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Veröffentlicht am 11.07.2020

Spannend und lesenswert

Die Henkerstochter und der Fluch der Pest (Die Henkerstochter-Saga 8)
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1679: Die Müncher Angehörigen der Familie Kuisl reisen nach Schongau, wo Paul eine Lehrstelle bei seinem Großvater antreten soll. Peter ist zunächst mit dem kurfürstlichen Thronfolger Max Emanuel nach ...

1679: Die Müncher Angehörigen der Familie Kuisl reisen nach Schongau, wo Paul eine Lehrstelle bei seinem Großvater antreten soll. Peter ist zunächst mit dem kurfürstlichen Thronfolger Max Emanuel nach Wien gereist. Dort wird er von Max Emanuel beauftragt, einen Brief nach Kaufbeuren zu bringen, danach steht ihm die Reise nach Schongau frei.

Als Peter nicht in Schongau ankommt, machen sich Magdalena, Simon und Jakob auf den Weg nach Kaufbeuren, um nach dem verschollenen Sohn zu forschen. Dort gibt es mittlerweile Fälle von Pest, jedoch benimmt sich die Krankheit ungewöhnlich und gibt zusammen mit Peters Verbleib Rätsel auf. Die Kuisls wären nicht die Kuisls, würden sie nicht anfangen nachzuforschen.

Für mich ist das erst der zweite Band um die Henkersfamilie, doch kommt es mir schon so vor, als kenne ich sie ewig. Natürlich liegen die Vorgängerbände schon bereit, doch bin ich noch nicht dazu gekommen, sie zu lesen. Doch zurück zu Band 8 der Reihe: Seit Band 7 sind sieben Jahre vergangen und Peter und Paul sind keine kleinen Jungen mehr, sondern junge Männer, einige Abschnitte sind aus ihren Perspektiven geschrieben, wobei sich wieder zeigt, wie unterschiedlich die beiden sind. Peter ist klug, klüger fast als sein Vater Simon, während Paul immer mehr Anlass zu Sorgen gibt und schon fast psychopathische Züge trägt, wobei man hier auch erkennen kann, dass er durchaus zu Liebe und Fürsorge fähig ist, vor allem, was seine kleine Schwester angeht. Seine Entwicklung in den weiteren Bänden dürfte interessant sein.

Barbara und ihr Ehemann Valentin spielen nur eine untergeordnete Rollle und zwischen Simon und Magdalena kriselt es. Mein Lieblingscharakter ist eindeutig der alte Henker Jakob, der sich hier auch mit dem Alter auseinandersetzen muss, vor allem, da Sohn Georg drängt, mehr Verantwortung übernehmen zu dürfen. Jakob aber kann schlecht loslassen …

Der Fall ist komplex und hat seine überraschenden Momente, wobei ich sagen muss, dass er mich selten komplett überrascht hat, ich habe wohl einfach schon zu viel gelesen. Für mich erzeugen viel mehr die Szenen Spannung, in denen ich mich um die Familie Sorgen machen musste, vor allem um Jakob und seine Enkelsöhne. Die drei werden hier ganz schön gebeutelt! Die Aufklärung ist gelungen, auch wenn ich, wie schon erwähnt, vieles zumindest zum Teil ahnen konnte. Das eine oder andere wird mit in den nächsten Band genommen werden (der im Nachwort schon angekündigt wird), auch auf diese Entwicklung bin ich gespannt.

Auch wenn Oliver Pötzsch nicht vorausahnen konnte, dass uns dieses Jahr eine Pandemie im Griff halten wird, passt der Roman gut in die Zeit, obwohl man eine Pest im 17. Jahrhundert nur bedingt mit der derzeitigen Situation vergleichen kann. Im Nachwort nimmt der Autor u. a. auch darauf Bezug. Neben dem Nachwort gibt es übrigens auch noch eine Karte von Kaufbeuren, ein Personenverzeichnis und einen Reiseführer für Kaufbeuren und Umgebung auf den Spuren der Henkerstochter.

