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Veröffentlicht am 17.04.2026

Hochspannung pur, Täter oder Opfer das ist hier die Frage!

Noch fünf Tage
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Ist es nicht absurd den eigenen Mörder zu suchen? Sind wir überhaupt dazu in der Lage, aber vor allen Dingen ist Lis dazu in der Lage? So schnell wandelt sich die Perspektive. Eben noch scheint es als ...



Ist es nicht absurd den eigenen Mörder zu suchen? Sind wir überhaupt dazu in der Lage, aber vor allen Dingen ist Lis dazu in der Lage? So schnell wandelt sich die Perspektive. Eben noch scheint es als habe Lis das große Los gezogen. Weg von dem Stress in der Londoner Spitzenküche und hinein in den Traumjob bei den Schönen und den Reichen in den wunderschönen Bergen von Davos in der Schweiz. Und jetzt liegt sie im Krankenhaus. Und nein sie kämpft nicht ums Überleben - denn dieser Kampf scheint ausweglos – sie kämpft darum ihren Mörder zu finden. Und Lis kämpft um ihre Rehabilitation, denn sie ist diejenige, die das Sylvester Menü, mit dem die Harmans vergiftet wurden, gekocht hat…bloß das tödliche Polonium-210 stand nicht auf ihrem Rezeptblock.

5 Tage… 5 Tage Zeit, die ihr bleiben… 5 Tage in Isolation …und es bleibt nur eine Frage: „Who is who“ oder wer ist der Mörder und warum? Hat sich der steinreiche Wirtschaftsmagnat John Hamann Feinde gemacht, musste er deswegen sterben? Oder – ganz banal – wurde die gesamte Familie Hamann ausgelöscht, weil Johns Bruder das unsagbare Vermögen der Hamanns erben wollte? Oder wer aus dieser Familie der Schönen, Reichen und Einflussreichen hat sich einen so großen Feind gemacht, dass seine gesamte Familie mit ihm sterben musste. Und war Lis nur Beifang, oder galt der Giftanschlag gar Lis selbst? Und die nächste Frage ist, ist Lis Opfer oder Täter?

Fragen über Fragen und es bleiben 5 Tage um das Rätsel zu lösen!

Genauso rätselhaft wie die Frage wem der Anschlag galt, ist die Frage, wer hat diesen packenden Thriller geschrieben? Denn die Autorin, Helena Falke, ist nur das Pseudonym für eine mehrfach ausgezeichnete deutschsprachige Autorin. Und dass „Helena Falke“ eine ausgezeichnete Autorin ist, merkt der Leser an dem fein ausgeklügelten Plot des Romans. Der Leser fühlt sich wie ein Voyeur, der die intimsten Geheimnisse der handelnden Personen erfährt, als läge er im Krankenbett gleich neben Lis. Helena Falke schreibt so authentisch, dass ich die beschriebenen Gerichte der Haute Cuisine teilweise auf meiner Zunge schmecke, während es mich im nächsten Moment vor Schreck schaudern und bis zum Schluss rätseln lässt. Der Roman ist von Anfang bis Ende hochintelligent aufgebaut und regt zum intensiven Nachdenken an. Und so entwickelt sich ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, das nur der lösen kann, der weiß, welches das größte Geheimnis ist, welches die Hamanns oder vielleicht sogar Lis umgibt.

Alle Charaktere in diesem Roman sind absolut authentisch und in ihrer Konstellation zueinander so gut entwickelt, dass allein dadurch eine außerordentliche Spannung entsteht. Lis Castrop ist mir beinahe zu einer lieben Freundin geworden, bei der ich immer wieder gehofft habe, dass es für sie doch noch einen Ausweg gib. Sie ist unsicher wegen ihrer eigenen Verfehlung, schwankt zwischen Loyalität, dem Ringen um die Wahrheit und dem eigenem Gewissen. In der intelligenten, taffen und sie schützenden Palliativschwester Esme hat sie einen herausragenden Rückhalt gefunden. Aber auch alle anderen Charaktere, die in diesem Roman ausführlich beschrieben werden, geben dem Leser Rätsel auf und erscheinen zunächst alle als Drahtzieher für diesen perfiden Plan in Frage zu kommen.

Die rasante Story – trotzdem der Ermittlungsort einzig ein Krankenzimmer ist - die vielfältigen Charaktere und die vielen unerwarteten Wendungen in dem Buch geben viel Raum für Spekulationen. Im ersten Moment erscheint vielleicht einiges verwirrend, der Leser kann aber gewiss sein, dass bis zum - teilweise überraschenden - Ende alles aufgeklärt wird.

