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Veröffentlicht am 10.11.2017

Absolut lesenswert, denn das Thema geht uns alle an...

Des Menschen Erde
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Oliver M. Herchen, von Beruf eigentlich studierter Wirtschaftsingenieur, beschäftigt sich seit Jahren mit diversen Umweltthemen, insbesondere dem Klimawandel und dessen Ursachen. In „Des Menschen Erde ...

Oliver M. Herchen, von Beruf eigentlich studierter Wirtschaftsingenieur, beschäftigt sich seit Jahren mit diversen Umweltthemen, insbesondere dem Klimawandel und dessen Ursachen. In „Des Menschen Erde – Inferno Anthropozän“ schildert er nun alle betreffenden Zusammenhänge zum Thema Klima und Klimawandel auf sehr eingängige und beinahe dramatische Weise.

Schnell wird klar, dass es nicht gut um unseren Planeten steht und wir dabei sind, unsere Lebensgrundlage völlig zu zerstören - nicht zuletzt wegen des modernen Lebenswandels, industrieller Verfahrensweisen, einer wohl unübertroffenen Luftverschmutzung und überwiegenden Monokulturen in der Landwirtschaft (usw.). Hier knüpft Oliver Herchen an und erläutert in seinem Buch sehr eindrucksvoll und verständlich die Ursachen für die dramatischen Veränderungen unserer Umwelt und des Klimas. Diverse Beispiele und „Anekdoten“ zeigen auf, wie die verschiedenen Teilbereiche in Kontext stehen und welche Wechselwirkungen letztlich aus welchen kausalen Gründen von statten gehen. Viele Inhalte entnimmt der Autor neuesten Studien oder sonstigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Für mich waren viele Zusammenhänge in der beschriebenen Form neu und auch erschreckend korrelativ. Jedes der 6 themenbezogenen Kapitel widmet sich zunächst und vordergründig einem Themenbereich (Gaia-Teorie als Art Prolog, dann Luft & Klimawandel, Wald, Boden, Wasser und der „blaue Punkt“ (die Erde) als Abschluss, bzw. Epilog).

In jedem Abschnitt werden die Ursachen und Auswirkungen genauestens unter die Lupe genommen – und das ist unglaublich aufschlussreich, zudem aber auch sehr ernüchternd. Die Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen (Themen-) Bereichen lassen erst deutlich werden, wie weit der Prozess der Zerstörung schon fortgeschritten ist. Ich fand den Schreibstil, in dem Oliver M. Herchen die Ausführungen darlegt durchgängig sehr anschaulich und direkt. Die Sprache ist einfach gehalten, so dass man kein Studium braucht, um den Inhalten folgen zu können. Zudem wirkte das Buch auf mich weniger wie ein Sachbuch (obwohl es unglaublich viele Informationen enthält), sondern eher wie eine Sammlung von, in gewisser Korrelation stehender Erzählungen. Die Beispiele und Schilderungen sind sehr aussagekräftig und flüssig lesbar, so dass das Buch meiner Meinung nach an keiner Stelle langatmig oder langweilig wird. Allein schon die Dramatik der Inhalte und Beschreibungen bietet ‚Spannung‘ genug und ist doch auch immer wieder erschütternd zu lesen.

Insgesamt fand ich das Buch sehr überzeugend und lehrreich, aber auch wahnsinnig erschreckend und packend. Es gehört meines Erachtens auf jede Bestseller-Liste (denn das Thema geht alle an) und ist in meinen Augen so etwas wie ein „must-have“ für all diejenigen, die sich möglichst umfassend über die Themen Umwelt und Klimawandel informieren wollen und es vielleicht einfach leid sind, wegzuschauen.. Ein absolut empfehlenswertes Buch, deshalb ganz klar 5 Sterne!

Veröffentlicht am 18.10.2017

Maximale Spannung und inhaltlich teils harter Tobak!

SOG
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Yrsa Sigurdardottir verursacht mit ihrem neusten Thriller „Sog“, erschienen im btb Verlag ( Okt. 2017), wohl wieder mal puren Nervenkitzel und maximales Gänsehaut-Feeling! Unglaublich spannend und einfach ...

Yrsa Sigurdardottir verursacht mit ihrem neusten Thriller „Sog“, erschienen im btb Verlag ( Okt. 2017), wohl wieder mal puren Nervenkitzel und maximales Gänsehaut-Feeling! Unglaublich spannend und einfach nur packend...

