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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2026

Action, Spannung und keine Zeit zum Luft holen

Blutiger Abgrund
1

Wow, was für ein temporeicher Thriller! Von Anfang bis Ende gibt es kaum Zeit um mal Luft zu holen, wenn wir mit Simon Berger neben der Leiche erwachen und jeder nächste Schritt es nur noch schlimmer macht. ...

Wow, was für ein temporeicher Thriller! Von Anfang bis Ende gibt es kaum Zeit um mal Luft zu holen, wenn wir mit Simon Berger neben der Leiche erwachen und jeder nächste Schritt es nur noch schlimmer macht. Weitere Leichen, Freunde und Kollegen werden zu Feinden, der andauernde Stress zerrt an den Kräften. Auch die Psyche ist angeschlagen unter der Frage, was ist passiert? Wurde ich wirklich zum Mörder, wie lange kann Berger dies durchhalten oder wird er geschnappt? Ein wenig hat mich Bergers Schnipseljagt mit Blackout, an den Film Hangover erinnert. Er hetzt bzw. wird gehetzt, von Hinweis zu Hinweis um die vergangene Nacht zu verstehen.
Am liebsten hätte ich den Thriller in einem Zug verschlungen, ich musste mich abends dazu aufraffen die Seiten auch mal wieder zu schließen. Dazu beigetragen haben wohl auch die recht kurzen Kapitel, die einen nahezu auffordern noch eins ran zu hängen. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, jedoch nicht aus Tätersicht, dieser blieb mir wirklich bis zum Schluss ein großes Rätsel, ich liebe es.
Auch wenn sie sich bereits über mehrere Bücher entwickeln konnten, hat auch dieses eine Buch es geschafft die Personen so glaubhaft und lebendig erscheinen zu lassen. Mir ist es daher trotz hohem Tempo und dem schnellem Auftauchen mehrerer Namen, mühelos gelungen diese voneinander abzugrenzen und mir als inneres Bild vorzustellen. Das schafft nicht jeder Autor, meist muss ich zurückblättern und Stellen nochmals nachlesen. Da dies der vierte Teil einer Reihe ist und es mir ein großes Lesevergnügen bereitet hat, muss ich nun wohl auch die ersten drei Bände lesen, so ein Pech. (Ironie)

Eine Leseempfehlung für alle die actionreiche Thriller lieben, mit aufgeladener Stimmung und Flucht- bzw. Jagtcharakter.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 27.02.2026

Über neue Freunde, Mut und Abschied

Herwig und Elsie – Wo ist der große Zauberer?
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Mir hat das lustige Titelbild hier sehr gefallen, mit der herumpurzelnden und verspielten Schrift. Auch der Inhalt dieser Geschichte ist meist recht amüsant zu lesen und hat meinem Kind gut gefallen.
Herwig ...

Mir hat das lustige Titelbild hier sehr gefallen, mit der herumpurzelnden und verspielten Schrift. Auch der Inhalt dieser Geschichte ist meist recht amüsant zu lesen und hat meinem Kind gut gefallen.
Herwig ist ein Kaninchen, welches von Hokus bei seinen Zaubershows immer aus dem Hut gezaubert wird. Er kennt nicht viel von der Welt, nur Hokus Haus und Garten und die laute Bühne, die ihm gefällt aber auch Angst macht. Er ist ein schlauer und glücklicherweise Hase, bis Hokus morgens nicht mehr da ist. Wo ist Hokus? Er versucht ihn zu finden und nach missglücktem Zauber lernt er Elefantendame Elsie kennen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche und Herwig nimmt seinen ganzen Mut zusammen.

Eine lustige und turbulente Geschichte mit so manchem Zauber, der so nicht geplant ist. Die Texte lesen sich fast alle sehr gut, allerdings manche Sätze finde ich etwas zu lang geraten für ein Kinderbuch. Die Zaubersprüche sind sehr kreativ und haben uns Spaß gemacht beim Lesen. Mit dem Ende und der Auflösung von Hokus Verschwinden hatte ich so nicht gerechnet und ich möchte nicht spoilern, aber ich fand es für Kinder nicht so gelungen. Auch weil ich als Erwachsene mir etwas mehr Verantwortungsgefühl von Hokus gegenüber seinem kleinen Freund gewünscht hätte. Mein Kind wiederum war etwas traurig, konnte sich aber mit Herwig und seinen neuen Freunden freuen.
Optisch haben uns die Illustrationen schön durch die einzelnen Seiten begleitet, wobei die Elefanten optisch gelungener sind. Aber das ist Geschmackssache.

Eine schöne Geschichte zum vorlesen oder um beim ersten lesen zu begleiten. Thematisch etwas kritisch zu betrachten, hier muss man sein Kind kennen, in wie weit man mit ihm schon über Abschiede und Trennung gesprochen hat oder eine Chance für alle die danach noch darüber sprechen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2026

Spannender Plot mit kindischer Rache

Fünf Fremde
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Dies war mein erstes Buch von Romy Fölck und nicht nur das stimmungsvolle Cover, auch der Start hat mir sehr gut gefallen. Im August 1995 verschwinden 2 Teenager, welche mit ihrer Klasse auf Neuwerk im ...

Dies war mein erstes Buch von Romy Fölck und nicht nur das stimmungsvolle Cover, auch der Start hat mir sehr gut gefallen. Im August 1995 verschwinden 2 Teenager, welche mit ihrer Klasse auf Neuwerk im Schullandheim sind. Nach einer langen Suche kann Isa wieder gefunden werden, Janosch taucht jedoch nicht mehr auf. Jetzt nach 30 Jahren sind wir mit 5 Passagieren unterwegs auf einer Fähre nach Neuwerk. Nach und nach lernen wir die Fremden kennen und auch diese merken, dass sie eine gemeinsame Vergangenheit teilen. Als ein schwerer Orkan über die Insel peitscht und keiner mehr die Insel verlassen kann, zeigt sich das Zusammentreffen war kein Zufall, denn jemand spielt ein falsches Spiel mit noch ungeahnten Folgen. Die Vergangenheit ist noch lange nicht vergessen.

Romy Fölck baut in den ersten beiden Dritteln einen weiten Spannungsbogen auf, häppchenweise folgen wir den Charakteren in die Vergangenheit und zurück in die Gegenwart. Hierbei nehmen uns die 5 Personen in eigene Erinnerungen und aktuelle Handlungen mit, besonders hat mir hier gefallen, wenn gleiche Szenen aus unterschiedlicher Perspektive erneut aufgegriffen werden. Die Seiten flogen geradezu dahin und ich habe der Auflösung entgegen gefiebert, denn dass etwas noch kommen wird und die Bedrohungslage sich nicht nur dank des Sturms zuspitzt, wird bereits in der Inhaltsbeschreibung vorweg genommen. Wer möchte alte Wunden aufreißen und sühnt nach Rache?
Dann folgt die Auflösung und mit ihr fiel bei mir die Spannung ab. Leider konnte mich diese nicht überzeugen, sie wirkt für mich in Teilen zu schnell abgehandelt und gezwungen. Wobei ich hierbei unterscheiden möchte, als Leser erfährt man zum einen, was die Vergangenheit noch verborgen hält, dieser Teil hat mich voll und ganz umgehauen und überrascht. Aber die Auflösung in der Gegenwart konnte nicht überzeugen, in mir bleiben noch Fragen offen und auch wenn ich manche Aktionen versuche zu verstehen und mich in die Charaktere hineinzuversetzen, empfinde ich eine gewisse kindische Ungerechtigkeit. Sehr schade, denn so kann ich nicht die vollen 5 Sterne verteilen, denn ein sinnvoller Schluss gehört für mich zu einem tollen Lesevergnügen, welches noch nachhalt. Auch gibt es noch so einige Ungereimtheiten, die mir im Rückblick nicht gut durchdacht sind, die ich allerdings hier nicht nennen werde, um Spoiler zu vermeiden. Jedoch ein Beispiel, es sind mir zu viele Personen trotz des Orkans ständig draußen unterwegs und scheinen hier auch keine Probleme dabei zu haben.

Mein Fazit, ein lesenswerter Thriller, wenn man sich beim Lesen nicht zu viele Gedanken machen möchte, sondern sich mit der spannenden Stimmung mitreißen lassen möchte und mit kleinen offenen Fragen am Schluss kein Problem hat.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 22.02.2026

Spannendes Spiel mit der Psyche

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Wenn ich den Namen Arno Strobel auf dem Cover lese, dann weiß ich, der Thriller wird spannend, überraschend und dennoch am Ende logisch aufgelöst. Der Titel "Ungelöst" und das schwarze Coverbild mit altem ...

Wenn ich den Namen Arno Strobel auf dem Cover lese, dann weiß ich, der Thriller wird spannend, überraschend und dennoch am Ende logisch aufgelöst. Der Titel "Ungelöst" und das schwarze Coverbild mit altem Schlüssel und knallorangener Schrift deutet auf einen alten Fall hin, aber gibt sonst nicht viel preis.

