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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2024

War nicht so mein Fall

Lichtungen
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Iris Wolff wird ja sehr für ihre schöne Sprache gelobt und vor allem "Die Unschärfe der Welt" ist auch 4 Jahre nach Erscheinen noch ein Dauerbrenner.
Deswegen wollte ich "Lichtungen" unbedingt lesen, weil ...

Iris Wolff wird ja sehr für ihre schöne Sprache gelobt und vor allem "Die Unschärfe der Welt" ist auch 4 Jahre nach Erscheinen noch ein Dauerbrenner.
Deswegen wollte ich "Lichtungen" unbedingt lesen, weil ich bisher noch kein Buch der Autorin kannte. Leider hat es mir nicht gefallen.

Ich finde den Aufbau des Buches ziemlich verwirrend. Man fängt quasi in der Jetztzeit mit dem aktuellsten Kapitel an und geht mit jedem weiteren Kapitel einen Schritt in die Vergangenheit, der dann aber linear erzählt wurde. Dadurch konnte sich für mich kein Lesefluss einstellen, zumal die Kapitel auch echt lang sind. Jedes Mal, wenn man sich in ein Kapitel eingelesen hatte, ging es zurück und erst am Ende des nächsten Kapitels war man wieder an der Anschlusstelle zum Kapitel zuvor. Falls solche erzählerischen Mätzchen aus einem normalen Roman einen besonders literarischen machen sollen, hat es bei mir nicht funktioniert.

Auch die Beschreibung, dass es die Geschichte einer Freundschaft ist, fand ich irreführend. Wir erleben Levs Lebensgeschichte, in der Kato vorkommt, aber mehr als Randfigur. In weiten Teilen des Buches sind sie getrennt, was es für mich nicht zu einer Freundschaftsgeschichte macht.
Außerdem war mir Kato sympathischer als Lev, der ziemlich in Selbstmitleid versinkt und kein Mensch wäre, mit dem ich im echten Leben Zeit verbringen wollte. Da man mit Buchfiguren auch viel Zeit verbringt, sollten sie schon die eigene Sympathie wecken...

Schade, von dem Buch hatte ich mir mehr erhofft. Aber vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch. Oder ich sollte doch mal den Erstling der Autorin probieren.

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Veröffentlicht am 04.04.2024

Ein modernes Märchen <3

Das Mädchen mit dem Porzellangesicht
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"Das Mädchen mit dem Porzellangesicht" ist ein neuzeitlicher Fantasyroman im Stil alter Märchen und Legenden. Es gibt viele klassische Motive, gemischt mit einigen genreübergreifenden Stilmitteln. So gibt ...

"Das Mädchen mit dem Porzellangesicht" ist ein neuzeitlicher Fantasyroman im Stil alter Märchen und Legenden. Es gibt viele klassische Motive, gemischt mit einigen genreübergreifenden Stilmitteln. So gibt es Anklänge an historische Romane, aber auch Elemente aus dem Steampunk und eine gewisse Gesellschaftskritik wie bei zeitgenössischen Romanen steckt auch noch drin. Vor allem die historischen Anspielungen haben mir persönlich gut gefallen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wer zur gleichen Zeit gelebt hat, wenn man die Personen gefühlt ganz anders einordnen würde.

Auch die Steampunkanteile mit den mechanischen Menschen fand ich richtig gut gemacht. Ich glaube, diese "Roboter" waren in der ganzen Leserunde die beliebtesten Figuren!

Ich habe ein bisschen gebraucht, um mich sprachlich hineinzufinden, da die Sprache ganz anders ist, als man es sonst liest. Sie ist fast lyrisch und liest sich anfangs etwas schwergängig. Aber man findet sich hinein und irgendwann habe ich es gar nicht mehr besonders wahrgenommen.

Man sollte sich bewusst sein, dass dieses Buch hier ziemlich schmalbrüstig für ein Fantasybuch ist. Es gibt nicht viel Worldbuilding (was eh überflüssig wäre, da es Urban Fantasy ist, also in unserer Welt spielt) und es werden nicht alle Fragen bis ins Detail aufgeklärt. Mich hat das nicht gestört, ich habe es einfach hingenommen, weil es in dieser Welt eben so ist. Aber ich weiß, dass es andere Leser:innen gestört hat. Diskussionsbedarf gibt es dabei vermutlich am meisten am Ende. Es ist eine ebenfalls sehr klassische Märchenlösung - vielleicht ein bisschen vorhersehbar, aber passend zum Buch. Vermutlich fehlen dem ein oder anderen Lesenden trotzdem Details. Hier hat es sich die Autorin evtl. ein bisschen leicht gemacht. Mich hat es - wie gesagt - weniger gestört und ich würde das Buch trotzdem, wenn auch mit kleineren Abstrichen, empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.04.2024

Regt zum Nachdenken an

25 letzte Sommer
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"25 letzte Sommer" ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt - und vielleicht genau das ist, was mindestens eine ganze Generation braucht.
Hier trifft ein typischer Vertreter von "Homeoffice-immer-erreichbar" ...

