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Veröffentlicht am 07.06.2020

Unterhaltsam und schwierig zugleich

V is for Virgin
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Heute kann ich euch endlich meine Rezension zu V is for Virgin – dem neuen Buch von Kelly Oram – mitteilen! Ich durfte es bereits vor Erscheinen lesen und schaffe es doch erst jetzt euch meine Meinung ...

Heute kann ich euch endlich meine Rezension zu V is for Virgin – dem neuen Buch von Kelly Oram – mitteilen! Ich durfte es bereits vor Erscheinen lesen und schaffe es doch erst jetzt euch meine Meinung mitzuteilen. Warum? Gute Frage. Es hat viele Gründe. Denn das Thema ist nichts das leichteste und doch ist es gerade das, was mich so neugierig auf das Buch gemacht hat. Mittlerweile habe ich außerdem verschiedenste Meinungen mitbekommen. Meinungen, die es mir nicht leicht machen, dieses Buch in Worte zu fassen, weil sie so stark auseinandergehen. Die ich allesamt nachvollziehen kann und mich deshalb hinterfragen lassen, was ich selbst tatsächlich denke. Aber ich werde versuchen, euch zu erklären, was ich meine, indem ich einfach mal anfange.

Die Protagonistin der Geschichte ist Valerie, die wir schnell nur nach als Val oder auch Virgin Val kennenlernen. Das ist auch der erste Punkt, den ich ansprechen möchte, denn man merkt schnell, dass man es mit einer Highschoolgeschichte für jüngere Leser zu tun hat, weil Val nach einer Eigenschaft bzw. einem Merkmal benannt wird, die sie nicht bestimmen sollte. In dieser Geschichte ist es jedoch genau dieses Merkmal, das in den Fokus gestellt wird. Valerie ist Jungfrau und damit scheinbar ein Skandal. Dabei gibt es gar nicht so wenig Jugendliche, die Jungfrau sind. Weder in dem Alter, noch, wenn sie älter sind. Das ist nach wie vor ein Punkt, den ich etwas extrem fand, allerdings muss ich gestehen, dass es das Ganze auch spannend gemacht hat, weil für mich sowieso die gesamte Geschichte sehr überspitzt wirkte. Ich habe mich kurz gesagt darauf eingelassen und es dann nicht mehr als ganz so schlimm empfunden.

Vals Kampagne fand ich wirklich interessant, denn der Grundgedanke, dass jeder selbst bestimmen können sollte, wie weit er/sie wann mit dem festen Freund oder der festen Freundin gehen will, hat mir sehr gut gefallen! Genau das war es, was mich so neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Leider wird schnell klar, dass Val zwar für etwas großartiges einstehen könnte, sie allerdings dazu tendiert, anderen ihre Meinung aufzuzwängen, statt jeden seine eigene Meinung leben zu lassen. Dadurch, dass ihr Umfeld die eigene Meinung trotzdem preisgibt und sich nicht von Val einschränken lässt, sondern sie darüber aufklärt, dass jeder -trotz ihrer Kampagne für Jungfräulichkeit und Abstinenz – selbst entscheiden können sollte, konnte ich akzeptieren, dass sie als sehr engstirnig dargestellt wird.

Diese Engstirnigkeit macht es dem Leser nicht immer leicht, ja. Und schwierig wird es vor allem dann, wenn jüngere Leser aus Vals Perspektive lesen und sich abgucken, wie sie handelt, denn anderen eine Meinung aufzwängen zu wollen ist nicht Sinn und Zweck der Sache. Trotzdem glaube ich nicht, dass das passieren wird. Mich konnte das Buch eigensinnige Weise unterhalten und Dinge hinterfragen lassen. Allein die Überspitztheit der einzelnen Szenen und das extreme Cliquendenken sorgt ja schon dafür, dass man erkennen kann, dass hier alles ein bisschen extremer dargestellt wird. Umso schöner ist es dann zu sehen, dass einige Charaktere nicht nur einseitig sind und plötzlich eine ganz neue Seite von sich preisgeben. So zum Beispiel Olivia, die man als Hexe kennenlernt und die später noch viel mehr von sich zeigt.

