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Veröffentlicht am 06.11.2021

Roman mit Schwächen

Mädchenmeuterei
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Für Charlotte Nowak und ihre Freundinnen steht fest, sie müssen ihrer Freundin Bea, die in Schwierigkeiten zu stecken scheint, helfen. Allerdings befindet diese sich gerade in Marokko!
Kein Problem für ...

Für Charlotte Nowak und ihre Freundinnen steht fest, sie müssen ihrer Freundin Bea, die in Schwierigkeiten zu stecken scheint, helfen. Allerdings befindet diese sich gerade in Marokko!
Kein Problem für die "Mädchenmeute", kurzerhand sind sie auch schon auf einem Containerschiff und fahren Richtung Afrika.
Doch schnell merken sie, dass auf den Schiff einiges nicht mit rechten Dingen zu geht und dass sie sich dem entgegenstellen müssen!

Bei "Mädchenmeuterei" von Kirsten Fuchs handelt es sich um die Fortsetzung ihres Romans "Mädchenmeute", was ich allerdings nicht wusste, wodurch es mir an einigen Stellen etwas schwer fiel manche Aussagen zu verstehen, da doch relativ viel Bezug auf den ersten Band genommen wurde und mir so die Zusammenhänge fehlten. Deswegen rate ich Jedem vorweg Teil eins zu lesen.

Der Roman zeichnet sich für mich vor allem durch den erstklassigen Schreistil aus, den ich so in der Art bisher nur selten gesehen habe.
Alltagssprachlich, unverblümt, kein perfekter grammatikalischer Satzbau, teils einfach nur lose Gedanken, ebenso wie normale Menschen denken & miteinander reden und dadurch absolut authentisch, realitätsnah und nahbar, sodass man sich teils gut identifizieren konnte.
Immer mit einer Brise Humor, der mich zum Schmunzeln bringen konnte und die Story aufgelockert hat. Super angenehm zu lesen.

Erzählt wurde ausschließlich aus der Perspektive von Charlotte Nowak, wodurch man vor allem ihr sehr nah war und ihre Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen besonders gut verstand und nachvollziehen konnte.
Gerne hätte ich auch mal in die Köpfe der anderen Charaktere gesehen, um diese besser verstehen zu können.
So waren mir diese großteils eher unsympathisch und teils unverständlich.
Allerdings fand ich die Charakterentwicklungen super, so haben am Ende alle vier Hauptfiguren eine Wandlung durch gemacht, sind, entgegen dem was man erwartet hätte, über ihre eigenen Schatten gesprungen und aus sich herausgekommen.

Die Story an sich war gut, an manchen Stellen allerdings etwas zu langatmig.
Auch hat mir das Ende nicht all zu gut gefallen.
Teils wurden die Handlungsstränge scheinbar einfach reibungslos aufgelöst, da hat mir eindeutig mehr Konflikt gefehlt. Auch die Handlung um Bea schien mir etwas haltlos und irrelevant.
Auf der anderen Seite blieben viele Dinge offen, so wurde zum Beispiel die ganze Reise über ein Geheimnis um den Kapitän gesponnen, welches letztlich dem Leser verborgen blieb.
Ich als Leserin bin mit einem riesen Fragezeichen und vielen unbeantworteten Fragen zurückgeblieben.

Fazit

Alles in allem ein Buch, was zwar das Lesen wert war (nicht zuletzt durch den wirklich interessanten Schreibstil), mich allerdings nicht gänzlich abholen und von sich überzeugen konnte.
Schade, da ich definitiv mehr erwartet hätte.

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Veröffentlicht am 16.10.2021

Zwischen Liebe und Freundschaft

Atelier Rosen
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Kassel, 1830
Die zwanzigjährige Elise Rosen betreibt zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter ein kleines Putzmacher-Atelier in der Marktgasse.
Eines Tages trifft Elise bei ihrer Arbeit auf die junge adlige ...

