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Veröffentlicht am 15.05.2025

Großes Gesellschaftspanorama

Ginsterburg
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Bei Arno Frank weiß man, dass man hohe Literatur bekommt, egal zu welchem Thema er schreibt. Hier bekommt man ein besonders anspruchsvolles Buch, das sowohl vom Thema, als auch vom Schreibstil fordernd ...

Bei Arno Frank weiß man, dass man hohe Literatur bekommt, egal zu welchem Thema er schreibt. Hier bekommt man ein besonders anspruchsvolles Buch, das sowohl vom Thema, als auch vom Schreibstil fordernd ist.
Durch die verschiedensten Erzählperspektiven erschließt man sich nach und nach ein großes Gesellschaftspanorama einer kleinen Stadt während der NS-Zeit.
Dabei verknüpft der Autor geschickt einen fiktiven Ort (der stellvertretend für viele kleinere Städte in Deutschland stehen könnte) mit real existierenden Personen (z.B. Lothar Sieber). Für uns im Nachgang liest sich dabei das Grauen aus den Dingen, die wir heute wissen, während für die Leute damals ihr ganz normaler Alltag vor sich ging und sie sich bei vielen Dingen gar nichts Schlimmes dachten.
Schade fand ich, dass es kein Vor- oder Nachwort des Autors gibt, in dem er erklärt, was nun in seinem Buch auf Fakten beruht und was nicht. Dass es Lothar wirklich gab, habe ich zufällig durch Google herausgefunden, aber ich hätte es gerne direkt im Buch erfahren.
Ein zweiter kleiner Kritikpunkt ist, dass es sehr viele handelnde Personen gibt und manche deswegen untergehen, z.B. der Zirkus, der nur zweimal kurz erwähnt wird. Das hätte ich mir persönlich runder gewünscht, also weniger Personal insgesamt und dafür mehr Auftritte der einzelnen Personen. Andererseits bekommt man so viele verschiedene Blickwinkel auf die selbe Sache...
Fazit: Bis auf kleinere Kritikpunkte ein durch und durch empfehlenswerter Roman.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Mehr Dystopie als Krimi

Der letzte Mord am Ende der Welt
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"Der letzte Mord am Ende der Welt" wird als Krimi vermarktet, ist jedoch eher eine Art Endzeitroman/Dystopie, in dem eben zufällig auch ein Mord vorkommt.
Nachdem ich bei einem anderen Buch des Autors ...

"Der letzte Mord am Ende der Welt" wird als Krimi vermarktet, ist jedoch eher eine Art Endzeitroman/Dystopie, in dem eben zufällig auch ein Mord vorkommt.
Nachdem ich bei einem anderen Buch des Autors mit historischem Setting das Problem hatte, dass mir die Handlung zu sehr ins Übernatürliche abdriftetet und ich die Lektüre daraufhin abgebrochen habe, fand ich es hier besser gelöst. Da es ein Roman ist, der in der Zukunft spielt, gibt es ebenfalls übernatürlich anmutende Handlungsstränge, die man jedoch mit fortschrittlicher Technologie erklären kann, was ich besser gemacht fand. Ob jetzt alles 100% logisch ist, darüber kann man sicherlich streiten, persönlich fand ich es beim Lesen schlüssig und für eine reine Unterhaltungslektüre passend genug, zumal wir eine Künstliche Intelligenz als Erzählerin haben, die selbst zugibt, dass sie nicht unbedingt ein zuverlässiger Erzähler ist.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Warum?

Campion. Tödliches Erbe
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Um zuerst zu loben: "Campion" ist ein spannender Kriminalfall, der mir viel Freude hätte machen können.
Betonung auf Können, denn während der Lektüre bin ich immer wieder über Details gestöbert, die für ...