Eine 10 Jahre alte „Zeitkapsel“, in der ein unbekannter Junge in einer Art Aufsatz von zukünftigen Morden berichtet. Todesfälle, die unbeschreiblich und abscheulich sind, doch die Ermittler zur Verzweiflung bringen – gibt es doch zunächst keinerlei Hinweise auf einen möglichen Täter. Und dann noch ein Mann, der aus dem Gefängnis entlassen wird, obwohl er erst vor 13 Jahren eine furchtbare und grausame Tat beging und „es“ vielleicht sogar wieder tun wird…?!

Yrsa Sigurdardottir zeigt in ihrem neuesten Kriminalroman, bzw. Thriller wieder ihr ganzes Können und verursacht beim Leser womöglich so manchen Gänsehautmoment! Man trifft, wie schon im ersten Buch der Reihe erneut auf Huldar, den etwas schrulligen Kommissar, und Freya, die Kinderpsychologin eines Kinderhauses. Beide sind noch von den Vorkommnissen aus „DNA“, dem ersten Buch, gezeichnet und stehen trotzdem wieder vor ganz neuen Herausforderungen. Harter Tobak, den Sigurdardottir in „Sog“ präsentiert. So geht es gleich auf den ersten Seiten los mit packenden Szenen und unglaublich spannenden Inhalten. Es gibt verschiedene Schauplätze, die doch miteinander verstrickt sind. Doch ist natürlich anfangs alles noch extrem undurchsichtig und man kann eigentlich nicht einmal ahnen, wie sich die Dinge noch entwickeln werden. Die Protagonisten wirken dabei wieder durchweg sehr authentisch und man hat wohl auch gleich die Sympathischen von den Widerlingen unterschieden. Doch gibt es auch einige überraschende Wendungen - in jeglicher Hinsicht - mit denen man nicht rechnen konnte und durch einen ziemlich perfekten Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss hin alles offen. Der Schreibstil ist dabei sehr eingängig und die Übersetzung gefällt mir (in diesem Fall von Tina Flecken) nun auch wieder wesentlich besser als noch in „DNA“ - was ich damals arg bekrittelt hatte..
Man kommt zudem, unabhängig davon, ob man das erste Buch der Reihe nun kennt oder nicht, sehr gut in die Geschichte hinein, da der Roman in sich geschlossen und somit auch „solo“ lesbar ist. Lediglich das „Zwischenmenschliche“ bei Huldar und Freya baut ein wenig auf die Vorgeschichte auf, was sich im zweiten Buch aber auch selbstredend erklärt.

Insgesamt kann ich „Sog“ wirklich jedem Krimi- und Thriller-Fan wärmstens empfehlen! Yrsa Sigurdardottir gehört seit längerem zu meinen persönlichen Lieblingsautor(inn)en und der aktuelle Roman gefiel mir wieder extrem gut. Das Buch ist einfach nur packend, durchgängig unglaublich spannend (tatsächlich bis zu letzten Seite!) und bietet sicherlich auch für die ganz „hartgesottenen Leser“ noch so manche üble Szene! Insgesamt fand ich das Buch einfach klasse, deshalb 5 Sterne!

Veröffentlicht am 27.02.2017

Ein Buch, das ausnahmslos jeder gelesen haben sollte. Ergreifend, schockierend und ... eine wahre Geschichte!

Der letzte Überlebende
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„Viel schlimmer konnte es ja wohl nicht mehr kommen, dachten wir.“

Sam Pivnik, Holocaust- und Auschwitz-Überlebender, hat die schrecklichste Zeit seines Lebens in „Der letzte Überlebende“ niedergeschrieben. ...