Intrigen, Vertuschung, und fiese Machenschaften lassen uns Hochspannung pur erleben, ohne dass großartige Action nötig gewesen wäre. Ein Thriller, den man beim Lesen nicht aus der Hand legen mag (ich war so vertieft in dem Buch, dass ich drei U-Bahn-Stationen zu weit gefahren bin). Gerne gebe ich für diesen absolut spannenden Thriller „Noch Fünf Tage“ fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Hilda - ein großes Hasenherz!

Hilda Hasenherz. Das Abenteuer am Drachenfels
1

Ein neues Abenteuer wartet auf Hilda Hasenherz und ihre Freunde! Denn Hilda hat erfahren, dass Baron von Ratzezahn zuletzt am Drachenfelsen gesehen wurde. Hilda muss ihn unbedingt finden, denn nur er kennt ...

Ein neues Abenteuer wartet auf Hilda Hasenherz und ihre Freunde! Denn Hilda hat erfahren, dass Baron von Ratzezahn zuletzt am Drachenfelsen gesehen wurde. Hilda muss ihn unbedingt finden, denn nur er kennt das Geheimnis um Hildas verschwundenen Eltern. Doch wird dieses Abenteuer gelingen? Schließlich ist der Drachenfelsen das Heim des gefährlichen Drachens Wasabi. Und zudem müssen sie, um dorthin zu gelangen, dem Fluss folgen. Und was sagte der Igel Igromir? Er ist zu jedem Abenteuer bereit nur nicht auf dem Wasser. Wird es Hilda trotz aller Unwegsamkeiten gelingen ihr Ziel zu erreichen? Und was hat es mit den Grauhörnchen um den Drachen Wasabi auf sich?
Tobias Goldfarb zeichnet seine Figuren wunderbar warmherzig und lustig. Lachen mussten wir über das Rotkelchen Robinius: keine Aufgabe zu groß, kein Feind zu schwer er schafft alles – zumindest mit dem Schnabel. Aber genau das ist es, was die Freunde um Hilda ausmachen, jeder tritt für jeden ein und gemeinsam sind sie stark!
Die Geschichte ist spannend erzählt und trotzdem wir die beiden vorangegangenen Geschichten nicht kennen, waren wir ganz schnell in der Geschichte drin. Zumal in diesem dritten Band immer wieder auf die vorangegangen Bände Bezug genommen wird.
Der Schreibstil von Tobias Goldfarb ist liebevoll und authentisch, wir konnten uns genau vorstellen, wie die Hamster den „Raddampfer“ angetrieben haben. Und die liebevollen Illustrationen von Verena Körting lassen nicht nur die Kinderherzen höherschlagen.
Fazit: „Hilda Hasenherz, das Abenteuer am Drachenfelsen“ ist ein wunderbar erzählt und illustriertes Buch über die Bedeutung von Freundschaft, Gemeinschaft und Mut. Gerade in der heutigen Zeit lassen solche Geschichten die Herzen nicht nur der Kinder aufgehen!

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Hinter dem Gold: Die verborgene Geschichte um den „Schrein der Könige“

Der Schrein der Könige
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Im 12. Jahrhundert in einer Zeit, in der Christen bereit sind für ihren Glauben zu Sterben, gelingt es Bischof Reinald von Dassel eine der wichtigsten christlichen Reliquien - die Gebeine der Heiligen ...

Im 12. Jahrhundert in einer Zeit, in der Christen bereit sind für ihren Glauben zu Sterben, gelingt es Bischof Reinald von Dassel eine der wichtigsten christlichen Reliquien - die Gebeine der Heiligen Drei Könige - nach Köln zu bringen. Der Glanz, der von diesen Reliquien ausgeht, soll auf die Kölner Erzdiözese übergehen und sich in einem neu zu erschaffenen „Schrein der Könige“ widerspiegeln. Doch wer soll diesen Schrein anfertigen, dessen Ruhm auf den Erbauer überstrahlt und eine Arbeit für Jahrzehnte darstellt? Insbesondere die Kölner Goldschmiede erhoffen sich berücksichtigt zu werden, oder erhält Nicolaus von Verdun, ein Künstler seines Fachs, den Auftrag? Der „Schrein der Könige“ bedeutet Glorie und Macht. Entsprechend gibt es nicht nur kirchliche, sondern auch weltliche Persönlichkeiten, die den Schrein für sich einsetzen wollen, koste es was es wolle.

