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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2026

Ein Thriller vom feinsten

Nebelbeute
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Endlich der Dritte Thriller mit den Ermittlern der Gruppe 4! Schon am Cover habe ich erkannt, es gibt ein Wiedersehen mit Jakob, Mila, Lucy, Tuure und Co., aber gleich zu Beginn war klar, diesmal wird ...

Endlich der Dritte Thriller mit den Ermittlern der Gruppe 4! Schon am Cover habe ich erkannt, es gibt ein Wiedersehen mit Jakob, Mila, Lucy, Tuure und Co., aber gleich zu Beginn war klar, diesmal wird es anders, denn es geht um etwas persönliches.

Mila Weiss ist auf der Suche nach Toblach, dem Mann, der sie in ihren Albträumen verfolgt und an ihren schlimmsten Misserfolg erinnert. Auch wenn sie auf eigene Faust ermittelt, hat Lucy ein Auge auf sie und die Geschehnisse vor Ort, als Mila plötzlich verschwindet ist die Gruppe 4 und vor allem Jakob Krogh sofort zur Stelle. Aber welcher raffinierte Mörder treibt in dem abgelegenen Bergdorf seit Jahren sein Unwesen? Denn während von Mila jede Spur fehlt, tauchen nach und nach in Szene gesetzte Leichen auf und die Zeit drängt, denn Mila könnte schon das nächste Opfer sein und das Schweigen im Dorf ist leider so undurchdringlich wie die Nebelschwaden.

Der neue Thriller von Benjamin Cors bietet zum einen bereits bekannte Ermittler, die mir sehr ans Herz gewachsen sind und zum anderen menschliche Abgründe gepaart mit dem beklemmenden Gefühl, dass die Zeit bald abgelaufen ist. Ich weiß nicht, wie der Autor es immer macht, jedoch kann ich mich beim Lesen komplett in der Geschichte verlieren und spüre sogar die Kälte der Umgebung. Eine sehr gelungene Fortsetzung, mit starken Wendungen, die ich wirklich nicht habe kommen sehen und die so raffiniert eingefügt wurden, dass sie echt gewirkt haben. Gut, über den anschließenden Epilog kann man geteilter Meinung sein, aber ich hoffe wirklich, die Reihe wird noch weitergehen und nicht als Trilogie enden. Wie bereits bei den vorigen Büchern, sind die Seiten zu schnell verflogen und nun bin ich traurig nicht mehr weiterlesen zu dürfen, denn er hat mich noch in seinem Bann.

Ein Thriller für alle Fans von Nervenkitzel, Spannung und Überraschungen, die packende Buchreihen lieben. Kleiner Tipp, die meisten Bücher kann man auch einzeln lesen, aber nach diesem Teil muss ich sagen, ich fände es hier toll, wenn man die Vorgänger bereits kennt.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Entspannter Thriller

Bachelorette Party
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Das harmonische Cover mit der idyllischen Abendstimmung verspricht Urlaub und Entspannung, was eigentlich im Kontrast zum klassischen Thriller steht.
Auf einer privaten Schäreninsel starben vor 10 Jahren ...

Das harmonische Cover mit der idyllischen Abendstimmung verspricht Urlaub und Entspannung, was eigentlich im Kontrast zum klassischen Thriller steht.
Auf einer privaten Schäreninsel starben vor 10 Jahren 4 Frauen, die sich einmal im Jahr dort trafen. Offiziell gelten sie immer noch vermisst und man geht davon aus, dass sie im Meer ertrunken sind. Auf genau dieser Schäreninsel ist nun ein Hotel und Spa entstanden und als erste Gäste, noch vor der Eröffnung, dürfen Anneliese und ihre Freundinnen ihr Bachelorette-Wochenende dort verbringen. Nur Tessa, Journalistin und Freundin von Anneliese hat von Anfang an ein mulmiges Gefühl, denn sie ahnt auf der Insel lauert der Tod.

Der Thriller startet mit einem Rückblick in die Vergangenheit in der von einer Sekunde auf die andere, die Stimmung von süffiger Party zu Albtraum wechselt. Anschließend lernen wir die Figuren aus der Gegenwart kennen. Es ist eine eingeschworene Gruppe, die sich seit Kindertagen kennt, aber auch noch Geheimnisse im Petto hat, weil sie sich auch mittlerweile etwas entfremdet haben. Mir persönlich waren die Charaktere sympathisch, jedoch nicht weiter ausgearbeitet und man lernt eigentlich nur Tessa richtig kennen. Vielleicht hatte ich daher zunächst Probleme zwischen den einzelnen Personen zu unterscheiden, zudem wenn so viele gleichzeitig ankommen und ich gedanklich noch bei den Personen aus der Vergangenheit hänge.

