Profilbild von Nepomurks

Nepomurks

Lesejury Profi
offline

Nepomurks ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Nepomurks über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2020

Schöner Frauenschmöker!

Und wenn sie tanzt
0

Susan Elizabeth Phillips ist wahrlich eine Meisterin ihres Genres und zählt seit Jahren zu meinen absolut favorisierten Autorinnen in Sachen „Frauenschmöker“. Mit ihrem neuesten Roman „Und wenn sie tanzt“ ...

Susan Elizabeth Phillips ist wahrlich eine Meisterin ihres Genres und zählt seit Jahren zu meinen absolut favorisierten Autorinnen in Sachen „Frauenschmöker“. Mit ihrem neuesten Roman „Und wenn sie tanzt“ liefert sie meiner Meinung nach auch wieder eine solide Geschichte, die alles bietet, was man sich von solch einem Buch wünschen könnte. Tess und Ian sind die Hauptprotagonisten – beide Mittdreißiger mit jeweils einigen persönlichen Baustellen und Nöten im Leben. Und wie man sich vorstellen kann, sind sich beide zunächst nicht besonders gut gesonnen. So begibt man sich als Leserin also auf den Weg der beiden zueinander, mit allen Höhen und Tiefen – oder auch verbalen Unwägbarkeiten. Insgesamt liest sich der Roman wie erwartet sehr flüssig und die Grundthematik ist interessant und authentisch. Die Protagonisten sind zu Beginn noch recht undurchdringlich und wenig durchschaubar, was sich im Verlauf der Story natürlich aufklärt. Lediglich die manchmal ein wenig politisch anmutenden Randthemen gefielen mir nicht immer so gut. Da hat es Susan E. Phillips evtl etwas zu gut gemeint. Meines Erachtens erwartet man in diesem Genre dann doch vorwiegend Wortwitz, Romantik, ausgeklügelte sympathische Figuren und ein kurzweiliger Erzählstrang, der Up & Downs, sowie ein paar raffinierte Wendungen zu bieten hat und weniger gesellschaftskritische Inhalte. Da „Und wenn sie tanzt“ all diese „Frauenschmöker-Kriterien“ allerdings trotzdem sehr wohl erfüllt und der Plot im Gesamten eine richtig gute Unterhaltung darstellt, kann ich das Buch nur absolut empfehlen. Es wird zwar nicht mein persönliches Lieblingsbuch der Autorin werden, aber dennoch fand ich den Schmöker sehr lesenswert, deshalb volle 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2020

Hochspannung pur!

Abgrund
0

Yrsa Sigurdardottir veröffentlicht mit „Abgrund“ nun den 4. Teil der Serie um Kommissar Huldar und Psychologin Freya – und ich muss sagen, dass es meiner Meinung nach das bisher beste Buch der Reihe ist! ...

Yrsa Sigurdardottir veröffentlicht mit „Abgrund“ nun den 4. Teil der Serie um Kommissar Huldar und Psychologin Freya – und ich muss sagen, dass es meiner Meinung nach das bisher beste Buch der Reihe ist!
Ein Opfer, das nicht nur auf seltsame Weise zu Tode kam, sondern dessen Leiche auch noch sehr skurril zur Schau gestellt wird. Ein identitätsloser kleiner Junge, dessen Eltern nicht aufzufinden sind. Und Ermittlungen, die immer wieder neue Fragen aufwerfen und die Geschehnisse nur noch seltsamer erscheinen lassen, als irgendetwas aufzuklären..
Hochspannung also von Anfang an, viele überraschende Wendungen und ein grundsätzlich gut durchdachter Plot machen das Buch zu einem wirklichen Pageturner! Die Figuren sind hier wieder ziemlich gut getroffen und wirken durchweg authentisch, wenn nicht gar ein wenig schaurig.. Es gibt verschiedene Erzählstränge, die aber immer gut miteinander verwoben werden und in sich rund und stimmig sind. Dass „Abgrund“ so gut, also nahtlos flüssig zu lesen ist, liegt meines Erachtens aber auch an der guten Übersetzung von Tina Flecken, die die Dialoge der Protagonisten nicht mit Fäkalsprache durchzieht (anders als in den Übersetzungen von Anika Wolff, die mir persönlich leider überhaupt nicht gefielen). Die Ausdrücke und Dialoge der manches Mal kernigen und kantigen Akteure sind hier wie ich finde sehr passend ins Deutsche übertragen. Die Protagonisten können sich also trotz mancher zwischenmenschlicher Dispute um den eigentlichen Kern der Sache kümmern: Um die Aufklärung eines sehr, sehr ausgeklügelten Mordes!
„Abgrund“ war für mich definitiv ein Thriller, wie ich ihn mir immer wieder wünschen würde und ich habe das Buch (leider) in Rekordzeit ausgelesen. Absolute Empfehlung meinerseits, deshalb auch 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2020

Eine sehr, sehr lesenswerte Biografie!

Astrid Lindgren. Ihr Leben
0

Astrid Lindgren – was soll man sagen?! Eine großartige Autorin, die vielen Kindern und Erwachsenen prägende Momente und große Freude mit all ihren beliebten Büchern und Geschichten bereitet hat. Aber dahinter ...

