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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2025

absolut lesenswert

Lebensbande
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Es ist die Geschichte dreier Frauen, die das Schicksal zusammengeführt hat, die einen kurzen Weg gemeinsam gegangen sind und deren Freundschaft auch nach jahrzehntelanger Trennung nicht erlischt. Mich ...

Es ist die Geschichte dreier Frauen, die das Schicksal zusammengeführt hat, die einen kurzen Weg gemeinsam gegangen sind und deren Freundschaft auch nach jahrzehntelanger Trennung nicht erlischt. Mich hat Mechtild Borrmann mit diesem Frauenroman, der zum Teil auf wahren Gegebenheiten beruht, wieder sehr gut unterhalten. Dabei fand ich es auch spannend, wie die Zeitebenen ineinander übergingen. Weiß der Leser anfangs nicht einmal den Namen der älteren Dame aus Kühlungsborn. Sie wird durch einen Brief der Rentenversicherung wieder an ihre Vergangenheit erinnert. Eine Vergangenheit, in der sie gravierende Entscheidungen treffen musste, die immer noch ihr Leben bestimmen und die sie bisweilen noch heute in ihre Träume verfolgen. Sie beginnt Tagebuch zu schreiben und gibt damit auch dem Leser Einblicke in ihre Jugend in der sie als Krankenschwester am Niederrhein arbeitete. Denn da fing alles an. Dort lernt sie während der Nazi-Zeit Lene und ihren als schwachsinnig eingestuften Sohn Leo kennen. Als Nora dann nach Danzig ins Reservelazarett versetzt wird, lernt sie auf der Fahrt Lieselotte kennen und freundet sich mit ihr an. Nora und Lotte werden nach Kriegsende in die Sowjetunion zum Arbeitsdienst verschleppt und müssen dort unter grausamen Bedingungen jahrelang ihr Leben fristen.
Die Schilderungen der dortigen Zustände waren grausam und unter die Haut gehend. Deshalb aber nicht minder glaubhaft. Überhaupt hat mich dieser Schicksalsroman, der das Leben und Bangen der drei Frauen so lebendig schildert emotional sehr berührt. Von mir gibt’s eine 100%ige Leseempfehlung und 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Auftakt richtig gut gelungen

Die Chemie des Verbrechens - Die Fährte
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May ist ausgebildete DNA-Forensikerin, hat dann aber noch ein Jurastudium angeschlossen und will nun ihr forensisches Wissen auch bei der Verteidigung ihrer Mandanten einbringen. Leider sind lukrative ...

May ist ausgebildete DNA-Forensikerin, hat dann aber noch ein Jurastudium angeschlossen und will nun ihr forensisches Wissen auch bei der Verteidigung ihrer Mandanten einbringen. Leider sind lukrative Fälle bei ihr im Moment noch immer Mangelware, so dass sie mit allen Mitteln das Mandat von Start-UP-Millionärs Ruben Rickleffs bekommen will, der des Mordes angeklagt ist….
An Anfang fand ich May als Juristin nicht sehr überzeugend. Sie schafft es das Rickliffs-Mandat zu erhalten, hat aber immer wieder so große Selbstzweifel und so wenig Erfolg in den einzelnen Verhaftungs- und Verhandlungsschritten, dass ich schon die Verurteilung von Ruben vor Augen hatte. Das ändert sich aber grundlegend. Maya wächst mit dieser Aufgabe. Sehr interessant fand ich auch die Figur des Detektivs Tarek Loman. So hart wie er nach außen hin scheint, ist er nicht und nachdem die anfänglichen Befindlichkeiten aus dem Weg geräumt waren, hat er mit Maya ein perfektes Team gebildet. Sie finden immer mehr interessante Informationen zum Tod von Ute Pusch, der immerhin bereits vor 18 geschah.
Für mich war es stilistisch perfekt angelegt, dass nicht nur Maya und Tarek immer nur Teile des Geschehens erkennen, genau wie ich als Leser. Immer wieder gibt die Autorin kleine Einblicke, was in der Mordnacht passiert ist. Dabei geht sie wohldosiert vor, so dass der wahre Ablauf des Abends gedanklich lange im Nebel und die Spannung erhalten bleibt. Mir hat der Krimi mit wachsenden Lesefortschritt immer besser gefallen. Vor allen habe ich die Autorin bewundert, wie tief sie sich hierfür in die Materie der Forensik und der Strafverteidigung eingearbeitet hat. Von mir gibt’s 4,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

unsichtbare Heldinnen - lesenswert

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Die unsichtbaren Frauen, d.h. Frauen, die im 2. Weltkrieg ihren Mann gestanden haben, stehen in diesem Roman im Mittelpunkt. Denn ihr Einsatz im Widerstand während des 2. Weltkrieges wurde lange Zeit verschwiegen, ...

Die unsichtbaren Frauen, d.h. Frauen, die im 2. Weltkrieg ihren Mann gestanden haben, stehen in diesem Roman im Mittelpunkt. Denn ihr Einsatz im Widerstand während des 2. Weltkrieges wurde lange Zeit verschwiegen, im Gegensatz zu den Heldentaten der Männer.
Dabei arbeitet die Autorin mit zwei Zeitebenen. Einmal ist es Gwen Farleigh, die bei der BBI als Moderatorin arbeitet. Sie soll in einem Buch über die Frauen, englische wie auch französische, im 2. Weltkrieg berichten, die im Geheimen für die Alliierten und gegen die Nazis agierten. Gleichzeitig bekommt der Leser in einzelnen Kapiteln Einblicke in das Leben der Familie Conway in Devon, deren Töchter unabhängig voneinander sich dieser Aufgabe gestellt haben. Mit falschen Identitäten, immer auf der Hut vor Spionen und Zeit in einem fremden Land war das keine leichte Aufgabe.
Anfangs habe ich einige Zeit gebraucht, um die Personen aus Gegenwart und Vergangenheit dann auch noch mit geändertem Namen richtig einzuordnen. Hilfreich war dabei, dass am Ende des Buchs ein Personenverzeichnis aufgeführt ist.
Als Gwen mit der Recherche für ihr Buchprojekt beginnt, ahnt sie noch nicht, dass ihre Großmutter ein Teil dieser Geschichte sein wird. Die zwar nicht aktiv, sich aber zutiefst menschlich während ihrer Pariser Zeit in den 40er Jahren verhalten hat.
Dieser Roman hat aber auch verdeutlicht, welchen Preis diese Frauen für ihren Einsatz zahlen mussten und müssen. Insofern finde ich den Titel des Buchs sehr treffend.
Insgesamt gibt’s von mir 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Wieder aufregende, spannende Geschichte über Intrigen und Freundschaft

Arvil, der kleine Falke – Die Europameisterschaft
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Man muss nicht den ersten Teil gelesen haben, um diesen zweiten Band zu verstehen. Der ist wieder so liebevoll illustriert, dass mein Enkelkind mir während des Vorlesens immer wieder das Buch aus der Hand ...

Man muss nicht den ersten Teil gelesen haben, um diesen zweiten Band zu verstehen. Der ist wieder so liebevoll illustriert, dass mein Enkelkind mir während des Vorlesens immer wieder das Buch aus der Hand genommen hat, um die Bilder genauer anzusehen.
Arvil und sein Team machen sich auf den Weg nach Paris. Er möchte gewinnen, dabei weiß er gar nicht, was ihn dort erwartet. Es ist ein schwieriges Rennen und nicht jeder spielt mit offenen Karten und hält sich an die Regeln. Gerade das bringt aber die Spannung ins Kinderbuch.
Doch der Autor vermittelt auch kindgerecht, was Freundschaft bedeutet, dass Verluste sehr traurig machen können und dass nicht jeder der freundlich tut es auch gut mit einem meint. Als neue Figur hat mir besonders Magalie, das kleine Rotkehlchen, gefallen. So klein und dabei so unerschrocken, ist sie mächtig pfiffig. Sie hat mein Herz sofort erobert.
Insgesamt betrachtet ist das wieder ein sehr liebevoll gestaltetes Buch mit einer spannenden Geschichte. Ich habe jedoch festgestellt, dass mein Enkelkind nach den Leseabschnitten auch viele Fragen hatte. Man muss sich also Zeit nehmen für das Buch. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Thriller hat mich überzeugt

... und war tot.
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Eine Polizistin unter Mordverdacht und ein streng bewachtes Wohnheim für auffällig gewordene Jugendliche stehen im Mittelpunkt dieses Thrillers.
Hauptkommissarin Svenja Paulus wird beschuldigt ihren ehemaligen ...

Eine Polizistin unter Mordverdacht und ein streng bewachtes Wohnheim für auffällig gewordene Jugendliche stehen im Mittelpunkt dieses Thrillers.
Hauptkommissarin Svenja Paulus wird beschuldigt ihren ehemaligen Freund und Vater ihres Sohnes Paul kurz nach dessen Haftentlassung heimtückisch getötet haben. Als wäre das nicht genug, wendet sich die 15jährige Iska an Svenja, weil sie einen Mord an einer Mitinsassin des Wohnheims beobachtet hat. Svenja war es gewesen, die Iska in diesem Vorzeigeheim untergebracht hat. Sie kennt Iska, weiß von deren dunkler Seite, dass Lügen zu ihrem Leben gehören. Kann es wirklich stimmen, was Iska behauptet gesehen zu haben?
Auch wenn Saskia beurlaubt ist, lässt ihr die Behauptung der Jugendlichen keine Ruhe. Entgegen der Dienstvorschriften sucht sie das Heim auf wo bereits ein Kollege von ihr den angeblichen Selbstmord einer Insassin untersucht. Der Kollege ist sehr speziell und so fand ich dessen Beschreibung durch den Autor einfach klasse. „… besoffen von der eigenen Kompetenz.“ Herrlich.
Was den Leser in diesem Thriller erwartet ist eine Polizistin, die verzweifelt versucht ihre Unschuld zu beweisen und eine Heimbewohnerin, die sich von keiner verschlossenen Tür aufhalten lässt und deren Mut den vermeintlichen Mord an ihrer Mitschülerin aufzuklären will. Was Iska unter den Argusaugen der Erzieher unternimmt, wie clever sie ist und was sie schlussendlich aufdeckt, war spannend zu lesen. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, Thriller-Leser kommen also voll auf ihre Kosten. Von mir gibt’s 4,5 Lese-Sterne.

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