Vor diesem historischen Hintergrund spielt dieser Roman. Alles beginnt mit dem Tod von Nicolaus Ehefrau und zweier seiner Kinder. In diesem Moment, in dem Nicolaus sämtliches Gottvertrauen verliert, erscheint bei ihm der Kölner Geistliche Jilles und bietet ihm die Aussicht auf eine Arbeit an dem „Schrein der Könige“ zur Ehre Gottes an. Entscheidet sich Nicolaus für Gott und die Arbeit und gibt er dafür sein und das Leben seiner Kinder in Verdun auf? Und was passiert mit seinem Sohn Louis, respektiert dieser die Entscheidung seines Vaters? Macht, Kriege, Bigotterie aber auch Hoffnung und Liebe werden in einem fesselnden historischen Roman verpackt.

Sabine Weiss ist eine deutsche Autorin, die Germanistik und Geschichte studiert hat, bevor sie als Journalistin tätig war. Als Autorin ist sie ihrer großen Leserschar nicht nur durch spannende Krimis, sondern auch durch gut recherchierte historische Romane bekannt. Insbesondere in der Trilogie „Krone der Welt“, „Gold und Ehre“ und „Blüte der Zeit“ zeigt sich ihr enormes historisches Wissen, welches in diesen Romanen ein Großteil der Story ausmacht und dadurch das Fiktive mit dem Historischen wunderbar verwebt.

Im „Schrein der Könige“ legt sie ihren Fokus in erster Linie auf die Erstellung des Dreikönigenschreins und baut dort herum eine fiktive historische Geschichte. Leider streift sie die wichtigen weltlichen historischen Ereignisse dieser Zeit nur sehr zaghaft. Das ist vermutlich dem geschuldet, dass hierfür mehr als nur ein Roman mit etwas mehr als 500 Seiten notwendig wäre. Im „Schrein der Könige“ legt Sabine Weiss den Fokus etwas weniger auf den geschichtlichen Hintergrund, als darauf den Leser emotional mit diesem Roman gefangen zu nehmen. Trotzdem sind historische Details in diesem Roman gut eingearbeitet und bilden eine Mischung aus realer Historie und spannender Fiktion, wobei die Grenzen zwischen Wahrheit und erfundener Geschichte fließend sind.

Und so empfindet der Leser die Hauptfigur Nicolaus von Verdun wie einen lieben Freund. Mit ihm möchte man lachen, lieben oder zweifelt mit ihm, wenn das Schicksal ihn wieder einmal vor eine schwere Prüfung stellt. Seinen Sohn Louis möchte man packen und schütteln, wenn er wieder einmal etwas Unbedachtes tut, worunter nicht nur seine Familie, sondern auch alle, die ihn umgeben, leiden müssen. Die Geschichte nimmt manchmal ungeahnte Wendungen, die der Spannung sehr gut tun.

Ein Personenregister zu Beginn des Buches sorgt für den nötigen Überblick über die Protagonisten. In ihrem Nachwort gibt Sabine Weiss wichtige Informationen, so dass dem Leser neben einem spannenden Roman auch wichtige geschichtliche Hintergründe vermittelt werden. Sabine Weiss schreibt lebendig, spannend und ausdrucksstark, gerne folgt ihr der Leser. Dank ihres gekonnten Schreibstils zieht sie den Leser immer mehr in den Bann, sodass sich das Buch zu einem spannenden Roman entwickelt.

Fazit:
„Der Schrein der Könige“ ist ein abwechslungsreicher, gut ausgefeilter historischer Roman und bietet einige Überraschungen. Sabine Weiss gelingt es überzeugend, den Leser zu fesseln und auf eine emotionale Reise mitzunehmen. Gerne hätte der historische Part in diesem Roman noch etwas ausgeprägter sein dürfen.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Spannender Abenteuerroman, der gleichzeitig historisches Wissen liefert

Robert Surcouf. Der Tiger des Indischen Ozeans
1

Mitten in den Wirren der französischen Revolution trifft Robert Surcouf auf den jungen Napoleon Bonaparte. Noch sind beide von den Zielen der Revolution überzeugt. Doch während Napoleon seine Heeresgruppe ...

