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Veröffentlicht am 20.07.2021

habe nicht den richtigen Zugang zum Buch gefunden

Dreieinhalb Stunden
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Es ist der er 13. August 1961. Entgegen Walter Ulbrichts Aussage, wird eine Mauer durch Berlin gezogen und die Grenzen zu Westdeutschland gesichert. Zu diesem Zeitpunkt sitzen Personen im Interzonenzug ...

Es ist der er 13. August 1961. Entgegen Walter Ulbrichts Aussage, wird eine Mauer durch Berlin gezogen und die Grenzen zu Westdeutschland gesichert. Zu diesem Zeitpunkt sitzen Personen im Interzonenzug D-151 von München nach Ostberlin. Der Leser lernt gleich zu Anfang viele unterschiedliche Personen, die diese Reise antreten wollen, kennen. Immer wieder wechselt der Autor zwischen den einzelnen Personen. Das hat mich am Anfang recht stark gefordert. Dabei ist es gerade die Unterschiedlichkeit der Menschen, die ein breites Spektrum der Entscheidungsfindung >bleiben oder gehen< beleuchten. Da gibt es Marlies, die bereits beim Besteigen des Zuges vom geplanten Mauerbau durch ihren Vater, der Major bei der Ostberliner Volkspolizei ist und sie darüber informiert hat, und die trotzdem ihrem Ehemann nichts davon verrät.
Oder die vier Mitglieder einer Ost-Band, die ihren ersten Auftritt im Westen hatten und sich nun auf der Rückreise befinden. Oder auch Edith, die Lokführerin, die den D-151 ab der Grenze übernehmen soll.
Als das Gerücht des Mauerbaus sich dann auch im Interzonenzug herumspricht, bricht für jeden Fahrgast (s)ein eigenes Gefühlschaos aus.
Aber irgendwie habe ich mich mit den Personen und ihren Gedanken nicht anfreunden können. Es war mir, vielleicht gerade wegen der ständigen Personenwechsel, nicht möglich mich in deren Gedanken- und Gefühlwelt eindenken. Dabei bin ich ein Mensch, der mit der Mauer groß geworden ist und zum Zeitpunkt des Mauerfalls selbst vor ähnlicher Entscheidung gestanden habe. Von mir gibt’s daher auch nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 12.07.2021

bewegend und unterhaltsam

Das Kind der Toskana
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1944 muss Hugo Langley, dessen Flugzeug einen Treffer durch die deutschen Truppen abbekam, einen Fallschirmabsprung inmitten der noch immer von Deutschen besetzten Toskana wagen. Schwer verletzt findet ...

1944 muss Hugo Langley, dessen Flugzeug einen Treffer durch die deutschen Truppen abbekam, einen Fallschirmabsprung inmitten der noch immer von Deutschen besetzten Toskana wagen. Schwer verletzt findet ihn Sofia Bartoli und hilft ihm sich in der Klosterruine zu verstecken. Erst durch sie erfährt er, dass er sich in San Salvatore, in den Bergen der Toskana befindet.
Erst 30 Jahre später findet seine Tochter Joanna in seinem Nachlass einen Brief ihres Vaters an eine Sofia Bartoli. Da ihr Vater nun tot ist, hat sie keine Bedenken diesen Brief, der als unzustellbar zurückgesandt wurde, zu öffnen. Was sie nun liest, kann sie gar nicht glauben. Nie hat ihr Vater ihr von seinen Kriegserlebnissen erzählt und nun liest sie, dass ihr Vater diese Frau geliebt hat. Eins weiß sie: sie muss mehr dazu erfahren und reist kurzentschlossen nach Italien in dieses unbekannte Bergdorf.
Bisher hatte ich noch keine Bücher dieser Autorin gelesen, aber mit diesem hat sie mich überzeugt. Ständig wechseln hier die Ereignisse von 1944 und der aktuellen Suche von Joanna im Jahr 1973. So kam es mir beim Lesen vor, als ob ich genau wie Joanna mich auf eine Reise in die Vergangenheit begebe und gemeinsam mit ihr das Leben ihres Vaters kennenlerne. Rhys Bowen schreibt dabei so einfühlsam und unter die Haut gehend, dass ich am Schluss wegen Hugos Schicksal ganz traurig war. Außerdem sind mir 2 Figuren beim Lesen ans Herz gewachsen: Paola, Joannas Zimmerwirtin, die auf mich so herzlich wie erfrischend gewirkt hat und die es verstanden hat aus ihrem Garten wunderbare Gerichte auf den Tisch zu zaubern. Ja, nach den Beschreibungen bekommt man richtig Appetit. Und die zweite ist die selbstlose Sofia. Deren Herz riesig und ihr Schicksal so grausam war. Ein wunderbares Buch, das kurzweilige und spannende Lesestunden garantiert und darum auch 5 Lese-Sterne voll verdient hat.