„Viel schlimmer konnte es ja wohl nicht mehr kommen, dachten wir.“

Sam Pivnik, Holocaust- und Auschwitz-Überlebender, hat die schrecklichste Zeit seines Lebens in „Der letzte Überlebende“ niedergeschrieben. Eine wahre Geschichte – und ein schockierendes Zeitzeugnis. Sam Pivnik wurde als Sohn einer jüdischen Schneider-Familie im polnischen Bedzin geboren, wo er bis zum Einmarsch der deutschen Truppen eine glückliche Kindheit verlebte. Doch mit dem Tag der deutschen Invasion ändert sich das beschauliche Leben in Bedzin schlagartig. Zwischen Angst und Überlebenswillen gehört Sam Pivnik‘s Familie zu den geächteten Juden. Wie man weiß: der Beginn der unsäglichen „Ausrottungsmaschinerie“ Hitler‘s und seiner Anhänger.. und Sam Pivnik‘s ganz eigenem, herzzerreißenden und schrecklichen Überlebenskampf.
Ein Prolog gibt den ersten Ausblick auf die später folgenden Erlebnisberichte. Sam Pivnik überlebt nicht zum ersten Mal – und nicht zum letzten Mal den Genozid. Nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Grauen, denn unerwartet blickt Pivnik im folgenden ersten Kapitel erst einmal wieder zurück auf die Zeit 'davor'. Auf die Zeiten, als das Leben in der jüdischen Gemeinde Bedzin‘s noch idyllisch schien und glücklich. Vom Schreibstil her wirklich sehr eingängig und ergreifend schreibt Sam Pivnik sich alle Erinnerungen, die durchgestandenen Ängste und qualvollen Erlebnisse von der Seele. Erinnerungen an das Leben, als der Schulbesuch und das Fußball-Spielen noch den beinahe unbedarften Alltag der Kinder ausmachten. Beschaulich, bis der Bruch kommt und das schier endlose Entsetzen beginnt. Ein Satz, der dann häufiger fällt, lautet in etwa: „Wir wussten es nicht anders.“ Eben solche Aussagen machen die Erzählungen Pivnik‘s so unglaublich greifbar und emotional. Der Unglaube über das hereingebrochene Unglück durch die Deutschen und die Torturen, die alle Bekannten und Verwandten von hier an durchstehen mussten. Und die Hoffnung, es könne von nun an gar nicht mehr schlimmer werden. "Die Menschheit neigt ja zum Optimismus." Dieses authentische Erzählen, die manches Mal merkbar „ungestellten“ Inhalte und ungeschönten Beiträge machen das Buch zu einem wahnsinnig ergreifenden und lebendigen Zeugnis der Geschichte des Holocaust. aber auch immer wieder zur Geschichte von Sam Pivnik. Mit allen nur denkbaren Zumutungen und Emotionen belastet, kämpft sich dieser 13-jährige Junge durch die immerzu drohenden Fangarme des Dritten Reiches. Verlust, Angst und Pein - persönlicher geht es wohl kaum. Mich konnte das Buch schon nach den ersten gelesenen Seiten „abholen“ und ich habe mit Sam Pivnik gelitten, die Tragik und Ausmaße seines Erlebens spüren können und musste mir doch häufiger die Tränen aus den Augen zu wischen. Das hier Niedergeschriebene steht den Tagebucheinträgen der Anne Frank in Nichts nach - nur eben mit einem "glücklicherem Ausgang"....
Sam Pivnik‘s Autobiografie ist ein wichtiges und mahnendes Werk, aus dem auch immer wieder die Schwere der Schuld spricht. Die Schuld der Nazis, der Mitgeifernden, der lautlosen Wegseher und Urteilenden. Ein Buch, das insbesondere aktuell in die Zeit passt und das ausnahmslos jeder gelesen haben sollte. Eine wahre Geschichte von einem, der es mit dem Glauben an das beinahe Unmögliche und vielen zurückbleibenden Narben geschafft hat, zu überleben. Danke an Sam Pivnik für dieses ergreifende, ehrliche und durchweg ungeschönte autobiografische Werk!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannend, verzwickt und ein unerwartetes Ende.. Ein toller Thriller!!!

Der Killer
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„Der Killer“ von David Baldacci, Auftakt der Reihe um den Auftragskiller Will Robie, ist meiner Meinung nach ein unerwartet fulminanter, wahnsinnig spannender und perfekt konzipierter Thriller! Durchgängig ...

„Der Killer“ von David Baldacci, Auftakt der Reihe um den Auftragskiller Will Robie, ist meiner Meinung nach ein unerwartet fulminanter, wahnsinnig spannender und perfekt konzipierter Thriller! Durchgängig fesselnd, mit vielen überraschenden Wendungen und einem so nicht absehbaren Ende.
Der Thriller beginnt gleich auf den ersten Seiten mit einem hohen Maß an Action und kniffligen Entwicklungen. Man kommt extrem gut in die eigentliche Geschichte hinein und fiebert gleich mit.
Der vermeintliche Killer Will Robie, einige Tote und ein vierzehnjähriges Mädchen – Julie. Will hat einen Auftrag zu erledigen, Julie ist auf der Flucht. Eine Explosion, die die beiden Protagonisten zusammenführt und sie im weiteren Verlauf auch noch begleiten wird. Soviel zum Anfang - von hier an jagt ein Ereignis das nächste und es wird immer verzwickter und spannender! Der Schreibstil ist sehr klar und der Thriller ist absolut flüssig zu lesen. Die Protagonisten, insbesondere Will Robie und Julie sind durchweg sympathisch und authentisch. Man kann jede ihrer Handlungen und Reaktionen gut nachvollziehen, die Dialoge, bzw. Gedankengänge gefielen mir sehr. Inhaltlich gestaltet sich der Thriller zudem stimmig und logisch, die Spannung bleibt stetig auf hohem Niveau. Insgesamt hat mich dieses Buch tatsächlich wahnsinnig positiv überrascht! Es war definitiv nicht der letzte Thriller, den ich von David Baldacci gelesen habe! Absoluter Lese-Tipp – 5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine zauberhafte Geschichte...

Das Herz der Nacht
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„Das Herz der Nacht“ ist eine wahrlich verzaubernde Geschichte über die Magie der Liebe und die Sehnsüchte der Menschen.

Schon die Aufmachung des Buches ist sehr schön. Das Cover passt gut zum Inhalt, ...

„Das Herz der Nacht“ ist eine wahrlich verzaubernde Geschichte über die Magie der Liebe und die Sehnsüchte der Menschen.

Schon die Aufmachung des Buches ist sehr schön. Das Cover passt gut zum Inhalt, die Kapitel sind nett gestaltet. Schön fand ich insbesondere die Idee, jedem der 7 Kapitel eine stichwortartige Vorausschau zum Inhalt voranzusetzen. Die Geschichte an sich ist gut strukturiert und ebenso durchdacht. Man wird von der Erzählung förmlich eingesogen und begleitet gespannt den Hauptprotagonisten Matéo...

Matéo ist ein junger, nicht sonderlich talentierter Zauberer, der eines Morgens aufwacht, um besorgt festzustellen, dass seine Freundin Anisa offenbar spurlos verschwunden ist. Sofort begibt er sich auf die Suche. Durch einen wundersamen Zufall wird er in einem sehr sonderbaren "Zirkus" fündig. Und hier beginnt sein eigentliches Abenteuer: Anisa erkennt Matéo nicht mehr, hat ihre gemeinsame Zeit vergessen... Die Erzählung, die dann im Grunde von Mateo's Kampf um seine Liebe, vom Wert der Erinnerungen und auch der Hoffnung handelt, gleicht dabei fast einem modernen Märchen: Es ist viel "Magie" im Spiel!

Die Hauptprotagonisten und Nebenfiguren bleiben dabei, bis auf Matéo, im Verlauf allesamt kaum greifbar und eher unscheinbar, obwohl sie eigentlich doch sehr vordergründige Rollen spielen. Sie haben, wie nicht anders zu erwarten, gute und dunkle Seiten. Einige Figuren wirkten auf mich unheimlich, andere auch etwas bedrohlich. Durch die Figuren taucht man immer weiter in diese märchenhafte, zugleich aber auch bedrückende Zirkuswelt ein, in der nichts zu sein scheint, wie es ist.

Fabienne Siegmund, die Autorin, hat mit ihrem sehr eingängigen und schnörkellosen Schreibstil eine wundersame Romanwelt erschaffen. Sie nutzt eine klare und doch manchmal leicht „blumig“ wirkende Sprache und erzeugt dadurch viel Gefühl. Erzählerisch wirkt die Geschichte immer ein wenig melancholisch, beinahe traurig. Man leidet ein wenig mit... Durch die raffiniert aufgebauten, sich steigernden Kapitel erhält der Roman zudem viel Spannung und Dichte. Auch wenn es sich bei "das Herz der Nacht" nicht um einen Krimi handelt, finden sich doch beinahe "kriminalistische Inhalte" wieder... (mehr sei hier mal nicht verraten!)! Und auch wenn dem Leser bereits nach (spätestens) 2/3 des Buches klar sein dürfte, wie Matéo sich und seine Liebe retten könnte: die Auflösung des Ganzen (mit oder ohne „Happy End“) erhält der Leser erst zum Ende des Buches! ;)

„Das Herz der Nacht“ hat mir persönlich sehr gut gefallen und ich würde es uneingeschränkt weiterempfehlen!!! Es lädt ein zum Träumen.. (oder auch nicht - psst)! ^^ :D