ein würdiger Abschluss einer wundervollen Reihe
Whitestone Hospital - Colliding HeartsIm letzten Band der Whitestone-Hospital-Reihe begleiten wir die Künstlerin – Lauras Schwester - Jess Collins, deren Leben gerade völlig aus den Fugen geraten ist. Die Wohnung, in die sie einziehen wollte, ...
Im letzten Band der Whitestone-Hospital-Reihe begleiten wir die Künstlerin – Lauras Schwester - Jess Collins, deren Leben gerade völlig aus den Fugen geraten ist. Die Wohnung, in die sie einziehen wollte, ist abgebrannt, ihre Kunst verkauft sich kaum noch, Galerien zeigen kein Interesse an ihren Werken und finanziell wird die Lage immer schwieriger. Genau in dieser chaotischen Phase begegnet sie immer wieder dem Thoraxchirurgen Ian Rice aus dem Whitestone Hospital. Ian ist eigentlich dafür bekannt, sich auf drei Dinge zu konzentrieren: seinen Job, guten Kaffee und unverbindliche Affären. Doch Jess lässt ihn nicht los. Etwas an ihr berührt ihn so sehr, dass er sie unbedingt an seiner Seite haben möchte.
Während sich zwischen den beiden langsam eine Beziehung entwickelt, wird Jess von einem Ereignis getroffen, das ihr ohnehin fragiles Leben endgültig erschüttert und sie dazu zwingt, alles zu hinterfragen.
Mit „Whitestone Hospital – Colliding Hearts“ endet eine Reihe, die mich über mehrere Bände hinweg begleitet und bewegt hat. Da ich die vorherigen Bücher bereits alle gelesen habe, war die Vorfreude auf den Abschluss natürlich besonders groß.
Der Einstieg ins Buch fiel mir diesmal allerdings etwas schwerer als erwartet. Die ersten Kapitel wirkten auf mich überraschend ruhig und teilweise auch ein wenig langatmig. Ich hatte zunächst das Gefühl, nicht sofort richtig in die Geschichte hineinzufinden. Das lag vielleicht auch daran, dass die letzten Teile der Reihe bei mir schon eine Weile zurückliegen und mir zu Beginn ein bisschen die direkte Verbindung zur Welt des Whitestone Hospitals gefehlt hat. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte anfangs viel Zeit, um Jess’ Situation zu schildern, wodurch der Einstieg eher leise und zurückhaltend wirkt.
Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich die Geschichte wieder in ihren Bann gezogen. Ava Reed schafft es einfach immer wieder, mit ihrem Schreibstil eine ganz besondere Atmosphäre zu erzeugen. Ihre Sprache ist gefühlvoll, einfühlsam und unglaublich nah an den Figuren. Man spürt beim Lesen, wie viel emotionale Tiefe in ihren Geschichten steckt.
Auch diesmal ist das Thema, das im Verlauf der Handlung aufgegriffen wird, sehr emotional und geht wirklich nahe. Ohne zu spoilern kann ich sagen, dass es sich um ein Thema handelt, das schwer wiegt und viele intensive Gefühle auslöst. Genau hier zeigt sich aber auch die Stärke von Ava Reeds Schreibstil: Sie behandelt diese Aspekte sehr sensibel, authentisch und respektvoll.
Während des Lesens habe ich unglaublich mit Jess mitgefühlt. Ihre Situation, ihre Unsicherheiten und ihr innerer Kampf werden sehr greifbar dargestellt. Besonders beeindruckt hat mich, wie stark sie trotz allem bleibt. Ihr Leben bricht an mehreren Stellen gleichzeitig auseinander, und dennoch gibt sie nicht einfach auf. Diese innere Stärke und gleichzeitig ihre Verletzlichkeit machen sie zu einer sehr authentischen und nahbaren Protagonistin.
Auch die psychologische Tiefe dabei hat mir sehr gefallen. Die emotionalen und mentalen Aspekte werden nicht nur oberflächlich angerissen, sondern wirklich ernst genommen und verarbeitet. Gerade die Art und Weise, wie Jess mit ihren Gefühlen, Ängsten und Herausforderungen umgeht, wirkt sehr realistisch. Das macht die Geschichte stellenweise wirklich intensiv, aber genau dadurch auch so berührend.
Ein großes Highlight für mich war zudem die Beziehung zwischen Jess und Ian. Ihre Dynamik hat mir unglaublich gut gefallen.
Ian ist ein Charakter, den man aus den vorherigen Bänden bereits kennt, und ich fand es spannend, ihn hier noch einmal von einer ganz anderen Seite zu erleben. Hinter seinem Sarkasmus und seiner scheinbar lockeren Art steckt deutlich mehr, als man zunächst denkt. Besonders schön fand ich, wie unterstützend er gegenüber Jess ist. Seine Gefühle für sie sind ehrlich, tief und bedingungslos und genau das merkt man in jeder gemeinsamen Szene.
Was ich an ihrer Beziehung besonders mochte, war, wie ruhig und harmonisch sie sich entwickelt. Es gibt keine toxischen Dynamiken, keine künstlich aufgebauschten Konflikte und keine unnötigen Missverständnisse, die nur für Drama sorgen sollen – etwas, das im New-Adult-Genre leider häufig vorkommt und das ich persönlich nicht sonderlich mag. Stattdessen wirkt ihre Beziehung einfach echt. Sie ist geprägt von Unterstützung, Vertrauen, Geduld und Verständnis. Ian steht Jess zur Seite, ohne sie zu drängen, und gibt ihr gleichzeitig den Raum, den sie braucht. Diese sanfte, respektvolle und liebevolle Dynamik hat das Lesen unglaublich angenehm gemacht.
Natürlich habe ich mich auch sehr darüber gefreut, einige der bekannten Figuren aus den vorherigen Bänden wiederzusehen. Da ich alle Teile der Reihe gelesen habe, war es schön, zumindest kleine Begegnungen mit den Charakteren zu erleben. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, noch ein bisschen mehr von ihnen zu sehen, einfach weil sie mir über die Reihe hinweg sehr ans Herz gewachsen sind. Trotzdem hat es sich immer wie ein kleines Wiedersehen angefühlt, wenn sie auftauchten.
Fazit
Insgesamt ist „Colliding Hearts“ von Ava Reed für mich ein sehr emotionaler und würdiger Abschluss der Reihe. Auch wenn der Einstieg für mich etwas holprig war und ich einen Moment gebraucht habe, um wieder richtig in die Geschichte hineinzufinden, hat mich das Buch am Ende doch sehr berührt. Die Mischung aus emotionaler Tiefe, authentischen Figuren und einer liebevollen, unterstützenden Beziehung hat mich wieder einmal daran erinnert, warum ich Ava Reeds Bücher so gerne lese.