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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2026

Brandaktuelles Thema

Yesteryear
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"Yesteryear" nimmt uns mit ins Leben der Tradewife-Influencerin Natalie Heller Mills, die mit ihrem Instagram-Account ein Millionen-Publikum an ihrem Leben auf ihrer kleinen Farm teilhaben lässt. Doch ...

"Yesteryear" nimmt uns mit ins Leben der Tradewife-Influencerin Natalie Heller Mills, die mit ihrem Instagram-Account ein Millionen-Publikum an ihrem Leben auf ihrer kleinen Farm teilhaben lässt. Doch hinter der glatten, beigen Fassade voller Demut und Sauerteigbrot verbirgt sich noch etwas anderes und als es zu einem Skandal mit einer ihrer Mitarbeiterinnen kommt, gerät Natalies Leben außer Kontrolle. Und auf einmal findet sie sich im Jahr 1810 auf ihrer Farm wieder und muss auf einmal das Leben führen, das sie zuvor so mühevoll inszeniert hat.

Das Buch wird momentan ja sehr gehypt, das Thema ist unglaublich aktuell und hat definitiv realistische Vorbilder. Das fand ich super spannend und gerade der Handlungsstrang in der Gegenwart hat mich oft zum Nachdenken gebracht. Der Strang in der Vergangenheit hätte für meinen Geschmack auch etwas kürzer ausfallen können, weil mir hier manchmal das Vorantreiben der Geschichte etwas gefehlt hat. Am Ende ergibt zwar alles Sinn, aber hier hätte man etwas straffen können.

Insgesamt liest sich "Yesteryear" sehr fix weg und die Geschichte entwickelt auf jeden Fall einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Dazu trägt auch Burkes sehr angenehmer Schreibstil bei. Es ist vielleicht nicht das 5-Sterne-Buch, das ich erwartet habe, aber eine sehr unterhaltsame und top aktuelle 4-Sterne-Geschichte, die ich weiterempfehlen würde.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Wenig Thrill, viel Schwestern

Beth is dead
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Die Prämisse von "Beth ist dead" war spannend - "Little Women", das Buch des absolut Guten, als Thriller, ich war äußerst gespannt. Diese Spannung ließ aber leider nach den ersten 100 Seiten schon deutlich ...

Die Prämisse von "Beth ist dead" war spannend - "Little Women", das Buch des absolut Guten, als Thriller, ich war äußerst gespannt. Diese Spannung ließ aber leider nach den ersten 100 Seiten schon deutlich nach. Die Geschichte beginnt mit dem Tod von Beth, Beht, die in dem Bestseller, den ihr Vater über die vier March-Schwestern geschrieben hat, als einzige am Ende stirbt. Und jetzt ist sie wirklich tot. Vermutlich Mord. Aber wer ist der Täter?

Was ein spannender Thriller hätte werden können, entwickelt sich eher zu einer seichten Schwestern-Geschichte, mit mehr Gesellschaft als Spannung. An sich würde mir das sogar noch viel mehr zusagen, als ein reiner Thriller, aber irgendwie hat die Geschichte es nciht geschafft, meine Aufmerksamkeit zu fesseln. Alles hat ein bisschen platt, schon mal dagewesen, gewirkt - und das ist nicht nur auf die literarische Vorlage bezogen.

Insgesamt kann "Beth is dead" für ein jüngeres Zielpublikum vielleicht ein ganz spannendes Buch sein, für mich war es leider eine kleine Enttäuschung.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Fasziniernedes Konzept, aber zu verwirrend

Darkly
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In "Darkly" begleiten wir eine Reihe von Praktikanten, die auf die verlassene Insel der "Darkly"-Spiele-Erfinderin gebracht werden und dort das Rätsel ihres letzten Spiels lösen sollen. Doch das Spiel ...

In "Darkly" begleiten wir eine Reihe von Praktikanten, die auf die verlassene Insel der "Darkly"-Spiele-Erfinderin gebracht werden und dort das Rätsel ihres letzten Spiels lösen sollen. Doch das Spiel ist ein ziemlich dunkles und bald scheint alles aus dem Ruder zu laufen. Kann es in der letzten Runde überhaupt einen Gewinner geben?