Kassel, 1830
Die zwanzigjährige Elise Rosen betreibt zusammen mit ihrer Mutter und Großmutter ein kleines Putzmacher-Atelier in der Marktgasse.
Eines Tages trifft Elise bei ihrer Arbeit auf die junge adlige Sybilla von Schönhoff.
Trotz des Standesunterschiedes zwischen den beiden, entwickelt sich schnell eine innige Freundschaft, welche jedoch auf eine harte Probe gestellt wird als Sybillas Verlobter sich in Elise verliebt.
Dieser Moment wirbelt Elises - bis daher eher ruhiges - Leben mächtig durcheinander und stellt sie vor allerlei Probleme und Schwierigkeiten.

Der erste Teil "Atelier Rosen" der neuen Saga von Marie Lamballe konnte mich sofort von Beginn an abholen und an einen anderen Ort zu einer anderen Zeit entführen.

Die damalige Zeit wird in diesem Roman überaus treffend dargestellt und der Zeitgeist super eingefangen und an den Leser weitertransportiert.

Der Schreibstil ist extrem zeitgenössisch, voller für die Jahre um 1830, passender Ausdrücke, Redewendungen und Dialekte etc., welche dem Roman dadurch einmal mehr Tiefe und Authentizität verliehen.
Marie Lamballes Art zu Schreiben ist außerdem sehr lebendig und malerisch.
Die einzelnen Landschaften, Ereignisse und Gefühle waren allesamt so detailreich & bildhaft beschrieben, dass man das Gefühl bekam, selbst vor Ort zu sein und Elises Leben selbst zu leben. Jede Emotion sei es Freude oder Trauer, jeden Verrat, jede Hoffnung, jede Liebe, konnte ich am eigenen Körper fühlen.

Ebenfalls zur geschichtlichen Authentizität beigetragen, haben die Charaktere.
Ihre Verhaltens- & Denkweisen sowie Handlungen entsprachen der damaligen Zeit mit all ihren vorherrschenden gesellschaftlichen Regeln, Werten und Normen.

Besonders gut gefallen hat mir die Freundschaft von Sybilla und Elise. Trotz des Gesellschaftsunterschiedes und den daraus resultierenden Vorbehalten werden die beiden enge Freundinnen und trotzen den negativen Haltungen anderer ihrer Freundschaft gegenüber.

Sybilla ist eine starke, junge Frau, zwar stets etwas ruhig, verhalten und verschlossen, dennoch Elise immer loyal gegenüber und hilfsbereit, wo sie nur kann.
Elise dagegen ist eher aufgeweckt und mutig.
Voller Tatendrang, Kreativität und Leidenschaft lebt sie ihren Beruf und kämpft für ihre Ziele und Wünsche.

Insgesamt zwei großartige und liebenswerte Protagonistinnen, die man gerne auf ihren Weg begleitet.
Aber auch die anderen Charaktere von Marie Lamballe sind super getroffen.
Jeder auf seine eigene Art besonders und allesamt authentisch sowie lebensnah und lebensecht, sodass einen einmal mehr vor Augen geführt wird, wie die damalige Zeit tatsächlich gesellschaftlich geprägt war.

Außerdem sehr realitätsnah und auf historischen Tatsachen basierend dargestellt waren die politischen Umstände wie z.B. die Unzufriedenheit und die Forderung der Menschen nach einer Ständevertretung, die Bildung der Bürgergarde, Kurfürst Wilhelm der Zweite und seine Geliebte von Reichenbach usw.
Sehr interessant und super in die Geschichte eingebunden ohne den eigentlich Kern der Handlung zu überschatten.

Abzug gibt es für mich bei der Handlung.
Zwar war diese von Anfang an bis zum Ende hin spannend und auch immer wieder für eine Überraschung gut, allerdings fand ich das Ende mit seinen Wendungen etwas haltlos und zu weit hergeholt und dadurch wenig glaubhaft sowie authentisch.
Auch konnte ich einige Handlungen und Reaktion mancher Charaktere nicht ganz nachvollziehen. Da hat mir an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Tiefe gefehlt.