Mitten in den Wirren der französischen Revolution trifft Robert Surcouf auf den jungen Napoleon Bonaparte. Noch sind beide von den Zielen der Revolution überzeugt. Doch während Napoleon seine Heeresgruppe mit besonderem Geschick leitet und von einem Sieg zum nächsten eilt, wartet auf den jungen Marineleutnant Robert Surcouf eine wesentlich schwierigere Aufgabe. Denn die Herren der Meere sind die Engländer und die liefern sich nicht nur mit Frankreich einen erbitterten Seekrieg, sondern blockieren auch sämtliche französischen Seehäfen und Marineschiffe. Kann der junge Marineleutnant die Blockade durchbrechen und wenn ja mit welchem Schiff? Und selbst wenn ihm das gelingt, warten auf ihn noch ganz andere Herausforderungen. Denn Robert hat sich unsterblich in die wunderschöne Marie-Cathérine Blaise verliebt und für die sucht ihr reicher Vater eine wohlhabende Partie und nicht so einen Habenichts wie Robert Sourcof. Kann Robert das Herz von Marie gewinnen und wie kann er Louis Blaise davon überzeugen, ihm die Hand seiner Tochter zu geben? Was wird aus den Träumen von Robert ein genauso erfolgreicher Kaperfahrer wie sein Großvater zu werden insbesondere im indischen Ozean, wohin es ihn verschlagen hat? Und wie entwickeln sich die Ambitionen von Napoleon Bonaparte, auf den Robert im Laufe seines Lebens immer wieder trifft?
Spannend schildert Mac P. Lorne den Machtkampf zwischen der großen Seefahrernation England und Frankreich, die im 18. Jahrhundert England nur durch ihre Kaperfahrer Verluste zufügen konnten. Insbesondere die Schilderungen der Kaperfahrten und Kampfhandlungen empfand ich als besonders gelungen. Regelrecht mitgefiebert habe ich, bei dem „Katz- und Mausspiel“, dass sich Robert Surcouf mehr als einmal mit deutlich größeren englischen Kriegsschiffen geliefert haben. Ebenso spannend sind die unterschiedlichen Charaktere, die hier aufeinandertreffen. Wobei sie sich im Laufe des Buches nicht statisch, sondern der Handlung angepasst dynamisch entwickeln. Auf der einen Seite lernen wir Robert Surcouf kennen, beginnend mit seiner Leidenszeit als Schüler eines Jesuiten Ordens bis hin zu seiner Entwicklung zum Tiger des indischen Ozeans. Seine Waffen sind seine extrem schnelle Auffassungsgabe, sein Intellekt, sein Mut aber auch seine Empathie mit der er es schafft, dass sein Umfeld wie ein Mann hinter ihm steht. Gleichzeitig verfolgen wir die Entwicklung von Napoleon Bonaparte, einst ein glühender Streiter für die Sache der französischen Revolution, krönt er sich später selbst zum Kaiser von Frankreich, bis hin zu seiner Verbannung nach St. Helena.
Die handelnden Figuren sind insgesamt gut aufeinander abgestimmt und können beim Lesen absolut überzeugen. Die geschichtliche Fiktion bei der reale Charaktere mit fiktiven Charakteren miteinander in Interaktion getreten sind, machen u.a. den Reiz dieses Romans aus. Dadurch wird der Spannungsbogen immer wieder hochgehalten. Der Leser fiebert bis zum Schluss mit. Das ist dem Autor hervorragend gelungen.
Mac P. Lorne beschreibt mit beeindruckenden, ausführlichen und dichten atmosphärischen Darstellungen sehr bildhaft und lebendig die Vergangenheit, so dass der Leser hervorragend in die damalige Lebenswelt und in die verschiedenartigen Handlungen und Orte eintauchen kann. Zur besseren Orientierung über die Schauplätze der Kaperfahrten und Schifffahrtswege der Englisch-Indischen-Gesellschaft ist am Anfang des Buches eine Seekarte beigefügt. Gut gefällt mir auch das Personenregister am Anfang des Buches und am Ende des Buches ein Glossar über die verschiedenen nautischen Begriffe. Und am hinteren Buchumschlag ist ein Bild abgedruckt, welches die Kampfhandlung zwischen dem kleinen Kaperfahrerschiff von Robert Surcouf dem riesigen englischen Kauffahrer Kent zeigt. Dadurch kann sich der Leser noch besser die Leistung des Kaperfahrers von Robert Surcouf vorstellen. In seinem Nachwort gibt Mac P. Lorne wichtige Informationen, so dass dem Leser neben einem spannenden Roman auch wissenswerte geschichtliche Hintergründe vermittelt werden.

Fazit: Spannung pur, starke Figuren, ein äußerst lesenswertes Abenteuer, bei dem anschaulich historisches Wissen über die französischen Kaperfahrten im 18. Jahrhundert und die Entwicklung von Napoleon vermittelt werden, lassen mich für den diesen Roman eine absolute Leseempfehlung geben.



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Veröffentlicht am 27.11.2025

Spannend, historisch, lehrreich

Der Silberbaum. Das Ende der Welt
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Die Tartaren kommen und glauben wir den Bettelmönchen droht das Ende der Welt!
Dabei ist Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen, gerade zur Ruhe gekommen. Mit Konstanze hat er eine wunderschöne, vor ...