Die Idee zu "Darkly" erinnert ein bisschen an ein riesiges Escape-Game und so ist auch die Gestaltung des Buches. Immer wieder gibt es Zeitungsartikel, Briefe und Fotos, die Hinweise zur Geschichte liefern. Das ist spannend und macht Spaß beim Lesen. Die Geschichte selbst ist ein großes Rätsel und nicht immer ist ganz klar, wie realistisch das ganze jetzt noch ist oder ob es nicht doch das Spiel ist, das uns hier eher in seinen Klauen hält als die Realität. Am Anfang war das faszinierend, wurde mir gegen Ende hin, aber zu verwirrend, es fiel mir zunehmend schwer, zu folgen und auch das Interesse zu halten, weil alles so abgedreht und undurchschaubar wirkte, aber gleichzeitig auch alles möglich zu sein schien. Ein bisschen mehr Struktur, ein bisschen weniger Ambitionen das ganze Komplex zu machen, hätten dem Buch aus meiner Sicht gut getan.

Was für mich mit großer Faszination begann, hat sich dann leider in Verwirrung aufgelöst. Ich stehe "Darkly" etwas unschlüssig gegenüber, die Idee ist gut, aber die Umsetzung hätte etwas stringenter sein können.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Anders, faszinierend, anregend

Ich, die ich Männer nicht kannte
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So viel hatte ich über diese Buch in den sozialen Medien bereits gehört, bevor ich die erste Seite aufgeschlagen habe. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen auch - und gleichzeitig wusste ich irgendwie ...

So viel hatte ich über diese Buch in den sozialen Medien bereits gehört, bevor ich die erste Seite aufgeschlagen habe. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen auch - und gleichzeitig wusste ich irgendwie nicht so richtig, was mich erwarten würde. Klar, wusste ich, dass es um 40 Frauen ging, die in einem Keller gefangen gehalten würden, die keine Männer kennen und jetzt die Freiheit entdecken. Aber das war mehr als wage. Und ich würde es gerne auch bei dieser Zusammenfassung lassen. Ich habe das Gefühl, "Ich, die ich Männer nicht kannte" liest man am besten völlig blind und lässt sich einfach auf die Geschichte ein.

Das Buch wird aus Sicht der jüngsten Gefangenen in der Ich-Perspektive erzählt. Die Erzählerin hat eine wunderbare Stimme, der ich sehr gerne gefolgt bin.

Das Buch wird als feministischer Klassiker gefeiert, so ganz sehe ich diesen Punkt nicht, aber ich sehe, die Wichtigkeit dieses Buches. Es war völlig anders als erwartet, aber es hat mich so oft zum Nachdenken und Hinterfragen, zum Neu- und andersdenken gebracht, das es die Lektüre auf jeden Fall wert war.

Ein absolut zeitloses, fesselndes und äußerst anregendes Buch, das ich bedingungslos weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 12.05.2026

Atmosphärisch und nervenzerfetzend

Kala
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Ich habe eben dieses Buch geendet und wow, was war das für ein Ritt. Das letzte Drittel war ein nervenzerfetzender Ritt, ein Cliffhanger nach dem anderen - Hochspannung garantiert! Aber worum geht es überhaupt? ...

Ich habe eben dieses Buch geendet und wow, was war das für ein Ritt. Das letzte Drittel war ein nervenzerfetzender Ritt, ein Cliffhanger nach dem anderen - Hochspannung garantiert! Aber worum geht es überhaupt? Es geht um Kala, die vor 15 Jahren in dem kleinen irischen Städtchen Kinlough verschwand. Jetzt treffen drei Freunde der alten Clique wieder aufeinander und auf einmal werden in der Stadt menschliche Überreste gefunden. Was hat es damit auf sich und welches Geheimnis tragen die Freunde mit sich herum? Was ist damals wirklich mit Kala passiert?

"Kala" wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt - die Freunde Helen, Joe und Mush kommen jeweils zu Wort, alle haben ihre ganz eigenen Erfahrungen und Sichtweisen und das macht die Geschichte wirklich spannend. Dem Autor ist es auch wirklich gut gelungen, allen dreien eine eigene Erzählstimme zu geben. Innerhalb eines jeden Kapitels wechselt die Erzählung immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Wir erfahren, was heute in dem kleinen Städtchen vor sich geht, aber auch, wie die Freundschaften mit Kala entstanden sind, wer sie gewesen ist, wer die Freunde waren und was die Ereignisse noch heute mit ihnen machen.

Die Geschichte baut sich gemächlich auf, hat aber schnell einen Sog entwickelt, dem ich mich nicht entziehen konnte. Die Sprache ist wunderbar atmosphärisch, das hier ist definitiv kein einfacher Thriller, sondern ein Roman, der von Figurentiefe und von Bildern und Stimmungen lebt. Das Ende war dann wirklich nochmal außerordentlich spannend und hat mich absolut mitgerissen.

Ich bin begeistert - ein sehr lesenswerter und äußerst fesselnder Coming-of-Age-Roman, ein atmosphärischer Thriller, eine Sozial-Studie eines irischen Städtchens und ganz einfach ein sehr guter Roman!