FAZIT

Eine wunderbares Buch über eine junge willensstarke Frau, eine besondere Freundschaft, eine unglückliche Liebe und einen starken Familienzusammenhalt.
Super authentisch und absolut lesenswert.

Das Buch konnte bis zum Ende begeistern und fesseln.

Ich für meinen Teil freue mich schon bald auf ein Wiedersehen im Atelier Rosen.

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Veröffentlicht am 14.10.2021

Jahreshighlight

Das Haus der Düfte
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Seit ihrer Kindheit träumt Anouk Romilly Parfümeurin zu werden und ihre ganz eigenen Düfte zu kreieren.
Doch 1950 wird die Parfümindustrie von einigen alteingesessenen mächtigen Familienunternehmen beherrscht, ...

Seit ihrer Kindheit träumt Anouk Romilly Parfümeurin zu werden und ihre ganz eigenen Düfte zu kreieren.
Doch 1950 wird die Parfümindustrie von einigen alteingesessenen mächtigen Familienunternehmen beherrscht, sodass es nur schwer ist Fuß zu fassen, wenn man nicht dazu gehört.
Als Anouk eines Tages auf Stephane Girard trifft, der ihr das Angebot macht, in einem der größten Parfümhäuser in der Parfümstadt Grasse zu lernen und zu arbeiten, zögert sie nicht lange, ergreift ihre Chance und folgt ihm und ihren Traum.
Im Grasse im Hause Girard trifft sie allerdings nicht nur auf die Welt der Düfte, sondern wird auch mit allerlei Familienstreitigkeiten und ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Pauline Lambert ist es mit ihren Roman "Haus der Düfte" gelungen, eine Geschichte rundum die Parfümindustrie des 20. Jahrhunderts zu erschaffen, die begeistert, lebt, bewegt und an jeder Ecke zu verzaubern weiß.

Die Geschichte spiegelt super die damalige Zeit mit ihren Flair, das malerische Frankreich und das Handwerk oder besser die Kunst der Düfte wider.
Eine Hommage an eine andere Zeit und an eine Kunst, der viel zu wenig Bedeutung geschenkt wird.

Der Schreibstil der Autorin hat mir besonders gut gefallen, da ihre Art zu Schreiben absolut authentisch, packend und mitreißend ist.
Durch die detaillierten und emotionalen Schilderungen der Düfte, ihrer Komponenten, der Leidenschaft, der Emotionen und Gefühle wurde die Geschichte für mich lebendig und greifbar.
Ich selbst habe jeden Duft gerochen, bin durch die Straßen von Paris geschlendert, über die Felder und Wiesen von Grasse gelaufen und habe jede Emotion, jeden Moment am eigenen Körper gefühlt und erlebt.

Die Charaktere waren allesamt super ausgereift, facettenreich und liebenswert. Jeder auf seine Art besonders.
Anouk, als Protagonistin, ist perfekt gewählt.
Sie ist eine starke und unbeirrte junge Frau, die weiß was sie will, stets an ihren Träumen und Hoffnungen festhält, dafür kämpft, sich von keinen Niederlagen, Rückschlägen, keiner Skepsis etc. aufhalten lässt, sonders stets ihr Ziel im Blick hat und ihren Weg geht, so wie sie es will!
Ein Vorbild für alle Personen, ein Charakter mit dem man sich gerne anfreundet und identifiziert.

Das Buch baut von Anfang an bis hin zur letzten Seite Spannung auf.
Immer wieder gibt es neue, überraschende Momente, Wirrungen und neue Probleme, die es zu lösen gilt, sodass beim Lesen zu keinen Zeitpunkt Langeweile aufkommt.