Die Tartaren kommen und glauben wir den Bettelmönchen droht das Ende der Welt!
Dabei ist Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen, gerade zur Ruhe gekommen. Mit Konstanze hat er eine wunderschöne, vor allen Dingen aber intelligente Ehefrau an seiner Seite und durch die Geburt seines Sohnes ist sein Glück vollkommen. Doch jetzt stehen die Tartaren drei Tagesritte vor Meißen. Wo immer sie hinkommen hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung, denn scheinbar kann kein Heer sie aufhalten. Auch Heinrich zieht in den Krieg gegen die Tartaren. Kann er Meißen vor ihren Übergriffen bewahren, kehrt er unversehrt aus dem Krieg zurück und was passiert derweil in Thüringen und in dem deutschen Kaiserreich? Neben den Geschehnissen rund um Heinrich dem Erlauchten schildert Sabine Ebert spannend den Machtkampf zwischen Kaiser und Papst bis hin zu einem Nebenkönig für Deutschland!

„Der Silberbaum – das Ende der Welt“ ist der zweite Band der Silberbaum Trilogie. Trotzdem ich den ersten Band nicht gelesen habe, bin ich gut in das Geschehen hineingekommen. Das liegt auch daran, dass die Autorin bei wichtigen Geschehnissen kurz darauf eingeht was bisher geschah. Das Buch kann auch einzeln gelesen werden trotzdem es Bestandteil einer Trilogie ist, da die Story abgeschlossen ist. Hinzu kommt, dass bekannte Figuren aus der „Hebammen-Reihe“ von Sabine Ebert mit Figuren aus dem „Silberbaum“ verwoben sind.

Der Hauptcharakter des Buches ist Heinrich der Erlauchte, hierzu hat die Autorin wie immer hervorragend recherchiert. Dadurch bringt sie dem Leser geschichtliche Themen sehr nahe. Besonders spannend ist der Umgang der Autorin mit den weiblichen Figuren. In einer Zeit, in der Frauen meistens nichts zu sagen haben oder als Randfiguren der Geschichte auftauchen, gibt Sabine Ebert ihnen eine Stimme – und zwar eine Gewichtige! Sabine Ebert, eine Journalistin und Sachbuchautorin, hat ein feines Gespür für deutsche Geschichte. Sie holt nicht nur historisch interessierte Leser ab, sondern schafft es immer wieder den Spannungsbogen in ihren Romanen sehr hoch zu halten. Intrigen, Verrat, höfische Lebensart und politische Bündnisse, die bis weit über das Mittelalter hinausreichen, sind die Zutaten für einen erstklassigen historischen Roman. Die Autorin vermag es eine fesselnde Erzählung zu spinnen, die sowohl historische Persönlichkeiten wie Heinrich den Erlauchten Markgraf von Meißen und den Staufer Kaiser Friedrich II. einschließt, als auch fiktive Figuren, die dem Ganzen eine herzhafte Prise Unterhaltung hinzufügen.

Sabine Ebert beschreibt mit beeindruckenden, ausführlichen und dichten atmosphärischen Darstellungen sehr bildhaft und lebendig die Vergangenheit, so dass der Leser hervorragend in die damalige Lebenswelt und in die verschiedenartigen Handlungen und Orte eintauchen kann. Die Figuren auseinander zu halten, macht am Anfang ein paar Schwierigkeiten. Durch ein ausführliches Personenregister und einer Karte mit den wichtigsten Ortschaften am Anfang des Buches lernt der Leser jedoch schnell die handelnden Personen kennen und lieben und kommt entsprechend auch mit den unterschiedlichen Handlungsorten gut zurecht. Gut gefällt mir auch der Anhang des Buches, dem u.a. eine geschichtliche Zeittafel sowie der Stammbaum der Staufer und der Meißener Markgrafen beigefügt ist.

Fazit: Spannung pur, charismatischen Charaktere, ein äußerst lesenswertes Abenteuer, bei dem anschaulich historisches Wissen über die Lebensumstände und den Kampf um die Krone Deutschlands im 13. Jahrhundert vermittelt werden, lassen mich für „Der Silberbaum – Das Ende der Welt“ gerne eine Leseempfehlung geben. Sabine Ebert schafft es, den Leser in eine längst vergangene Welt zu entführen, die sowohl fremd als auch seltsam vertraut erscheint. Ein Muss für jeden, der sich für die Vielschichtigkeit und die Dramatik des Mittelalters interessiert – aber auch für jeden, der einfach nur ein gutes Buch sucht.


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