Wie weit wirst du gehen, wenn es kein Zurück mehr gibt – nur noch ein weiter!
Der Letzte KreisDer Schreibstil ist flüssig und bildhaft beschrieben, so gelingt es einem tief in die Handlung einzutauchen. Geschrieben wird die Handlung aus der Sicht von Dunis und Adi, sowie Thjemas dem gefangengenommen ...
Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft beschrieben, so gelingt es einem tief in die Handlung einzutauchen. Geschrieben wird die Handlung aus der Sicht von Dunis und Adi, sowie Thjemas dem gefangengenommen Keden Krieger, so kann man ihre Gefühle und Reaktionen erleben
Das Cover zeigt A di mit gespanntem Bogen auf einem Autowrack (einem VW-Käfer) inmitten einer dystopischen Welt in dem man im Hintergrund Gebäude aus der Vergangenheit inmitten von Wildnis sieht (die Natur holt sich alles zurück).
Fazit:
Der Roman spielt im Jahr 267 nach dem Untergang des Technischen Zeitalters. Im Norden überwuchern weitläufige Wälder die Überreste vergangener Zivilisationen.
Und dort treffen wir auf Adi die inmitten ihres Clans ein beschauliches Leben führt. Es gibt wohl auch strecken der Entbehrung, aber man hat sich scheinbar an alles gewöhnt. Doch der Frieden endet jäh, als die Schreckgespenster aus den Märchen ihrer Kindheit Realität werden: Die Krieger der verfeindeten Keden greifen an und vernichten, was ihr lieb und teuer war. Rache ist alles, was Adi noch bleibt. In ihrer Verzweiflung begibt sie sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Letzten Kreis, der angeblich nicht nur altes Wissen hortet, sondern auch alte Waffen.
Ber auch im Süden droht in einer der Ruinenstädte sich eine alte Macht zu erheben. Der Städter Dunis sieht sich und seine Familie mit wachsender Gefahr konfrontiert, weil eine Gruppe aus Fanatikern alles daransetzt, dass die Maschinen wiederauferstehen. Das dürfen sie nicht zulassen – denn der Erfolg der Maschinisten könnte einen neuen Untergang bedeuten.
Das Setting über 200 Jahre nach dem was wir als unser Leben kennen, mit Elektrizität, Internet und allen anderen Annehmlichkeiten ist Geschichte. Es finden sich nur noch Ruinen und Schrott der einstigen Technik. Im Norden gibt es dichte Wälder, im Süden viele Ruinenstädte in den Menschen sich ihr Leben so gut wie möglich eingerichtet haben. Nomaden ziehen gefährlich und skrupellos durch ihre Welt. Aber es gibt noch ein Relikt aus der Vergangenheit, die Krieger der Keeden.
Adi und Dunis lernen wir als Kinder kennen, man erfährt, wie sie aufwachsen, was ihr Leben bisher geprägt hat inmitten ihrer Leute / Clans. Ohne Rückblenden sondern als Einstieg in die Handlung.
Adi hat viel schreckliches erlebt, sie wird getrieben von Rache. Sie hasst den Keden ihren größten Feind und doch nimmt sie ihn mit auf ihrer Suche nach dem letzten Kreis.
Dunis ist in einer Stadt aufgewachsen mit seinem Vater, sie bauen auf alten Hochhäusern Nahrung an.
Aber auch Thjemas der Keden Krieger ist ein faszinierender Protagonist. Er ist groß, blass, blind und aufs Töten gedrillt. Er kann sich durch Klickgeräusche und einen Stock orientieren. ER wirkt kalt und gnadenlos, geradezu erschreckend. Die Keden sind grausam, weil sie Kinder aus den Dörfern entführen, als Abgabe für „Frieden“. Was mit ihnen passiert wird man wohl noch im folgenden Band erfahren – ich habe da aber so meine Vermutungen.
Der Roman zeigt einen wunderbaren Mix aus Dystopie und Fantasy, der Spannungsbogen blieb immer hoch, auch in ruhigeren Fasen. Es gibt viele überraschende Wendungen und Enthüllungen, die drei Protagonisten / Protagonistinnen machen es mit ihrer Unterschiedlichkeit noch eine Spur spannender. Handlungsstränge werden gekonnten ineinander geführt und das Ende macht ei wenig sprachlos – aber auch sehr gespannt auf den 2.Band.
Von mir für den Auftaktband 5 Sterne für einen packenden, emotionalen Roman der uns in eine faszinierende Welt entführt.