Diese Vielseitigkeit kommt auch durch Kyle zum Vorschein. Ich gebe zu, dass man in diesem Band kaum einen Draht zu ihm gewinnen kann, weil er sich größtenteils von seiner miesen Seite zeigt. Das fand ich sehr schade, allerdings gab es auch Szenen und Augenblicke, in denen ich ihn mochte. Vor allem der Epilog hat schließlich aber gezeigt, dass er doch mehr ist, als nur ein eingebildeter, einseitiger und ziemlich engstirniger Sänger. Die Überspitztheit ist allerdings auch hier gegeben. Zumal er kein Nein zu akzeptieren scheint, wann immer Val ihn bittet, sie in Ruhe zu lassen. Auch hier ist es natürlich fragwürdig, was dies jüngeren Lesern vermittelt, wobei ich es während des Lesens gar nicht als so schlimm empfunden habe. Das kam erst, als ich später über das gesamte Buch, seine Pros und Contras nachgedacht habe. Ich bin mir bis jetzt unschlüssig, was genau ich davon halten soll, doch im Großen und Ganzen kann ich sowieso nur sagen, was ich jetzt gerade denke und das ist, denke ich, dass die Charaktere selbst noch wachsen. Sie wachsen und reifen an dummen Entscheidungen und Handlungen und später – siehe da – sind sie vielleicht doch gar nicht so übel.

Ich möchte euch jetzt gar nicht so viel vorwegnehmen und erklären, denn im Grunde muss jeder sich ein eigenes Bild von der Geschichte und den Charakteren machen. Viele der Nebencharaktere fand ich sehr interessant und hatte zwischendurch auch wirklich Spaß mit ihnen. Was mir allerdings gefehlt hat, ist ein richtiger Draht zu ihnen. Sowohl, was die Haupt- als auch, was die Nebencharaktere angeht. Cara, Shane, Olivia, Zach, Stephanie, Isaac und einige mehr sind zwar allesamt auf ihre Art sympathisch eigen, aber eben nach wie vor recht blass, was die Bindung zu ihnen angeht. Und damit meine ich die zum Leser. Kelly Oram kenne ich ganz anders und nur deshalb bin ich diesbezüglich doch etwas enttäuscht. Das Gute war jedoch, dass sie alle ziemlich unterschiedliche Meinungen zu bestimmten Themen hatten und so wenigstens etwas Vielfalt reingebracht haben.



Fazit:

Ihr seht, dass es mir gar nicht so leicht fällt, das Buch in Worte zu fassen, geschweigedenn es zu bewerten. Zu Beginn war ich wirklich begeistert. Mir war von vornherein bewusst, dass es eine sehr überspitzte Highschoolgeschichte mit extremem Cliquendenken, Schlagzeilen und Rockstar-Szenen werden würde, weshalb ich darauf irgendwie vorbereitet war und mich sogar darauf gefreut habe! Nach dem Lesen bin ich unentschlossen. Einerseits mochte ich die Geschichte. Sie ist unterhaltsam, lockerleicht und zieht geradewegs an einem vorbei. Das hat allerdings auch dafür gesorgt, dass man die Charaktere ziemlich schnell wieder vergisst und kaum eine Bindung aufbaut. Das Schwierigste war aber die Thematik, denn für diese muss man wohl einfach ein Händchen haben. Ich persönlich finde es toll, dass darauf aufmerksam gemacht wird, dass jeder Mensch selbst entscheiden können sollte, wie weit er sexuell mit jemandem gehen möchte. Diesbezüglich ist auch die Kampagne von Val toll! Andererseits spürt man eben wirklich schnell, dass man beinahe nur ihre Sicht mitbekommt und sie diese auch noch allen aufzwängen zu wollen scheint. Was wiederum nicht gut ist, weil nach wie vor freie Meinung gegeben sein sollte. Es gab also einige Kritikpunkte, auch bezüglich des männlichen Hauptparts, den man hier, leider, auch noch gar nicht so gut kennenlernt. Dafür hat mich der Epilog sehr neugierig auf mehr gemacht! Irgendwie wäre ich also schon gespannt, wie es weitergeht. Von mir gibt es diesmal 3 Sterne und damit die goldene Mitte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 25.04.2020