Astrid Lindgren – was soll man sagen?! Eine großartige Autorin, die vielen Kindern und Erwachsenen prägende Momente und große Freude mit all ihren beliebten Büchern und Geschichten bereitet hat. Aber dahinter steckte zudem auch eine wirklich toughe, kluge und kämpferische Frau, die nicht nur zu Kriegszeiten Schicksalsschläge und arge Momente zu bewältigen hatte. Ich bin auf diese Biografie „Astrid Lindgren – Ihr Leben“ aus dem Pantheon Verlag, verfasst von Jens Andersen, eher zufällig durch das zuvor von mir gekaufte Hörbuch der Tagebücher von Astrid Lindgren („Die Menschheit hat den Verstand verloren: Tagebücher 1939 -1945“, HörbucHHamburg HHV GmbH, eingelesen von Eva Mattes) gestoßen. Und ich muss sagen, Astrid Lindgren fasziniert. Die vorliegende Biografie offenbart viele unbekannte Szenen aus dem Leben der Autorin und hat mich wieder einmal in einen unerwarteten Lese-Bann gezogen. Der Autor Andersen schafft es, ein breites Bild der Frau und Autorin zu zeichnen und offenbart die unbekanntere Seite von Astrid Lindgren. Auch die Kehrseite des Ruhms, mit dem sich Astrid Lindgren mehr und mehr konfrontiert sah, wird hier auf ganz besondere Weise beleuchtet. Ebenso wie das immerzu beständige Bemühen um einen persönlichen Kontakt zu ihrer Leserschaft. Interessant und manches Mal auch sehr verblüffend. Der Schreibstil des Biografen ist sehr eingängig und die Erzählungen sind leicht und schnell zu lesen. Hier und da gab es kleinere inhaltliche Wiederholungen, weil sich die Passagen nicht chronologisch aufbauen. Ich habe dieses Buch sehr, sehr gerne gelesen und kann es einfach nur weiterempfehlen. Deshalb ganz klar 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2020

Nicht ganz das, was ich erwartet hatte...

Staub zu Staub
0

"Staub zu Staub" von Felix Weber. Auf dieses Buch war ich besonders gespannt, nachdem ich den vielversprechenden Klappentext gelesen hatte. Doch leider wich der Kriminalroman, der in der Zeit um den 2. ...

"Staub zu Staub" von Felix Weber. Auf dieses Buch war ich besonders gespannt, nachdem ich den vielversprechenden Klappentext gelesen hatte. Doch leider wich der Kriminalroman, der in der Zeit um den 2. Weltkrieg spielt, von den Angaben der Inhaltsangabe (wie ich finde) ein wenig ab. Es geht sehr viel um die inneren Erlebnisse der Hauptfigur Siem Coburg, einem eigenbrödlerischen Kauz, weshalb sich die Erzählungen meiner Meinung nach stellenweise ein wenig in die Länge zogen. Auch der eigentliche Plot, die Figuren an sich, sowie die Schauplätze wirkten unerwartet und auf mich nicht immer eingängig, logisch oder anschaulich. Zudem fehlte mir die Spannung im Verlauf zu sehr, als dass ich das Buch als fesselnd oder packend betiteln könnte. Eher schien die Erzählung ein wenig fade und die Akteure teilweise zu stoisch. Für mich war das Buch trotz oder gerade wegen großer Erwartungen (insbesondere wegen der zeitlichen Einordnung und der ansprechenden Inhaltsangabe) eine Enttäuschung. Ich hatte mir inhaltlich etwas anderes versprochen und würde deshalb auch nur 3 Sterne vergeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2020

Wäre doch nur der zähe Schreibstil des Autors nicht...

Im Unterland
0

In seinem Buch „Im Unterland“ beschäftigt sich Robert Macfarlane im wahrsten Sinne gemäß des Titels mit den unterschiedlichsten Unterwelten dieses Planeten. Er schreibt dabei recht tragend schwermütig ...

In seinem Buch „Im Unterland“ beschäftigt sich Robert Macfarlane im wahrsten Sinne gemäß des Titels mit den unterschiedlichsten Unterwelten dieses Planeten. Er schreibt dabei recht tragend schwermütig und inszeniert eine erlebte Umgebung, die anschaulich schauerlich wird. Auf mich wirkte das Buch, das sicherlich viele interessante Ansätze bietet und inhaltlich auch nicht unbedingt langweilig wird, deshalb immer ein wenig zu „sehr gewollt“. Bedeutungsschwanger, mit viel Fingerzeig und gefühlt doch immer ein wenig von „oben herab“ gibt Robert Macfarlane hier seine Wahrnehmungen, Erlebnisse und Meinungen zum Thema wider, verpackt als Sachbuch. Und so schleicht man lesend durch eine von persönlichen Intentionen und Lektionen gefüllte Erzählung, die mir wiederum leider oftmals nicht zusagte. Ich fand das Lesen der Beiträge anstrengend, nicht wegen des Inhaltes an sich, sondern wegen des sehr individuellen Schreibstils des Autors. Leider hatte ich mir von diesem Buch etwas anderes versprochen und ich würde eher sagen, dass dieses Buch seine geneigten Leser finden muss. Meins war es eher nicht, deshalb 2 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung