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Veröffentlicht am 21.04.2026

Freundschaft, die zu Liebe wird

Grumpy Darling
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In „Grumpy Darling“ von Alexandra Moody geht es um Paige, die kurz vor ihrem Schulabschluss steht und absolut keinen Plan hat, wie es danach weitergehen soll. Unter dem Druck ihrer Eltern erstellt sie ...

In „Grumpy Darling“ von Alexandra Moody geht es um Paige, die kurz vor ihrem Schulabschluss steht und absolut keinen Plan hat, wie es danach weitergehen soll. Unter dem Druck ihrer Eltern erstellt sie eine Bucket List für ihr letztes Jahr voller Dinge, die sie ausprobieren will, um endlich herauszufinden, wer sie ist und was sie will. Ein Punkt darauf: ihr erster Kuss. Doch das gestaltet sich schwierig, vor allem, weil ihr bester Freund Grayson Darling, Eishockeyspieler und absoluter Grummelbär, jeden potenziellen Kandidaten sofort vergrault. Also wird kurzerhand beschlossen: Grayson soll nicht länger abschrecken, sondern als Wingman und Dating-Coach fungieren. Während Paige versucht, ihrem Crush Damien näherzukommen, kämpft Grayson jedoch mit ganz anderen Gefühlen, die er schon viel zu lange unterdrückt…

Ich muss sagen: Dieser zweite Band hat mir tatsächlich noch besser gefallen als der erste. „Grumpy Darling“ hat sich für mich einfach runder, emotionaler und irgendwie „echter“ angefühlt. Auch wenn man natürlich wieder merkt, dass wir uns hier im New-Adult-Bereich bewegen und die Protagonist*innen noch sehr jung sind.
Gerade das Alter hat man beim Lesen auch deutlich gespürt. Paige und Grayson wirken an manchen Stellen ziemlich naiv und teilweise fast ein bisschen jünger, als sie eigentlich sein sollten. Manche Reaktionen oder Gedanken kamen mir etwas übertrieben oder unbedarft vor. Aber: Es hat mich nicht wirklich gestört. Es blieb insgesamt im Rahmen und hat sogar irgendwie zur Geschichte gepasst, weil diese Unsicherheit ja genau das ist, worum es bei Paige geht, dieses Suchen, Ausprobieren und sich selbst finden.

Was ich besonders gelungen fand, war die Grundstimmung des Buches. Es ist einfach schön. So unaufgeregt, so angenehm, so frei von toxischem Drama. Keine künstlich aufgebauschten Konflikte, kein unnötiger Hass, stattdessen eine Geschichte, die auf einer jahrelangen Freundschaft aufbaut und zeigt, wie sich diese langsam verändert. Dieses Friends-to-Lovers-Setting hat sich unglaublich gut angefühlt, vor allem weil es hier nicht dieses typische „wir hassen uns erst“-Schema gibt, das man so oft liest.
Die Liebesgeschichte war zwar vorhersehbar, man weiß eigentlich von Anfang an, wohin das Ganze führt, aber genau das hat für mich den Reiz ausgemacht. Es ging weniger um das „Was passiert?“ und mehr um das „Wie passiert es?“. Und dieses „Wie“ war einfach richtig schön umgesetzt.

Besonders Grayson hat dabei mein Herz gewonnen. Dieses heimliche Verliebtsein, dieses Zurückhalten, weil er die Freundschaft nicht gefährden will und gleichzeitig dieses leise Bemühen um Paige. Das war einfach so süß zu lesen.
Aber auch Paige hat mir gefallen, vor allem ihre Entwicklung. Ich mochte es total, wie sich ihre Gefühle ganz langsam verändern. Wie sie Stück für Stück merkt, dass das, was sie für Grayson empfindet, eben nicht nur freundschaftlich ist. Dieser Wandel war nicht plötzlich oder überdramatisch, sondern leise, glaubwürdig und sehr gefühlvoll geschrieben.

Der Schreibstil von Alexandra Moody ist dabei angenehm leicht, flüssig und sehr zugänglich. Man fliegt förmlich durch die Seiten, ohne dass es oberflächlich wirkt. Die Atmosphäre ist warm, locker und teilweise auch richtig humorvoll, vor allem durch die Dynamik innerhalb der Darling-Familie.