Charaktere zum Verlieben

Neon Birds
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Leute. Ihr wisst, wie selten ich Sci-Fi lese und wie viel seltener ich es dann auch noch mag. Auf Neon Birds habe ich mich schon vor Erscheinen gefreut, weil ich die Autorin als Person so feiere und unglaublich ...

Leute. Ihr wisst, wie selten ich Sci-Fi lese und wie viel seltener ich es dann auch noch mag. Auf Neon Birds habe ich mich schon vor Erscheinen gefreut, weil ich die Autorin als Person so feiere und unglaublich begeistert von den Illustrationen zum Buch war! Diese findet ihr übrigens auch in dem Buch wieder, neben zahlreichen Akten und Mails. Heute kann ich euch also glücklicherweise ein Buch zeigen, das es nicht nur geschafft hat, dass ich es lese (während ich in Fantasylaune und damit absolut nicht ready hierfür war), sondern außerdem auch noch Eindruck hinterlassen konnte.

In der Geschichte gibt es mehrere Protagonisten, deren Gedanken und Gefühle man nach und nach aufdeckt. Zuerst lernt man Luke kennen, der so einige Geheimnisse mit sich herumträgt und sich dem Militär nur deshalb angeschlossen hat, weil er so auf etwas ganz bestimmtes zu hoffen wagt. Was das ist müsst ihr natürlich selbst herausfinden. Ich kann euch allerdings schon an dieser Stelle sagen, dass er trotz seiner Geheimnisse und Lügen nicht nur wahnsinnig sympathisch, sondern auch ein wichtiger Charakter ist und seine Geschichte EXTREM wichtig für den weiteren Verlauf wird. Obwohl ich das Buch bereits beendet habe kann ich immer noch nicht glauben, wie genial das Ganze verknüpft wurde. Natürlich habe ich Ideen, wie es weitergehen könnte, doch die Autorin wird sowieso eine andere Richtung einschlagen.

Weiter geht es mit Lukes Mitbewohner Flover, der mir, aus welchem Grund auch immer, mehr als nur sympathisch geworden ist! Er arbeitet für eine geheime Einheit (KAGE) beim Militär und sorgt so immer wieder für spannende Insider-Informationen, was ich sehr geliebt habe! Vor dem Lesen habe ich für einen anderen Charakter geschwärmt, bevor ich diesen überhaupt kannte und jetzt, wo ich den Großteil von ihnen kennenlernen durfte, muss ich gestehen, dass Flover nach wie vor einer der interessantesten ist (Eigentlich sind sie das alle, aber tut so, als wäre das jetzt eine Ausnahme!). Vor allem Flovers Mutter wird immer wieder in die Geschichte eingebracht und man merkt schnell, wie angespannt die Beziehung der beiden ist. Ich hoffe so sehr, dass Marie das Ende von Band eins zu etwas Großartigem weiterführt und Flover damit die Rolle verpasst, die er verdient. Ich finde, dass er immer wieder zeigt, wie empathisch er sein kann, auch wenn er das nie von sich selbst behaupten würde. Für mich ist er ein Held.

Weiter geht es mit meinem besagten ersten Schwarm Okijen, den ich schon vor dem Lesen des Buches unglaublich spannend fand und der als Colonel ein besonders herausragender Soldat der MaKE-Einheit des Militärs ist. Er hat sich nach seinem letzten Einsatz zurückgezogen, ist aber nach wie vor überall bekannt und wird immer wieder bewundernd von anderen Menschen angesprochen. Für mich hat ihn gerade seine innere Zerrissenheit spannend gemacht, denn sie zeigt, dass er mehr ist, als er zu sein scheint. Das zeigt allerdings auch sein Körper, der größtenteils durch Metall und andere Materialien ersetzt wurde. Ich kann es kaum erwarten, mehr über ihn zu erfahren!