"25 letzte Sommer" ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt - und vielleicht genau das ist, was mindestens eine ganze Generation braucht.
Hier trifft ein typischer Vertreter von "Homeoffice-immer-erreichbar" auf einen der Menschen, die den Absprung aus dem Hamsterrad geschafft haben. Statt der Höher-Schneller-Weiter-Mentalität wird hier der Wert kleiner Dinge, schöner Momente und befriedigender Arbeit vermittelt, die wir schätzen können, auch wenn uns das Leben mal übel mitspielt. Denn für uns alle kommt irgendwann der Moment, in denen wir nur noch 25 letzte Sommer übrig haben. Und ob das viel oder wenig ist, liegt in unseren Händen.
Fazit: ein tolles Sommerbuch, das trotz seiner ernsten Botschaft ganz ohne erhobenen Zeigefinger auskommt. Ein Buch, das einen motiviert, jeden Sommertag zu genießen. Und wieder eine der Lektüren, in denen man sich kluge Sätze anstreichen möchte!

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Veröffentlicht am 02.04.2024

Geht ans Herz

Die Vermesserin der Worte
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Mit diesem Buch wagt sich die Autorin (erfolgreich) in ein für sie fremdes Genre - ein Roman mit ernstem Hintergrundthema statt Fantasy!

"Die Vermesserin der Worte" sieht optisch nach einem fluffigen ...

Mit diesem Buch wagt sich die Autorin (erfolgreich) in ein für sie fremdes Genre - ein Roman mit ernstem Hintergrundthema statt Fantasy!

"Die Vermesserin der Worte" sieht optisch nach einem fluffigen Wohlfühlroman aus, was er aber nur teilweise ist. Auch der Klappentext geht hier nur auf die leichtere Thematik des Buches ein. Aber neben der Schriftstellerin mit Schreibblockade geht es zum Großteil auch um das Zusammenleben mit Demenz. Trotz dieser schwierigen Thematik gelingt es ihr, das Buch so zu schreiben, dass man es gerne liest und dass es einen nicht runterzieht.
Der Schreibstil ist wirklich angenehm, hier merkt man besonders deutlich, dass die Autorin ursprünglich aus einem Genre kommt, bei dem die Leserschaft viel Wert auf Worldbuilding und schöne Beschreibungen legt.
Und auch die Personen sind Menschen, mit denen man auch in der realen Welt gerne Zeit verbringen würde, weil sie so sympathisch sind.

Auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die lieber zeitgenössische Romane als Fantasy lesen und trotzdem einmal diese Autorin ausprobieren wollen!

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Veröffentlicht am 23.03.2024

Besonderes Jugendbuch

Cato und die Dinge, die niemand sieht
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Was für ein absolut ungewöhnliches und faszinierendes Jugendbuch! Die Thematik ) ist zwar keine ganz leichte, weswegen das empfohlene Lesealter bei mindestens 10 Jahren liegt. Aber alle älteren Leser:innen ...

Was für ein absolut ungewöhnliches und faszinierendes Jugendbuch! Die Thematik ) ist zwar keine ganz leichte, weswegen das empfohlene Lesealter bei mindestens 10 Jahren liegt. Aber alle älteren Leser:innen wird das Buch sicherlich für sich gewinnen können.

Cato ist eine Protagonistin mit der sich vielleicht nicht jedes lesende Kind sofort wird identifizieren können. Sie ist ein echter Wildfang und hat ungewöhnliche Interessen. Aber vielleicht ist sie so, wie manche Kinder gerne wären. Und wenn nicht, dann vermittelt sie zumindest die Botschaft, dass es ok ist, anders zu sein.

Das Setting in einem alten Kino hat etwas magisches, wie auch die ganze Geschichte ein echtes, wildes Abenteuer ist, das die Fantasie befeuert.
Dazu passt der Stil perfekt, denn auch dieser hat etwas ungezähmtes und für ein Kinderbuch ausgesprochen lyrisches.

Ich fand das Buch auf jeden Fall etwas ganz Besonderes und sehr empfehlenswert.



) Spoilergefahr: Zeitreisen

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