Fazit

Ein wirklich grandioses Buch voller Authentizität, Liebe, Leidenschaft und Spannung bis zur letzten Seite.

Eine absolute "Feel Good" Geschichte, die einen abholt zu einer sinnlichen Gedankenreise, bei der man sich beim Lesen einfach wohlfühlt, abschaltet und vom stressigen Alltag erholen kann.

Für mich hat dieses Buch einfach alles was ein gutes Buch haben muss und zählt deswegen definitiv zu meinen Jahreshighlights.
Eine absolute Leseempfehlung meinerseits.

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Veröffentlicht am 06.10.2021

Ein extrem historisch fundierter Roman

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
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Robert, Luise und Johannes sind seit ihrer Kindheit unzertrennlich.
Zusammen wachsen sie in einem Vorderhaus am Stuttgarter Platz im Viertel Charlottenburg in Berlin auf.
Schon früh entbrennt ein regelrechter ...

Robert, Luise und Johannes sind seit ihrer Kindheit unzertrennlich.
Zusammen wachsen sie in einem Vorderhaus am Stuttgarter Platz im Viertel Charlottenburg in Berlin auf.
Schon früh entbrennt ein regelrechter Kampf zwischen den beiden Jungen um die wunderschöne Luise, den Johannes jedoch scheinbar für sich gewinnen kann, da sie sich in ihn verliebt und die beiden sich sogar verloben.
Doch als der Krieg vorbei ist, kehrt nur Robert zurück und Johannes gilt als verschollen.
Nach einiger Zeit der Trauer beginnt Luise schließlich eine Beziehung mit Robert und die beiden heiraten.
Ausgerechnet am Tag der Hochzeit kehrt Johannes allerdings zurück, kriegsversehrt, ohne Mittel und ohne Hoffnung.
Kann er seine Liebe zu Luise überwinden?
Und wie geht diese mit der unerwarteten Rückkehr um?
Kann die Beziehung und ihre Liebe zu Robert das ganze aushalten?

Der Auftakt der Friedrichstraßensaga "Novembersturm" von Ulrike Schweikert fand ich alles in allen super gelungen.

Der Schreibstil ist extrem packend, mitreißend und der Sprachgebrauch der Personen perfekt an die damalige Zeit und Berlin (Stichwort Berliner Dialekt) angepasst.
Trotz dessen keinesfalls zu abwegig und schwer verständlich, sondern super angenehm zu lesen.
Durch den Detailreichtum und die Beschreibung jeglicher Gefühle, Gedanken und Emotionen, schafft es Ulrike Schweikert, dass die Geschichte lebendig und greifbar wird.
Sie baut mit ihrem Schreibstil, eine emotionale Verbindung zwischen dem Leser und den Charakteren auf, sodass man jedes Leid, jede Freude, jede Trauer usw. am eigenen Leib erlebt und mitfühlt.
Ich wurde von der Story mit gerissen und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen den einzelnen Protagonisten und deren "Leben" und Erlebnissen, was am Anfang zwar etwas verwirrend, später, wenn man sich daran gewöhnt hat, jedoch extrem spannend und abwechslungsreich ist.
Dadurch lernt man jeden Charakter noch genauer kennen und die Story bleibt lebendig und realistisch.

Die Charaktere sind allesamt extrem authentisch, super sympathisch und jede/r auf ihre/seine Art außergewöhnlich.
Besonders gut hat mir der Facettenreichtum und die Diversity der Charaktere gefallen.
Es wurden nicht nur die "typischen" Personen mit der für die Zeit typischen Gesinnung gezeigt, sondern auch die, die für damalige Verhältnisse als unnormal galten, teils sogar verachtet und gesellschaftlich nicht akzeptiert wurden, wie die homosexuelle Ilse und ihre Freundinnen, Gesellschafts- sowie Politikkritiker, aber auch Personen einer "niederen Klasse" wie Ella.
Diese Themen werden von der Autorin super aufgenommen und literarisch umgesetzt. Find es klasse, da solche Aspekte in historischen Romanen oftmals zu kurz kommen.

