Wunderbar unaufgeregt
Sommer auf Perigo Island"Sommer auf Perigo Island" ist eine wunderbar unaufgeregte Sommer-Coming-of-Age-Geschichte. Einen Sommer lang begleiten wir den 12-jährigen Pierce dabei, wie er auf einer abgelegenen und bald abgehängten ...
"Sommer auf Perigo Island" ist eine wunderbar unaufgeregte Sommer-Coming-of-Age-Geschichte. Einen Sommer lang begleiten wir den 12-jährigen Pierce dabei, wie er auf einer abgelegenen und bald abgehängten Insel vor der Küste Kanadas aufwächst. Wir begleiten ihn, beim Fischen, dabei wie er sein erstes Geld mit herausgeschnittenen Kabeljauzungen verdient, bei der ersten Liebe und der Suche auf der vermissten Anna. Anna, die Pierce eigentlich gar nicht so gut kennt, die ihn aber trotzdem in ihren Bann gezogen hat. Und was hat der seltsame Festländer, in dem heruntergekommenen Haus auf dem Hügel mit dem Ganzen zu tun?
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Pierce erzählt und diese Erzählweise, der Stil, ist einfach wunderbar passend für einen Zwölfjährigen. Die Erzählung kommt wunderbar unaufgeregt daher und kommt ohne großes Drama aus. Sie lebt von ihren verschrobenen Insel-Charakteren, vom Wetter und von den Gewalten der Insel, vom Niedergang der Fischerei und von den Hürden des Erwachsenwerdens. Die Insel fungiert wie ein kleiner stehengebliebener Mini-Kosmos und schafft so eine ganz eigene, eigentümliche, aber auch sehr stimmungsvolle Atmosphäre.
Die Entwicklungen im letzten Drittel hätte ich mir noch etwas unaufgeregter gewünscht, um dem ganzen noch mehr Wucht zu verleihen, aber auch so hat sich das Ende auf jeden Fall rund angefühlt. Auf den Epilog hätte ich verzichten können, aber das ist Geschmackssache.
Insgesamt war "Sommer auf Perigo Island" eine sehr schöne, stimmungsvolle und toll erzählte Geschichte, die ich jederzeit weiterempfehlen würde.