Und genau da kommt für mich ein weiteres Highlight: die Familie Darling. Ich mochte die Darlings ja schon in Band 1, aber hier habe ich sie noch mehr ins Herz geschlossen. Die Beziehungen zwischen den Brüdern sind einfach richtig schön dargestellt. Liebevoll, ein bisschen chaotisch, oft witzig, aber immer unterstützend. Das hat dem Buch nochmal eine ganz besondere Wärme gegeben.

Was vielleicht für einige wichtig ist: Es gibt keinen Spice. Aber ehrlich gesagt, das Buch braucht das auch überhaupt nicht. Die Gefühle, das Knistern, dieses leise Prickeln zwischen Paige und Grayson, das funktioniert auch komplett ohne explizite Szenen. Und genau das macht die Geschichte meiner Meinung nach so stark, weil sie zeigt, dass Intensität nicht davon abhängt.

Fazit

Am Ende bleibt für mich ein sehr niedlicher, emotionaler und einfach angenehmer Roman, der sich leicht liest, aber trotzdem berührt. Kein großes Drama, keine toxischen Dynamiken, sondern eine sanfte, liebevolle Liebesgeschichte, die sich gut anfühlt.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Ich hab jede einzelne Seite genossen

Terms of Attraction 1. The Knockout Contract
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Lainey steckt in einer ziemlich ausweglosen Situation: Die Hochzeit ihrer Stiefschwester steht an und der Bräutigam ist ausgerechnet ihr Ex, der sie damals tief verletzt hat. Um die Feier zu überstehen ...

Lainey steckt in einer ziemlich ausweglosen Situation: Die Hochzeit ihrer Stiefschwester steht an und der Bräutigam ist ausgerechnet ihr Ex, der sie damals tief verletzt hat. Um die Feier zu überstehen und den ständigen Verkupplungsversuchen ihrer Mutter mit reichen, überheblichen Männern zu entgehen, braucht sie dringend eine Begleitung. Unerwartet bietet sich dafür Parker Westfield an, ein erfolgreicher Box-Champion, der selbst einen guten Grund hat, ein paar Wochen abzutauchen: Eine Schulterverletzung zwingt ihn zu einer Trainingspause, die niemand erfahren darf.
Eine Fake-Beziehung scheint für beide die perfekte Lösung zu sein, wäre da nicht ihre gemeinsame Vergangenheit, die alles andere als unkompliziert ist. Denn seit einer folgenschweren Nacht im Krankenhaus kann Lainey Parker eigentlich nicht ausstehen.
Doch je überzeugender er seine Rolle spielt, desto mehr beginnt sie zu zweifeln, ob hinter seiner arroganten Fassade nicht doch mehr steckt.

Ich kann es nicht anders sagen: „Terms of Attraction – The Knockout Contract“ von Stefanie Sante ist eines meiner liebsten Bücher dieses Jahr. Ich habe wirklich alles daran geliebt - von der ersten bis zur letzten Seite. Ich bin unglaublich schnell in die Geschichte reingekommen, hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Längen und habe jede einzelne Szene, jeden Dialog und jede Entwicklung einfach nur genossen.

Was für mich sofort herausgestochen ist, war der Schreibstil der Autorin. Er ist modern, locker und humorvoll, ohne dabei übertrieben oder künstlich zu wirken. Die Dialoge sprühen vor Witz, was vor allem daran liegt, dass sich Lainey und Parker absolut nichts schenken. Ihre Schlagabtausche sind scharf, pointiert und einfach unterhaltsam. Beide sind definitiv nicht auf den Mund gefallen. Trotzdem kippt das Ganze nie ins Toxische, sondern bleibt immer auf eine angenehme, respektvolle Weise neckend und echt.
Auch die wechselnden Perspektiven zwischen Lainey und Parker fand ich richtig gut. Dadurch bekommt man einen tiefen Einblick in beide Figuren, versteht ihre Gedanken und Gefühle besser und kann sich viel leichter mit ihnen identifizieren.

Besonders gefallen hat mir zudem, dass das Buch viele typische Klischees und Tropes bewusst nicht bedient oder zumindest anders umsetzt. Klar, das Fake-Dating-Motiv ist vorhanden, aber die Art und Weise, wie die Beziehung zwischen Lainey und Parker aufgebaut ist, fühlt sich erfrischend anders an. Die beiden sind von Anfang an - mehr oder weniger - ehrlich zueinander, und genau das macht einen riesigen Unterschied. Es gibt kein unnötig aufgebauschtes Drama, das nur daraus entsteht, dass jemand nicht die Wahrheit sagt und dann alles eskaliert.
Und ganz ehrlich: Genau das hat mich schon in so vielen anderen Büchern gestört. Dieses ewige „Wir reden einfach nicht miteinander und machen alles schlimmer“-Drama bleibt hier größtenteils aus.
Natürlich gibt es auch hier unausgesprochene Dinge und innere Konflikte, aber die wirken meiner Meinung nach authentisch und nachvollziehbar. Die Probleme liegen viel mehr in den Figuren selbst. Sie müssen sich mit ihren eigenen Unsicherheiten, Verletzungen und Ängsten auseinandersetzen. Und genau das macht die Geschichte für mich so glaubwürdig.

