich machte mich gemeinsam mit den beiden Frauen auf die spannende Suche nach Antworten. Ein bisschen hatte das Ganze etwas von einem Krimi, denn an dieser Sache waren zu viele Menschen beteiligt, die das gerne weiter unter Verschluss halten würden, deshalb ist es manchmal gar nicht so einfach für die beiden Freundinnen. Mir hat es großen Spaß gemacht, sie zu begleiten und ich fieberte der Auflösung geradezu entgegen.

Dabei spielt auch die Liebe eine sehr große Rolle und dieses Mal ist die Liebesgeschichte auch ganz anders, als ich anfangs vermutet hatte. Mich hat Anja Saskia Beyer damit wirklich überrascht und ich mochte diese Überraschung sehr gerne, auch, wenn die Gefühle auch hier nicht so ganz bei mir ankamen, was vielleicht an Anna und meiner fehlenden Bindung zu ihr liegen könnte. Trotz allem konnte ich die kleinen, schönen Momente genießen und auch, wenn mir der männliche Protagonist etwas ZU perfekt war, war es am Ende eine schöne runde Geschichte, die mir tolle Lesestunden beschert hat.

Fazit:

Anja Saskia Beyers Bücher sind inzwischen ein absolutes Muss für mich, schon allein deshalb, weil sie mich immer wieder an zauberhafte Orte entführt und bei mir Urlaubsfeeling pur auslöst. So konnte ich den grauen Alltag etwas vergessen und die Sonne Spaniens auf meiner Haut genießen.
Obwohl ich dieses Mal nicht ganz den Zugang zur weiblichen Protagonistin fand und mir etwas die Emotionen gefehlt haben, fand ich die Geschichte sehr mitreißend, was sicher an dem sehr ernsten Thema lag, das mich direkt ins Herz getroffen hat.
Hier bekommt man also mehr, als nur eine locker-leichte Liebesgeschichte. Mir hat das Buch auf jeden Fall ein paar tolle Lesestunden beschert.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

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Veröffentlicht am 13.12.2020

Ich warte ungeduldig auf die Fortsetzung

Das Kaffeehaus - Bewegte Jahre
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Meine Meinung:

Als kleiner Sissi-Fan war mir natürlich schon beim Klappentext klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Ich liebe historische Romane und freute mich schon auf die Geschichte.

Etwas ...

Meine Meinung:

Als kleiner Sissi-Fan war mir natürlich schon beim Klappentext klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Ich liebe historische Romane und freute mich schon auf die Geschichte.

Etwas überrascht war ich, dass das Buch mit Sophies Kindheit begann. Ich hatte damit gerechnet, dass wir Sophie als junge Dame kennenlernen würden, aber so erfahren wir von einigen prägenden Erlebnissen aus ihrer Kindheit. Allerdings hat sich hier die Autorin wirklich auf die wichtigsten Begebenheiten beschränkt, so dass wir nicht lange in der Kindheit der Protagonistin verweilen. Bald schon ist Sophie eine junge Dame und wir erfahren mehr über ihre Familienverhältnisse und die gesellschaftlichen Zwänge, denen sich ein Mädchen in dieser Zeit unterordnen musste. Ganz ehrlich: Ich hätte nicht in dieser Zeit leben wollen, aber trotzdem finde ich es immer sehr interessant in die Vergangenheit einzutauchen.

Marie Lacrosse hat in ihrem Buch tatsächliche Ereignisse mit eigenen Interpretationen gemischt. Sie hat sorgfältig recherchiert, alle Quellen mehrmals geprüft und doch gibt es zu viele Lücken und Ungereimtheiten, als dass das Buch zu 100 % wahr sein könnte, trotzdem könnte es auch so passiert sein, denn niemand kann genau sagen, wie es wirklich zur Affäre von Mayerling gekommen ist. Tatsächlich erläutert die Autorin im Nachwort, welche Quellen sie genutzt und wo sie selber ausgeschmückt hat. Ich war total fasziniert davon und habe selber neben dem Lesen immer gegoogelt und mir die Personen angesehen, Berichte gelesen und Ereignisse nachverfolgt. Dabei gefiel es mir sehr gut, wie Marie Lacrosse ihre eigenen Personen in die tatsächliche Geschichte eingebunden hat.

Sophie war mir von Anfang an sehr sympathisch. Sie ist eine junge Frau, die ihr Herz am richtigen Fleck hat. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie ein bisschen zerrissen ist, denn zum einen legt sie großen Wert darauf, die Regeln, die für junge Damen gelten, einzuhalten. Zum anderen hilft sie aber im Café ihres Onkels aus, obwohl sich das für eine Komtess nicht gehört. Zwischen Zwang und Freiheit versucht sie ihren eigenen Weg zu finden. Der bekommt jedoch noch einmal eine ganz andere Richtung, als ihre Freundin Mary sich mit dem Kronprinzen einlässt und Sophie zur Mitwisserin macht.

Richard von Löwenstein dagegen war mir nicht besonders sympathisch und so recht anfreunden kann ich mich auch zum Ende der Geschichte noch nicht mit ihm. Aber das ist gar nicht schlimm, denn es muss ja auch noch Luft zur Entwicklung geben und ich denke, Richard könnte es in den Folgebänden noch gelingen, mein Herz zu gewinnen, bei Sophie ist ihm das schließlich auch gelungen.

Mir gefiel es sehr gut, dass diese Geschichte nicht nur Sophies Geschichte erzählt, sondern auch die anderen Figuren zu Wort kommen lässt. Wir bekommen also auch einen Einblick, was Mary gedacht und gefühlt haben könnte und wieso der Kronprinz sich für diesen Weg entschieden haben könnte. Für mich ergab sich daraus eine runde Geschichte und auch, wenn nicht alles bewiesen ist, könnte ich mir gut vorstellen, dass es so gewesen sein könnte. Dafür passt es einfach zu gut zusammen. Ich habe jedenfalls richtig mitgefiebert, obwohl man ja weiß, wie es für Sophies Freundin Mary ausgehen wird. Ich konnte gar nicht anders, als mich in die Charaktere hineinzudenken, so sehr hat mich die Geschichte mitgerissen. Aber nicht nur Marys Schicksal hat mich dabei in Atem gehalten, natürlich hat mich auch Sophie sehr bewegt. Und während in diesem ersten Band die Mayerling Affäre eine große Rolle einnahm, denke ich, dass es im nächsten Band wohl mehr um Sophie gehen wird. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie es für sie weitergehen und was das Schicksal noch mit ihr vor hat.

Fazit:

Mit „Das Kaffeehaus – Bewegte Jahre“ ist Marie Lacrosse ein historischer Roman ganz nach meinem Geschmack gelungen. Sie verwebt tatsächliche Ereignisse mit fiktiven und kreiert eigene Charaktere in historische Begebenheiten. Mich hat sie damit sehr fasziniert und ich habe nebenbei immer Fakten verglichen und könnte mir sehr gut vorstellen, dass es wirklich so passiert sein könnte. Ich bin wirklich sehr gespannt, was das Schicksal noch für Sophie von Werdenfels bereithält und kann den nächsten Band kaum noch abwarten.

Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere