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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2021

Kinder-Roadtrip vom Feinsten!

Das Universum ist verdammt groß und supermystisch
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Was für ein nettes Kinderbuch! Mir hat dieser feine kleine Roman für Kinder richtig gut gefallen. Eine Geschichte über die Suche nach den eigenen Wurzeln, über die Vergänglichkeit und wie gut Freundschaft ...

Was für ein nettes Kinderbuch! Mir hat dieser feine kleine Roman für Kinder richtig gut gefallen. Eine Geschichte über die Suche nach den eigenen Wurzeln, über die Vergänglichkeit und wie gut Freundschaft tut!
Im Mittelpunkt steht Gustav, der mit seiner alleinerziehenden Mutter lebt. Die möchte gerne mit ihrem neuen Freund an die Ostsee fahren und Gustav will weder mit noch findet er es gut, dass seine Mama Lily sich mal wieder das Herz brechen lassen will. Also streicht er verbal und sagt nix mehr und fährt nicht mit. Zu seinem Glück trifft er das Mädchen Charly und das Abenteuer nimmt so langsam seine Form an, den Charly will Gustav helfen seinen Vater zu finden, den er nie kennengelernt hat und von dem Gustav nichts weiß, weil seine Mutter nicht über ihn spricht. Das ganze endet in einem witzigen und schönen Roadtrip bei dem nicht nur ein Vater gefunden wird sondern auch Freundschaft, Lebensfreude und Offenheit.
Witzig fand ich das Figurenkabinett, da merkt man schnell die Kreuzberger Bubble! Etwas unkonventionell und ganz im hier und jetzt, so wie es jedem beliebt. Herrlich und begrüßenswert. Gestört hat mich persönlich nur, dass ab der 2. Hälfte doch recht oft das Wort Scheiße fällt. Bei drastischen Situationen, ja ok, einmal -gerne, aber nicht ständig.
Davon mal abgesehen, ist das Buch sprachlich sehr sehr gut gelungen, denn ich habe selten ein Kinderbuch gelesen, dass so viele zitierfähige Sätze enthält! Mein liebster Satz des Romans: „Ein Ziel ohne Plan ist auch nur ein Wunsch.“ (S.11), dicht gefolgt von: „Das Leben ist ein großer Scherz“ (S. 6) und „So ist das mit der Liebe, sie hinterlässt Spuren, die sich nicht tilgen lassen.“ (S. 23)
Lisa Krusche schreibt locker leicht für Kinder sehr gut lesbar ohne lange Passagen, Schlag auf Schlag und doch mit Platz für eigenes Kopfsummen und Überlegen.
‚Das Universum ist verdammt gross und super mystisch‘ ist zum Selbstlesen geeignet ab ca 9 Jahren und zum Vorlesen ab der 2. Klassen aus meiner Sicht.
Von uns gibt es alle Daumen hoch die wir haben!!! :0)

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Veröffentlicht am 13.08.2021

Harlem – ein Kosmos für sich!

Harlem Shuffle
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New York ist im ewigen Wandel, eine Stadt die nie schläft, nie zur Ruhe kommt, sich immer wieder neu erfindet, sich selbst in Frage stellt und stets die innovative und kreative Speerspitze der USA ist. ...

New York ist im ewigen Wandel, eine Stadt die nie schläft, nie zur Ruhe kommt, sich immer wieder neu erfindet, sich selbst in Frage stellt und stets die innovative und kreative Speerspitze der USA ist. Aber wie sieht es aus, wenn es um rassistische Fragen geht? Um Viertel, die schon immer das „Hinterzimmer“ der Stadt waren? Ist New York da auch allen anderen einen Schritt voraus, wenn es um Rassismus geht? Ich hoffe schon, aber leider vielleicht nur einen und nicht einige viele Schritte!
Und nun richten wir den Blick nach innen und in die Vergangenheit und wir halten mit Colson Whitehead innen und begeben uns in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts nach Harlem. Dort ist Ray Carney als Antiquitätenhändler tätig. Ein Mann, der versucht für seine Familie den Lebensstandard zu ermöglicht, der ihnen gebührt, aber leider wird er ungewollt in familiäre Ausrutscher hineingezogen. Der ewige Zwiespalt lockt, denn das Geld ist zu knapp, aber auf legale Weise scheint Ray es nicht auftreiben zu können und dann noch die nötigen Schutzgelder. Ein negativer Kreislauf aus dem er kaum eine Chance hat eigenständig auszubrechen.
Harlem Shuffle ist ein gesellschaftliches Zeitportrait, dass Harlem als Kosmos in sich selbst darstellt und Probleme fiktional beleuchtet und uns vor Augen führt wie wenig sich die strukturelle Schieflage verändert hat. Gebettet ist die Geschichte um Ray in die Präsidentschaft von J.F. Kennedy, denn die Zeitspanne oder besser gesagt die Zeitpunkte um die es geht sind: 1959-1961-1964 und finden dort auch ihren Höhepunkt mit den Harlem Riots (’64). Trotz aller rassistischer Probleme hat Colson Whitehead Harlem mit diesem Roman auch ein Denkmal gesetzt und eine Liebeserklärung geschrieben. Ein Viertel wie kein anderes mit Jazz im Blut und viel Liebe im Herzen!
Colson Whitehead macht was er kann: Aufrütteln & ins Grübeln bringen und uns trotz allem gut unterhalten und das mit großartiger Prosa! Natürlich ist der Roman auch wunderbar übersetzt von Nikolaus Stingl. Der eigenwillige Sound vom Autor bleibt aus meiner Sicht erhalten.

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Veröffentlicht am 06.08.2021

Für alle die gerne auf Basis von Wissen und Fakten entscheiden!

Klimawandel - Ein Appell
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Absurd, aber wahr, ich habe dieses Hörbuch ‚ Klimawandel - Ein Appell‘ meist beim Autofahren gehört. Ja, würde Fred Vargas das mitbekommen, würde sie mich sicher schweigend anschauen und fragen, ob ich ...

Absurd, aber wahr, ich habe dieses Hörbuch ‚ Klimawandel - Ein Appell‘ meist beim Autofahren gehört. Ja, würde Fred Vargas das mitbekommen, würde sie mich sicher schweigend anschauen und fragen, ob ich ab jetzt mit dem Fahrrad fahre, wo ich doch nun um so viele Informationen reicher bin.
Und das ist man nach diesem sehr interessanten Hörbuch. Absolut fantastisch gesprochen von Elke Schützhold, man mag förmlich den französischen Subtext durchhören – pure Einbildung, ich weiß.
Der Text der uns hier vorgestellt wird, ist schon etwas älter und man merkt ihm das auch an und auch, dass viele Fakten, politischer Ohnmacht und absurde Verwaltungsakte französischer Natur sind. Nichtsdestotrotz sind die umwelttechnischen Fakten global gültig und treffen auch auf uns zu und die Probleme, die wir politisch haben, mögen nicht exakt die gleichen sein, aber es ähnelt sich doch sehr.
Eindringlich auf pragmatisches Handeln bedacht will uns Fred Vargas, die sonst so großartige Krimischreiberin, überzeugen, dass wir alle als Erdbevölkerung JETZT handeln müssen. Sie präsentiert viele Fakten und Unmengen an Zahlen, die ich meist sofort wieder vergaß, aber das beklemmende Gefühl wir müssen ganz schnell ins Handeln kommen blieb und sie hat mich mit der Verzahnung ihrer Informationen überzeugt.
Definitiv hörenswert, auch wenn es etwas unaktuell und auch sehr Französisch ist, ist es eine Bereicherung für alle Menschen, die gerne die Fakten hinter einer Diskussion kennen. Vor allem geht sie analytisch vor was mich sehr anspricht. Kratzt nicht an der Oberfläche sondern taucht tief ein und bewertet ganzheitlich.
So, nun hol ich mal mein Rad aus dem Schuppen und fahre zum örtlichen Bauer. Auf das es unserer Welt noch lange gut geht, wir haben doch nur die eine!

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Veröffentlicht am 06.08.2021

Muss man mögen – ich gehöre nicht dazu

Der Blutkünstler (Tom-Bachmann-Serie 1)
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Ein Profiler, der Beste seiner Zunft soll er sein und überführte sie alle: Tom Bachmann. Er arbeitete lange für das amerikanische FBI und ist nun wieder zurück in Deutschland. Nun trifft er auf einen ...


Ein Profiler, der Beste seiner Zunft soll er sein und überführte sie alle: Tom Bachmann. Er arbeitete lange für das amerikanische FBI und ist nun wieder zurück in Deutschland. Nun trifft er auf einen perfiden Gegner, den sie schnell den Blutkünstler nennen, denn er erschafft Kunstwerke aus seinen weiblichen Opfern. Tom Bachmann und seine Kollegin Ira sind dem Täter auf der Spur, aber müssen sich auch unangenehmerweise auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen.
Dieser Thriller hat alles was einen klassischen Thriller ausmacht, aber genau aus diesem Grund wirkt das ganze schon fast wieder langweilig. Denn es ist eine gute Spannungskurve da, dass muss man dem deutsche Autor Chris Meyer lassen, aber es ist auch elendig blutig und detailliert. Mir persönlich war das zu viel des Guten. Wer das mag, sollte zugreifen.
Wer mehr Interesse an der Ermittlerarbeit hat und sich hier auf Auseinandersetzung eines Profilers mit dem Täter freut, wird leider enttäuscht. Im Grunde hätte Tom Bachmann auch als Kommissar einer Soko platziert werden können, denn fachlich kommt wenig vor. Außerdem werden ihm die Hinweise doch auch deutlich zugespielt.
So, ihr seht, mir war es zu blutig, zu wenig Profiling und etwas zu klischeehaft, denn auch die etwas unrunden Charaktere hatten alle eine sehr volle Schippe mit eigenen Problemen bzw Themen.
Geschrieben ist das ganze sehr einfach ideal für einen Pageturner, also hat schon Strandqualität für Liebhaber:innen von brutalen Thrillern. Ich persönlich konnte dem Buch nicht viel abgewinnen.

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Veröffentlicht am 06.08.2021

Leicht und locker, aber trotzdem tot!

Kaiserjagd
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Bad Ischl, mir vor der Lektüre nicht bekannt, ist scheinbar einer der historisch sehenswertesten Orte in Österreich, von den Alpen mal abgesehen! Allerdings eher für Fans des Kaiserreichs und deren damalige ...

Bad Ischl, mir vor der Lektüre nicht bekannt, ist scheinbar einer der historisch sehenswertesten Orte in Österreich, von den Alpen mal abgesehen! Allerdings eher für Fans des Kaiserreichs und deren damalige Architektur, den hier steht die sommerliche Kaiserresidenz. Sprich man könnte zur Abwechslung auch mal ins Salzkammergut fahren und sich dort anschauen wie die k.-und k. Monarchie es sich hat gut gehen lassen! Und im Jahr 2024 wird Bad Ischl mit anderen Orten im Salzkammergut europäische Kulturhauptstadt.
Aber eigentlich wollte ich vom sehr guten Krimi berichten: Kaiserjagd von Jenna Theiss. Dies ist scheinbar bereits der 3. Fall für den Chefinspektor Materna, der hier kompetent ermittelt und zugleich ein liebevoller Vater und netter Freund für viele ist! Ich kenne die anderen Fälle (noch) nicht, hat aber auch nicht gestört, daher kann man auch mit der Kaiserjagd starten.
Anmerken muss ich schon, dass ich zum Glück den Hund zunächst übersehen hatte auf dem Cover, sonst hätte ich es nicht gelesen. Aber kann getrost ignoriert werden, der Poldi „stört“ nicht und taucht auch nicht pausenlos auf.
Großes großes Lob muss ich der Autorin für das dialektische Schreiben geben. Ich bin als langweiliger akzentloser Mensch begeistert, wenn man auf den Seiten einen inneren Film sieht und das MIT Dialekt. Das muss man erst mal hinbekommen, so dass es alle verstehen! Chapeau.
Der Fall ist gut und verzwickt und ich konnte nicht vor dem Ende herausfinden wer denn nun den Kaiser erschossen hat – also den Schauspieler der ‘dran glauben musste. Gut hergeleitet mit stetig aufbauendem Spannungsbogen und Verwirrungsakzenten machte es viel Freude diesen Cosy-Krimi zu lesen!
Nun steck ich die Nase in Fall 1 & 2 bis der 4. erscheint!

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