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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2026

Zwischen Spannung, Gefühl und kleinen Schwächen

Tricking A Bad Boy (Sons of Chicago 1)
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Dieses Buch hat mich von Anfang an total abgeholt und ich war direkt in der Geschichte drin. Die Seiten sind teilweise nur so an mir vorbeigeflogen, weil die Mischung aus Spannung, Emotionen und ruhigeren ...

Dieses Buch hat mich von Anfang an total abgeholt und ich war direkt in der Geschichte drin. Die Seiten sind teilweise nur so an mir vorbeigeflogen, weil die Mischung aus Spannung, Emotionen und ruhigeren Momenten einfach unglaublich stimmig ist. Es gibt diese Szenen, die einen mitreißen, und gleichzeitig auch solche, die Raum zum Durchatmen lassen. Genau diese Balance hat für mich den Lesefluss so angenehm gemacht und dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.

Besonders die Dynamik zwischen Nova und Dan ist für mich eines der größten Highlights. Man spürt von Anfang an diese unterschwellige Spannung, die sich immer weiter entwickelt und gleichzeitig nie ganz greifbar ist. Ihre Beziehung ist nicht einfach nur romantisch, sondern geprägt von Unsicherheiten, inneren Konflikten und diesem ständigen Hin und Her zwischen Nähe und Distanz. Gerade Nova fand ich als Protagonistin unglaublich spannend, weil sie nicht nur stark wirkt, sondern auch verletzlich ist und sichtbar mit sich selbst kämpft. Ihr Zwiespalt zwischen ihrem früheren Ich und dem, was sie sein möchte, zieht sich durch die gesamte Geschichte und macht ihre Entwicklung besonders greifbar.

Auch die Nebencharaktere bringen nochmal richtig Tiefe in die Geschichte und haben dafür gesorgt, dass sich alles lebendig und rund anfühlt. Freundschaft, Vertrauen und das Gefühl von Zugehörigkeit spielen dabei eine große Rolle, was mir besonders gut gefallen hat. Gleichzeitig gab es aber auch einzelne Momente, die mich nicht komplett überzeugen konnten. Vor allem gegen Ende hätte ich mir mehr Raum gewünscht, damit sich bestimmte Entwicklungen und Wendungen noch intensiver entfalten können. Einige Szenen wirkten dadurch etwas zu schnell abgehandelt und konnten emotional nicht ganz das transportieren, was sie vielleicht hätten erreichen können.

Trotzdem bleibt am Ende ein wirklich stimmiger erster Band, der Lust auf mehr macht. Die Geschichte hat mich unterhalten, emotional abgeholt und neugierig auf die Fortsetzung gemacht. Es ist vielleicht kein absolutes Highlight, aber ein Buch, das sich sehr gut lesen lässt und das ich definitiv weiterempfehlen würde. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht und welche Entwicklungen uns dort noch erwarten.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Wenn ein wichtiges Thema seine Wirkung verliert

Up in Smoke - Was tust du, wenn die Wahrheit nicht zählt?
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Manchmal greift man zu einem Buch, weil das Thema wichtig wirkt und genau deshalb etwas auslösen könnte. Genau dieses Gefühl hatte ich bei Up in Smoke von Nick Brooks. Umso größer war am Ende meine Ernüchterung. ...

Manchmal greift man zu einem Buch, weil das Thema wichtig wirkt und genau deshalb etwas auslösen könnte. Genau dieses Gefühl hatte ich bei Up in Smoke von Nick Brooks. Umso größer war am Ende meine Ernüchterung. Obwohl das Buch mit Themen arbeitet, die gesellschaftlich unglaublich relevant sind, konnte mich die Geschichte auf keiner Ebene wirklich erreichen.

Der Schreibstil wirkt über weite Strecken sehr nüchtern und beinahe distanziert. Statt Spannung oder emotionaler Wucht entsteht beim Lesen eher das Gefühl von Stillstand. Die Handlung kommt kaum voran und verliert sich in einer Erzählweise, die überraschend langatmig wirkt. Gerade weil das Buch mit rund 200 Seiten eigentlich sehr kompakt ist, hätte ich hier deutlich mehr Dynamik erwartet. Stattdessen hatte ich schon nach der Hälfte das Gefühl, dass sich alles im Kreis dreht.

