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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2025

Witzig, satirisch und ein bisschen langatmig

Ungezügelt
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Dies ist mein erstes Buch von Susanne Fröhlich und ich habe gut einen Einstieg gefunden. Sie arbeitet viel mit Selbstironie und Situationskomik und ich finde den Schreibstil insgesamt sehr witzig und sarkastisch. ...

Dies ist mein erstes Buch von Susanne Fröhlich und ich habe gut einen Einstieg gefunden. Sie arbeitet viel mit Selbstironie und Situationskomik und ich finde den Schreibstil insgesamt sehr witzig und sarkastisch. Mir gefällt sehr gut, dass die Autorin in der Ich-Perspektive schreibt, weil ich mich der Protagonistin dadurch näher fühle. Ich finde es genial, dass sie moderne Phänomene, wie Young Romance, Hochsensibilität und bedürfnisorientierte Kindererziehung, fast satirisch aufgreift. Das macht Spaß, auch wenn ich selbst zu besagter Generation zähle, die die Ich-Erzählerin Andrea so entlarvend und leicht befremdet beobachtet. Ich empfand es als erfrischend, auf moderne Art und Weise von Themen zu lesen, die Frauen um die 60 beschäftigen, und darüber, wie absurd manche Phänomene aus den Generationen nach ihnen teilweise auf sie wirken. In Andreas Umfeld kommt es zu vielen Missverständnissen, Fettnäpfchen und einfach lustigen und absurden Situationen, so dass man gut unterhalten wird. Leider fand ich das Buch nicht immer ganz leicht zu lesen, weil vieles sich in den Gedanken der Protagonistin abspielt und da genau oft auch der beißende Witz liegt. Das war für mich manchmal etwas anstrengend beim Lesen, weil ich mich sehr konzentrieren musste, um ihren gedanklichen Ausschweifungen zu folgen, und ich habe ein wenig Spannung vermisst. Mein Fazit: Amüsant geschriebener Roman mit viel Situationskomik, Sarkasmus und absurden Begebenheiten aus dem Alltag jenseits der 50, bei dem ich mir etwas mehr Spannung und weniger Längen gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Unterhaltsame Romantasy mit einer starken Protagonistin

Blood and Steel
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Dieser Romantasy-Auftakt ließ sich sehr gut lesen. Er ist flüssig und spannend geschrieben und obwohl ich vieles recht vorhersehbar fand, kam bei mir keine Langeweile auf. Thea ist eine starke Protagonistin, ...

Dieser Romantasy-Auftakt ließ sich sehr gut lesen. Er ist flüssig und spannend geschrieben und obwohl ich vieles recht vorhersehbar fand, kam bei mir keine Langeweile auf. Thea ist eine starke Protagonistin, die sich auf das Ziel fixiert, eine legendäre Kriegerin zu werden, obwohl in ihrem Reich das Tragen von Waffen für Frauen wegen einer düsteren Prophezeiung verboten ist. Sie ist stur, teilweise leichtsinnig, mutig, tapfer und mit einem starken Gerechtigkeitssinn ausgestattet. Ein wenig hat es mich an Arya Stark erinnert, wie sie versucht, sich ihren Platz in einer männerdominierten Welt zu erkämpfen. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Wilder war für mich weniger greifbar und ehrlicherweise nervt mich das Klischee des muskelbepackten düsteren Kriegers in Romantasy-Stories manchmal etwas. Gut fand ich, dass einige Abschnitte aus seiner Perspektive erzählt wurden und die Liebesgeschichte inklusive Spice wohldosiert war und nicht den Plot dominiert hat. Noch sehr viel besser haben mir die Interaktionen von Thea mit ihrer Schwester und ihren Freunden gefallen; allesamt liebevoll gezeichnete Charaktere. Insgesamt passiert in dem Buch recht viel, so dass ich immer gerne weiter gelesen habe. Mir sind einige Parallelen zu anderen Romantasy-Büchern aufgefallen, vor allem zu der "Flammengeküsst"-Reihe, weshalb ich die Story ein bisschen weniger originell fand. Mein Fazit: Diese Romantasy lässt sich gut und schnell lesen und steckt voller Ereignisse. Ich fand sie spannend, obwohl ich die Handlung zum großen Teil als vorhersehbar empfunden habe. Die Liebesgeschichte hat mich bislang weniger überzeugt. Dennoch bin ich sehr zufrieden und kann dieses Buch allen empfehlen, die Lust auf eine unterhaltsame Romantasy für zwischendurch haben.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Herzerwärmend, schmerzhaft und witzig

Say You’ll Remember Me
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Ich habe Abby Jimenez durch "Just for the summer" kennengelernt und war sofort hingerissen von ihrem humorvollen und zugleich emotionalen Erzählstil. Ich finde, sie versteht es auf unnachahmliche Weise, ...