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Veröffentlicht am 12.07.2021

Wieder ein gelungener spannender Krimi

Angstrichter (Ein Grall-und-Wyler-Thriller 4)
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In Nürnberg wird ein grausamer Mord verübt. Er erinnert an mittelalterliche Strafen, denn das Opfer wurde gevierteilt und an allen vier Stadttoren zur Schau gestellt. Als wäre das nicht genug, wird im ...

In Nürnberg wird ein grausamer Mord verübt. Er erinnert an mittelalterliche Strafen, denn das Opfer wurde gevierteilt und an allen vier Stadttoren zur Schau gestellt. Als wäre das nicht genug, wird im Internet davon auch noch ein Livestreame veröffentlicht. Obwohl Jan Grall gerade in seinem eigenen Ermittlerbüro viel zu tun hat und erdringend eine neue Bürohilfe sucht, übernimmt er gemeinsam mit Rabea Wyler diesen Fall. Beiden ahnen, dass das nicht das letzte Opfer sein wird.
Ich war von Anfang bis Ende von diesem Krimi gefangen genommen. So grausame, wie abartige Tötungsmethoden, die sich in meinen Augen in ihrer Grausamkeit immer noch gesteigert haben. Immer trifft es Menschen, die es bereits ahnen zu den Auserwählten des Henkers zu gehören und vor Angst vergehen. Immer wieder beeindruckend finde ich es, wie der Autor die beiden Ermittler (Jan + Rabea) erklären lässt, wie sie ihr Täterprofil eingrenzen, woraus sie ihre Schlüsse ziehen, diese verfeinern und bestimmte Dinge ausschließen. Und das Beste dabei, sie liegen meist richtig damit und kommen ihm, dem Scharfrichter, immer mehr auf die Spur. Wen wunderts da, dass Rabea und Jan zunehmend in den Fokus des Scharfrichters geraten. Die Geschichte dieses spannenden Krimis lässt erkennen, wie intensiv der Autor sich mit dem Mittelalter und deren Strafen vertraut gemacht hat. Es ist ihm gelungen dies wirkungsvoll in die Handlung einfließen zu lassen und kribbelnde Spannung zu erzeugen. Mich hat das Buch wunderbar, kurzweilig unterhalten. Darum gibt’s 5 wohlverdiente Lese-Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 09.07.2021

wendungsreich, aber nicht sein bestes Buch

Die Verlorenen
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Die Verlorenen – ein treffender Titel. Hat doch Jonah Colley bereits vor 10 Jahren seinen vierjährigen Sohn, der spurlos vom Spielplatz verschwand während er eingeschlafen ist, verloren und kurze Zeit ...

