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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2026

Der erste Eindruck zählt - oder nicht?

Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West)
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Sollte man einem schlechten ersten Date eine zweite Chance geben? Würde mich jemand fragen, würde ich sagen, sofern die Person kein Arsch war, warum nicht. Wenn du darüber nachdenkst, jemandem eine zweite ...

Sollte man einem schlechten ersten Date eine zweite Chance geben? Würde mich jemand fragen, würde ich sagen, sofern die Person kein Arsch war, warum nicht. Wenn du darüber nachdenkst, jemandem eine zweite Chance zu geben, dann hat die Person es vielleicht auch verdient. Margot aus "Worst-Date-Ever" sieht das etwas anders. Sie ist auf der Suche nach ihrem perfekten Partner und der dazugehörigen Kennenlernstory. Ein schlechtes Date ist davon kein Bestandteil. Zu doof, dass ihr auch nach all den Jahren Oliver nie ganz aus dem Kopf gegangen ist, auch wenn ihr gemeinsames erstes Date nicht wirklich gut lief. Neben der Liebesgeschichte begleiten wir Margot zudem dabei, wie sie versucht, Literaturagentin zu werden, was super spannende Einblicke hinter die Kulissen des Buchmarktes gibt.

Für mich war "Worst Date Ever" eine süße und kurzweilige Lektüre, die jedoch irgendwie nichts Besonderes oder Herausstechendes hatte. Es war einfach eine nette Liebesgeschichte für zwischendurch, die aber bei mir nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben wird. Auch wenn das wie ein sehr hartes Urteil klingt, glaube ich aber, dass das Buch genau das auch einfach sein wollte.

Die Dialoge sind sehr humorvoll geschrieben, gehen aber nie wirklich stark in die Tiefe. Die Charaktere sind schnell sympathisch, jedoch habe ich keine wirkliche Verbindung zu ihnen aufbauen können. Ich habe mich für sie freuen können, habe aber wenig mitgefiebert. Für mich lag das einfach daran, dass etwas Zeit und Raum fehlten, um Margot und Oliver wirklich kennenlernen zu können. Gerade bei Oliver fand ich das etwas schade, da ich ihn wirklich sympathisch fand, die Geschichte mir aber wenig über seine Träume und Wünsche erzählt hat. Er war wirklich eher der hotte Love-Interest, dem irgendwie mal das Herz gebrochen wurde.

Auch wenn die Geschichte an sich für mich nun nicht überwältigend war, hatte ich trotzdem einfach meinen Spaß. Und manchmal ist es eben auch genau das, was man in dieser doch manchmal ernsten Welt braucht. Wer also eine Auszeit vom Alltag sucht, wird mit der witzigen Rom-Com nichts falsch machen!

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Wem gehört eigentlich mein Körper?

Fünf Tage im Licht
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Ich habe "Fünf Tage im Licht" schon vor einer Woche beendet und trotzdem begleitet es noch immer meinen Alltag. Die Geschichte setzt sich auf eine ganz einzigartige Weise damit auseinander, was der weibliche ...

Ich habe "Fünf Tage im Licht" schon vor einer Woche beendet und trotzdem begleitet es noch immer meinen Alltag. Die Geschichte setzt sich auf eine ganz einzigartige Weise damit auseinander, was der weibliche Körper ist und wem er gehört. In dem 300 Seiten langen Roman begleiten wir die erfolglose Künstlerin Sophie, welche von ihrem Partner gedrängt wird, sich mit der Frage nach Kindern auseinander zu setzen. Aber kann man eine irgendwann erfolgreiche Künstlerin und gute Mutter sein? Dazu nimmt sie uns auf eine sehr rohe Art mit in ihre Gedanken.