Aufnehmen tut der gute Okijen einen anderen Charakter, nachdem diese etwas schreckliches erleben muss. Andra ist eine Yuna und damit die einzige eher ‚Außenstehende‘ in dem ganzen Dilemma. Da für sie alles neu ist, weil sie abseits der Städte lebte, führt sie einen wunderbar in die neue Welt ein und bildet so eine Art Brücke zwischen den Charakteren. Doch nicht nur das, je mehr man von ihr liest, desto klarer wird, dass auch sie Geheimnisse hat, die weit über ihr eigenes Können hinausgehen. Sie hat mich sprachlos gemacht und überrascht! Genau genommen war ihr Geheimnis eine Wendung für die Geschichte, die alles nur noch ausgetrickster gemacht hat. In diesem Band mag sie sich noch schüchtern zeigen, doch ich bin sicher, dass das in Band 2 ganz anders aussehen wird. Es hat mich fast schon gestört, wie hilflos sie hier wirkte, aber es macht mir Mut, dass sich das definitiv ändern wird.

Neben ihr lernt man auch die geheimnisvolle Mechanikerin Byth und Hackerin Calen kennen, die beide in Verbindung mit der hoch angesehenen und mächtigen Marshall zu stehen scheinen. Auch auf ihre Geheimnisse bin ich sehr gespannt, denn sie alle wirken, als würden sie mehr verheimlichen, als man auf den ersten Blick glauben soll. Ich bin mir sicher, dass ihre Beziehungen untereinander ebenfalls noch wichtig werden und kann es kaum erwarten, den nächsten Plot Twist zu erleben, vor allem nach der Überraschung am Ende und dem guten Alaska, der leider alles andere als sympathisch wirkt.

Kommen wir zum eigentlichen Kern der Geschichte: den Moja und der künstlichen Intelligenz KAMI. Die beiden sind irgendwie miteinander verbunden und sozusagen eins, doch das zu erklären ist viel zu komplex und verrückt. Eines kann ich euch aber sagen: Intelligenzen bilden sich weiter und können sehr viel schlauer werden, als Menschen. KAMI wird mehr als nur ein Gegner, es wird lebendig, gefährlich und vor allem lebensbedrohlich. Die Szenen, die die Autorin auf den letzten 100 Seiten geschaffen hat, waren das Krasseste, was ich jemals gelesen habe. Sie haben mich schockgefrieren lassen und mir gezeigt, dass Bücher nicht nur Bilder in deinen Kopf pflanzen, sondern dir auch mächtig Angst einjagen können. Das war einfach wow! Ehrlich, die letzten Seiten haben alles auf den Kopf gestellt und mich völlig geflasht! Dank dieser Plot Twists und des Cliffhangers kann ich Band 2 kaum abwarten!

Während ich das hier schreibe, merke ich einfach noch einmal, wie komplex und genial diese Geschichte gemacht ist! Ich spüre praktisch, wie meine Finger nur so über die Tastatur fliegen und meine Begeisterung mich völlig einnimmt. Es ärgert mich, dass ich diese nicht auch beim Lesen die ganze Zeit über in mir hatte, einfach weil ich in der falschen Stimmung war. Dabei schreibt die Autorin nicht nur unheimlich gut, sondern nutzt außerdem immer wieder gut durchdachte Wörter für die Stimmung der Umgebung und Charaktere. Fans des Genres sollten sich das Buch auf jeden Fall näher ansehen, doch auch Actionfans werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen!