Besonders schade finde ich das, weil das Buch Themen wie Rassismus, Polizeigewalt und strukturelle Diskriminierung aufgreift. Das sind Realitäten, die jeden Tag stattfinden und die eigentlich eine kraftvolle, eindringliche Geschichte verdienen würden. Für mich bleibt Up in Smoke jedoch zu blass, zu langsam und letztlich auch zu wenig packend, um dieser Thematik wirklich gerecht zu werden. Das Einzige, was mir positiv aufgefallen ist, ist der Buchsatz mit den integrierten Illustrationen, die das Ganze visuell auflockern.

Nach etwa der Hälfte habe ich das Buch schließlich abgebrochen, weil mich weder Handlung noch Erzählstil halten konnten. Vielleicht funktioniert diese Geschichte für andere Leserinnen und Leser besser, für mich hat sie leider weder als Jugendthriller noch als gesellschaftlich relevante Geschichte gezündet.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Wenn Kontrolle zur einzigen Rettung wird

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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Am Anfang war ich ehrlich unsicher, ob mich die Geschichte wirklich abholen kann, weil die Figuren erst sechzehn sind und die ersten Kapitel sehr jugendlich wirken. Doch je weiter ich gelesen habe, desto ...

Am Anfang war ich ehrlich unsicher, ob mich die Geschichte wirklich abholen kann, weil die Figuren erst sechzehn sind und die ersten Kapitel sehr jugendlich wirken. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Wir begleiten Mila in einer Phase, in der ihr ganzes Leben ins Wanken gerät. Ein Umzug nach Zürich, Eltern die kaum Halt geben können und das Gefühl, dass alles gleichzeitig auseinanderfällt. In diesem Chaos klammert sie sich an das Einzige, was sie noch kontrollieren kann ihr Essverhalten. Die Geschichte zeigt sehr eindringlich, wie schleichend sich eine Essstörung entwickeln kann und wie schnell Gedanken entstehen, die nach außen oft unsichtbar bleiben.

Die Handlung wirkt für mich wie in zwei Teile gegliedert. Zuerst erleben wir Milas Vorgeschichte und wie sich ihre Situation immer weiter zuspitzt. Später verlagert sich alles in eine Klinik am See, ein eigentlich wunderschöner Ort der im starken Kontrast zu ihrem inneren Chaos steht. Gerade diese ruhige Atmosphäre verstärkt die Intensität vieler Szenen. Besonders mochte ich, wie feinfühlig die Autorin Milas Gedanken und Gefühle beschreibt. Kleine Beobachtungen, kurze Momente zwischen den Figuren und stille Spannungen erzählen oft mehr als große dramatische Szenen.

Die Liebesgeschichte hat sich für meinen Geschmack etwas zu schnell entwickelt und wirkte stellenweise fast ein wenig zu intensiv für ein Young Adult Setting. Dafür konnte mich ein späterer Twist in der Handlung umso mehr überraschen. Insgesamt ist „Und alles zerbricht“ ein bemerkenswertes Debüt, das einen ehrlichen Einblick in ein sensibles Thema gibt und dabei zeigt, wie zerbrechlich Menschen sein können und gleichzeitig wie viel Stärke in ihnen steckt. Besonders für junge Leserinnen kann dieses Buch sehr eindrücklich sein, aber auch ältere Leserinnen werden hier mehr Tiefe finden, als man zunächst erwartet.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Wenn in dir mehr steckt als nur ein Geheimnis

Dragonborn (Band 1) - Das Erbe des Feuers
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Der Einstieg in Dragonborn – Das Erbe des Feuers von Struan Murray hat mich überraschend schnell abgeholt. Schon auf den ersten Seiten merkt man, dass sich unter Alex’ bisherigem Leben etwas verbirgt, ...

Der Einstieg in Dragonborn – Das Erbe des Feuers von Struan Murray hat mich überraschend schnell abgeholt. Schon auf den ersten Seiten merkt man, dass sich unter Alex’ bisherigem Leben etwas verbirgt, das größer ist als sie selbst zunächst begreift. Besonders mochte ich an ihr, dass sie trotz aller Unsicherheit versucht, stark zu bleiben und ihre Mutter zu schützen. Gleichzeitig spürt man sehr deutlich ihre Neugier und ihren Wunsch, endlich Antworten zu bekommen. Genau diese Mischung macht sie zu einer Figur, in die man sich beim Lesen sehr leicht hineinversetzen kann.

Die Geschichte führt uns an zwei zentrale Orte. Zum einen lernen wir Undwin kennen, eine Stadt in der sogenannten Außenanderswelt, die bewusst vor der menschlichen Zivilisation verborgen gehalten wird. Von dort aus öffnet sich nach und nach der Blick auf eine ganz andere Realität. Der eigentliche Mittelpunkt der Handlung ist jedoch Skralla, eine Insel, auf der Drachen ausgebildet werden. Für Alex bedeutet dieser Ort einen massiven Kulturschock. Alles ist neu, vieles wirkt zunächst chaotisch und fremd, und genau dadurch fühlt sich ihre Perspektive sehr authentisch an.