Überrascht bin ich, dass ich an keiner Stelle von dem Roman gelangweilt war. Denn eigentlich ist die Handlung eher wenig ereignisreich. Im Fokus steht die gedankliche Auseinandersetzung mit Themen wie Kinderwunsch, Weiblichkeit, Freundschaft, Klassizismus, welche von Ereignissen eines fünftägigen Junggesellinnenabschieds in Griechenland angestoßen wird. Gerade das Thema Weiblichkeit und Kinderwunsch wird dabei durch die wirklich wundervollen und sehr bereichernden "Zwischenkapiteln" ergänzt. In diesen kurzen Kapiteln werden Selbstaktdarstellungen von teils fast vergessenen Künstlerinnen in den Blick genommen, beschrieben und aus Sophies Blick diskutiert. Gerade aus diesen Kapiteln habe ich für mich unglaublich viel schöpfen können. Gerade die dadurch entstehende Mischung aus Fiktionalität und Realität ist so intensiv, dass sie mich wirklich emotional sehr berührt hat und meine Sicht auf bestimmte Dinge nachhaltig verändert hat. An der Stelle muss ich jedoch anmerken, dass dem Buch eine Triggerwarnung gut getan hätte! Insbesondere die Themen Fehlgeburt und Kindstod traten sehr unvorhergesehen auf.
Aber auch der Teil, der in Griechenland spielt, war spannend zu verfolgen. Gerade Sophie hat mich immer wieder in moralische Dilemmata geworfen. Denn sie ist alles andere als perfekt. Im Gegenteil, sie mach viel falsch, aber ist dabei immer sehr nachvollziehbar. Sie ist vielleicht nicht die klassische Protagonistin, mit welche man sich identifizieren will, jedoch ist das genau richtig so. Denn so blieb, zumindest in meinem Empfinden, mehr Raum für meine eigenen Gedanken.
Das griechische Setting ist zudem wirklich wundervoll umgesetzt. Ich hatte stets sehr klar vor Augen wie es in der kleinen Villa in Strandnähe aussieht, konnte erahnen, was zu hören ist und wie der Ort riecht. All das, ohne dass man in dem Roman von Landschaftsbeschreibungen erschlagen wird. Jedoch hat die Autorin auf eine sehr natürliche Art und Weise eine angenehm bildhafte Sprache, wodurch ich nur so in die Geschichte abgetaucht bin.

Am Ende verblieb ich mit dem Gefühl, dass es wichtig ist einfach glücklich zu werden, auch wenn man manchmal dafür seine Grenzen ziehen muss. Auch wenn das bedeutet, Menschen zu verletzen. Auch wenn das bedeutet, aufzufallen. Aber das eigene Glück, das sollte es einem wert sein. "Fünf Tage im Licht" von Rhiannon Lucy Cosslett ist somit von mir eine dicke Empfehlung!

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Perfekt, um seine Erkrankung kennenzulernen!

Dein Endometriose-Alltagshelfer
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Nach einem zum Glück vergleichsweise kurzen Leidensweg habe ich vor ca. einem halben Jahr meine Diagnose Endometriose bekommen. Also bin ich noch ziemlich frisch dabei, mich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen. ...

Nach einem zum Glück vergleichsweise kurzen Leidensweg habe ich vor ca. einem halben Jahr meine Diagnose Endometriose bekommen. Also bin ich noch ziemlich frisch dabei, mich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen. Da gerade die Aufklärung meiner Ärztin etwas knapp ausfiel, hat mir der "Endometriose Alltagshelfer" doch nun einiges an Wissen sowie an Tipps mit an die Hand gegeben.

Der Ratgeber ist wirklich leicht verständlich und sehr ermutigend verfasst. Der Aufbau der Seiten ist sehr übersichtlich, ruhig, aber auch ästhetisch gehalten. Inhaltlich deckt er ein breites Spektrum ab, verbleibt hinsichtlich der einzelnen Themen jedoch etwas oberflächlich, was, um einen ersten Einblick in die Erkrankung zu erlangen, aber völlig in Ordnung ist. Dadurch hatte ich den Eindruck, dass der Ratgeber sich sehr gut dazu eignet, eine erste Richtung zu finden, welche einem Erleichterung verschaffen kann.
Ein großes Plus ist, dass immer wieder Expertinnen sowie Betroffene zu Wort kommen. Gerade diese Seiten spenden einiges an Hoffnung! Dadurch, dass diese "Info-Seiten" eher etwas verstreut im Buch sind, wird man davon auch nicht erschlagen.

"Dein Endometriose Alltagshelfer" ist ein wirklich guter Einsteiger-Ratgeber in dieses Thema, sowohl für Betroffene als auch für PartnerInnen!

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Eine Vereinigung von Skurrilität und Tiefgang!

Verlorene Schäfchen
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Gerne beginne ich meine Rezensionen damit, den Inhalt in einem kurzen Satz zumindest ganz grob zu erfassen. Bei dem Buch habe ich jedoch keinen blassen Schimmer, wie ich das anstellen soll. Denn nichts, ...

Gerne beginne ich meine Rezensionen damit, den Inhalt in einem kurzen Satz zumindest ganz grob zu erfassen. Bei dem Buch habe ich jedoch keinen blassen Schimmer, wie ich das anstellen soll. Denn nichts, was ich schreiben könnte, wird diesem Buch gerecht. "Verlorene Schäfchen" von Madeline Cash (übersetzt von Sophie Zeitz) begleitet dabei eine Familie, die Flynns, in der sich niemand so wirklich gesehen fühlt. Das Buch wird dabei aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, welche sich nicht nur auf die Familie beschränken. Gerade dadurch wird einem nochmal so richtig vor Augen geführt, dass jeder Probleme mit sich herumträgt, die wir manchmal nicht erahnen.

Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm modern gehalten, wodurch es sich sehr leicht lesen lässt. Jedoch wird dieses Buch vermutlich nicht jeden glücklich machen. Um diese Geschichte der Flynns genießen zu können, muss man schon skurrile und absurde, satirische und überzogene Geschichten mögen. Gerade zum Ende hin wird dies auf die Spitze getrieben, so sehr, dass selbst ich mir schon nicht mehr sicher war, ob mir das nicht etwas zu viel ist. Die Figuren sind trotz ihrer Eigenheiten jedoch auf ihre jeweils ganz eigene Art liebenswürdig. Es sind zwar nicht die klassischen Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann, jedoch sind sie alle nachvollziehbar geschrieben.

Die schon angesprochenen Probleme, die all die Bewohner der Kleinstadt mit sich tragen, umfassen dabei ein sehr breites Spektrum. Dazu zählen (fehlende) Kommunikation, Religion, Suizidgedanken, Verschwörungstheorien, (dysfunktionale) Familienbeziehungen, Liebe, Erwachsenwerden und das (nicht) Durchbrechen vorgelebter Muster. Manches wird intensiver diskutiert, über manches fällt nur ein Kommentar am Rande. Alles in allem versucht dieses Buch jedoch, den aktuellen Zeitgeist satirisch wiederzugeben.

"Verlorene Schäfchen" ist auf eine ganz unscheinbare Art etwas ganz Besonderes. Man kann es mögen, man kann es hassen. Hier würde ich wirklich dazu raten, in die Leseprobe reinzuschnuppern. Wem das gefällt, dem kann ich nur sagen: Das Buch wird nicht enttäuschen!

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Und wer kauft mir jetzt Tickets für das Musical?

4 Months, 24 Melodies & 1 Maybe
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Ich liebe Musicals! Deswegen war es keine Frage, ob ich dieses Buch lesen wollte - ich musste es! Denn in "4 Month, 24 Melodies & 1 Maybe" dreht sich alles um Ari und Elijah, welche beide Teil des Casts ...

Ich liebe Musicals! Deswegen war es keine Frage, ob ich dieses Buch lesen wollte - ich musste es! Denn in "4 Month, 24 Melodies & 1 Maybe" dreht sich alles um Ari und Elijah, welche beide Teil des Casts eines Rock-Musicals sind. Doof nur, dass sie bereits in der Vergangenheit Bekanntschaft miteinander gemacht haben und nicht wirklich gut auseinandergegangen sind. Jetzt haben sie jedoch keine andere Wahl, als irgendwie zusammenzuarbeiten, damit das Musical ein voller Erfolg wird.

Alleine wenn ich jetzt an die Geschichte zurückdenke, spüre ich, wie mein Herz einen kleinen Hüpfer macht. An dem Buch war einfach so viel, so unglaublich schön! Die queere Liebesgeschichte war unglaublich einfühlsam geschrieben und ohne unnötiges, künstliches Hin und Her. Was dort zwischen den beiden Menschen passiert ist, hat sich für mich einfach so echt angefühlt. Schuld daran sind die beiden Süßis Ari und Elijah, die zwar alles andere als perfekt sind, jedoch die Bereitschaft haben, an sich zu arbeiten und zu wachsen. Jedoch hört die Sympathie nicht bei den Protagonist*innen auf. Auch alle Nebencharaktere (und Katzis) sind mit Liebe geschrieben. Sie alle haben ihre eigenen Geschichten und Probleme, wodurch ich auch an ihnen mein Herz verloren habe.
Besonders positiv sind mir an dem Buch jedoch zwei Dinge in Erinnerung geblieben: 1. Die Musicalwelt: Es hat so Spaß gemacht, sich von dem Buch mal hinter die Kulissen eines Musicals entführen zu lassen. Ganz nebenbei habe ich also tatsächlich auch noch etwas über die Abläufe auf einer Musical-Tour und über deren Vorbereitung gelernt. Man hat total gemerkt, dass Lea wirklich Recherche betrieben hat, um alles rund ums Musical wirklich realistisch darzustellen.
2. Queerness: Es war wirklich erfrischend, einfach mal ein Buch zu lesen, in dem sich niemand groß erklären muss. Ari ist nicht-binär und Punkt. Andere sind schwul oder lesbisch. Alles war einfach da. Und alles durfte einfach sein. Richtigerweise wurde aber auch darauf aufmerksam gemacht, dass gerade im Musical nicht-binäre Menschen noch bestimmten Problemen gegenüberstehen. Ansonsten war Queerness einfach normal - und das war so schön!

Das Buch war wirklich ein absoluter Urlaub für meine Gedanken gewesen, weshalb ich es als Herzensbuch in Erinnerung behalten werde. Übrigens ging es mir bei "30 Dates, 10 Dates & 1 Drama" genauso - wer das also noch nicht gelesen hat, sollte das schleunigst nachholen!

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