Fazit:
Ehrlich gesagt bin ich gerade überrascht, wie überzeugt und geflasht ich von diesem Buch bin! Mir hat zwar irgendwie noch etwas gefehlt, gerade im Mittelteil war ich nicht immer ganz dabei, doch dafür waren gerade der Anfang und die letzten 100 Seiten einfach nur wow! Da schafft die Autorin es problemlos, einen sprachlos und vor allem neugierig auf die Fortsetzungen zu machen. Wie ihr jetzt aber schon gemerkt habt, gibt es nicht nur viele Charaktere, sondern auch zahlreiche Begriffe und Einheiten beim Militär und in der Welt selbst. Das zu erklären würde viel zu weit gehen, also lasst euch einfach selbst von allem überzeugen! Gerade diese Komplexität der Geschichte macht das Ganze so aufregend und ich bin mir mehr als nur sicher, dass es vielen von euch ebenso gehen wird, wie mir. Die Autorin liefert hier Action, Spannung, Liebe, Freundschaft, Religion, Spionage, Kampf, ein Virus und vieles mehr! Einfach aufregend und vor allem völlig neu! Von den verschiedenen Arten der Moja bis hin zu der zerstörten Hoffnung auf ein Happy End und die genialen Beziehungen der Charaktere! Ich kann es kaum abwarten weitere Geheimnisse zu lüften und gegen die nächste Generation Moja anzutreten! Von mir gibt es diesmal 4,5 Federn.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2020

Überraschend tolles Thema!

Someone New
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Someone New ist eines dieser Bücher, das nun schon eine Weile in meinem Regal stand und nach dem ich gegriffen habe, weil ich die Wartezeit zu einem anderen Buch überbrücken wollte. Ich habe es bereits ...

Someone New ist eines dieser Bücher, das nun schon eine Weile in meinem Regal stand und nach dem ich gegriffen habe, weil ich die Wartezeit zu einem anderen Buch überbrücken wollte. Ich habe es bereits letztes Jahr mit dem Buch versucht, als ich im Urlaub war und es als Hörbuch begonnen habe, doch obwohl ich die Sprecherin gut fand, habe ich es nicht einmal bis zur Hälfte gehört. Innerhalb von den zwei Tagen, in denen ich es nun gelesen habe, hatte ich es dann ausgelesen und bin begeistert von der Nachricht, die dahintersteckt!

Micah fand ich als Protagonistin wirklich gut und interessant, vor allem, weil sie für jeden eine Vertrauensperson sein möchte und sich nicht von ihren Eltern hat beeinflussen lassen, was man wohl für Gewöhnlich erwarten würde. Stattdessen hat sie ihre ganz eigene Sicht auf die Welt entwickelt, ob in Hinsicht auf andere Menschen und ihre Eigenheiten oder aber ihre eigenen Hobbies, allen voran das Zeichnen. Ich persönlich fand das sehr spannend, weil es gut in die Geschichte eingearbeitet wurde und einige wirklich schöne Szenen entstehen lassen konnte.

Doch auch Julians Geschichte hat mich gekriegt. Zu Beginn wirkt er verschlossen und geheimnisvoll, doch je mehr man ihn kennenlernt, desto mehr habe ich das Gefühl bekommen, dass hinter seinem Geheimnis nichts so schlimmes stecken kann, wie er selbst glaubt. Als es gelüftet wurde (das werde ich euch allerdings nicht verraten), war ich überrascht, zugleich aber auch in meiner Vermutung bestätigt, weil ich persönlich ihn so viel besser verstehen konnte. Dass die Autorin vorher eine so intensive Beziehung zwischen Micah und Julian gesponnen hat, hat das Ganze sehr viel leichter und auch schöner gemacht, denn so hatte man einen ganz anderen Bezug zu ihm, als man ihn gehabt hätte, wenn das Geheimnis zu Beginn aufgedeckt worden wäre.

Natürlich gibt es auch Nebencharaktere, die wichtig werden. So steht vor allem Adrian, Micahs Bruder, im Fokus, der einfach verschwunden ist und den sie nun unerschrocken sucht. Mich hat diese Suche auf Dauer wirklich gepackt und ich war gespannt, was am Ende dabei herauskommen würde. Tatsächlich konnte ich ihn letzten Endes gut verstehen, finde es aber schade, nicht noch mehr über ihn erfahren zu haben. An sich scheint er nämlich ebenfalls ein unheimlich spannender Charakter zu sein!