Außerdem mochte ich die willensstarken weiblichen Persönlichkeiten wie Ilse, Luise, Claire Waldoff usw. und ihr Kampf um Emanzipation, Akzeptanz und Mitspracherecht sehr.
Das Buch strotzt vor (Frauen-)Power, Stärke und Vielseitigkeit!

Ebenfalls gefallen hat mir, dass berühmte und für diese Zeit prägende Personen wie Erich Kästner, Clärenore Stinnes, Marlene Dietrich etc. ihren Auftritt hatten.
Allerdings waren es mir irgendwann zu viele Charaktere und Namen, sodass man diese gar nicht mehr zählen konnte und keinen Durchblick mehr hatte.
Mir kam es so vor als wolle die Autorin möglich vielen Berühmtheiten einen Platz in ihren Buch bieten.
Jedoch wurden die meisten Namen dem Leser einfach nur "hingeworfen" ohne nähere Erklärung, Einbindung in die Story oder einer wichtigen, essentiellen, für die Handlung tragende Rolle.

Ein weiterer Pluspunkt ist die grandiose historische Authentizität.
Viele Ereignisse der Jahre, in denen das Buch spielt, werden aufgegriffen und mit allerlei Details ausgeführt, was für eine ausgezeichnete und tiefgründige Recherche und Auseinandersetzung mit dem Thema zeigt.
Man bekommt ein realistisches und ungeschöntes Bild der damaligen Zeit, welche großteils von Armut, Hunger, (Existenz-)Ängsten, Zensur, (Juden-)Hass, Verfolgung, Terror und Gewalt geprägt war, aber auch von Hoffnung, Fortschritt und gesellschaftlichen Umbruch.
Durch diese Einbeziehung dieser historischen Tatsachen/ Begebenheiten/Ereignissen wird der Story des Romans einmal mehr Tiefe und Realität verliehen.
Jedoch rückt dabei an einigen Stellen, die Geschichte rundum Luise und Co in den Hintergrund.
Die viele Politik mit ihren akribisch ausgeführten Ereignissen, fühlten sich teils wie Geschichtsunterricht an und die Geschichte zog sich partiell etwas.

FAZIT:

Alles in allem ein erstklassiger Roman, der definitiv das Lesen wert ist!
Es gab für mich zwar einige Schwächen, über die man allerdings getrost hinwegschauen kann.

Ein Roman voller Geschichte, Liebe und Leidenschaft.
Fesselnd und voller Spannung bis zum Schluss und vor allem zum Ende hin immer wieder für eine Überraschung und eine dramatische, unerwartete Wendung gut!

Für mich ein Muss für alle Historienfans!

Ich meinerseits freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Band der Familiensaga:)

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Veröffentlicht am 10.08.2021

Ideal zum Entspannen

Die Gärten von Heligan - Spuren des Aufbruchs
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Die Story des Buches setzt sich aus zwei Handlungssträngen zusammen.

In der Gegenwart begleiten wir Lexi, welche ein "neues" Leben an der Westküste Cornwalls beginnt und sogleich in ihrem neuen Job in ...

Die Story des Buches setzt sich aus zwei Handlungssträngen zusammen.

In der Gegenwart begleiten wir Lexi, welche ein "neues" Leben an der Westküste Cornwalls beginnt und sogleich in ihrem neuen Job in den verwunschen >> Lost Gardens of Heligan<< mit der Planung der großen Jubiläumsfeier betraut wird.
Bei ihren Recherchen begibt sie sich auf eine Reise tief in die Vergangenheit zu den Anfängen der Gärten und stößt dabei auf eine rätselhafte Geschichte.