Hauptkommissar Ramin Brunner ein noch sehr junger, aber überaus erfolgreicher Ermittler wird noch für einen letzten Vermisstenfall geholt, bevor er die Abteilung wechselt um eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen. Die Medizinstudentin Luisa Menkhoff findet sich in die Vergangenheit versetzt, als sie vor ihrer Uni ein Vermisstenplakat mit dem Gesicht von Nicole Klement hängen sieht. Sie beide verbindet eine gemeinsame Zeit, Luisa war 5 Jahre als beide in der Gewalt von Dr Joachim Lichner gefangen waren. Luisa bietet Ramin ihre Hilfe an, denn sie kennt die schwierige psychische Lage, in der sich Nicole damals befand und hat eine Ahnung, dass die Vergangenheit noch bis in die Gegenwart ihre Fäden spinnt. Zumal Luisa ein eidetisches Gedächtnis besitzt und sich so bis ins kleinste Detail an erlebte Situationen erinnern kann, vielleicht ein kleiner Vorteil für die laufenden Ermittlungen?

Arno Strobel nimmt uns hier wieder mit in ein rasantes Katz- und Mausspiel mit Ermittlern und Tätern, welche beide versuchen sich immer einen Schritt voraus zu sein. Ich bin wie so oft fasziniert, wie liebevoll die einzelnen Charaktere aufgebaut und in die Geschichte eingeführt werden. Der Autor haucht ihnen Leben ein und verbindet diese miteinander, so dass sie mir direkt ans Herz wachsen und ich von Seite eins gefesselt bleibe und mitfiebere, vor allem wenn jemand in Gefahr schwebt. Speziell hier ist hervorzuheben, dass im Einband sogar kleine Steckbriefe integriert sind. Der Aufbau des Thrillers ist für mich überraschend und gleichzeitig schlüssig, so dass ich bis auf wenige Momente nicht das Gefühl hatte die Handlung der Personen zu hinterfragen. Wir erleben die aktiven Ermittlungen aus Sicht von Brunner und gehen mit Luisa zudem in vergangene Zeiten zurück, aber auch Nicole lernen wir gefangen in ihrer Gedankenwelt kennen. Es setzt sich nach und nach ein Bild aus kleinen Puzzleteilen zusammen und findet in einem rasanten Finale einen gekonnten Abschluss. Bei Strobel fühle ich mich am Ende gut abgeholt, sei es im Standalone oder wie hier beim Start in eine neue Reihe. Ich bin schon gespannt wie es weitergeht, wobei ich auch etwas Sorge trage, denn Ramin wird ja wohl in der Cold-Case-Einheit nicht nach aktiven Tätern suchen können.

Ein absoluter Muss für Strobelfans und ein guter Beginn für Fans von gut ausgearbeiteten Thrillern, welche sich gerne auf spannende Buchreihen einlassen möchten.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Beklemmende Atmosphäre die fesselt

Hinter meiner Tür
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"Hinter meiner Tür" ist mein erstes Buch von Rose Hard, das Cover hat mich magisch angezogen und der Inhalt hat mich emotional gefesselt.

Lisa arbeitet als Ordnungscoach und nimmt uns mit in ihr Leben, ...

"Hinter meiner Tür" ist mein erstes Buch von Rose Hard, das Cover hat mich magisch angezogen und der Inhalt hat mich emotional gefesselt.

Lisa arbeitet als Ordnungscoach und nimmt uns mit in ihr Leben, welches auch im privaten aus Ordnung und Struktur besteht. Sie lebt und liebt feste Routinen und selbst jeder Löffel hat seinen einzigartigen Platz. Aber plötzlich häufen sich komische Vorfälle, immer wieder tauchen tote Tiere auf, Dinge scheinen leicht verschoben und sie fühlt sich beobachtet und bedroht. Aber kann sie ihrem Gefühl trauen, verliert sie den Verstand oder schafft sie ihr Leben wieder zu ordnen?

Dieser Psychothriller lebt von Lisas Emotionen und ihrer genauen Wahrnehmung von Geräuschen der Umgebung und Mimiken ihrer Mitmenschen. Im Verlauf wird es immer verworrener und man empfindet mit Lisa, wie sie zweifelt und versucht nicht die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren, denn sonst verliert sie sich selbst. Die Spannung baut sich zunehmend auf, es ist allerdings weniger eine Spannung die auf äußere Aktionen basiert, als vielmehr eine innere Anspannung, wenn man Lisas empfinden hautnah miterlebt.
Der gesamte Plott wird aus Lisas Sicht erzählt, so dass man keinerlei Informationen von aussen bekommt, sondern nur erfährt, was auch sie weiß. Manche Aktionen kommen mir leider auch etwas unlogisch vor, wenn sie z.B. Angst hat und dennoch alleine los geht.

Am Ende blieben bei mir noch ein paar Fragen offen, die mich auch nach den letzten Zeilen nun noch beschäftigen. Dies ist von der Autorin geschickt gemacht, denn wir bleiben mit Lisa im Zweifel zurück und emotional verbunden. Ich persönlich möchte allerdings nach dem Lesen gerne abschließen können, aber sonst bin ich beim Lesen gerne genau so an ein Buch gefesselt wie hier.

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