Die Verlorenen – ein treffender Titel. Hat doch Jonah Colley bereits vor 10 Jahren seinen vierjährigen Sohn, der spurlos vom Spielplatz verschwand während er eingeschlafen ist, verloren und kurze Zeit später auch noch seinen langjährigen, besten Freund Gavin. Beide Männer sind, wenn auch in unterschiedlichen Abteilungen bei der Londoner Polizei tätig. Trotzdem hatten sie zehn Jahre keinen Kontakt mehr und nun ruft Gavin ihn um Hilfe an, verlangt ein Treffen in einer verlassenen Lagerhalle. Was Jonah dort erwartet, ist ein Bild des Grauens …
Was Simon Becket aus dem Hilferuf eines alten Freundes in diesem Thriller gepackt hat, ist beachtlich. Die Handlung ist an keiner Stelle vorhersehbar, zum Teil auch verwirrend. Der angeschlagene Jonah muss an seine Grenzen gehen, immer noch getrieben von der Hoffnung doch noch seinen Sohn zu finden. Ob Jonah nun nach einem Jahrzehnt noch erfährt, wo sein Sohn ist, ob er vielleicht sogar noch lebt und was damals passiert ist, muss schon jeder selbst nachlesen. Doch bei aller Spannung, die ohne Frage beim Lesen aufkommt, fand ich Jonah als Hauptfigur nicht überzeugend. Erstens war er gleich an Anfang aufgrund des Anschlags körperlich stark eingeschränkt und so ist dann auch im weiteren Ablauf immer wieder von stolpern, wegknicken und anderen Einschränkungen die Rede. Ein strahlender Held? Nicht wirklich. So empfand ich auch die vielen Wendungen bei der weiteren Entwicklung des Falls zum Teil sehr konstruiert, nicht überzeugend. Zu viele Böse, zu viel Rache von allen Seiten. Da habe ich schon bessere Bücher von Simon Becket gelesen. Darum gibt’s von mir auch nur 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 07.07.2021

wendungsreich und spannend

Die Verlorenen
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Die Verlorenen – ein treffender Titel. Hat doch Jonah Colley bereits vor 10 Jahren seinen vierjährigen Sohn, der spurlos vom Spielplatz verschwand, verloren und kurze Zeit später auch noch seinen langjährigen, ...

Die Verlorenen – ein treffender Titel. Hat doch Jonah Colley bereits vor 10 Jahren seinen vierjährigen Sohn, der spurlos vom Spielplatz verschwand, verloren und kurze Zeit später auch noch seinen langjährigen, besten Freund Gavin. Beide Männer sind, wenn auch in unterschiedlichen Abteilungen bei der Londoner Polizei tätig. Trotzdem hatten sie zehn Jahre keinen Kontakt mehr und nun ruft Gavin ihn um Hilfe an, verlangt ein Treffen in einer verlassenen Lagerhalle. Was Jonah dort erwartet, ist ein Bild des Grauens …
Dies war mein erstes Hörbuch und dann auch gleich noch ein so spannendes mit so vielen unterschiedlichen Personen und Entwicklungen im Fall. Dem Sprecher, Johannes Steck, ist es in meinen Augen sehr gut gelungen, hier mit seiner Stimme den unterschiedlichen Figuren gerecht zu werden und den Leser zu fesseln. Besonders gelungen fand ich die Passagen mit DI Flatscher, der ständig Jonah in Verdacht hatte und ihn beharrlich verfolgte. Seine, wegen der Brandnarben im Gesicht nasale Aussprache, kam gut bei mir an.
Was Simon Becket aus dem Hilferuf eines alten Freundes in diesem Thriller gepackt hat, ist beachtlich. Die Handlung ist an keiner Stelle vorhersehbar, zum Teil auch verwirrend. Der angeschlagene Jonah muss an seine Grenzen gehen, immer noch getrieben von der Hoffnung doch noch seinen Sohn zu finden. Ob Jonah nun nach einem Jahrzehnt noch erfährt, wo sein Sohn ist, ob er noch lebt und was damals passiert ist, muss schon jeder selbst nachlesen/-hören. Ich fand es spannend und gebe 4 Lese-Sterne.

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