Die Geschichte spielt hauptsächlich in der Gegenwart, aber es gibt einzelne Rückblicke in die Vergangenheit. Meist sehen wir die Ereignisse aus Tessas Sicht, durch die recht eingeschränkte Perspektive nehmen wir Tessas Angst vor einer Bedrohung bewusst war, auch wenn ich ihre Motivation nicht so recht nachvollziehen kann, da nur wir Leser den Mord vor 10 Jahren bewusst mitbekommen haben. Aber schon das Setting wirkt beklemmend, allein auf einer kleinen Insel mit einem ungewissen Mörder, ohne Flucht und Versteckmöglichkeit. Mit jedem neuen Kapitel steigt der Druck, wann denn ein Mord geschieht und wenn es trifft. Diese sind jedoch sehr kurz und geradezu beim Lesen verflogen. Die Auflösung war dann für mich recht überraschend, aber nachvollziehbar.

Ich wurde von Bachelorette-Party gut unterhalten auch wenn das Buch nicht unter meinen top 10 Thrillern landet, aber es war für mich ein schöner Wohlfühlthriller. Die Spannung blieb unterschwellig da, ohne mich jedoch dazu zu verleitet, alles in einem Schwung zu lesen. Für Thrillerfans mit schwachen Nerven, die es gerne ruhiger angehen.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Wer spielt falsch?

Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?
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In "Die Psychopathin" lernen wir Karolin kennen. Sie ist privat glücklich in einer heimlichen Beziehung und auch beruflich könnte es kaum besser laufen. Alles sieht danach aus, dass sie bald die Leitung ...

In "Die Psychopathin" lernen wir Karolin kennen. Sie ist privat glücklich in einer heimlichen Beziehung und auch beruflich könnte es kaum besser laufen. Alles sieht danach aus, dass sie bald die Leitung des Unternehmens übernehmen wird. Doch plötzlich gerät ihr nahezu perfektes Leben aus dem Gleichgewicht, merkwürdige Ereignisse häufen sich und sie fühlt sich zunehmend bedroht. Steckt die Exfrau ihres Partners dahinter? Jemand bohrt auch in ihrer schwierigen Vergangenheit und alles läuft daraufhin, dass ein Kollege ihren sicher geglaubten Job wegschnappt. Ist er ihr Stalker, der über Leichen geht um seine eigene Karriere voran zu treiben?

An einem mangelt es in Rose Klays Psychothriller nicht, Verdächtige. Sie stellt nicht umsonst die Frage "Wer manipuliert dich wirklich?" Denn Karolin wirkt zunehmend fremd gesteuert und beginnt an ihren eigenen Erinnerungen und Handlungen zu zweifeln. Was ist noch real und auch als Leser fragt man sich gegen Ende, wem möchte ich trauen und wieso verhält sich Karolin immer seltsamer. Das ganze steuert auf eine große Katastrophe zu und man möchte Karolin an manchen Stellen einfach nur schütteln. Sprachlich hat mich das Buch gut abgeholt, das Werk spielt damit, dass wir nur Karolins Sichtweise erleben und man selbst einschätzen muss, wer es ehrlich mit ihr meint und wer sie belügt. Spannung und Tempo kommt auf, dank der sehr kurzen Kapitel (meist unter 10 Seiten), man fliegt durch die Seiten und am Ende angelangt blieb dann bei mir ein Beigeschmack hängen. Es wirkt unfertig und zu sehr nach: Es muss am Ende passen und einen positiven Ausblick geben. Es ist perse kein offenes Ende, für mich kamen jedoch rückwirkend Fragen zu einzelnen Aktionen auf und ich bin nicht gänzlich vom "Happy End" überzeugt. Die Fragen ist nun steckt Zeitmangel oder Absicht hinter den letzten Zweifeln, denn wie heißt es am Anfang: "Du glaubst, du merkst, wenn dich jemand manipuliert? – Denk noch einmal nach."

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Zwischen Spannung und Schwächen

REM
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In REM erhält Alysee von ihrem Vater die Anweisung "Du darfst nicht einschlafen!", kurz darauf sieht sie wie er sich in einer beängstigenden Blutwolke auflöst. Ihre Mutter starb bereits bei Alysees Geburt ...

