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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2022

sehr lyrischer Schreibstil, geht zu Lasten der Dramatik

Die Molche
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Nachkriegsdeutschland – ein kleines Dorf in Bayern. Hierher ist Max mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder gezogen. Doch wirklich zur Dorfgemeinschaft dazuzugehören gelingt ihnen nicht. Episodenartig ...

Nachkriegsdeutschland – ein kleines Dorf in Bayern. Hierher ist Max mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder gezogen. Doch wirklich zur Dorfgemeinschaft dazuzugehören gelingt ihnen nicht. Episodenartig erzählt uns der Autor wie Max Leben, er ist 11 Jahre und in der 4. Klasse, aussieht. Dabei wechseln sich häusliche Erlebnisse, wie zum Beispiel die Hausschlachtung, mit kindlichen Spielen und Schikanen gegen seine Person ab. Das habe ich als sehr realitätsnah und abwechslungsreich beim Lesen empfunden.
Max, der Außenseiter, macht sich Vorwürfe, dass er seinem kleinen verhätschelten Bruder nicht zur Hilfe gekommen ist als er von Tscherniks Bande attackiert wurde. Er hätte ihm helfen müssen, hatte aber selbst viel zu viel Angst. Auch die Erwachsenen sind Max keine Hilfe und geben ihm keinen Halt. Er flieht immer mehr an einsame Orte und findet Trost in der Natur. Seine Fantasie bei den Beobachtungen ist grenzenlos. Unerwartet findet er dann aber doch endlich Freunde >Rudi und Heinz< und auch Marga..
Das alles wird vom Autor sehr, sehr umfassend mit vielen Abschweifungen in die Gedanken und die dem Dorf umgebende Natur und ihren Schauspielen geschildert. Leider kommt in meinen Augen dabei die eigentliche Dramatik der Geschichte, die Boshaftigkeit der Tschernik-Bande, die Selbstvorwürfe zu kurz. Das Buch wirkte darum auf mich sehr langatmig. Darum kann ich auch nicht mehr als 2,5 Lese-Sterne geben.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

liebenswerte Charaktere, denen man gerne wieder begegnet

Nordwestnacht
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Aufregung in St. Peter-Ording. Für die erfolgreiche Serie „Tödlicher Norden“ sollen hier eine neue Staffel gedreht werden. Nils Scheffler, ein junger Kollege der örtlichen Polizei, soll als Berater für ...

Aufregung in St. Peter-Ording. Für die erfolgreiche Serie „Tödlicher Norden“ sollen hier eine neue Staffel gedreht werden. Nils Scheffler, ein junger Kollege der örtlichen Polizei, soll als Berater für die polizeilichen Szenen das Filmteam Vor-Ort beraten. Hals über Kopf verknallt er sich in die neue Schauspielerin Julia Manshardt, welche der alternden Hauptdarstellerin wegen ihrer Jugend ein Dorn im Auge ist. Nach einem drehfeien Wochenende erscheint Julia nicht mehr am Set….
Ich fand es wieder sehr erfrischend, den bereits in den ersten beiden Teilen lieb gewonnenen Kripo-Mitarbeitern wieder zu begegnen. Allen voran Anna Wagner, die immer Verständnis für die Probleme der anderen aufbringt. Die regelrechte Sensoren dafür hat, wenn jemand emotional übers Ziel hinausschießt, die aber auch die richtigen Worte findet ihn wieder einzufangen. Allen voran Hendrik Norberg, mit dem sie zwar gern zusammenarbeitet, der aber auch recht streng gegenüber Fehlern reagiert. Das macht diesem Krimi so lebendig. Ja und der Fall hat es auch diesmal wieder in sich. Nicht nur der Assistent des Aufnahmeleiters, Tim Förster, wird angekettet an die Pfähle eines Pfahlhauses tot aufgefunden, auch die 2. Hauptfigur, Julia Manshardt, ist verschwunden. Hängen beide Fälle zusammen? Gibt es eine Verbindung zwischen Julia und Tim? Ich habe mich auch mit dem 3. Teil wieder spannend unterhalten gefühlt und gebe daher auch 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Kampf gegen rechts – spannend

Bornholmer Flucht
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Sarah Pirohl war bei der Kripo in Rostock, lebt nun aber auf der dänischen Insel Bornholm als Vermittlerin zwischen der deutschen und der dänischen Polizei. Als sie von einer Reise nach Bornholm zurückkommt, ...

Sarah Pirohl war bei der Kripo in Rostock, lebt nun aber auf der dänischen Insel Bornholm als Vermittlerin zwischen der deutschen und der dänischen Polizei. Als sie von einer Reise nach Bornholm zurückkommt, ist ihr Freund, der dänische Journalist Frederik Thomsen verschwunden. In den letzten Jahren haben Recherchen zu den rechten Machenschaften in Deutschland und Europa seinen Arbeitsalltag bestimmt. Seine Enthüllungen stehen kurz vor der Veröffentlichung und das trifft auf den Wiederwillen dieser Kreise. Allen voran Sarahs Vater, Bernd Pirohl. Rechtsanwalt Pirohl sitzt zurzeit in Untersuchungshaft, da er als Drahtzieher für Geldwäsche gilt und auch vor Mordbeauftragung nicht zurückschreckt. Steckt er hinter Frederiks Verschwinden??
Katharina Peters beschreibt in diesem Krimi sehr anschaulich und nachvollziehbar, wie brutal, manipulativ und skrupellos dieses rechte Netzwerk agiert. Das reicht von Entführungen, falschen Zeugen, Drohungen bis hin zu Mord. Ich fand das genauso interessant wie spannend zu lesen. Dabei habe ich bewundert, wie einfallsreich Sarah sich in die laufenden Ermittlungen mit neuen Denkansätzen einbringt. Eigentlich darf sie ja offiziell nicht an den Ermittlungen, die sich vordergründig auch gegen ihren Vater richten, teilnehmen.
Ihren Freund Frederik, fand ich cool. Für eine Enthüllung solch ein Risiko einzugehen. Auch wenn er in Krolle einen erfahrenen, vor nichts zurückschreckenden Helfer hat. Nur leider arbeitet Krolle aus dem Untergrund heraus nicht mit legalen Mitteln. Ich hatte auch den Eindruck, dass seine Hilfe sich verselbstständigt hat. Ich fand das Buch spannend und bin beeindruckt, wie anschaulich und schlüssig die Autorin die Beeinflussung von Menschen, die Rufschädigung, die Manipulierung von Beweisen geschildert hat. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 09.04.2022

