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Veröffentlicht am 01.02.2026

Lieblingsbuch

Tage des Lichts
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Megan Hunter hat mit "Tage des Lichts" eine so wunderbar poetisch und melancholische Geschichte geschrieben, sodass dieses Buch schon jetzt zu meinem Jahreshighlight geworden ist. Bestimmt werde ich es ...

Megan Hunter hat mit "Tage des Lichts" eine so wunderbar poetisch und melancholische Geschichte geschrieben, sodass dieses Buch schon jetzt zu meinem Jahreshighlight geworden ist. Bestimmt werde ich es mit einigem Abstand erneut lesen.
Hauptfigur ist Ivy, die in einem künstlerisch geprägten Elternhaus auf dem Land im England der 1930er Jahre aufwächst. Ivy verlebt unbeschwerte Tage, gedanklich damit beschäftigt, was sie aus ihrem Leben machen soll. Das sorglose Leben nimmt am Ostersonntag des Jahres 1938 ein schicksalhaftes Ende. Ihr geliebter Bruder Joseph kehrt vom Baden in einem Fluss nicht zurück. Ivy wird sogar Augenzeugin des Verschwindens. Fortan belasteten die Geschehnisse vom Ostersonntag ihr Leben. Und ein weiterer Lebensfaden begleitet Ivy bis zum Schluss: die Liebe und das Verlagen zu einer anderen Frau. Durch gesellschaftliche Zwänge verursacht, kann diese Liebe über viele Jahre nicht ausgelebt werden.Ivy bleibt eine Suchende bis zum Schluss.

Auf überaus feinfühlige Weise gibt Megan Hunter Ivys Geschichte und ihre Gedanken wieder. Ich hatte das Gefühl, ihr bis in die Verästelungen ihrer Seele folgen zu dürfen. Aus meiner Sicht ist es eine große Kunst, eine Geschichte so zu gestalten.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Gut geschrieben, aber dennoch ein wenig enttäuschend

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Alena Schröders Buch "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" ist die 3. Geschichte aus einer Jahrhundert umspannenden Reihe von Generationen- und Familenromanen. Wieder stehen Kunst und Familie, ...

Alena Schröders Buch "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" ist die 3. Geschichte aus einer Jahrhundert umspannenden Reihe von Generationen- und Familenromanen. Wieder stehen Kunst und Familie, Herkunft und Identität im Mittelpunkt, erzählt aus weiblicher Perspektive.

Der 1. Handlungsstrang führt in die Nachkriegszeit der Barlachstadt Güstrow, in der die Waise Marlen bei der Malerin Wilma aufwächst und ihre eigenen künstlerischen Fähigkeiten unter Wilmas Obhut entwickelt.

Der 2. Handlungsstrang spielt 2023 in Berlin. Hier lernen wir Hannah Borowski kennen, die gerade in einer Lebenskrise steckt. Ihre beste Freundin ist aus der gemeinsamen WG ausgezogen und - viel einschneidender - ihr leiblicher Vater meldet sich und möchte nach drei Jahrzehnten Kontakt aufnehmen. Hannah ist unsicher, ob sie den Mann kennenlernen möchte.

Verbindendes Element der Erzählungen ist ein in Öl auf Leinwand gemaltes Bild, dass die 14jährige Waise Marlen findet und das für sie zum Fluchtpunkt in ihrem Leben wird. Denn dieses Bild wird über die Jahrzehnte immer wieder heimlich von ihr bearbeitet und steht somit für den Entwurf von etwas Eigenem. Marlen fühlt sich der Malerin Wilma verpflichtet, da diese sie nach dem Krieg aufgenommen hatte. Wilma verliert nach und nach ihr Augenlicht und nutzt Marlens Fähigkeiten, gibt deren Bilder als ihre Werke aus.

Das Ölbild spielt im Leben von Hannah in Berlin keine Rolle. Lediglich in wenigen Sätzen wird angedeutet, dass Hannah sich vor vielen Jahren mit einer Freundin auf die Suche nach dem Bild gemacht hatte. Hannah inzwischen hat in Berlin mit der Frage zu tun, ob sie den Kontakt zu ihrem Vater und seiner Frau sowie Hannahs Halbbrüdern vertiefen möchte. Die innere Zerrissenheit ist gut nachvollziehbar beschrieben und die Lösung am Ende ist sehr gut konstruiert.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und vor allen Dingen auch bis zum Ende, da ich die ganze Zeit darauf gewartet habe, dass die Handlungsebenen zusammengeführt werden. Das ist aus meiner Sicht nicht geschehen, daher hat sich bei mir ein Gefühl der Enttäuschung eingestellt. Daher habe ich mit drei Sterne bewertet. Handwerklich und sprachlich hat Alena Schröder wieder ein gut lesbares Buch vorgestellt. Für das inhaltliche Verständnis hätte es vermutlich geholfen, die Inhalte der anderen Bücher zu kennen.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Wie man gut durch den Winter kommt

Wintern
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Nun ist sie wieder da: die dunkle Jahreszeit. Erst kommt der Herbst und dann unweigerlich der Winter. Und nicht wenige Menschen verfallen in einen "Winterblues" oder gar in eine Winterdepression. Niedergeschlagenheit ...