Was mich besonders begeistert hat, ist der Aufbau der Welt hinter der Geschichte. Obwohl wir nur einen kleinen Teil davon kennenlernen, merkt man schnell, dass dieses Universum viel größer angelegt ist. Hinter allem steht ein komplexer Hintergrund aus alten Konflikten, einem großen Krieg, magischen Wesen wie Feen und Zauberern sowie geheimnisvollen Durchwegen zwischen den Welten. Gleichzeitig schafft es das Buch, diese vielen Elemente verständlich zu erklären. Gerade für jüngere Leserinnen und Leser ab etwa zwölf Jahren bleibt die Welt dadurch greifbar und nachvollziehbar, ohne dass sie an Faszination verliert.

Auch die Figuren tragen viel zur Spannung bei. Neben Alex begegnen wir Charakteren, die sehr unterschiedlich wirken und nicht immer sofort einzuordnen sind. Manche bringen Leichtigkeit in die Geschichte, andere hinterlassen eher ein Gefühl von Misstrauen. Genau diese Dynamik sorgt dafür, dass man beim Lesen ständig über mögliche Hintergründe und Geheimnisse nachdenkt. Dazu kommen einige Wendungen, die man so vielleicht nicht unbedingt erwartet und die der Geschichte immer wieder neue Energie geben.

Am Ende bleibt vor allem der Eindruck einer lebendigen Fantasywelt, die gerade erst begonnen hat, sich zu entfalten. Viele Fragen bleiben bewusst offen und genau das macht neugierig darauf, welche Geheimnisse diese Welt noch bereithält. Dragonborn – Das Erbe des Feuers ist damit ein sehr gelungener Auftakt, der junge Fantasyfans mit Drachen, Magie und einer mutigen Protagonistin sicher gut in seinen Bann ziehen kann.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Zwischen Freiheit und Verlorensein

Open Hearts
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Manchmal beginnt eine Geschichte genau dort, wo das Leben gerade auseinanderfällt. Misty steht plötzlich wieder am Anfang. Nach der Trennung landet sie zurück in ihrem alten Kinderzimmer und fühlt sich, ...

Manchmal beginnt eine Geschichte genau dort, wo das Leben gerade auseinanderfällt. Misty steht plötzlich wieder am Anfang. Nach der Trennung landet sie zurück in ihrem alten Kinderzimmer und fühlt sich, als wäre sie im Leben ihrer eigenen Generation einen Schritt zu spät. Genau in dieser Phase begegnet sie Christopher und damit auch einer Beziehungsform, die so gar nicht zu ihren ursprünglichen Vorstellungen passt.

Was diesen Roman spannend macht, ist weniger eine klassische Liebesgeschichte als vielmehr die Frage, wie unterschiedlich Menschen Beziehungen definieren. Die offene Partnerschaft wird hier weder romantisiert noch verurteilt. Stattdessen entsteht ein Blick auf verschiedene Lebensentwürfe und darauf, wie kompliziert Nähe sein kann, wenn Erwartungen nicht zusammenpassen. Christopher wirkt dabei oft sehr kontrolliert und rational, während Misty deutlich suchender durch die Geschichte geht. Gerade diese Dynamik sorgt immer wieder für Reibung und lässt viele Gespräche etwas unausgeglichen erscheinen.

Mit Misty hatte ich persönlich ein eher wechselhaftes Verhältnis. Anfangs wirkt sie nahbar und humorvoll, doch im Verlauf der Geschichte trifft sie Entscheidungen, die ich nicht immer nachvollziehen konnte. Gleichzeitig steckt genau darin vielleicht auch der Kern des Buches. Es geht weniger darum, perfekte Figuren zu zeigen, sondern Menschen, die sich ausprobieren, scheitern und erst langsam verstehen, was sie eigentlich wollen. Manche Handlungsstränge wirkten für mich etwas unfertig und kleinere Ungereimtheiten haben meinen Lesefluss gelegentlich gestört.

Trotzdem bleibt etwas von dieser Geschichte hängen. Nicht unbedingt wegen großer romantischer Momente, sondern wegen der Fragen, die sie aufwirft. Wie viel Freiheit verträgt Liebe und wie leicht verliert man sich selbst, wenn man versucht in ein Leben zu passen, das eigentlich nicht zu einem gehört.

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