Lainey mochte ich dabei direkt von Anfang an. Sie ist unsicher, trägt einiges mit sich herum, aber gleichzeitig ist sie - besonders Parker gegenüber - alles andere als still oder zurückhaltend. Ich fand es schön zu sehen, wie sie sich im Laufe der Geschichte weiter öffnet, mehr für sich selbst einsteht und an Stärke gewinnt.
Und Parker… ich habe ihn wirklich geliebt. Er ist so weit entfernt vom typischen „Bad Boy“ oder oberflächlichen Playboy. Stattdessen ist er vielschichtig, aufmerksam, sensibel und unglaublich zuvorkommend. Gerade im Umgang mit Lainey zeigt er eine Seite, die einfach nur liebenswert ist. Ehrlich gesagt: So einen Book-Boyfriend kann man sich nur wünschen.

Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich eher langsam, was ich sehr passend fand. Trotzdem habe ich persönlich schon beim ersten Aufeinandertreffen die Funken gespürt. Diese unterschwellige Anziehung und das Knistern, das war einfach sofort da und hat sich durch das ganze Buch gezogen.

Auch die Nebencharaktere haben die Geschichte für mich noch einmal aufgewertet. Besonders Parkers bester Freund und Jemma sind mir im Gedächtnis geblieben. Ich freue mich jetzt schon unglaublich auf Jemmas eigene Geschichte, weil sie einfach so viel Potenzial hat.

Das Thema Boxen fand ich ebenfalls eine erfrischende Abwechslung. Es war präsent, aber nicht so dominant, dass es alles andere überschattet hat. Genauso mit dem medizinischen Aspekt rund um Lainey. Es war genau die richtige Mischung. Beides hat der Geschichte Tiefe gegeben, ohne sie zu überladen.

Fazit

Am Ende bleibt für mich ein rundum stimmiges Gesamtbild: eine Geschichte, die emotional berührt, ohne ins Kitschige abzudriften, die humorvoll ist, ohne albern zu wirken, und die Figuren zeigt, die sich echt anfühlen.
Für mich war dieses Buch einfach ein Highlight.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

spannend von der ersten bis zur letzten Seite

Missing Page - Tödliche Worte
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„Missing Page – Tödliche Worte“ von Katie Kento erzählt von der 17-jährigen Toni, die nach Schottland reist, um an einem exklusiven Schreibworkshop eines gefeierten Bestsellerautors teilzunehmen. Doch ...

„Missing Page – Tödliche Worte“ von Katie Kento erzählt von der 17-jährigen Toni, die nach Schottland reist, um an einem exklusiven Schreibworkshop eines gefeierten Bestsellerautors teilzunehmen. Doch schnell wird klar, dass hinter dem Workshop weit mehr steckt: Der Autor stellt in Aussicht, sein gesamtes Vermögen einem der Teilnehmenden zu vermachen. Während der Ehrgeiz unter den Jugendlichen wächst, schneidet ein Sturm die Gruppe von der Außenwelt ab und unheimliche Dinge beginnen zu geschehen. Geheimnisse, Albträume und eine immer bedrohlichere Atmosphäre führen schließlich zu einer blutigen Tragödie, die alles verändert.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll, denn dieses Buch hat mich wirklich komplett gepackt. Ich habe es tatsächlich fast in einem Rutsch durchgelesen, weil ich einfach nicht mehr aufhören konnte. Dieses typische „nur noch ein Kapitel“-Gefühl war hier extrem stark.

Was mir von Anfang an unglaublich gut gefallen hat, ist der Schreibstil. Katie Kento schreibt sehr flüssig, aber gleichzeitig auch unglaublich atmosphärisch. Es entsteht dieses leise, unterschwellige Unbehagen, das sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte zieht. Schon früh hatte ich das Gefühl: Hier stimmt irgendetwas ganz und gar nicht. Und genau dieses Gefühl lässt einen einfach nicht mehr los.
Die Atmosphäre ist wirklich ein Highlight. Dieses abgeschottete Setting in Schottland, der Sturm, der die Gruppe isoliert, das geheimnisvolle Anwesen – das alles erzeugt eine düstere und unheimliche Stimmung.

Auch die Handlung hat mich total überzeugt. Es gibt keine Längen, keine langweiligen Passagen, im Gegenteil: Die Spannung baut sich konstant auf und wird immer weiter gesteigert. Besonders stark fand ich, dass man die ganze Zeit miträtselt. Ich hatte unzählige Theorien im Kopf, habe versucht, die Hinweise zusammenzusetzen und trotzdem blieb vieles lange undurchsichtig.
Der „Kriminalfall“ innerhalb der Story ist richtig gut gelungen. Vieles wirkt zunächst unscheinbar, fast beiläufig, und genau das macht es so schwer, den Überblick zu behalten. Ich konnte mir lange keinen richtigen Reim auf alles machen.
Und dann dieses Ende…
Der letzte Abschnitt hat für mich nochmal alles rausgeholt. Die Spannung wird nochmal extrem angezogen, der Plot entwickelt sich richtig stark weiter.
Was ich dabei besonders gelungen fand: Die vielen kleinen Details, die vorher eingestreut wurden, werden am Ende wieder aufgegriffen und sinnvoll erklärt. Alles wirkt stimmig, durchdacht und gut konstruiert. Genau so muss ein guter Thriller für mich sein.

Ein weiterer Pluspunkt waren für mich die Charaktere, vor allem weil man nie ganz sicher sein kann, wem man trauen sollte. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass bestimmte Figuren mehr wissen, als sie zugeben. Besonders bei einigen Nebencharakteren kamen bei mir zunehmend Zweifel auf, was ihre Rolle in der ganzen Geschichte angeht.
Toni fand ich als Hauptfigur besonders gelungen, weil sie gleichzeitig greifbar und geheimnisvoll ist. Einerseits wirkt sie wie eine typische Teilnehmerin des Workshops, andererseits merkt man schnell, dass sie ein eigenes, verborgenes Ziel verfolgt, was ihr Handeln immer wieder in ein anderes Licht rückt.
Vor allem ihre Albträume und das Schlafwandeln machen sie zu einer extrem spannenden Figur. Die Szenen, in denen sie Dinge tut, an die sie sich später kaum erinnern kann, waren für mich richtig intensiv, weil man nie genau weiß, ob man ihrer Wahrnehmung trauen kann. Dadurch entsteht ständig dieses Gefühl von Unsicherheit.

Fazit

Abschließend kann ich nur sagen: „Missing Page – Tödliche Worte“ von Katie Kento hat mich durchgehend gefesselt. Die Spannung bleibt wirklich bis zur letzten Seite erhalten, es gibt keine Durststrecken, und dieses permanente Miträtseln macht einfach unglaublich viel Spaß.
Für mich definitiv ein Highlight – richtig gut gemacht!

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Veröffentlicht am 08.04.2026

tolle Idee, aber leider nicht ganz rund

Ein Buchclub zum Verlieben
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Sloane Parker führt ein ruhiges, strukturiertes Leben als Bibliothekarin in einer Kleinstadt bis der schroffe Arthur McLachlan beginnt, ihren Alltag gehörig durcheinanderzubringen. Zwischen bissigen Wortgefechten ...

Sloane Parker führt ein ruhiges, strukturiertes Leben als Bibliothekarin in einer Kleinstadt bis der schroffe Arthur McLachlan beginnt, ihren Alltag gehörig durcheinanderzubringen. Zwischen bissigen Wortgefechten über Literatur entsteht eine ungewöhnliche Verbindung. Als Arthur plötzlich wegbleibt und sich herausstellt, dass es ihm schlecht geht, beschließt Sloane, ihm zu helfen – auch gegen seinen Widerstand. Aus dieser Entscheidung heraus entsteht ein kleiner Buchclub, der nach und nach immer mehr unterschiedliche Menschen zusammenführt. Jeder von ihnen bringt seine eigene Geschichte mit, und durch die gemeinsamen Bücher beginnen sie, sich selbst und einander besser zu verstehen.

Das Buch „Ein Buchclub zum Verlieben“ von Lucy Gilmore hat mich sofort mit seiner Grundidee abgeholt und auf gewisse Weise auch sehr berührt, aber leider nicht ganz so rund, wie ich es mir erhofft hatte.