In REM erhält Alysee von ihrem Vater die Anweisung "Du darfst nicht einschlafen!", kurz darauf sieht sie wie er sich in einer beängstigenden Blutwolke auflöst. Ihre Mutter starb bereits bei Alysees Geburt und so wird sie zur Vollwaisen, die einer Pflegefamilie vermittelt wird. Allerdings haben die letzten Worte ihres Vaters schlimme Folgen für das gerade mal vierjährige Mädchen, um sich vorm Schlafen bzw. Träumen zu schützen verweigert sie seitdem das Schlafen. Mit der Zeit findet sie eine Lösung um traumlos Schlafen zu können, aber auch nur, wenn es nicht mehr anders geht. Nun ist sie 25 und ihr fällt ein unerwartetes Erbe ihres Vaters in die Hände. Sie ergreift die günstige Chance ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und ihr Leben neu zu ordnen. Begleitet wird sie von Nico, ihrem Pflegebruder und bestem Freund, der selbst von Träumen geplagt wird und nur Schwierigkeiten anzieht. Der Albtraum beginnt und endet nicht nach dem Aufwachen.

Im Vorfeld wurde mir dieser Horrorthriller groß über diverse Medien angepriesen und als Fitzek Fan und Horrorfilm Schauerin musste ich ihn lesen. Nun bin ich ernüchtert, zum einen war der Start mega spannend und der mittlere Part hatte auch gruselige Vibes, aber die farblosen Charaktere mit ihren Problemen und die für mich nicht ganz ausgereifte Handlung haben zu einem lapidaren Ende geführt. Von Sebastian Fitzek bin ich besser durchdachte Auflösungen und einen spannenderen Aufbau gewohnt, über Annika Strauss hörte ich zuvor nur Gutes, ich hatte bisher jedoch noch nichts von ihr gelesen. Sprachlich reicht dieses Buch nicht an andere Fitzek-Bücher heran, der O-Ton ist recht einfach, gerade zu kindlich naiv im Klang, vor allem wie träumerisch die Lösung doch sein kann.

Es gibt im Bereich Horror bereits mehrere Bücher und Filme zum Thema Schlafen und Träumen, vielleicht ist es deswegen schwerer zu überzeugen oder REM ist einfach nicht ganz ausgereift, aber ich hatte mir insgeheim mehr erhofft. Mehr blutige Details, schwerer zu bekämpfende"Monster" und dafür kein kitschiges Ende mit dahintröpfelndem Dialog zum Hintergrund der Vorkommnisse, der irgendwie aufgesetzt wirkte. Das Buch war dennoch kurzweilig zu lesen und gab mir zumindest vor dem Wendepunkt mit der Auflösung, kleine gruselige Momente, auch wenn ich weit größere Erwartungen hatte.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Schöne Übergangsgeschichte

Hallo, jetzt bin ich Vorschulkind!
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Anna ist ein sympathisches Mädchen, welches erst etwas schüchtern auf diese neue aufregende Zeit reagiert, aber dann mit sehr viel Spaß an die spannenden neuen Aufgaben heran geht. Am Ende wird sie nicht ...

Anna ist ein sympathisches Mädchen, welches erst etwas schüchtern auf diese neue aufregende Zeit reagiert, aber dann mit sehr viel Spaß an die spannenden neuen Aufgaben heran geht. Am Ende wird sie nicht nur bildlich aus dem Kindergarten geworfen und das kann mein Kind auch kaum erwarten.

Die Mitmachaufgaben sind denke ich altersgerecht, aber können auch von kleineren Kindern bereits bewerkstelligt werden, wenn diese schon recht früh an Buchstaben, Zahlen und Suchbildern interessiert sind.
Die Texte sind gut zu lesen und geben viele spannende Einsichten, wie eine Vorschule aussehen kann. Wir sind schon ganz gespannt, wie diese bei uns aussehen wird. Auch optisch finde ich die farbenfrohen Illustrationen sehr gelungen, sie tragen die Texte des Buchs. Gelungen auch die Buchstabenseiten auf den Umschlaginnenseiten.

Auch wenn mein Kind erst 4,5 Jahre ist und noch ein Jahr warten muss, bis es bei uns Vorschulkind wird, hat ihm das Buch sehr gut gefallen und er würde am liebsten auch direkt in die Vorschule gehen.

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