Um zuerst zu loben: "Campion" ist ein spannender Kriminalfall, der mir viel Freude hätte machen können.
Betonung auf Können, denn während der Lektüre bin ich immer wieder über Details gestöbert, die für mich nicht stimmig waren. Tatsächlich habe ich immer mal wieder zurückgeblättert, um zu schauen, ob ich nicht gegebenenfalls etwas überlesen habe. Habe ich aber nicht. Eine kurze Recherche nach der Lektüre (um Spoiler zu vermeiden) hat dann ergeben, dass dieses Buch der dritte Teil einer Reihe ist, was einiges erklärt.
So fehlte mir einiges an Vorgeschichte des namensgebenden Detektives, wozu es immer wieder Andeutungen gibt. Man merkt deutlich, dass einem Hintergrundwissen fehlt und deswegen frage ich mich, was den Verlag bewogen haben könnte, diesen Band als Erstes zu übersetzen? Mich hinterlässt die Lektüre jedenfalls ziemlich unbefriedigt, zumal es gegen Ende hin auch noch den ein oder anderen Fakt gab, der nicht ganz 100% mit Fakten gelöst wurde, sondern bei dem eher esoterische Erkläransätze hinzugezogen wurden.
An sich würde ich weitere Bücher der Autorin lesen wollen - denn wie gesagt, der Fall selbst war gut gemacht und ich sehe da einiges an Potential - aber nicht weiter in so einer wilden Reihenfolge. Hoffentlich beginnt die Reihe demnächst mit dem ersten Band, dann gebe ich dem Ganzen nochmal eine Chance.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Stark angefangen...

Flusslinien
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... aber auch stark nachgelassen.
Zu Beginn startet man mitten hinein ins Geschehen und man ist auch sofort drin, wie es bei einem guten Roman sein sollte.
Man bekommt nach und nach einen guten Überblick ...

... aber auch stark nachgelassen.
Zu Beginn startet man mitten hinein ins Geschehen und man ist auch sofort drin, wie es bei einem guten Roman sein sollte.
Man bekommt nach und nach einen guten Überblick über die verschiedenen Figuren und ihre Schicksalsschläge, was das Buch zu einem guten gesellschaftskritischen Roman macht.
Leider ist dann alles auch genauso plötzlich zu Ende, wie es begonnen hat. Man hat sich gerade so richtig schön eingelebt, da ist das Buch auch schon zu Ende und ich frage mich immer noch, was uns die Autorin jetzt vermitteln wollte, denn auf mich wirkt es so, als hätte irgendjemand beschlossen, dass es jetzt gut sei und das Buch beendet werden müsse, obwohl noch nicht alles erzählt war. Sowas kann ich gar nicht leiden, es fühlt sich danach immer so an, als wäre man zu dumm für die Lektüre gewesen, selbst wenn es - wie hier - ein Buch war, das einem eigentlich gefallen hatte.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Ich wollte es gerne mögen...

Coast Road
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An "Coast Road" bin ich mit sehr, SEHR hohen Erwartungen herangegangen. Ich wollte dieses Buch so, SO gerne mögen. Es hatte auch alle Voraussetzungen dazu: Irische Geschichte, hochgelobt und wunderschön ...

An "Coast Road" bin ich mit sehr, SEHR hohen Erwartungen herangegangen. Ich wollte dieses Buch so, SO gerne mögen. Es hatte auch alle Voraussetzungen dazu: Irische Geschichte, hochgelobt und wunderschön verpackt (ein kleines Hardcoverformat mit Lesebändchen und dieses entzückende Cover!).
Leider war es - für mich - ein außen hui und innen nur so lala. Vielleicht, weil meine Erwartungen zu groß waren.
Aber die Geschichte hat sich elendig in die Länge gezogen, trotz des angenehmen Schreibstils.
Jetzt weiß ich nicht genau, ob es daran liegt, dass ich zu jung bin - die Geschichte spielt vor meiner Zeit und in einer Gegend, in der die Ansichten noch viel älter sind. Jedenfalls weiß ich auch nach Beendigung der Lektüre nicht genau, was mir der Autor sagen wollte. Denn die offensichtliche Moral, dass Frauen bis zur Selbstaufgabe bei ihrem Partner zu bleiben haben, weil es ihnen sonst schlecht ergehen wird, die kann es im 21. Jahrhundert doch wirklich nicht mehr sein?
Auch blieben mir die Figuren fremd - vielleicht auch hier wieder ein Altersproblem, aber wirklich identifizieren konnte ich mich mit keiner der hochgelobten Frauenfiguren. Im Gegenteil, die meiste Zeit wollte ich sie schütteln, weil sie offensichtlich nur einem Erzählziel dienen, das sich mir nicht offenbart hat.
Schade, aber leider kein Highlight für mich.

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