Was mir sofort gefallen hat, war der Schreibstil. Lucy Gilmore schreibt angenehm leicht, sehr zugänglich und gleichzeitig mit einem gewissen Charme, der perfekt zur Atmosphäre der Geschichte passt. Gerade die Dialoge – vor allem zwischen Arthur und den Beteiligten – sind oft witzig, pointiert und haben mich mehrfach schmunzeln lassen. Diese kleinen literarischen Schlagabtausche gehören für mich definitiv zu den Highlights des Buches. Gleichzeitig schafft die Autorin eine warme, fast schon gemütliche Atmosphäre, die dieses typische „Kleinstadt-Feeling“ transportiert. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, selbst Teil dieses kleinen Kosmos zu sein.

Auch die Grundidee des Buchclubs fand ich richtig schön umgesetzt. Besonders mochte ich, wie die ausgewählten Bücher die Lebensrealitäten der Figuren widerspiegeln und ihnen dabei helfen, sich selbst besser zu verstehen. Diese Verbindung zwischen Literatur und persönlicher Entwicklung ist wirklich gelungen und hat dem Ganzen eine tiefere Ebene gegeben. Der Buchclub wirkt wie ein sicherer Raum, in dem sich die Figuren öffnen, wachsen und verändern können – dieses Found-Family-Gefühl fand ich richtig stark und emotional.

Und genau hier liegt auch eine der großen Stärken des Buches: die Charakterentwicklung. Jeder einzelne bringt seine eigene Geschichte, seine eigenen Probleme und Unsicherheiten mit. Im Laufe der Handlung entwickeln sich die Figuren weiter, arbeiten an sich selbst und finden – zumindest teilweise – ihren eigenen Weg.
Besonders Arthurs Entwicklung hat mir gut gefallen. Zu sehen, wie dieser mürrische, verschlossene Mann langsam auftaut, war wirklich schön und teilweise auch berührend.

Aber – und das ist leider ein großes Aber – genau diese Vielzahl an Figuren und Geschichten ist für mich gleichzeitig auch die größte Schwäche des Buches.
Ich hatte oft das Gefühl, dass einfach zu viele Handlungsstränge parallel erzählt werden. Zwar lernt man alle Figuren grundsätzlich kennen, aber vielen Geschichten fehlt es an Tiefe. Manche Entwicklungen wirken auf mich zu schnell, zu oberflächlich oder schlicht nicht ganz zu Ende gedacht. Es wird unglaublich viel angerissen, aber nicht alles bekommt den Raum, den es eigentlich gebraucht hätte. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus auf weniger Figuren gelegt wird, um deren Geschichten wirklich intensiv und rund erzählen zu können.

Durch diese Überfülle an Perspektiven hatte ich stellenweise auch Schwierigkeiten, emotional wirklich dranzubleiben. Ich mochte die Charaktere wirklich sehr, aber ich habe sie nicht so tief gefühlt, wie es möglich gewesen wäre. Immer wenn ich das Gefühl hatte, gerade eine Verbindung aufzubauen, sprang die Geschichte schon weiter zur nächsten Person oder zum nächsten Konflikt. Das hat es mir teilweise schwer gemacht, komplett einzutauchen.

Hinzu kommt, dass einige Handlungsstränge für mich etwas überstürzt abgeschlossen wurden oder sich nicht ganz stimmig angefühlt haben. Das Ende versucht zwar, für alle Figuren eine Lösung zu finden, aber nicht alles wirkt dabei wirklich rund. Manche Probleme werden sehr schnell abgehandelt, andere bleiben gefühlt ein Stück weit offen. Bei mir hat das ein leicht unvollendetes Gefühl hinterlassen.

Trotzdem möchte ich betonen, dass ich das Buch insgesamt gerne gelesen habe. Es hat viele schöne, warme Momente, eine tolle Grundidee und Figuren, die man ins Herz schließen kann – auch wenn ich mir gewünscht hätte, sie noch intensiver kennenzulernen. Besonders das Thema Gemeinschaft, Zusammenhalt und persönliches Wachstum wurde wirklich schön dargestellt.

Fazit

Für mich ist „Ein Buchclub zum Verlieben“ von Lucy Gilmore insgesamt ein Buch mit viel Herz und Potenzial, das aber nicht ganz ausschöpft, was möglich gewesen wäre. Es ist eine Geschichte, die mich auf eine leise, angenehme Weise begleitet hat – aber eben nicht ganz so tief berührt hat, wie ich es mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

viel Atmosphäre, wenig Tiefe

Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung
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In „Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung“ von Jo Weil begleitet man die junge Emily „Mimi“ Green, die gemeinsam mit ihrem Bruder Finn ein kleines Cottage samt Fährbetrieb an der Küste von Cornwall am Leben ...