Nun ist sie wieder da: die dunkle Jahreszeit. Erst kommt der Herbst und dann unweigerlich der Winter. Und nicht wenige Menschen verfallen in einen "Winterblues" oder gar in eine Winterdepression. Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit bestimmen für viele Wochen den Alltag dieser Menschen. Wie gut, dass es die "Winterzeit-Mindset-Expertin" (Autorenporträt Klappentext) Kari Leibowitz gibt. Als promovierte Psychologin widmet sie sich in ihrer Forschung der Frage, inwieweit man mit der richtigen Einstellung zum Winter das persönliche Wohlbefinden verbessern kann und hat darüber das Buch "Wintern" verfasst.

"Wintern" ist eine Mischung aus persönlichem Erfahrungsbericht - nämlich Leibowitz Zeit in Norwegen - und Handlungsanleitung zum richtigen Umgang mit dem Winter. Es kommt als Taschenbuch mit wunderschönem Cover und einem soliden Quellennachweis daher. Die persönlichen Schilderungen machen das Sachbuch sehr gut lesbar. Die Autorin blickt zu den Nachbarn der nördlichen Länder dieser Erde und man ahnt es, was dort anders läuft: gemütlich machen, annehmen was ist und die richtige Einstellung finden.
"Wintern" ist ein schönes, lohnenswertes Buch für Menschen mit Winterproblemen. Ich empfehle es.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Ehrlich und tiefgründig

All the Way to the River
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All the way to the river – das neue, aus meiner Sicht geniale Werk der Autorin des Bestsellers Eat, pray love, ist ein schonungslos ehrliches, bedrückendes Werk über Abhängigkeit in all ihren Formen.

Elisabeth ...

All the way to the river – das neue, aus meiner Sicht geniale Werk der Autorin des Bestsellers Eat, pray love, ist ein schonungslos ehrliches, bedrückendes Werk über Abhängigkeit in all ihren Formen.

Elisabeth Gilbert beschreibt in ihrem Memoir die Geschichte ihrer an Krebs erkrankten Partnerin Rayya Elias. Rayya hat eine lange Sucht- und Leidensgeschichte hinter sich bevor sie an Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs stirbt. Bis zuletzt – all the way tot he river – ist Elisabeth Gilbert an ihrer Seite.
Aus all der Traurigkeit hat Gilbert ein bis zum Schmerz durchanalysiertes Selbstzeugnis auch ihrer eigenen Sucht abgelegt. Sie mutet dem Lesenden einiges zu, doch die brilliant und ehrlich geschriebenen Zeilen punkten mit einer Tiefe, die ich selten bei Autoren erlebt habe. Nicht nur sprachlich, auch inhaltlich inspiriert All the way to the River in jeder Hinsicht. Ein Lesehighlight in diesem Herbst.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Etwas seicht

Drei Tage im Schnee
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Die Karrierefrau Hannah ist in Ihren Dreißigern und nimmt sich eine Wochenendauszeit in einem Haus am See. Während es heftig zu schneien beginnt, macht Hannah es sich gemütlich. Als dann noch ein kleines ...

Die Karrierefrau Hannah ist in Ihren Dreißigern und nimmt sich eine Wochenendauszeit in einem Haus am See. Während es heftig zu schneien beginnt, macht Hannah es sich gemütlich. Als dann noch ein kleines Mädchen auftaucht und mit ihr "hyggelige" Stunden bei Kakao und Keksen verbringt, setzt bei Hannah Entspannung ein und sie kann über ihr bisheriges Leben reflektieren. Was da zu Tage kommt, ist nicht immer positiv, und sie merkt, wie weit sie sich von ihren Träumen aus Kindheit und Jugend entfernt hat. Mit dem kleinen Mädchen Sophie verbringt sie unbeschwerte Stunden im Schnee und führt Gespräche über das Leben und den Sinn darin. Am Ende reist Hannah mit dem guten Gefühl sich wieder selber näher gekommen zu sein ab.
Drei Tage im Schnee von Ina Bhatter ist ein durchweg positives Buch und sehr schön geschrieben. Mir ist es an manchen Stellen allerdings etwas zu seicht. Und ich habe nicht wirklich etwas neues erfahren. Das Setting - ein Winterwochenende in einer gemütlichen Hütte am See - ist allerdings gut beschrieben und ich hatte tatsächlich Appetit auf heißen Kakao während des Lesens.

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