Damit sind wir auch schon direkt im zweiten Handlungsstrang der Geschichte.
Im Jahre 1781 treffen wir auf die zwei Waisen Damaris und Allie, die bei ihren Cousin Henry Tremayne aufwachsen.
Nach einen heftigen Sturm finden die beiden den Schiffbrüchigen Julian, dessen Schicksal die Schwestern tief berührt.
Eine Geschichte voller Freundschaft, Liebe, aber auch voller Schicksalsschläge, Ängste und Hoffnung beginnt.
Können die Schwestern am Ende Julian helfen über seine traurige Vergangenheit hinwegzukommen und neue Lebensfreude zu entwickeln?

Der Auftakt der Trilogie "Die Gärten von Heligan - Spuren des Aufbruchs" von Inez Corbi hat mir rundum gut gefallen.

Die Aufmachung des Buches fand ich super gelungen.
Ein wunderschönes Cover, Bilder aus den Gärten gleich zu Anfangs, die die nachfolgende Story für mich noch bildhafter und lebendiger machten und am Ende noch eine Timeline um eine Übersicht zur Geschichte der Gärten zu erlangen.

Die Geschichte ist voller Authentizität. Viele Ereignisse und Details beruhen auf realen Vorkommnissen beziehungsweise Hintergründen.
Durch diese Einbeziehung von historischen Tatsachen/ Begebenheiten wird der Story des Romans einmal mehr Tiefe und Realität verliehen.

Ein weiterer Aspekt, der zur Glaubwürdigkeit beigeträgt, ist der Schreibstil von Inez Corbi.
Die Autorin hat es geschafft, durch die sprachliche Anpassung an das jeweilige Jahrhundert, den gesellschaftlichen Kontrast der beiden Zeiten sehr gut zu übermitteln beziehungsweise darzustellen.
Außerdem ist die gesamte Szenerie über das ganze Buch hinweg stets sehr bildhaft, lebendig und voller kleinster Details beschrieben, sodass ich mich schnell ohne Mühe in die Lost Gardens träumen konnte und die mystische-märchenhafte Atmosphäre direkt zu mir übertragen wurde.

Das Buch ließ sich aufgrund der recht einfachen und realitätsnahen Sprache sehr angenehm lesen.

Die Charaktere der Handlung waren mir allesamt sehr sympathisch und ebenfalls realistisch dargestellt. Allerdings hat mir an der ein oder anderen Stelle leider noch etwas mehr Tiefe gefehlt.

Die Handlung fand ich an sich sehr schön, leider waren jedoch die meisten Geschehnisse absehbar.
Außerdem fehlte mir auch hier an einigen Stellen die nötige Tiefgründigkeit, sodass einige Entwicklungen für mich ziemlich sprunghaft und nicht unbedingt logisch nachvollziehbar erschienen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich der fehlende Konflikt.
In dem Vergangenheitsstrang werden Probleme und Reibungspunkte ziemlich schnell aus der Welt geschafft und stellen somit keinerlei großartige Hürde für die Protagnisten dar.
In dem Gegenwartsstrang fehlen Probleme gänzlich, stattdessen "plätschert" die Story so vor sich hin. Ich hätte mir hier gewünscht, dass mehr auf die (toxische) Vergangenheit der Protagonistin, welche. immer wieder vage angedeutet wird, eingegangen worden wäre. Allerdings hat sich das die Autorin wohl für den zweiten Band aufgehoben.

FAZIT

Alles in allem war das Buch sehr angenehm zu lesen und konnte mich trotz allem ( nicht zuletzt durch die sympathischen Charaktere und die traumhafte Atmosphäre ) von sich überzeugen.
Ideal zum Entspannen und für die Flucht vor dem stressigen Alltag.
Ein absoluter "Feel Good"- Roman, dem es leider an der ein oder anderen Stelle an Spannungsmomenten und Dramatik fehlt.
Nichtsdestotrotz bin ich gespannt, was der zweite Band der Trilogie bereit hält und freue mich die Protagonisten wieder zu treffen.

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