Neben ihm lernt man auch die gemeinsamen Eltern der beiden besser kennen, die eine sehr beschränkte Sicht auf die Welt zu haben scheinen und damit eine Meinung vertreten, die leider nach wie vor von vielen Menschen vertreten wird. Es ist gut, dass die Autorin auch auf diese Sicht eingegangen ist, trotzdem fand ich es schade, dass es kaum ein Elternpaar gab, das die Gegenseite in derselben ‚drastischen‘ Form vertreten hat.

Auri und Cassie waren dann zwei Nebencharaktere, auf die ich mich bereits für den nächsten Band freue, denn genau um diese zwei soll es gehen! Ich kann es kaum abwarten, weil beide sehr künstlerisch und einer von ihnen wiederum sehr sportlich zu sein scheint. Das wird sicher eine spannende Kombination, die mich vor allem deshalb so anzieht, weil man schon jetzt sehen konnte, was für ehrliche und liebevolle Charaktere die beiden zu sein scheinen.

Ebenso geht es mir aber auch mit den besten Freunden von Micah. Lilly mit ihrem Freund Tanner und ihrem Sohn Link und auch Aliza haben mich wahnsinnig neugierig auf mehr gemacht, weil sie alle so verschieden sind und doch für das einstehen, was sie schaffen wollen, mit allen Ecken und Kanten. Genau das hat mich allgemein sehr an die Charaktere glauben lassen und gezeigt, wie gut die Autorin das Menschliche und die Fehler an ihnen festhalten konnte.

Es gab wirklich schöne Szenen, in denen jeder Charakter seinen Auftritt bekommen hat, sodass man zumindest einen kleinen Einblick in die jeweilige Gedankenwelt bekommen konnte. Es ist unglaublich, wie sensibel die Autorin mit dem hier auftretenden Thema umgegangen ist und wie locker man es dann selbst als Leser annehmen kann. Zumindest ging es mir so, weil ich das Gefühl hatte, dass man hier wirklich verstehen konnte, wie und warum es so passiert ist. Ich bin verliebt in die Liebesgeschichte um Julian und Micah und hoffe, dass es viele von euch ebenfalls sein werden.

Fazit:

Wie ihr jetzt wahrscheinlich schon aus meinem letzten Satz herausfiltern konntet, hat mich die Geschichte wirklich von sich überzeugen können. Ich liebe die Thematik, bin unglaublich beeindruckt von der Feinfühligkeit, die die Autorin in die Geschichte eingebracht hat und hoffe sehr, dass sie noch mehr Geschichten dieser Art schreiben wird! Für mich war dies genau das richtige Tempo, denn um Julian und sein Geheimnis wirklich voll und ganz zu verstehen und anzunehmen, musste man ihn einfach vorher kennenlernen. So fällt es sicher vielen, die vielleicht noch nicht mit dem Thema in Verbindung getreten sind, leichter, sich damit vertraut zu machen und vor allem mit den beiden Hauptcharakteren mitzufühlen. Ich bin verliebt und kann diese Geschichte absolut jedem von euch empfehlen, der etwas besonderes lesen möchte. Obwohl ich den Anfang zwischendurch auch etwas zäh fand, macht die Message des Buches etwas besonderes aus jeder Szene mit Julian und Micah. Daher gibt es von mir 4 Federn.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2020

Etwas schwächer als der erste Band

Verliere mich. Nicht.
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Nachdem ich im Urlaub den ersten Band dieser Dilogie gelesen hatte, musste ich einfach unbedingt den zweiten haben und habe ihn mir daher noch dort bestellt, um ihn sofort Zuhause zu haben, wenn ich wieder ...