In „Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung“ von Jo Weil begleitet man die junge Emily „Mimi“ Green, die gemeinsam mit ihrem Bruder Finn ein kleines Cottage samt Fährbetrieb an der Küste von Cornwall am Leben hält. Seit dem Tod ihrer Eltern ist dieser Ort ihr Zuhause und ihr Anker. Doch als ihnen die Zwangsversteigerung droht, scheint alles zu zerbrechen. Die Hoffnung ruht auf einer Bank aus London – doch statt finanzieller Hilfe taucht plötzlich Aidan auf, der Sohn des Bankiers. Zwischen ihm und Mimi entsteht schnell eine besondere Verbindung, die jedoch durch ein verborgenes Geheimnis erschüttert wird.

Ich hatte wirklich große Hoffnungen an „Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung“, vor allem wegen des vielversprechenden Settings – und ich muss auch sagen: Die Atmosphäre ist dem Autor definitiv gelungen. Die Küstenlandschaft, das kleine Cottage, dieses leicht melancholische, raue Cornwall-Feeling, das konnte ich mir alles unglaublich gut vorstellen. In dieser Hinsicht hat mich das Buch auch sofort abgeholt.

Leider hört es für mich genau da schon auf.

So sehr ich das Setting mochte, so wenig konnte mich der Rest überzeugen. Ich bin weder mit den Charakteren noch mit der Geschichte wirklich warm geworden. Mimi blieb für mich trotz ihrer tragischen Vergangenheit überraschend distanziert. Ich habe ihre Gedanken zwar nachvollziehen können, aber emotional hat mich das alles nicht erreicht. Ähnlich ging es mir leider auch mit Aidan.

Ein Punkt, der für mich maßgeblich dazu beigetragen hat, war der Perspektivwechsel. Grundsätzlich mag ich mehrere Perspektiven, aber hier hat es für mich eher das Gegenteil bewirkt: Statt mich näher an die Figuren heranzubringen, hat es alles irgendwie zerfasert wirken lassen. Ich hatte ständig das Gefühl, dass die emotionale Bindung unterbrochen wird, bevor sie überhaupt richtig entstehen konnte.
Gleichzeitig wurde dadurch vieles vorweggenommen: bestimmte „Geheimnisse“ waren entweder schon bekannt oder ließen sich sehr früh zusammenreimen.

Und genau das hat mir leider auch die Spannung genommen. Ich hatte selten das Gefühl, wirklich überrascht zu werden. Vieles wirkte vorhersehbar, und gerade bei einem Roman, der stark von emotionalen Wendungen lebt, ist das für mich ein großes Problem. Auch das Ende hat mich deshalb nicht mehr wirklich berührt. Es kam weder überraschend noch besonders bewegend. Stattdessen hatte ich eher das Gefühl, mir schon vorher zusammenreimen zu können, worauf alles hinausläuft. Selbst das angedeutete offene Ende wirkte für mich wenig wirkungsvoll, weil ich glaube, bereits zu wissen, welches „Geheimnis“ hinter Finns Entdeckung steckt.

Hinzu kommt, dass sich die Handlung für mein Empfinden oft zieht. Es gibt viele ruhige, beschreibende Passagen – was grundsätzlich zur Atmosphäre passt –, aber ohne eine starke emotionale Verbindung zu den Figuren verliert das Ganze schnell an Wirkung. Für mich fühlte es sich stellenweise eher zäh als entschleunigt an.

Unterm Strich bleibt bei mir ein etwas zwiespältiger Eindruck: Ich sehe absolut, was das Buch sein wollte, nämlich ein gefühlvoller, atmosphärischer Roman über Verlust, Hoffnung und Neuanfänge. Und in Ansätzen funktioniert das auch, vor allem durch das wirklich gelungene Setting. Aber mich persönlich konnte die Geschichte leider überhaupt nicht abholen. Dafür fehlte mir die emotionale Tiefe in den Figuren, die Spannung in der Handlung und eine gewisse Unvorhersehbarkeit.
Es ist eines dieser Bücher, bei denen ich verstehe, warum andere es mögen, aber für mich hat es einfach nicht funktioniert.

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