Ich habe Abby Jimenez durch "Just for the summer" kennengelernt und war sofort hingerissen von ihrem humorvollen und zugleich emotionalen Erzählstil. Ich finde, sie versteht es auf unnachahmliche Weise, witzige Elemente und sarkastische Dialoge mit ernsten und gewichtigen Themen zu verbinden. So war es auch bei diesem Roman. Die Charaktere sind äußerst liebevoll und lebendig gezeichnet, so dass ich sie direkt vor mir sehen konnte und ins Herz geschlossen habe. Ich habe mit ihnen gelacht und auch ein paar Tränen verdrückt. Die hier behandelten ernsten Themen möchte ich nicht erwähnen, um nicht zu spoilern. Im Grunde geht es darum, wie wichtig es ist, Zeugen für das eigene Leben zu haben, zu lieben und geliebt zu werden. Es geht um Zusammenhalt, Fürsorge und die Macht glücklicher (kleiner) Erlebnisse und Erinnerungen. Und es geht darum, das Beste aus jeder Situation zu machen angesichts der Begrenztheit unseres Lebens. Diese Lektionen vermittelt uns die Autorin so liebevoll, emotional und humorvoll, dass ich auch über ein paar Längen zwischendurch gut hinwegsehen konnte. Fazit: Klare Empfehlung für Fans von witzigen und zugleich bittersüßen Romances, die ein wenig Weltschmerz auslösen und zugleich Trost spenden.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Holpriger Neuanfang mit Säugling und Smalltown-Vibes

Juniper Hill | Die Edens 2 |
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Dieses Buch fand ich sehr leicht und unterhaltsam zu lesen. Der Schreibstil ist flüssig und locker, die Charaktere sympathisch und das kleine Städtchen sehr charmant. Das Hotel- und Restaurant-Setting ...

Dieses Buch fand ich sehr leicht und unterhaltsam zu lesen. Der Schreibstil ist flüssig und locker, die Charaktere sympathisch und das kleine Städtchen sehr charmant. Das Hotel- und Restaurant-Setting hat mir gut gefallen und ebenfalls cozy Vibes ausgestrahlt. Die Geschichte wird abwechselnd aus Memphis' und Knox' Perspektive (in Ich-Form) erzählt, so dass man beiden Charakteren näher kommt. Beide haben ihr Päckchen zu tragen, was zum einen die Annäherung zunächst erschwert und zum anderen am Ende noch zu einem richtigen Showdown führt. Besonders angesprochen hat mich die generell "erwachsene" Thematik in dem Roman, wie z.B. die Herausforderungen mit einem Säugling. Die gesamte Familie Eden wird so liebevoll dargestellt, dass man am liebsten noch ein bisschen länger in dieser Welt verweilen möchte. Die Liebesgeschichte verlief mir dann fast ein bisschen zu glatt und ich hätte mir mehr Ecken und Kanten und Konflikte bei den Charakteren gewünscht. Auch das Ende fand ich etwas kitschig. Nichtsdestotrotz habe ich dieses Buch gerne und schnell gelesen, mich nie gelangweilt und dabei einfach eine gute Zeit gehabt. Es ist ein leichter Wohlfühlroman für zwischendurch ohne allzu große Tiefe.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Asiatischer Zauber mit Längen

Till the End of the Moon 1
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Vorab zur Ästhetik: Das Buch ist wunderschön gestaltet mit einem tollen Farbschnitt, Illustrationen im Buch und einer angenehmen Haptik. Was den Inhalt angeht, so hat mich zunächst einmal das asiatische ...

Vorab zur Ästhetik: Das Buch ist wunderschön gestaltet mit einem tollen Farbschnitt, Illustrationen im Buch und einer angenehmen Haptik. Was den Inhalt angeht, so hat mich zunächst einmal das asiatische Setting mit den vielen Hinweisen auf Kultur, Religion, Daoismus und Buddhismus völlig begeistert und gefangen genommen. Auch der behutsame Sprachstil mit sorgfältig gewählten Worten, stellenweise poetisch und anmutig, passt dazu perfekt. Dieser hat mich von Beginn an fasziniert; er wirkt würdevoll, teilweise ein wenig altmodisch, und selbst die grausamsten Szenen werden fast sanft anmutend geschildert. Leider haben sich manche eher belanglosen Schilderungen wiederholt, wodurch unnötige Längen entstanden sind. Die Sprache wirkte dann etwas umständlich. In Bezug auf die Handlung lässt sich feststellen, dass wir es hier mit einer echten Enemies (to Lovers?) - Story zu tun haben. Es gibt bislang kein erlösendes "Ach, er ist ja doch nicht so böse / hat eigentlich einen guten Kern". Im Gegenteil, der Dämonenprinz wird als abgrundtief kalt und bösartig dargestellt (wenn auch mit einer heftigen Vergangenheit, die Gut und Böse dann eben doch verschwimmen lässt) und der Hass zwischen ihm und Li Susu ist deutlich spürbar. Das hat mir sehr gut gefallen und ich denke, es handelt sich hier um eine der "Slowest Burn"- Geschichten im Bereich der Romantasy. Zu dem Charakter von Li Susu konnte ich direkt eine Beziehung aufbauen; sie ist eine gelassene, mutige und teilweise auch verschmitzte starke junge Frau, die ihre Mission erfolgreich erfüllen möchte. Tantai Jin dagegen bleibt in seiner Persönlichkeit wenig spürbar, was natürlich in seiner Natur liegt. Dennoch führte dies zusammen mit der teilweise umständlichen Erzählweise dazu, dass ich ungefähr in der Hälfte des Buches etwas zu kämpfen hatte und mir zeitweise recht egal war, wie es mit den Figuren weiterging. Dies hat sich im weiteren Verlauf wieder gegeben. Die vielen chinesischen Namen und Begriffe waren am Anfang verwirrend. Es gibt jedoch eine Ahnentafel, Fußnoten und ein umfangreiches Glossar. Mein Fazit: Dieses Buch ist für mich asiatische Fantasy pur. Wer sich für die asiatische Kultur und Mythologie interessiert, wird hier wunderbar eintauchen können. Man sollte sich allerdings auf eine ruhigere Erzählung mit einer speziellen poetischen und manchmal auch umständlich-anstrengenden Sprache gefasst machen und dazu bereit sein, ein paar Längen auszuhalten. Von mir gibt es 3,5 Sterne.

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