tolle Hauptfigur und spannende Wendungen

Der andere Sohn
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Mit dem Einstieg hatte ich etwas Mühe. Über zwei Zeitebenen (2009 und 2019) lernt der Leser die reiche Familie Bjurwall aus Karstad kennen, deren einzige Tochter Emelie seit 10 Jahren verschwunden ist. ...

Mit dem Einstieg hatte ich etwas Mühe. Über zwei Zeitebenen (2009 und 2019) lernt der Leser die reiche Familie Bjurwall aus Karstad kennen, deren einzige Tochter Emelie seit 10 Jahren verschwunden ist. Parallel dazu wird in Baltimor John Adderley, verdeckter Ermittler beim FBI, angeschossen und liegt im Krankenhaus. Sein doppeltes Spiel ist aufgeflogen. Zusammenhänge zwischen den beiden Orten werden erst klar, als John von seiner schwedischen Mutter einen Brief, der einem Hilferuf gleicht, erhält. Und dann wird es spannend. John erhält eine neue Identität und geht damit zurück zu seinen Wurzeln – nach Schweden. Er will selbst herausfinden, was hinter der Mordanklage gegenüber seinem Halbbruder Billy steckt. Ist er schuldig sieht John kein Problem ihm der Justiz zu überantworten, doch ist Billy unschuldig, sollen dass ehrliche und objektive Ermittlungen belegen.
Die neue Aufgabe birgt aber zwei Risiken: Johns neue Identität >Fredrik Adamsson< darf auf keinen Fall auffliegen, da sonst das nigerianische Drogennetzwerk ihn aufspüren und doch noch umbringen wird. Und auch gegenüber der schwedischen Polizei muss er als Fredrik Adamsson bestehen, da man ihn sonst wegen Befangenheit vom Fall abzieht. Für John eine Gradwanderung, gerade bei seinem Handicap. John leidet seit seiner Enttarnung, die mit einer Schussverletzung geendet hat, unter Panikattacken, die ihn total handlungsunfähig machen. Das nutzt der Autor zusätzlich um die Spannung anzuheizen. John ist sehr aktiv und auch erfolgreich, bei der Suche nach neuen Details und Hinweisen zum Verschwinden von Emelie. Oft war ich beeindruckt, wie geschickt er dabei vorgeht, war gefesselt, weil alles sich so spannend wie wendungsreich entwickelt. Doch dann gerät John in eine kritische, alles entscheidende Situation und wieder kommt eine Panikattacke, die ich zwischenzeitig schon wieder verdrängt hatte, und alles wird noch spannender. Ein wirklich gelungener Krimi, der 5 Lese-Sterne absolut verdient hat.

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Veröffentlicht am 04.04.2022

spannend – 100%ige Leseempfehlung

Düsteres Watt
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Liv Lammers, von der Kripo Flensburg, ist auf Sylt und will dort Urlaub mit ihrem Partner Sebastian, Rechtsmediziner aus Kiel, machen. Das Wetter könnte nicht besser sein. Aber dann kommt ein anonymer ...

Liv Lammers, von der Kripo Flensburg, ist auf Sylt und will dort Urlaub mit ihrem Partner Sebastian, Rechtsmediziner aus Kiel, machen. Das Wetter könnte nicht besser sein. Aber dann kommt ein anonymer Anruf, dass in einer Wanderdüne eine männliche Leiche gefunden wurde. Da Liv gerade vor Ort ist unterbricht sie ihren Urlaub und beginnt schonmal zu ermitteln …..
Auch diesen Sylt-Krimi von Sabine Weiß empfand ich wieder spannend und unterhaltsam. Spannend, weil lange nicht zu ahnen war, wer diesen reichen Unternehmer Karl von Raboisen umgebracht hat. Auch die Todesursache passt so gar nicht zum Auffinde Ort. Den Druck bei den Ermittlungen, schließlich ist die Familie in der Sylter Gegend mehr als bekannt, wird gut vermittelt. Schließlich ist die Familie nicht nur reich, Karls Ehefrau will auch in die Politik und engagiert sich für diverse Projekte. Im Laufe der Ermittlungen kommen aber dunkle Geheimnisse, Risse in der so glanzvollen Fassade zum Vorschein, die man nicht erwartet hätte.
Aber auch innerhalb des Ermittlerteams läuft nicht alles nach Vorschrift. Das macht diesen Krimi in meinen Augen interessant, lebensnah und insbesondere Liv Lammers ist mir äußerst sympathisch. Ich empfehle diesen neuen Sylt-Krimi uneingeschränkt allen Krimi-Lesern weiter und vergebe 5 Lese-Sterne.

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