Nachdem ich im Urlaub den ersten Band dieser Dilogie gelesen hatte, musste ich einfach unbedingt den zweiten haben und habe ihn mir daher noch dort bestellt, um ihn sofort Zuhause zu haben, wenn ich wieder da bin! Jetzt habe ich ihn endlich gelesen und wusste einfach von Anfang an, wie es ausgehen würde! Ob das Abzug gibt? Ihr werdet sehen 😉

Sage ist eine, wie ich finde, sehr sympathische und einfühlsame Protagonistin, die mit vielen Problemen zu kämpfen hat. Sei es ihr Stiefvater, durch den sie mit einer Angststörung leben muss oder die Tatsache, dass sie keine Wohnung findet, nie genug Geld hat und jetzt auch noch von ihrem Freund getrennt ist! Was kann da noch schlimmer sein? Ich fand es unheimlich traurig zu sehen, wie Sage und Luca sich gefühlt immer weiter voneinander entfernt haben, statt sich näher zu kommen. Ich habe die zwei im ersten Band so geliebt und sie haben sich so perfekt ergänzt, dass ich diese Entwicklung noch immer nicht richtig nachvollziehen kann.

Luca hat sich die meiste Zeit ziemlich idiotisch verhalten und auch das passte nicht ganz in das Bild, das ich bis dahin von ihm hatte. Trotzdem hatten die beiden auch unheimlich besondere Momente, die sie wieder zueinander geführt haben. Ich weiß nach wie vor nicht ob ich zufrieden mit der Entwicklung bin, denn eigentlich hätte ich mir in diesem Band wirklich schon wesentlich eher gewünscht, dass eine richtige Aussprache erfolgt, stattdessen sind die beiden sich immer wieder aus dem Weg gegangen, statt wie Erwachsene miteinander zu sprechen.

Damit haben wir auch schon mein Hauptproblem in diesem Band erfasst: kindisches Verhalten. Ich fand es so, so schade, weil die beiden sich in Band eins so viel reifer verhalten haben. Einerseits zeigt uns das, dass man nie wirklich mit allem klar kommen und ruhig bleiben kann, andererseits hat es mich in vielen Momenten genervt, dass sie nicht einfach mal das Richtige getan haben. Dennoch möchte ich nicht nur schlecht davon reden, schließlich habe ich auch diesen Band in nur einem Tag beendet und mich erneut in die zwei verliebt. Sie sind einfach so menschlich, authentisch und liebenswert!

Die Liebesgeschichte kam mir hier definitiv zu kurz, auch wenn es eigentlich hauptsächlich um die Entwicklung der beiden ging. Andererseits fand ich es toll, wie mit Sage und ihrer Angst umgegangen wurde, wie das große Finale immer näher rückte und letztendlich genau das Ende kam, das ich mir vorgestellt hatte. Sehr schön geschrieben und vor allem sehr authentisch.

Natürlich möchte ich auch die Nebencharaktere nicht außer Acht lassen, denn vor allem April und Megan haben mich komplett einnehmen können! Schon in Band 1 fand ich die beiden toll und auch diesmal haben sie für schöne Situationen gesorgt und mein Herz mitgenommen! Selbst Connor fand ich diesmal super und auch Aaron und Cameron kamen nicht zu kurz! In diesem Sinne waren auch die Nebencharaktere wieder ein voller Erfolg!


Fazit:
Obwohl ich diesmal fast schon genervt von einigen Ereignissen und Taten der beiden Hauptcharaktere war, muss ich doch sagen, dass Laura Kneidl einfach schreiben kann! Die Charaktere sind echt, haben ihre Macken und sind dabei absolut liebenswert, sodass man ihnen gar nicht lang für ihr dummes Verhalten böse sein kann. Ich habe die Liebesszenen geliebt und auch die Entwicklung, die alle durchmachen fand ich toll! Natürlich gab es auch diesmal wieder die ein oder andere witzige Situation, überwiegen tut hier allerdings eine sehr angespannte, traurige Phase, womit ich vorher nicht gerechnet hätte. Das Ende war dann ziemlich vorhersehbar, wie es oft in solchen Geschichten der Fall ist, trotzdem bin ich nach wie vor verliebt in Sage und Luca und möchte die beiden am liebsten gar nicht gehen lassen! Von mir gibt es 4 Federn!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2020

Einfach wunderschön

Berühre mich. Nicht.
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Nachdem mir gefühlt jeder von euch gesagt hat, wie toll die Bücher von Laura Kneidl sind – insbesondere die Berühre mich nicht Dilogie – konnte ich mich vor meinem Urlaub nicht mehr mit dem Kauf zurückhalten. ...