Auch Band 8 der Reihe ist ein spannender und lesenswerter historischer Roman, der mit einer Protagonistenfamilie aufwartet, die man schnell liebgewinnt. Für Fans der Reihe ist auch dieser Band ein Muss, aber auch sonst kann der Roman Genrefans empfohlen werden. Wie man an mir sieht, muss man die Reihe nicht unbedingt von Anfang an gelesen haben, um sie zu verstehen und zu mögen. Mir persönlich ist der Roman etwas zu vorhersehbar, weswegen ich „nur“ gute 4 Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 11.07.2020

Hierbleiben lohnt sich

HOLIDAY Reisebuch: Hiergeblieben! – 55 fantastische Reiseziele in Deutschland
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Highlandgames, Schiefer Turm, Stabkirche, Hindutempel, Geysir – dafür muss man nicht nach Schottland, Italien, Skandinavien, Indien oder Island fahren, nein, all das gibt es auch in Deutschland – und noch ...

Highlandgames, Schiefer Turm, Stabkirche, Hindutempel, Geysir – dafür muss man nicht nach Schottland, Italien, Skandinavien, Indien oder Island fahren, nein, all das gibt es auch in Deutschland – und noch viel mehr.

55 Reiseziele in Deutschland werden in diesem ansprechenden Bildband mit Touristenzielen in der ganzen Welt verglichen und für zumindest ähnlich sehenswert befunden. Manchmal, wie z. B. Garmisch Partenkirchen ist das deutsche Ziel sogar das eigentliche Vorbild. Natürlich ist Würzburg nicht Prag, auch wenn die Alte Mainbrücke der dortigen Karlsbrücke fast zum Verwechseln ähnlich sieht und das Bamberger Klein Venedig kann sich auch nicht wirklich mit der weltbekannten Stadt in Italien messen, aber das will der Autor auch gar nicht sagen.

Vielmehr sind hier Reiseziele vereint, die deutlich machen, dass Deutschland auch viel zu bieten hat, und man nicht immer in die Ferne schweifen muss. Deswegen sind bei allen 55 Örtlichkeiten weitere in der Nähe liegende Sehenswürdigkeiten und lohnenswerte Ausflugsziele aufgelistet, alle Ziele mit näherer Erläuterung, so dass man den Ausflug/die Reise auch gut nutzen kann. Außerdem gibt es jeweils zwei Restaurant- und Übernachtungstipps, die auch alle etwas besonderes sind.

Aufgeteilt sind die Reiseziele nach Norden (28) und Süden (27). Manches ist nur entfernt ähnlich, aber vieles überrascht doch. Ich hätte mir noch ein paar mehr Fotos gewünscht, nämlich nicht nur zu jedem Hauptziel, sondern auch zu jedem einzelnen „Unterziel“. Aber dafür gibt es ja Internetsuchmaschinen.

Gerade im Moment interessiert man sich vielleicht mehr für lohnenswerte Reise- und Ausflugsziele in Deutschland. Dafür kann dieser Band eine gute Entscheidungshilfe sein. Ich empfehle ihn gerne weiter.

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Veröffentlicht am 10.07.2020

Ich freue mich schon darauf, die weiteren Bände zu lesen

Die Zahlen der Toten
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Eine Tote wird im kleinen Ort Painters Mill gefunden, offensichtlich ermordet, der Modus operandi scheint einem Serienmordfall von vor 16 Jahren zu gleichen, bis hin zur eingeritzten Zahl auf dem Bauch ...

Eine Tote wird im kleinen Ort Painters Mill gefunden, offensichtlich ermordet, der Modus operandi scheint einem Serienmordfall von vor 16 Jahren zu gleichen, bis hin zur eingeritzten Zahl auf dem Bauch – Chief Kate Burkholder ist sich aber sicher, dass es ein anderer Täter sein muss, denn sie weiß mehr.

Endlich komme ich dazu, den schon länger auf meinem SUB ausharrenden ersten Band der Reihe zu lesen. Mich reizt an der Reihe vor allem, dass sie in einem Ort spielt, dessen Bevölkerung zum Teil Amishe sind, und auch die Protagonistin aus dieser Gruppe stammt – das macht die Reihe in meinen Augen besonders.

Der Roman hat mich nicht enttäuscht, er ist spannend und lässt sich prima lesen, und man erfährt einiges über die Amishen. Die Morde sind brutal und es wird auch teilweise sehr explizit berichtet – nichts für schwache Nerven also. Man kann als Leser durchaus miträtseln, und so hat mich die Auflösung auch nicht komplett überrascht – nachvollziehbar ist sie allemal.

Die Protagonistin ist kein einfacher Charakter, wegen ihrer Abstammung, wegen dem, was vor 16 Jahren passiert ist, aber sie ist auch nicht unsympathisch. Ich freue mich schon darauf, mehr von ihr zu lesen. Auch andere Charaktere sind der Autorin gut gelungen, vor allem Kates Truppe. Die Szenen aus Kates Perspektive werden in Ich-Form erzählt, andere Perspektiven, wie etwa die John Tomasettis, der von einer anderen Behörde abkommandiert wird, sind dagegen in der dritten Person verfasst. Auch John ist ein Mensch, der viel erlebt hat, darunter viel Schlimmes, der dem Leser aber ebenfalls nicht unsympathisch ist. Ich bin gespannt, ob er in weiteren Bänden wieder auftauchen wird.

Gegen Ende fühlte ich mich allerdings etwas genervt, so hätte ich z. B. auf die Liebesgeschichte verzichten können, und auch das typische „Ingefahrkommen“ eines Hauptcharakters hätte ich nicht gebraucht. Vor allem ersteres wirkte auf mich sehr aufgesetzt, während zweiteres wenigstens nachvollziehbar ist.

Insgesamt hat mich der Reihenauftakt überzeugt und ich freue mich auf die weiteren Bände. Wer gerne spannende Thriller über brutale Verbrechen liest, wird sich hier wohlfühlen. Von mir gibt es 4 Sterne mit Tendenz nach oben.

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Veröffentlicht am 10.07.2020

Perfekt gelungen

Doctor Who - Der dreizehnte Doctor
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Der dreizehnte Doctor und ihre Begleiter Yaz, Ryan und Graham treffen auf einen Wissenschaftler, der gefangen gehalten wird und für ein „Sammler“ genanntes Wesen alles mögliche heranschaffen muss. Natürlich ...

Der dreizehnte Doctor und ihre Begleiter Yaz, Ryan und Graham treffen auf einen Wissenschaftler, der gefangen gehalten wird und für ein „Sammler“ genanntes Wesen alles mögliche heranschaffen muss. Natürlich muss sich der Doctor einschalten …

Ich mochte den dreizehnten Doctor von Anfang an, wie schön, dass es endlich eine weibliche Inkarnation gibt. Diese ist hier wunderbar getroffen, so dass die Geschichte buchstäblich vor meinen Augen entstanden ist. Auch dass die Begleiter aus der Fernsehserie hier mitspielen, trägt dazu bei, obwohl es auch immer interessant ist, in den Comics unbekannte Begleiter zu treffen. Und auch die Story passt sehr gut ins Whoniversum.

Die Zeichnungen sind gelungen, vor allem der Doctor ist auch hier gut getroffen. Neben der Hauptstory enthält der Band eine Bonusgeschichte und eine Covergalerie.

Der erste Comicband zum dreizehnten Doctor ist rundum gelungen und unterhält gut. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für Fans des Doctors und solche, die das werden wollen.

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Veröffentlicht am 09.07.2020

Sehr gut recherchierter historischer Roman

Eine Liebe zwischen den Fronten
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1870: Eigentlich wollten sich Madeleine und Paul verloben, doch dann bricht ein Krieg zwischen ihren beiden Ländern aus. Paul wird einberufen, Madeleine muss mit ihrem Vater Berlin verlassen, als Franzosen ...

1870: Eigentlich wollten sich Madeleine und Paul verloben, doch dann bricht ein Krieg zwischen ihren beiden Ländern aus. Paul wird einberufen, Madeleine muss mit ihrem Vater Berlin verlassen, als Franzosen sind sie dort nicht mehr sicher. Für das Paar beginnt eine schlimme Zeit, nicht nur die Schrecken des Krieges, auch die Ungewissheit, wie es dem jeweils anderen geht, sind kaum zu ertragen.

Auch der Algerier Karim findet sich in diesem Krieg wieder, sein Regiment kämpft auf Seiten der Franzosen, des Volkes, die sein Land unterdrückt halten. Auch seine Schwester Djamila ist in Frankreich, wo sie als Dienstmädchen für Madeleines Familie in Metz arbeitet.

Madeleines Bruder Clément hat revolutionäre Ideen und hasst die Deutschen, er sucht noch nach seinem Weg und hat auch gegen sich selbst zu kämpfen.

Diesen fünf jungen Menschen spürt die Autorin nach. 150 Jahre ist dieser Krieg nun her, und er wirkt immer noch nach. Am Schicksal ihrer Protagonisten erzählt die Autorin die Geschichte eines Krieges mit all seinen Schrecken. Sie erzählt von Leid und Elend, aber auch von Güte und Menschen, die sich über Freund-Feind-Grenzen hinwegsetzen und uneigennützig helfen. Man kann guten Gewissens von einem Anti-Kriegs-Roman sprechen, der dennoch auch aufzeigt, dass es immer auch Menschen gegeben hat und geben wird, die sich nicht unterkriegen und sich nicht von Ressentiments aufhalten lassen. Einer dieser besonderen – zudem historisch belegten – Charaktere ist Kathrin, die Madeleine auf ihrem gefahrvollen Weg nach Hause trifft.

Die Charaktere sind perfekt ausgearbeitet, alle fünf Protagonisten, aber auch all die anderen Charaktere, die den Roman bevölkern, wirken wie echte Menschen. Pauls Bereitschaft mit allen Mitteln zu helfen, Madeleines Mut und Einsatzbereitschaft, Cléments innere Zerrissenheit, Karims Wut und Hilflosigkeit, Djamilas Wandlung zur selbstbewussten Frau – all dies wirkt echt und schnell hat man den Eindruck, diese Menschen tatsächlich zu kennen. Durch die algerischen Geschwister kommt eine interessante zusätzliche Sichtweise in die Geschichte, die sich auch mit der Situation zwischen Frankreich und Algerien auseinandersetzt und historische Gegebenheiten aufgreift.

Für Maria W. Peter ist dieser Roman wahrscheinlich ihr persönlichster, denn er berührt auch ihre eigene Familiengeschichte. Ihre Recherche ist umfassend und viele historische Gegebenheiten fließen in den Roman mit ein, was seine Authentizität noch erhöht. Der Leser trifft mit den Protagonisten u. a. auf Kaiserin Eugénie und Kanzler Bismarck, aber auch auf Menschen, die „nur“ in Dokumenten jener Zeit erwähnt werden, wie den Priester von Saint Sulpice. Wie immer erzählt Maria W. Peter sehr eindringlich, der Roman atmet Geschichte aus jeder Zeile – für mich ist es der bisher beste der Autorin..

Sehr gut haben mir auch die Zusatzinhalte gefallen, neben einer Karte gibt es ein sehr lesenswertes Nachwort der Autorin sowie ein Personenverzeichnis, ein Glossar und Reise- und Stöbertipps.

Wer gut recherchierte historische Romane liebt, ist hier genau richtig. Historische Ereignisse und fiktive Protagonisten sind perfekt miteinander verknüpft. Die Protagonisten sind gut gewählt und wirken authentisch. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung von mir.

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