Nachdem mir gefühlt jeder von euch gesagt hat, wie toll die Bücher von Laura Kneidl sind – insbesondere die Berühre mich nicht Dilogie – konnte ich mich vor meinem Urlaub nicht mehr mit dem Kauf zurückhalten. Endlich habe auch ich den ersten Band beendet und kann eure Meinung nachvollziehen!

Zu Beginn war ich etwas überrascht über die Art von Sage, obwohl ich schon vor dem Lesen wusste, dass die Thematik eine ernstere ist und es in eine Richtung gehen würde, die vielen Lesern sehr nahe gehen könnte. Sage lebt in ihrer eigenen Welt und hat es nicht immer ganz leicht, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen bzw. diesen zuzulassen. Ich mochte sie von Anfang an und habe ihre Gedankengänge größtenteils nachvollziehen können, trotzdem war es zwischendurch nicht ganz leicht, jede ihrer Phasen locker hinzunehmen.

Die Phasen sind meiner Meinung nach ein besonders wichtiger Teil dieser Geschichte, denn je nach dem ob Sage gerade erst wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wurde oder nicht, hat sie auch mehr oder weniger Nähe zugelassen. In diesem Punkt konnte ich sie wirklich gut verstehen, andererseits habe ich ihr immer wieder zurufen wollen, dass sie endlich einen Menschen wirklich in ihr Leben lassen sollte und diesem Vertrauen entgegenbringen sollte. Natürlich fällt ihr das alles andere als leicht, dennoch gab es großartige Nebencharaktere!

Vor allem April und Luca haben mich beeindrucken können, ob durch ihre locker wirkende Art und ihre eigene Geschichte, die nicht immer ganz leicht war oder auch die Wohnsituation und ihre Herzlichkeit. Vor allem von Luca hätte ich zu Beginn nicht annähernd so viel erwartet und empfinde ihn jetzt als einen meiner liebsten Bookboyfriends! Doch auch April konnte mit ihrer warmen, fürsorglichen Art auf ganzer Linie überzeugen!

Natürlich gab es auch andere Nebencharaktere, die nicht ganz so stark waren, mich aber ebenfalls überzeugen konnten. So habe ich noch immer Gavin, Connor, Cameron, Aaron und zahlreiche andere im Kopf, obwohl diese nicht allzu oft aufgetaucht sind. Gleichzeitig sind da natürlich auch die Familien von Sage und einigen anderen, die für die Geschichte eine wichtige Rolle spielen oder auch ihre beste Freundin Megan, die ich sehr gern mochte. Ich bin sehr gespannt wie es mit all diesen Beziehungen im zweiten Band weitergehen wird.


Fazit:
Ich muss wirklich sagen, dass ich nach den ersten Seiten niemals erwartet hätte, dass ich das Buch am Ende so lieben würde! Ich bin gerade im Urlaub und mir war nicht klar, dass der erste Band mit einem Cliffhanger enden würde, weshalb ich den zweiten noch nicht hier, aber direkt bestellt habe! Ich liebe die Charaktere, ich liebe das Setting und ich bin beeindruckt von der emotionalen Situation, die vor allem durch Sage und Luca auftaucht und für die Geschichte unheimlich relevant ist. Die Fortsetzung kann ich jetzt kaum noch abwarten, doch trotz meiner Nähe zu den Charakteren und meiner Aufregung hat mich das Ende nicht besonders zufrieden zurückgelassen, daher gibt es keine Exraauszeichnung, aber dennoch 5 Federn!

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